Ukraine: Russisches FM signalisiert Duldung eines Vernichtungskrieges gegen die Volksrepubliken

Vorspiel

Keiner von euch Weißen Affen hat die Rede der EU-Außen Federica Mogherini, 23. Okt., On the situation in the Sea of Azov, angeklickt, die ich verlinkt hatte. Wie sollte ich euch alle Arbeit abnehmen, die nötig ist, zu begreifen, was ich schreibe – egal, ob ihr zustimmt, oder nicht?

Eine direkte Fortsetzung und Ergänzung dieser Rede wären Sanktionen gegen Organisatoren / Teilnehmer der kürzlichen Regionalwahlen in den ukrainischen „Volksrepubliken“ , welche die EU nach aktuellen Meldungen der russischen Auslandspresse zu verhängen gedenke. Sie kämen nicht überraschend, wie eine Meldung zeigt, die am 20. Nov. beim EU Observer und in der ukrainischen Staatspresse erschien. Zu notieren: Falls die Meldungen stimmen, wäre britischer Druck, ausgeübt über die polnischen und baltischen Alliierten der britischen Transatlantiker, ein nicht zu unterschätzender Faktor in dem Vorgang, der die Vereinbarungen von Minsk (II) abschließend ad acta legte.
Denn die sahen solche Regionalwahlen als Voraussetzung einer Wiedereingliederung der „Volksrepubliken“ vor. Deren Administratoren sind nicht dafür verantwortlich zu machen, daß die ukrainischen Regierungsparteien eine Partizipation stets abgelehnt und die Wahlen illegalisiert haben.

Hauptspiel

Nehmt gefälligst meinen Titel ernst! Das Prädikat heißt „signalisieren“, nicht „dulden“. Inwieweit eine Duldung folgte, bleibt offen und soll offen bleiben, was u.a. bis zur Stunde dadurch indiziert ist, daß der Kreml die unten zitierten Äußerungen des Außenministeriums nicht kommentiert hat.

„Unfortunately, over the past few days, information about the Ukrainian Armed Forces‘ active preparations for possible military actions in Donbass has been emerging more often … Martial law serves to camouflage the Poroshenko regime’s intention of staging a new provocation in Donbass“, Zakharova told in a briefing, adding that Moscow does not rule out that Kiev might start new provocations in the region with the use of toxic substances. (1, 2)

Der Kreml-Sprecher hatte sich vor einer Woche wesentlich vorsichtiger ausgedrückt: Ukraine’s martial law poses risks of conflict escalation in Donbass.
Jetzt nenne ich eine

Voraussetzung

meiner Argumentation.
Für eine Wägung der

politischen

Aussage Sacharowas sind ihre Angaben in erster Instanz

ungeachtet ihres Realitätsgehaltes

wahr_ zu_ nehmen.

Und dann folgt: Indem Sacharowa etwas von „starken Offensivkräften“ und obendrein von der Gefahr einer False-Flag-Attacke redet, ohne eine Warnung vor möglichen russischen Gegenmaßnahmen gegen einen Vernichtungskrieg im Donbass auszusprechen, wie es – beispielsweise – Putin zu Beginn des Krieges tat (kürzlich erst verlinkt, hat auch kein Schwanz gelesen), weist sie eine Verantwortlichkeit Russlands  für den avisierten Kriegsschauplatz ab.
Das gilt umso mehr, als seit März dieses Jahres bei „chemischer False Flag“ unbedingt ein Skripalen, sprich Hexenkralle aka „Novichokim Raum steht.

Erst dann ist hinzu zu fügen, daß sich die politische und militärische Führung der Russischen Föderation selbstverständlich vorbehält, von Fall zu Fall zu entscheiden, ob sie sich involvieren ließe, oder nicht, was – zur Erinnerung – einen Beschluß des Föderationsrates nötig machen würde.

Ich hatte die aktuelle Entwicklung im Mai vorweg genommen: Gestern hat ein neuer Russland-Feldzug in der Ukraine begonnen. Es ist hier nicht wichtig, daß meine damaligen Informationen zur Kabinettsumstellung sich überwiegend als Enten erwiesen und ich obendrein das Krim-Szenario, das, wie ich heute weiß, auf EU-Ebene schon damals eine Hauptrolle gespielt hat, mißachtete.

Das Kriegsresultat, das in Minsk 2015 eingefroren worden ist, bestand in einer faktischen Angliederung der „Volksrepubliken“ an das russische Territorium seitens der NATO. gegen den Willen der russischen Regierung. Für das vorläufige Akzept der russischen Regierung gab es ausschließlich völkisch-ideologische Motive. Die russische Föderationsregierung war nicht willens, oder sah sich mit innenpolitischen Rücksichten nicht in der Lage – zwei Seiten derselben Sache – sich den Status als einer „Schutzmacht der Russen“ billig abkaufen zu lassen, für den das Imperium ihr in den ersten zwei Dekaden nach dem Zerfall der SU zum Beispiel in Moldavien und Georgien ein gewisses Maß an vorbehaltlicher und streitbarer internationaler Anerkennung zubilligte, denn ohnediese völkische Komponente ist keine russische Föderationsregierung zu haben und folglich auch kein Abtransport russischer Reichtümer in den „Westen“.
Drei Jahre später ist die schmale materielle Basis dieser Rücksichten in beträchtlichem Umfang entfallen. In den „Volksrepubliken“ hat unter dem Kleinkriegs-Regime zwangsweise eine Bevölkerungstrennung stattgefunden. Ihre Kriegsherren, und deren Gefolgschaft, sind aus russischer Sicht nunmehr weniger „Russen“, und mehr ukrainische Freischärler, denn zuvor. Eine unklare, jedenfalls aber weit über eine Million starke Zahl der Einwohner hat die Region verlassen, die übergroße Mehrheit Richtung Russland. Ihre Einbürgerung, soweit noch nicht geschehen, ist nun kaum mehr, als eine Formalie und die Aufnahme einer neuen Flüchtlingswelle wird absehbar auf der Haben-Seite der neuen russischen Regierung verbucht werden.

Für Letzteres gab Sacharowa jetzt einen starken Hinweis:

„We will not impose any restrictive measures against Ukrainian citizens that are in Russia or plan to visit it“, Zakharova added.

Klartext: Wenn die „russischen“ Ukrainer kämpfen wollen, werden wir sie nicht hindern, wollen sie fliehen, werden sie willkommen sein.

Das ist nichts Geringeres, als eine Einladung an die amerikanisch-britisch-polnisch-ukrainische Kriegsfraktion, sich im Donbass „weltpolitisch“ „in den Fuß zu schießen“ – mit der Zerfleischung einer beliebigen Anzahl ukrainischer Insassen.

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„Operation Northern Shield“

Update:
Den Titel habe ich geändert, weil ich die Vokabel „Altwelt-Krieg“ nicht zeitnah rechtfertigen kann. Das wird in einem Eintrag mit dem Untertitel „Macht und Ohnmacht der zionistischen Militäraristokratie“ geschehen, den ich fertig stellen werde, sobald meine Gesundheit es erlaubt. Tipp vorab: Hat u.a. was mit Pompeos Rede beim Marshall Fund zu tun. Ein Zwischenziel des mit ONS begonnenen Libanon-Krieges ist die Beseitigung der UNIFIL-Truppe und der UN-Infrastruktur, auf der sie ruht.
Die nichtssagend abstrakten letzten Absätze des Eintrages habe ich gestrichen. Weiterlesen

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Russische Schießdiplomatie gegen imperiale Freischärler (2)

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Gebärden (4)

Sicherlich nur für kurze Zeit ist auf Vimeo „Who Know’s“ zu hören.
Das erlaubt einen Vergleich mit Sima B’s kleiner Instrumental-Studie dazu:

und deren Unterschiede zu Randy Hansen’s über weite Strecken „Ton für Ton“ identischer Version:

 

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Kleine Presseschau – Unterberichtetes zu den Kriegsschauplätzen

(z.T. verknüpft mit Khashoggi & Co. – kleiner Presseüberblick) Weiterlesen

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Zur Annexion der Krim

Es scheint noch Leute zu geben, die bestreiten, Russland habe die Krim annektiert, weil es auf der Krim ein Anschluß – Referendum gab. Nun – ein völkisches „Recht auf Selbstbestimmung“ verleiht kein „Recht“ auf „Fremdbestimmung“, auf Anschluß an eine bestehende territoriale Hoheit. Der ist ein hoheitlicher Akt des Anschlußgebietes, Punkt.

Ansonsten liefere ich zu dem Thema eine sehr kurze Geschichtsstunde, derer ich mich für anstehende andere Themen – Brexit, EU-Außenpolitik, Ukrainekrieg allgemein – bedienen kann. Weiterlesen

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Straße von Kertsch – Russische Schießdiplomatie gegen imperiale Freischärler

Es hat sein Gutes, daß ich diese Wortmeldung verschieben mußte, denn die Ereignisse der letzten Tage erlauben, einige Fragen, welche die Affäre aus meiner Sicht aufwerfen sollte, ohne Aufhebens zu stellen. Darunter:

  1. Warum hat es so viel Zeit gebraucht, die Sache zu dem gewaltigen Skandal aufzublähen, der jetzt vorliegt? Für’s Khashoggen reichten ein paar Stunden.
  2. Wie geht es zu, daß die einschlägigsten publizistischen Gegner des imperialen Krieges (soweit ich sie gelesen habe) Russland an diesem Schauplatz in die Defensive schreiben?

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Brexit (2)

Das UK ist die führende Macht der EU in den Bereichen „Verteidigung, Sicherheit und geheimdienstlicher Information“. Nun bemerken einige seiner Führer, daß diese bedeutenden Vorzüge durch „Brexit“ beeinträchtigt werden könnten, statt noch mehr Wirkung zu entfalten. Weiterlesen

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Khashoggi & Co. – kleiner Presseüberblick

… aus dem imperialen Knotenpunkt Tel Aviv. Weiterlesen

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Brexit (1)

Vorrede

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Trump ist khashoggt – Meilenstein im Imperiumszerfall

Ich habe den Verlauf der Affäre Khashoggi seit dem 1.11. nicht mehr kommentiert und werde das wohl oder übel irgendwann in diesem Jahr nachholen. Für den Moment belasse ich es bei der Aussage, daß seither kein Detail der Veröffentlichungen zu dem angeblichen Mordfall etwas an meinen bisherigen Schlüssen und Urteilen zu ändern vermochte. Die Kernpunkte: Weiterlesen

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Israels Übergang zur offenen Diktatur

Nachdem Premierminster Netanyahu sich das Kriegsministerium angeeignet hat und die israelische Presse mitteilte, er beabsichtige das Amt dauerhaft zu halten – für verständige Beobachter ‚eh offenkundig – verkündete er den restlichen Ministern und der Knesset:

I would like to say that now when we are witnessing one of the most difficult periods in terms of security, we cannot topple the government and hold an early election. That is irresponsible.

Hat Avigdor Lieberman „unverantwortlich“ gehandelt, indem er nach dem Urteil (und Wunsch) vieler nominell kompetenter Beobachter mit seinem Amtsverzicht eine Auflösung der Likud-Regierung nebst Neuwahlen präjudizierte? Schwerlich. Weiterlesen

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Archiv: Zur 49. Münchner Sicherheitskonferenz (2013) nebst einigen Hintergründen

(Orig. bei NeoPresse, Feb.’13) Weiterlesen

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Statt Fortsetzungen heute nur Archivarbeit

Israel im Syrienkrieg

Kurzmitteilung | Veröffentlicht am von | Kommentar hinterlassen