These zur laufenden Phase imperialen Zusammenbruchs

Um die vielgestaltige und vielschichtige Angelegenheit auf einen handlichen Nenner zu bringen, der seiner Anfechtung – alternativ: Spezifizierung – Handhaben geben könnte (natürlich wird das nicht geschehen und ich allein kann es nicht leisten): Weiterlesen

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Bemerkungen zur Abwicklung des Mythos vernünftiger Herrschaft

Archiv (Mai 2011), mit einer Selbstkritik. Editierungen in eckigen Klammern. Weiterlesen

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Zu Gerüchten um eine zionistische Offensive an der Südfront

So weit ich sehen kann haben sie zwei Quellen, Sputnik (1,2) und AP.
AP spricht – „natürlich“, muß man denken – von einer bevor stehenden syrischen Offensive zu deren Abwehr moderate Rebellen Vorkehrungen treffen.
Aber auch die Sputnik-Artikel sind leicht als Propaganda bzw. Psy-Operationen zu erkennen!

Vordergründig erkennt man das im Vergleich mit einem deutschsprachigen Artikel gleichen Themas. Während die englische Version eine britische Führung der angeblich bevor stehenden Offensive nahe legt, akzentuiert die deutsche Version die Rolle der „Joden“ – die in der englischen Fassung low key ist – und bringt auf ziemlich absurde Weise zusätzlich die Saudis ins Spiel. Warum absurd? Ey, ich kann nicht alles durchkauen …
Weniger vordergründig wird die PsyOp an der konkreten Rolle kenntlich, welche die regierenden Zionisten in einer solchen Offensive haben müßten, nachdem eine direkte Deckung und Beteiligung des Pentagon seit Mitte letzten Jahres fehlt. Das machte eine geplante / vorbereitete Südfront-Offensive zum hoch vertraulichen Thema des israelisch-russischen Deconflicting-Room, aus dem nie zuvor irgendwas „geleakt“ worden ist. Falls dieses Deconflicting schlecht oder gar nicht liefe, gäbe es eine offizielle Warnung mit Namen und Adresse, keine „anonymen offiziellen Quellen“, etwas, das für die russische Propaganda ohnehin untypisch ist. Was ist da also los?

Ich kann den AP-Bericht insofern bestätigen, als es schon vor mehr als 6 Wochen, noch vor der Skripal-False-Flag, vollmundige Ankündigungen auf Seiten syrischer Nationalisten, Faschisten und shiitischer Militaristen gab, nach Ghouta, Douma und Yarmouk sei der Bezirk Daraa „dran“. Der angekündigte „Kampf gegen IS und Al Nusra“ in der Provinz ist vor dem Hintergrund der zwischen Trump und Putin vereinbarten „Deeskalationszone“ ein durchsichtiger Vorwand. In dieser Vereinbarung waren mit Ausnahme der Murat-Brigade alle zionistischen Jihadis, wie immer ihr „islamistischer“ Name, zu „Moderaten“ ernannt, ich habe ausführlich darüber berichtet. Es ging und geht also darum, daß die patriotische Front in Syrien und ihre militanten Speerspitzen sich der Aufteilung Syriens spezifisch an der Südfront widersetzen, gegen den Kreml.

Dafür haben sie gute Gründe, wie der AP-Artikel zumindest in einem Punkt andeutet. Der freie Zugang zu jordanischen Grenze ist von vitaler Bedeutung für Rumpf-Syrien, nicht nur des bilateralen, viel mehr des internationalen Handels wegen, über den  Handelsweg zwischen dem Roten Meer, Ägypten und der Türkei. Geriete dieser Weg unter israelische Kontrolle, hielten die regierenden Zionisten ein machtvolles Erpressungsinstrument gegen Damaskus in den Händen.

Die „radikalen“ und „gemäßigten“ Zionisten sind sich überdies in einem strategischen Punkt einig. Sie wollen im Syrienkrieg ein für alle Mal alle syrischen Titel auf den annektierten Golan beseitigen, und das geht, im Vordergrund der ewigen Konkurrenz imperialer Metropolen um Titel im „Nahost-Konflikt“, genau auf eine Weise. Sie müssen die faktische Kontrolle über den gesamten Golan und sein Vorland erreichen, dann liegt der annektierte Teil dauerhaft im „Windschatten“ künftiger Querellen.

Und damit haben wir den wahrscheinlichen Grund für die russische PsyOp.  Der Kreml will im Minimum den Status Quo der Vereinbarung mit Trump erhalten, der darin besteht, daß Restsyrien formell über einen Zugang zur jordanischen Grenze über Daraa verfügt, den es in absehbarer Zeit aber nicht nutzen können wird. Der Kreml teilt mit, daß er eine syrische Offensive um Daraa nicht decken wird und nimmt in Kauf, die Radikalen der NATO, der Ziocons und der regierenden Zionisten mit dieser Haltung zu einer Offensive zu ermutigen.

Eine Variante, die Kuh halbdiplomatisch vom Eis zu bringen, wäre ein Scharmützel, das die syrischen Truppen in Daraa schwer dezimiert, wonach Trump, Putin und King Playstation eine Initiative „zur Rettung Jordaniens“ auflegen, gegen die Netanayhu sich schlecht sträuben kann. Neben einem symbolisch verbleibenden syrischen Kontingent (*) könnten russische Militärpolizei und jordanische Truppen in Daraa einrücken, um nach „Astana-Vorbild“ die israelische Eroberung der Provinzen Qneitra und Daraa abzusichern. So, in etwa, denkt – oder erträumt – man sich das im Kreml. Denke ich.

(*) Die Provinz Daraa ist zahrzehntelang eine Hochburg der Muslimbrüder gewesen, die der Vorgänger von King Playstation mit feinen wie unfeinen Mitteln aus Jordanien heraus ekelte, wohin sie nach massenweiser Abschlachtung durch ägyptische Truppen geflüchtet waren. Deshalb hatte die damaszener Administration der Provinz vor dem Krieg in der Tat den Charakter einer „Besatzungsmacht“ – wenngleich nicht ganz freiwillig.

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„Krieg und Frieden“ (2)

Eine (abgebrochene) Serie von Einträgen zur letztjährigen „Cruise Missile-Diplomatie“ um Khan Sheikun.
Eine Bemerkung zum russisch-amerikanischen Spitzentreffen
… und eine zusätzliche Bemerkung
Russisch-amerikanische Konsultationen, Teil 3
Russisch-amerikanische Konsultationen, Teil 4
Wie es voraussichtlich weiter geht? Dazu, ebenfalls aus 2017:

https://tomgard.blog/2017/04/10/fazit-zum-cruise-missile-angriff-auf-syrien/

https://tomgard.blog/2017/04/11/fazit-zum-cruise-missile-angriff-ergaenzung/

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Hexenkralle (Novichok) – Abschluß mit einer alle Lügen und Täuschungen umfassenden Geheimhaltung

Ein update im 4. Kommentar ist für die Sachlage irrelevant, kann aber im Rahmen von Debatten von Interesse sein.


OPCW-Bericht mit Sicherheitsnetz und doppeltem Boden

Wie ich berichtete, wurden alle relevanten und aussagekräftigen Untersuchungsergebnisse des Technischen Sekretariats der OPCW in der „Skripal-Affäre“ in einen geheimen Anhang verschoben, von dem es hieß, er sei den Mitgliedsstaaten zugänglich, einschließlich Russland. Wenn ein Diplomat oder Wissenschaftler aus diesem Anhang zitierte, sich auf konkrete Angaben und Daten aus ihm bezöge, konstituierte das einen Verstoß gegen die OPCW-Statuten, wie Vassily Nebenzia in seiner Rede in der UN-Sicherheitsratssitzung ausdrücklich bestätigte.

Der russische OPCW-Botschafter Alexander Shulgin beging diesen Verstoß in seiner gestrigen Pressekonferenz, indem er enthüllte, daß die Behauptung der OPCW und des britischen Außenministeriums, der geheime Teil des Berichtes sei Mitgliedsstaaten zugänglich, ebenfalls gelogen war:

The report presented by the Technical Secretariat concerning the British specialists’ findings poses a number of questions and calls for additional detailed examination, including by the British side. Any specialist would understand that the final conclusions can be made only having before your eyes the materials of the chemical and spectral analysis of the mentioned samples. And the Technical Secretariat has passed these materials only to London.

Shulgin sagte es nicht, aber aus seiner Mitteilung folgt zwingend, daß mit diesen Daten auch die Angaben zur Chain of Custody der Proben exklusiv geheim bleiben. Das klassische Muster des Inquisitionsprozesses.

Nebenzia nahm kein Blatt mehr vor den Mund

Er klagte das UK der Entführung und der Folter („psychische Beeinflussung“) Julia Skripals und des terroristischen Anschlages mit schwerer Körperverletzung in mindestens einem Fall an. Letzteres unter Berufung auf einen Schluß aus den Daten, die ihm vorlägen, der nahezu zwingend ist: Mindestens einer der betroffenen Personen (gemeint ist offenkundig Sergei Skripal) sei kurz vor der Blutentnahme durch die OPCW eine Dosis A-234 frisch injiziert worden. Die Alternative wäre eine Verfälschung der Blutprobe durch OPCW-Personal.

Im politischen Teil der Rede betonte Nebenzia, daß die britische False-Flag auf das Verhältnis der EU zu Russland zielt und offenbar beabsichtige, schädliche Folgen des „Brexit“ für das UK abzuwenden. Er versäumte, auf die konkreten Ergebnisse hinzuweisen: Brexit wurde über den formellen Austritt hinaus um 9 Monate bis zum Dezember 2019 vertagt, „North Stream 2“ erneut fraglich gestellt.
Die Hauptwirkung aber besteht darin, daß Deutschland und Frankreich nebst ihren Alliierten in der EU auf die von den Briten vertretene NATO-Linie festgelegt wurden, wodurch das UK seinen Einfluß auf die baltischen Staaten, Polen und andere Visegrad-Staaten, sowie die skandinavischen EU-Mitglieder wenigstens teilweise zurück gewann, der mit Blick auf den bevorstehenden Brexit langsam aber sicher verloren ging.

Am 14 Juni 2016, einen Tag nach dem Brexit – Referendum, kommentierte ich auf Telepolis, sinngemäß: „Das ist ein Casus Belli, der nicht zu umgehen ist. Es wird keinen Brexit geben„.

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Imperiale Eliten im Inquisitionskrieg – Materialsammlung (1)

Ich kann bis Mitte Mai aus persönlichen Gründen keine „runden“ Einträge schreiben (wann in den letzten 6 Monaten hätte ich das getan, anyway), es bleibt einstweilen bei Notaten.


After visiting Douma, western media begin to question ‘gas attack’ narrative, titelt Russia Today. Das ist nicht mal eine Halbwahrheit. Im Gezerre um Deutungsmacht spielen Zweifel an der Korrektheit des Anlasses für den Inquisitionprozess gegen Assad und Putin im UNSC, der dem Autodafé in Form einer TV-Reality-Show voraus ging, eine Rolle, soviel ist wahr, doch schaut euch zwei schlagende Beispiele dafür an, wie das geschieht:

Zu angemessen ausführlichen Kommentaren habe ich keine Zeit, daher nur die Hauptpunkte:

  • Beide Zweifler legitimieren und bekräftigen das Institut und die Hoheit der Inquisition.
  • Ihre Angriffe auf die Integrität der Großinquisitoren und ihre Verfahrensführung begegnen dem Argument, die Häscher der Inquisition und ihre Methoden seien zu heiligen, ergänzt um schwach verhüllte Drohungen gegen die Zweifler.
  • Lord West akzeptiert die Heiligung, besteht lediglich darauf, daß diese sich auch auf die Integrität der Zeugen der Inquisition zu erstrecken habe.

Die Interventionen von Robert Fisk und des OAN (One America News Network), auf die sich die Kriegsgegner beziehen, fügen sich prächtig zum letzten Punkt.

(edit: es war hier eine Zusatzbemerkung am Platz und kaum verzichtbar, die ich im 2. Kommentar nachgetragen habe)


Hat sich einer von euch schon mal überlegt, woher das Phänomen des Satanismus kommt? Die englische Wiki enthält immerhin ein paar wenige Splitter dazu. Im oben vorgestellten Zusammenhang sollte erkennbar werden, daß Assad und Putin des Satanismus beklagt sind. Sicher wird jemand einwenden, es sei mindestens einzuschränken, daß die Anklagen in einer Grauzone zwischen einem moralpolitischen Titel und theologischer Verdammung angesiedelt sind, und das ist nicht falsch. Aber diese Ambiguität ist unhaltbar. Das Interview mit Lord West zeigt dies sprechend. Seine Verdammung Assads und des „putinistischen“ Russlands läßt keinen Pfad zur Realpolitik mehr offen – lediglich eine Bemessung der Verfahrensführung der Inquisition an strategischen und taktischen Kalkülen. Genau so verfuhr die historische Inquisition.

Den allgemeinen Grund des Phänomens habe ich in der geboten abstrakten Form hier benannt. Ich zitiere den Abschnitt dazu:

In der gegen alle Gegensätze und Widersprüche gesetzten Idealität des Gebotenen (des Sollens, das der Geltung der herrschaftlichen Institute aus den Wechselfällen der Konkurrenz und der technischen Entwicklung zuwächst) [sind] die gültigen Zwecke nebst ihrem Zusammenhang (ihren Gründen) ersetzt durch ihr Verhältnis zum Gesetz: die Relation des Guten und des Bösen.
Die rationelle Subjektivität der Urteile „gut“ und „schlecht“ – d.h. nützlich und schädlich – wird objektiviert. Die falsche – weil die Widersprüche gewaltsam vereinigende – Allgemeinheit erscheint darin als Reich des Absoluten: Gott, das Wahre, das Gute, das Schöne, das Menschliche.

Dies Reich ist die monotheistische einzige Einheit (ja, so tautologisch ist das in fact) innerhalb deren die theistische Singularität hockt. Alles Säkulare ist eine Abspaltung der Singularität, folglich Erscheinungsform derselben. Thomas von Aquin auf die Frage, was Gott gemacht habe, bevor er die Welt erschuf: Da hat er die Hölle gemacht, für Leute, die solche Fragen stellen. Konkret: Jede Inquisition führt gegen sich selbst und nur gegen sich selbst Krieg, indem sie ihre Feinde entheiligt. Mit jedem Autodafé verliert sie an selbsterschaffener Substanz.


Hat Putin das begriffen? Wahrscheinlich. Putin Still Wants Deal With Trump, Even After Sanctions, Syria AttackRussia Puts Planned Retaliation for U.S. Sanctions on Slow Track. Womit ich immerhin einen zittrigen Rundschluß zum eingangs vermerkten RT-Artikel hingebogen hätte.

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Das neue Hexenkralle – klebt wie Pattex

Unter den Händen russischer Magier hat A-234 eine wundersame Wandlung erfahren.

The nerve agent does not evaporate or disappear over time, experts said, and intense cleaning with caustic chemicals is required to get rid of it.

Neun Areale will das britische Gesundheitsamt identifiziert haben, deren „Dekontamination“ Monate dauern könne und Millionen von Pfund verschlingen werde – die man selbstredend Russland in Rechnung stellen und Konfiskationen vornehmen wird.

Derweil gab TASS als einzige Nachrichtenagentur der Welt (bislang) ein Statement der britischen Gesundheitsbehörde weiter, der Gesundheitszustand Sergei Skripals bessere sich fortschreitend.

Julia bleibt unter der Folter – mindestens in der Form der Isolationshaft.

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Bemerkung zum Thema „Inquisition“

Meine Antwort auf Berengars Frage war sehr unzureichend. Ich habe das praktische Problem, daß „Inquisition“ sowohl ein historischer Begriff, wie ein moralisch-ideologischer Urteilstitel ist, der zu einer Reihe von Phänomenen ausgegeben wird. Dafür kann ich nichts, umso weniger, als diese beiden Seiten historiographisch zusammen gehören. Sie auseinander zu trennen, um sie korrekt zusammen zu führen, erforderte jahrelange Arbeit und eine Stellung als wissenschaftlicher Geistesarbeiter, die ich nicht habe. Ich verwende den historischen Begriff „Inquisition“, weil ich eine Menge über ihre Gründe und ihre Dynamik weiß und auf dieser Grundlage zu dem Schluß gekommen bin, er taugt nicht nur als ein Vergleich mit rezenten Phänomenen, bezeichnet vielmehr eine identische Erscheinungsform gleichartiger Bewegungen. Sie in der rezenten Form begrifflich vorzustellen geht noch nicht, weil die Sache in voller Entwicklung ist.

Deshalb greife ich jetzt nur einen wesentlichen Punkt in sehr allgemeiner Form heraus.

Die Vatikanherrschaft in den feudalistischen Monarchien und Fürstentümern war bis zum Hochmittelalter in mehrfachen Formen eine Produktivkraft feudalistischer Ausbeutung. Sie tradierte einen Rumpfbestandteil der Trennung von Hand- und Kopfarbeit, sowie – damit verknüpft – der urbanen Herrschaft über die rurale Produktion aus dem römischen Reich in dessen westeuropäische Zerfallsprodukte.

Diese Produktivkraft begann schon während des Spätmittelalters über der eigenständigen Produktivkraftentwicklung des Feudalsystems und der wachsenden Rolle des Handelsverkehrs nach Osten sowohl nach der ökonomischen wie militärischen (herrschaftstechnologischen) Seite zugrunde zu gehen. Das trennte den Kopf der Vatikanherrschaft von ihrem Rumpf bis in die ruralen und kleinstädtischen Klöster hinein. Der Kampf der Inquisition um Bestimmungsmacht richtete sich daher in erster Linie gegen den Korpus der Kirchenmacht selbst. Das heißt, sie versuchte sich derselben Dynamik, die sie verursachte, und gegen die sie militärisch vorging, zu bedienen. Wie anders, dazu gab es keine Alternative. Die tradierte Einheit des römischen Imperiums blieb nach der Seite der Herrschaftstechnologie und des Handelsverkehrs eine kaum verzichtbare Ressource für die feodalen Instanzen und ihre Gegensätze untereinander, obwohl sie in zunehmendem Maße nurmehr eine äußere Klammer, und damit zur Schranke für die Produktivkraftentwicklung in jedem einzelnen Herrschaftsterritorium wurde.

Daher das Phänomen, daß der inquisitorische Kampf und Krieg um Bestimmungsmacht praktisch ausschließlich in der Form eines Kampfes um Deutungshoheit über spirituelle Instanzen geführt wurde. Platt gesagt: Er wurde theologisch wahn-sinnig.

edit: Ein paar weitere Sätz dazu in der „Zusatzbemerkung“ des Eintrages Wer ein „Verschwörungstheoretiker“ ist und wer nicht (2,1).

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Nachtrag zur TV-Reality Show

Entgegen initialen Meldungen scheinen die britischen Flieger von Zypern gestartet zu sein.

Aufgrund breiter Diskrepanzen zwischen der amerikanischen und russischen Darstellung, zuzüglich anderer Quellen (alle Links bei Moonofalabama), können wir als nahezu gesichert annehmen, daß die US-Navy, evtl, auch das Luftwaffenkommando in Doha, die Befehle des Pentagon mißachteten und eine Reihe nicht vorgegebener Ziele beschossen. Doch auch über diese Ziele, die in der Darstellung des Pentagon nicht genannt sind, war die SAA rechtzeitig informiert und schoss nahezu alle Cruise Missiles ab. Das kann nur mit Pantsir-S1/2 und Buk-M2 Stellungen geschehen sein, die älteren sowjetischen Waffen sind dazu ungeeignet. Das hieße umgekehrt, daß die SAA den größten Teil der auf die offiziell angegebenen Ziele abgeschossenen Missiles und Bomben passieren lassen hat, mindestens in dem Sinne, daß sie die begrenzte Zahl moderner Abwehranlagen an anderer Stelle konzentrierte.

Machen wir die Gegenprobe. Falls obige Darstellung eine russische PsyOp wäre, arbeitete die nur unter der Voraussetzung, daß die russische Seite über die Ziele eines letztlich nicht realisierten, breiter angelegten Angriffes informiert war und dies der Gegenseite mitteilt. Das Resultat ist dasselbe: Im syrischen Krieg zwischen NATO und Pentagon, EUCOM und CENTCOM, hat die RF zuverlässige Informationsquellen auf beiden Seiten.

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Zur Geschichte des Syrienkrieges

William Van Wagenen erzählt eine korrupte Geschichte des Syrienkrieges. Sie streicht die Rolle Israels, Frankreichs, des UK und der Türkei praktisch aus ihr heraus und mildert drastisch die Rolle Killary’s und ihres Rackets. Doch sie ist nicht ausschließlich dazu gedacht und enthält eine Fülle von Details und Unterströmungen, die notwendig sind, den Verlauf zu verstehen, deshalb empfehle ich sie.

Ich bin nicht willens, sie zu korrigieren, weise nur global darauf hin, daß der Krieg zu versanden begann, als der Angriff auf Homs im Frühjahr 2012 scheiterte. Während die Hezbollah die „Rat-line“ über den Libanon zu schließen begann, gab die Türkei unter dem Druck Killary’s und ihres „Sonderbotschafters“ Robert Ford alle Reserve gegen den Syrienkrieg auf und baute von ihrem Territorium aus die Farouq-Brigaden zur Speerspitze eines Angriffes aus, der, angefangen von der Orontes-Ebene über Idleb, Ad Dana und Azaz bis nach Tel Abyad und Raqqa, die bis dahin unerschütterliche loyalistisch und sunnitisch dominierte Bastion Aleppo unterminierte. Das Fanal der türkischen Initiative war das Massaker von Al Houla im Mai 2012.
Israel, Qatar und das KSA waren nicht gewillt, der Türkei Initiative und Bestimmungsmacht in der Offensive im Norden Syriens zu überlassen. Auch das Killary-Racket hütete sich, den Krieg türkischen Kalkülen zu überlassen. Al Nusra (US Qaida) Liwa als Islam (Bandars Hausbrigade) und die Al Tawhid – Brigade (Qatar) wurden auf das Kampffeld um Aleppo beordert und die Geld- und Waffengeber erzwangen nach diversen blutigen Infights Ende 2012 ihren Zusammenschluß mit den Farouq – Brigaden zur Syrian Islamic Liberation Front. Kurz darauf wurde – bis zur Stärkung der ISIL – die separate türkische Offensive auf die kurdische Selbstverteidigung unterbunden. Zum folgenden Abschnitt des Krieges verweise ich auf den Eintrag Türkei und Israel im Syrienkrieg – Rückblick und Korrektur.
Soviel als kleiner Einstieg zur Ergänzung bzw. Korrektur der Darstellung von Van Wagenen, die, wie gesagt, eine Fülle von Material enthält, das Umrisse des nicht erzählten Teiles der Geschichte erkennen läßt.

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NATO-Angriff auf Damaskus eine TV-Reality Show

Wie ihr wahrscheinlich wißt, hat die frz. Kriegsministerin Florence Parly libanesische und iranische Angaben bestätigt, Syrien sei via Russland vorgewarnt worden. Lt. Farsnews geschah das bereits vor einigen Tagen, die Zielgebiete seien evakuiert gewesen.

Die Türkei, Zypern und Jordanien waren nicht involviert. Behauptungen über eine Beteiligung der Basis Al Tanf sind unklar. Es ist bislang allerdings nicht auszuschließen, daß die beteiligten britischen Tornados von dort starteten. Von (untergeordnetem) Belang ist dieser Punkt, weil es seit langer Zeit Gerüchte gibt, daß die Amerikaner die Basis an die Briten übergeben hätten, die dort, gemessen an britischem Staatsrecht, illegal operierten. Außerdem würde eine Beteiligung Al Tanfs klar stellen, daß die syrische Seite darauf verzichtet hat, die alliierten Flugzeuge anzugreifen und dies vorab mitgeteilt hat. Daß die russische Luftwaffe dies entgegen ihren Ankündigungen tat, ist durch die Angriffe im Raum Homs belegt – er zählt sowieso, aber auch der geringen Entfernung zu Tartus halber, zur „russischen Verteidigungszone“.

Die mehrseitigen Gründe für dies Vorgehen sind in meinem Blog umfassend benannt.

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Erdogan in der Rolle der Friedenstaube

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„Krieg und Frieden“

Ein Dialog, den ich vor 4 Jahren in einem Forum im Umkreis des Ukrainekrieges geführt habe. Ich versuchte mit einfachsten Worten den Zusammenhang zwischen Krieg und Klassenkampf vorzustellen: Weiterlesen

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Farsnews: Britische und andere in Ghouta /Douma gefangene Agenten in türkische Obhut übergeben

Diese, anscheinend nur in persisch veröffentlichte, Notiz habe ich aus zweiter Hand. Ich habe ziemlich hohes Vertrauen in sie, weil sie sich nahtlos in zahlreiche Details der  Gesamtentwicklung fügt (vgl. diesen Eintrag). Weiterlesen

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Der zusammenfassende Bericht der OPCW zum Fall Skripal bestätigt Zweifel an der britischen Darstellung

Der Bericht.

Vorläufige Begründung meiner Diagnose

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Nachlesen … (2)

(vgl. diesen Thread) Weiterlesen

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