Bemerkungen zur Abwicklung des Mythos vernünftiger Herrschaft

Archiv (Mai 2011), mit einer Selbstkritik. Editierungen in eckigen Klammern.

Anmerkung zur zweiten Neuauflage: Das ist u.a. ein Eintrag zum Begriff und zur Arbeitsweise des Trumm „Nation“.
Aktuell besonders relevant erscheint mir grad dies:

Der Mythos herrschaftlicher Vernunft ist also ein Arbeitsprozess. Er hat Zwecke, Gegenstände, Operationsweisen und materielle Resultate. („Materialität“ ist im gegebenen Zusammenhang gut mit „teilbar“, teilbar im gesellschaftlichen Sinne, zu übersetzen. Eva mußte den Apfel, den sie vom Baum der Erkenntnis pflückte, in zwei Hälften teilen; sie mußte das tun, um den Wahn zu realisieren, auf den die Bibel sie und Adam durch den Erzengel festlegen ließ: Den Wahn einer Schmerzensexistenz, in der alles Tun, Wollen und Wünschen am End des Tags sklavische Mühe und Plackerei im Dienst & Auftrag eines Herren sei, zu sein habe, und Zuwiderhandelnden vor ihrem Ableben die Hölle bereitet werde, wozu ein jeder mit Gottes Hilfe und Gnade Beihilfe zu leisten habe.

Ferner der zweite Kommentar:

Auch archaische Kulte und Rituale der Gewaltausübung sind gesellschaftliche Institute.
Allerdings bleiben solche Institute an fallweise Konflikte und Antagonismen im inneren und äußeren Verkehr der betreffenden Gemeinwesen gebunden.
Dazu steht die Gewaltkultur des Privateigentums in vollem Gegensatz. Sie ist institutionell in der Selbstschöpfung der Gemeinwesen verankert und das nicht nur ökonomisch, auch genealogisch im Verhältnis der Geschlechter und also der Generationen. (…) Heiterkeit, Lust und Freude sind in Sklavenhaltergesellschaften erlaubte Güter. Sie sind Lohn oder Preis – nicht aber: Gewinn – einer buchstäblich All umfassenden, weil in eine WeltSchöpfung projizierten Selbstkontrolle. Heiterkeit, Lust und Freude beziehen aus ihr, und daher aus den eignen Gegenpolen, Leid, Schmerz und Abstumpfung, die Bestands-Energie in periodischer Entlastung von der Qual.
Regelmäßig wird die Färbung, welche die Lüste mit der Energie aus ihrer antagonistischen Quelle mitbringen, zu ihrem eigentlichen Gehalt. Aus gutem Grund – insofern – heißen sie dann „Perversionen“. Solch Perversion liegt am Boden allen Lustempfindens, zu dem Sklaven und ihre Halter imstande sind. Sie ist Kennzeichen des Kannibalismus der Gewaltkultur, die ihre Früchte welkt und frisst, einschließlich der Kinder.
Aus der gewaltsamen Tradierung löst sich ein Mensch nur selbst, wenn auch nicht allein. In der Zeit und an den Orten, die ich erlebte, waren es gar nicht wenige Leut, denen es gelang, zumindest in – für die Betroffenen und Beteiligten – hoffnungsfrohen Ansätzen und Teilbereichen.
Möglich war es, weil die erforderte Arbeit eine istSie ist nahezu ausnahmsweis – nämlich außerhalb elitärer Reservate gesellschaftlicher Arbeit – keine Maloche, keine Plackerei, Mühsal und bloße Last, sondern ist leidenschaftliche, lustvolle Tätigkeit. … Und dies ist nur ein Moment unter anderen, die dafür stehen, daß die individuelle Lösung aus der Gewalttradition, die in beträchtlichem Umfang ihrer Unterbrechung voraus gehen müßte, Räume braucht, innere wie äußere.
Stehen sie nicht (mehr) zur Verfügung, sind die in einer Tradition Befangenen an ihren Kernbestand verloren, sie sind verdammt.

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Ramstein und IWF im Ukrainekrieg

Die heute verkündeten militärpolitischen Entscheidungen habe ich auf dem anderen Blog kommentiert, den ich der Schließung durch künftige Zensur anheim stelle:

Hier will ich auf den Eintrag „Krieg und Frieden“ von 2014 verweisen.

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Interview of Sergey Lavrov to Channel One, Moscow, 4/25, 2022

Volltext gemäß der Veröffentlichung des russ. Außenministeriums, maschinelle Übersetzung.
Zur Ergänzung empfehle ich bedingt den Artikel Ukraine and the battle for Eurasia (A-Times). Die Bedingung: Es wäre zu klären, wie es zugeht, daß im Zeitalter des Spätimperialismus, genauer des Imperiumszerfalls, eine hoch ideologisierte Militärdoktrin eine breite Revitalisierung erfahren hat, die aus der Epoche des Zerfalls des britischen Empire stammt und deren Ideologie sich aus der Epoche der kontinentaleuropäischen Nationenbildung hundert Jahre zuvor nährt, den napoleonischen Kriegen. „Neokolonialismus“ ist ein Etikett, das nicht gut passt, und soweit es passt, nichts klärt!

Lavrow kommt nach langatmigen, deshalb freilich alles andere, als uninteressanten Rechtfertigungserklärungen am Ende zu sprechenden Details der ukrainischen Verhandlungssimulation und der Weise, wie die RF damit zu verfahren gedenkt.

Mögliche weitere Anmerkungen werde ich separat stellen.

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Vergebens, bürgerlichen Subjekten den eigenen Krieg erklären zu wollen; dazu schwätzen kann ich immerhin.

Um potentiell nahrhaft schwätzen zu können, hätte ich das Metainstitut Nation zu erklären, dachte ich ursprünglich, aber das wäre ein Irrweg auf der Grundlage der Art und Weise, wie die Erklärung für mich persönlich funzt.

Krieg ist ein Institut, Frieden ist es nicht!

Das sollte schon an der Formalität der Friedensbestimmung auffallen, „Friede“ ist die Abwesenheit von Krieg und hat somit keine anderen Bestimmungen, als die des Kriegszustandes. Der bürgerliche Verstand dreht die Sach auf den Kopf, indem er Krieg zu einer Abweichung von einem Friedens(zu)stand erklärt, an dem er interessiert ist. „Hört doch mit dem Frieden auf, kommen doch nur Kriege ‚raus“, haben ich und meinesgleichen deshalb vor 40 Jahren der „Friedensbewegung“ entgegen gehalten, die im Wesentlichen aus auf von der Regierung befürworteten Pfaden wandernden Kerzenhaltern bestand …

Die elementare Auflösung obiger Antithese von Realität und Wahn ist die banale Tat-Sache, daß alle Gesellschaften in allen erdenklichen Formationen im Friedensstand die Zweckbestimmung der Reproduktion ihres Personals und ihres funktionellen Zusammenhanges zukommt – das ist ausnahmsweise „von Natur aus“ so – die im Kriegsfall einem oder mehreren Kriegszwecken untergeordnet wird.
Solche Kriegszwecke mögen ebenfalls eine gesellschaftliche Reproduktion zum Gegenstand haben, wie das beispielsweise bei Territoiralkämpfen tribaler Jäger-Sammler – Gesellschaften der Fall ist, aber dann ist die Reproduktion negativer Gegenstand, es geht um eine Schranke oder ein Hindernis derselben, die zu Lasten der Reproduktion des Friedensstandes beseitigt werden soll oder muß.

Soweit klar? Gut, dann will ich euch mit Blick auf das Folgende strategisch darauf aufmerksam machen, daß der letzte Absatz die Elementarform einer dialektischen Darstellung hat. „Dialektik“ ist keine zivilisatorische Erfindung, sondern die Elementarform einer Erklärung eines Zusammenhanges, die schon homo erectus gelernt haben muß, anders sind seine Leistungen nicht erklärlich. Denn jeder beliebige Zusammenhang, nicht nur der zwischen „Krieg und Friede“, birgt antagonistische Gegensätze. Richtig, zähle ich eins und eins zusammen, macht das „zwei“, aber was ist das für „zwei was“? Ein „eins was“ kann ich zu einem anderen „eins was“ nur dann addieren, wenn die beiden zugleich identisch und nicht identisch sind. Deshalb erschafft „zählen“ schon im Hirn von Vögeln – beispielsweise – eine Art von Gattungsbegriff des Menschen oder anderer Tiere. Nach der Addition ist jedes einzelne „eins was“ mindestens „zwei“, nämlich erstens ein Individuum – das bleibt es! – und zweitens ein Gattungsexemplar.
Mit Addition und Substraktion kann sich beispielsweise ein Rabe zwischen Artgenossen, Beutetieren, Feinden und gleichgültigen Reviergenossen bewegen, aber er lernt nicht selten viel mehr, nämlich zwischen bewaffneten und unbewaffneten Gattungsexemplaren des Menschen unterscheiden, und dann ist es mit Addition und Substraktion nicht länger getan. Er beginnt zu multiplizieren.
Anders, als die verfickte, zerstörerische bürgerliche Elementarschulbildung will – zumindest zu meiner Zeit war das so – ist Multiplikation kein Algorithmus auf der Grundlage von Addition und Substraktion, sie erschafft bzw. reflektiert eine neue geistige Dimension, nämlich die Reflexion von Unterschieden zwischen Gattungsindividuen ineinander.
Der Rabe zählt drei Menschen auf einem Hochsitz, von denen zweie Flinten tragen. Machen sich zwei Flintenträger von dannen, verhält sich der Rabe so, als sei der verbliebene Mensch ein gleichgültiger Reviergenosse. Andersrum, andersrum. Der Rabe reflektiert die Individualeigenschaften der fremden Subjekte in ihren Gattungsbegriff und umgekehrt, was einen neuen Gattungsbegriff erschafft, den des Jägers. Und jetzt erzähle ich euch, was der Unfug dieses Exkurses hier zu suchen hat:

Das bürgerliche Herumirren zwischen „Ursachen“ und „Gründen“ für „Kriege“

„Winetou und Old Shatterhand“ werden wohl weiterhin im TV wiederholt, so werden die Meisten von euch wissen, der Apache, Komanche, Osage, Sioux etc. „gräbt“ das Kriegsbeil aus oder gräbt es ein. Ein ebenso simples wie schönes Bild für einen multivektoriellen Zusammenhang. Ein „Kriegsbeil“ ist sowohl individueller Besitz, wie tribales Eigentum. Wird es individuell ausgegraben, erschafft dies mindestens einen Fall von Blutrache, gemäß einem tribalen Palaver eventuell einen Kriegsfall – oder eben nicht. Der Stammesmensch tritt in dem Bild unmittelbar als ein Individuum auf und zugleich ist das Individuum mehr oder weniger Stammesmensch. Das „mehr oder weniger“ hängt an der Stellung der Sippe des Individuums, die ggf. von Blutrache betroffen wäre, im Tribus, aber das ist eine neue Dimension, die für meinen Belang nicht zählt. Worauf ich hinaus will, ist die „dialektische“ Identität der Individuen: Sie sind Stammesmenschen in und vermittels ihres individuellen Handelns und der darin zur Geltung kommenden Eigenheiten, wie ebenso umgekehrt Individuen gemäß und vermittels der Modalitäten ihres Stammeslebens.

Diesen simple Identität von Individuen und gesellschaftlicher Daseinsweise kriegt der bürgerliche Verstand nicht mehr auf die Reihe, was im Kriegsfall besonders deutlich hervor tritt.

In erster Instanz darin, daß gemäß des interessierten Dogmas vom Krieg „als“ Abweichung von einem Friedens(zu)stand fast jeder bürgerliche Mensch „Krieg“ für eine Art von „Naturkatastrophe“ ansieht, selbst wenn er selbst mit plausiblen Argumenten behauptet, das sei nicht der Fall, ganz im Gegentum, für ihn sei „die Gesellschaft“ oder gar ein oder „das“ „System“ schuld, ursächlich oder vielleicht meint, mehr oder minder präzise gesellschaftliche Gründe für den Kriegsfall angeben zu können.
Natürlich hätte ich das am Einzelfall nachzuweisen, insbesondere bei den Deckers, Dittmanns, Henles und so zu, wozu ich weder Lust noch Zeit habe. Denn ich kann mein Urteil methodisch begründen:

Der Übergang, den ein Individuum, eine Gruppe von Verschworenen, „eine Gesellschaft“, „ein System“, „ein Volk“ – was ihr wollt – vom Frieden zum Krieg macht, enthält antagonistische Gegensätze, es ist eine Absage an die vorgängige Verfassung von „Staat“, „Gesellschaft“, „Nation“, was immer ihr für Namen vergeben wollt, nicht zu vergessen an die Friedensverfasstheit der Individuen. Eine Erklärung dieses Übergangs, muß ihn auch erklären, statt mit Hilfe von Motiven, die in Krieg wie Frieden eine Rolle haben, über ihn ‚drüber zu bügeln und diese Operation für eine Erklärung auszugeben. Was bei letzterer Operation heraus kommt, ist die hinterfotzig pfäffische Verkleidung einer Antwort auf eine Schuldfrage. Bzw. eine Distinktion, ein Händewaschen in der Unschuld.

Noch am Nächsten an der Wahrheit – die in diesem Abschnitt noch nicht ernsthaft eine Rolle spielen kann und soll – sind tatsächlich jene Modelle, welche die Schuldfrage bei verschworenen Individuen verorten, sei es „Putin“, „Biden“ oder auch NATO (das Personal) oder „das Pentagon“. Ja, das ist schlicht so. Verschwörer machen den Übergang und geben das initiale Kommando. Aber das erklärt nichts.

Eines zeigt sich aber vielleicht schon umrissweise, und mit diesem Vorgriff schließe ich einstweilen:
Wer immer diesen Übergang macht, sei er Kommandeur, Schweinepriester oder Pöbel, ist Kombattant. Im Falle tribaler Kriege entscheidet ein Palaver über die Rücknahme des Übergangs, ein Angebot an den Feind, das Beil wieder einzugraben. Der Stammesmensch, der sich nicht daran halten will, wird von den eigenen Leuten entweder verbannt oder, zur Untermauerung des Angebots, auch gekillt. In „zivilisierten“ Gesellschaften gibt es keinen Übergang zum Frieden. Ist der Übergang zum Krieg einmal gemacht, heißt es Krieg, Bürgerkrieg, oder Niederlage / Vernichtung. Für fast alle bürgerlichen Intellektuellen heißt das, sie mutieren mehr oder minder unversehens von Pfaffen zu Dompfaffen – keine „Menschen“ mehr im Sinne ihres Gattungslebens.

PS.: Anläßlich der Verweise auf andere Einträge, die Google unten liefert, noch eine Bemerkung:
Der Krieg, den der Pöbel in bürgerlichen Gesellschaften führt, ist ein anderer, als der Krieg ihrer Kommandeure. Und der Krieg der Kommandeure nicht selten ein anderer Krieg, als der, den Politiker und Vertreter des Standes der Eigentümer führen oder zu führen meinen. Überhaupt schraubt ein Krieg die Klassenunterschiede in irgend einem Ausmaß auf vorbürgerliche Standesunterschiede zurück … nur noch hingesagt haben will.

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Vorbemerkung zum Begriff der Nation für „Spezialisten“

Nimmt man den Begriff des bürgerlichen Staates in der Gestalt, wie die Roten Zellen/Marxistische Gruppe ihn vorgestellt hatten (Volltext), zum Ausgangspunkt, lautet die allgemeinste Zusammenfassung des Staatszweckes, den der „verselbständigte, abstrakt freie Wille“ seiner Untertanen (!, die militärische Unterwerfung ist da voraus gesetzt) zu verfolgen hat, die Entfaltung der allgemeinen Bestimmungen eines Gemeinwesen des Geldes in dessen stoffliche Voraussetzungen und Bedingungen auf seinem Territorium.

Im Maße des Vollzuges (Achtung, nicht unbedingt „Erfolges“) solcher zweckmäßiger Gestaltung der Voraussetzungen und Bedingungen der Konkurrenz und ihres Materials mittels Gesetzen, Verfügungen, Anreizen, Einrichtungen und Instituten schreibt sich das Staatswesen in sein territoriales Rohmaterial ein und das Ganze dieser aufeinander bezogenen Zurichtungen heißt dann „Nation“, u.a. im Maße, wie sich die Untertanen die Staatszwecke und ihren Zusammenhang zu eigen zu machen suchen.

Aber wie sag ich’s meinem Kinde?

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„Der gebrochene Wille“ (Archiveintrag zur Vorbereitung eines Eintrags zum Begriff der Nation)

(Original 2011-01-25)

[Anmerkung:
Das ist ein Exkurs in einer Arbeit über Juli Zeh’s „Spieltrieb“, die Anknüpfung daran in den ersten beiden Absätzen behalte ich bei, weil ich sie für einigermaßen selbsterklärend halte]

Der Gewinn einer Geisteshaltung, wie Ada sie vorstellt, ist jetzt darin benannt, daß ein Mensch sich mit ihr ermächtigt, inhaltslos auf sich und seine Freiheit zu halten. Die grundlose Anmaßung, mit der er dabei auf „die Welt“ herab blickt, als sei sie sein eigen-tümliches Reich und Material seines Willens, ist ein möglicher Gewinn, dessen Kontur sich abzeichnet, wenn wir uns das Komplement dazu anschauen. Das besteht in einem ebenso grundlosen Leiden darunter, daß die Welt eben nicht die Domäne und Werkstatt des individuellen Willens ist, als die ein Bürger sie betrachten möchte. Der Gewinn liegt folglich in erster Instanz darin, daß ein Nihilist an jedem beliebigen Willensinhalt nurmehr festhalten will, daß er ihn hat, folglich: daß er / sie ihn hat (und niemand anderes)

Wem jetzt gleich „Egoismus“, ergänzt um „Arroganz“ und „Anmaßung“ als Motiv für diese Veranstaltung einfällt, ist auf dem falschen Dampfer. Für das bürgerliche Subjekt ist das Verfahren, solch eine inhaltsleere Stellung zu sich selbst einzunehmen, sich gleichsam als ein wandelndes „Vermögen, einen Willen zu haben“ nicht nur zu betrachten, auch zu behandeln, eine tägliche, stündliche, oft minütliche Notwendigkeit. Denn praktisch alles, wovon und wodurch solch ein Subjekt lebt, einschließlich seines eigenen Leibes, sofern dieser als Arbeitsvermögen resp. Konkurrenzmittel zu betrachten und zu behandeln ist, hat die Form eines Vertragsinhaltes. Vulgo: Es ist Privat- oder Staatseigentum.

Privateigentum heißt: Ausschließende Verfügung über etwas. Ein gesellschaftliches Datum kann private Verfügung nur sein, wenn eine Trennung des Verfügenden wie seines Eigentums aus einem gesellschaftlichen Zusammenhang vorliegt, in den es wieder überführt werden muß. Der Vorgang, der ein Privateigentum von einer Hand in die andere überführt, und es auf diesem Weg einer Metamorphose unterzieht, der es in veränderter Gestalt aus dieser Hand wieder entfermt, heißt Vertrag.

Ein Vertrag ist ein Regelwerk, das kodifiziert, wie eine Handlung, welche die Beteiligung zweier oder mehrerer einander entgegengesetzter, daher ohne Vermittlung des Vertrages einander auschließender Willensinhalte voraussetzt, zustande kommen kann und ablaufen soll. So ist er ein Institut eines gemeinsamen Willens, der den beteiligten Willensinhalten dennoch bleibend entgegensteht, andernfalls wäre lediglich eine Vereinbarung, ggf. auch ein Pakt, doch kein Vertrag erforderlich, der die Schranken der Gemeinsamkeit allen Beteiligten verbindlich macht.
Jeder kennt dies Phänomen aus Fällen, da ein Vertrag unzureichend formuliert ist oder Vertragsvoraussetzungen eintreten, die nicht vorgesehen oder berücksichtigt waren.

Der Vertrag ist also ein über den und gegen die Beteiligten errichtetes Produkt ihres Willens. Wie kommt es zu diesem praktizierten Widerspruch?
Einigermaßen offenkundig liegt eine Verdopplung der beteiligten Willen vor, die im Vertrag eine notwendige Erscheinungsform erhält. Der Leser möge an einem ihm bekannten Vertrag, beispielsweise einem Mietvertrag, durchdeklinieren, wie diese Verdoppelung vor sich geht. Der ursprünglich eigene Wille wird zum fremden, feindlichen Willen, der feindliche Wille zum eigenen – und auch wieder anders herum, unaufhörlich um und ’num im Prozess der vertraglichen Handlungen, auf daß der Vertrag erfüllt werde.

Die Heimat des Vertrages ist die Sphäre der Konkurrenz und sein Paradigma ist der Warentausch, nicht aber der Produktentausch.

Im Produktentausch ist jeder nur am Produkt in der Hand eines anderen interessiert, der Handlungshorizont des Produktentausches wird eingegrenzt von der Gabe auf der einen, dem Raub auf der anderen Seite.
Eine Ware hingegen ist kraft ihrer Gestehungsgeschichte schon etwas Doppeltes, nämlich einerseits sie selbst, ihr dingliches Dasein, andererseits ein Eigentumstitel, ausgedrückt in ihrem Preis, den sie in ihrer dinglichen Gestalt nur repräsentiert.
Weder Raub noch Gabe gehören zum Erklärungshorizont der Ware, wie an den Rechtsformen der Warenwirtschaft kenntlich wird, und anders, als mancher Anthropologe das in Absehung von diesen rechtsförmlichen Fakten gerne sehen möchte, um einer christlich – sittlichen Rechtfertigung der Warenproduktion entgegen zu kommen.
Greifbar wird der Unterschied zum Tausch im Geld, auch dann, wenn dieses nicht „real“ – im stofflichen Sinne – sondern nur ideell, als stellvertretendes Zeichen zwischen die Phasen des Warentausches tritt. Denn diese Vertretung gilt den Eigentumstiteln an der Ware, nicht ihrem physischen Dasein.
Am Phänomen der Roßtäuscherei ist das ganz gut zu demonstrieren. Beim Produktentausch ist der Handel mit dem Handschlag perfekt, die Roßtäuschung mündet in eine Verkürzung des vorgestellten Nutzens, den der Getäuschte von dem Tausch erwartete. Roßtäuscherei im Warenhandel ist ein Vertragsverstoß, weil dort der Verkürzung des Nutzens eine Aufblähung des (Geld)Titels entspricht, der im Gegenzug die Hand gewechselt hat.
Der Zweck des Vertrages in Gestalt eines Warentausches ist also die Realisierung eines Eigentumstitels – im Unterschied zu einem Nutzen oder Nießbrauch – in Gestalt fremden Produktes, das sich in identischer Weise, wie das eigene Produkt, in der gesellschaftlichen Formbestimmung ausschließenden (Privat)Eigentums befindet.

Ich habe das so ausführlich vorgestellt, damit deutlich wird, wie beim Warentausch, wie bei Verträgen überhaupt, die gesellschaftliche Formbestimmung des Produktes den Willen der Produzenten und Konsumenten bestimmt, nicht etwa umgekehrt.

Damit sollte klar gestellt sein, was man am oben angedeuteten Verlauf einer Vertragsabwicklung ja schon merken konnte:
Der im Warentausch mobilisierte und in dessen Vertragsform institutionell verankerte Wille der Beteiligten ist ein gebrochener Wille. Er ist vermittels der gesellschaftlichen Natur und des gesellschaftlichen Herkommens seiner Willensgegenstände und Willensinhalte gebrochen, weil und insofern unter der Herrschaft des Privateigentums Zweck und Nutzen solcher Gegenstände ausschließlich über einen polarischen Gegensatz zu realisieren sind, nämlich vermittels Diensten an, und der Betätigung von, einander ausschließenden Privatinteressen, und deren Realisierung, die im Normalfall die Form des Gelderwerbs haben. Über dieser Realisierung eines gesellschaftlichen Zusammenhanges gehen die persönlichen Interessen regelmäßig baden – wenn auch in sehr unterschiedlicher Weise.

Im Vollzug eines Vertrages wird dies Institut, diese Abstraktion, zum intellektuellen, geistigen, und – soweit auch immaterielle Zwecke der Beteiligten vom Vertragsinhalt affiziert sind – seelischen Bestandteil der beteiligten individuellen Willen.
Der gebrochene Wille ermannt sich in Verträgen zu einem doppelten Willen.

Fast dasselbe Resultat ist auf auf einfachem Weg aus einer alltäglichen Erfahrung zu gewinnen. Jeder von uns ist auf Geld als ein Lebensmittel angewiesen, obwohl es kein Lebensmittel ist. Eignet sich jemand Geld an, hält er in materieller Gestalt seinen gebrochenen Willen in der Hand, denn es taugt einzig dazu, es herzugeben. Das existentielle Interesse drängt den Besitzer, es zu behalten, doch eine Not zwingt ihn, es wegzugeben.
Was der Geldbesitzer aber kriegt, darüber hat er keinerlei Macht. Er hat in den Angeboten aus der Sphäre einer Konkurrenz einander entgegen gesetzter Willensinhalte und -zwecke, die auf die Geldsumme in seiner Börse zielen, lediglich eine Kalkulationsgrundlage seines Schadens. Um sein Interesse als Geldbesitzer zu realisieren, muß er die Kalkulation seines Schadens „als“ Kalkulation seines Nutzens, eines relativen Nutzens, behandeln und abwickeln. Die ihn anschließend zu neuer Geldbeschaffung zwingt.

Nur unwesentlich wird dieses Verhältnis durch den Umstand verdeckt, daß eine Währung – nicht aber „Geld“ – gleichsam einen eingebauten Vertrag in sich schließt, der eine halbwegs kalkulierbare Verfallszeit hat. Er heißt „Kaufkraft“.

Was für Geld gilt, gilt für jede Ware, die Geld oder auch andere Waren kauft.

[Sexuelle Verhältnissse in der bürgerlichen Gesellschaft sind schon deshalb in erheblichem Umfang Warenverhältnisse, weil sexuelle Begierden mit Warenverhältnissen anderer Herkunft verknüpft sind. In den stummen und offenen Verträgen der Ehen und eheähnlicher Verhältnisse ist das offensichtlich.
Weniger offensichtlich ist die Weise, wie schon Kindern in den ersten Phasen ihrer Sexualisierung solche Verknüpfungen geschehen. Bemerklich wird sie in der Allgegenwart des Vorurteils, der Mensch habe sich einen Gefallen an ihm, den er wecke, Liebe – was immer das sei – die er „erhalte“ oder erfahre, und die Gelegenheit zur Lust zu verdienen. Der rassistische Ursprung dieser Überzeugung tritt schreiend bei Mädchen und Jungen zu Tage, die, noch bevor sie ausgereift sind, aus Enttäuschung über ihre Erwerbungen auf den Märkten erotischer Attraktionen (im weiten Sinne genommen) die Konsequenz ziehen, sich zu entleiben.
Die Darstellung bräuchte freilich solche Extreme nicht. Denn das Grundmuster moralischer Erziehung enthält bereits einen Verlauf, in welchem die Kinder mit angeblich eingeborenem moralischen, seelischen, geistigen und physischen So-Sein, ersatzweise aber jeder Menge Dienste, Koketterie, Anbiederei an die Anforderungen der Eltern und Erzieher, eine andere Befassung mit ihnen erwerben und also rechtfertigen müssen, als die der Dressur, des Kommandos und Gehorsams – oder einer Gleichgültigkeit, mit der Kinder mehr oder minder widerwillig versorgt werden.
Entgegenwirkende Momente, die ein Leser unter „Kinderliebe“ oder dgl. fassen könnte, stellen keinen Einwand dar, im Gegenteil, sie sind eine systemische Ergänzung, insofern sie ein Zuckerbrot darstellen, auf das manches Kind mit durchaus geringerem Schaden, als dem Preis, den es für seine Erziehung zu entrichten hat, verzichten könnte.

Diese Form der Sozialisation, ist wesentlich schon durch die Treuhänderschaft des bürgerlichen Staates gegeben, der die Kinder – sein Eigentum in Gestalt der Staatsbürgerschaft – den Rechten und Pflichten des elterlichen Privateigentums am Kind überantwortet. Mit dem Institut der Schulbildung vervollständigt er die Zwischenprodukte. In der Schule bekommt das Kind zu wissen und in Gestalt der Schulkarriere etikettiert, daß seine gegenwärtige und zukünftige Tauglichkeit für die Anforderungen der Konkurrenz, die ihm als „Lebenschancen“ angeboten werden, in ihm als ein Bündel von „Fähigkeiten“ existiere, die es zu entwickeln und zu pflegen habe.
Am End bedarf es nur noch des Lohnfetischs, sprich der Überzeugung, was der Mensch von „der Gesellschaft“ und ihren Stellvertretern zur Bedarfsdeckung erhalte, sei eine abhängige Variable persönlich erbrachter Leistungen – zumindest im Idealfall – um Subjekte fertig zu stellen, die den Dienst an fremdem Eigentum resp. an fremdem, entgegengesetztem Interesse, als die ihnen angemessene Lebenssphäre empfinden.]

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Der menschliche Aff flieht leichter, als er angreift Deshalb zählt Überwindung von Furchtsamkeit (im Unterschied zu „Furcht“) zu den grundlegenden Leistungen der symbolischen Funktion und abstrakter Verstandesleistungen. Um Äonen älter in der Vor-Geschichte des menschlichen Verstandes liegt die Überwindung von Furchtsamkeit mittels ritualisierter Signalkaskaden, ein Phänomen, das nicht nur zwischen Individuen einer iwie sozial lebenden Gattung zu beobachten ist, es findet sich auch gattungsübergreifend in lokalen Biotopen, es ist ein Bestandteil der Evolution von Biotopen, die in die DNA der beteiligten Gattungen eingeschrieben wurde. Im empfundenen, akuten Gefahrenfall regrediert das menschliche Tier individuell wie im Verband auf die Mobilisierung von Signalkaskaden, nur nimmt das symbolische Inventar in dieser Regression die Stellung der Signale ein, ohne daß die Symbole ihren Gehalt in dieser Operation verlören, er wird vielmehr im Maße transformiert, wie die Gefahrenlagen andauern oder verstetigt werden. Diesen Zusammenhang halte ich für den entscheidenden Faktor in der zwischen 8 und 10 Tausend Jahre anhaltenden Tradition und Haltbarkeit der Sklaverei. Es ist ohne Wenn und Aber eine Tradition der Folterherrschaft und der Foltermethoden. Die Geschichte dessen, was eure bestialische Horde „Zivilisation“ zu nennen beliebt, ließe sich deshalb zu mindestens einer Hälfte in die Form einer Geschichte der Folterziele, Folterzwecke und Foltermethoden bringen. Ernest Bornemann hat zum Beispiel mal damit begonnen, leider war er über die Maßen fasziniert von der Hauptrolle, die sexuelle Repression in dieser Geschichte spielt. Bei unfetischisierter Betrachtung ergibt sich indes sofort, daß die Hauptfrage, die eine Untersuchung einer jeweiligen Folterkultur zu beantworten hat, die nach der Natur und sozialen Stufung der Gratifikationen ist, identisch mit der Frage nach der Natur, dem Inhalt und der Funktionalität der Kooption der Sklaven UND Herren für etwas, das ihnen gemeinsam, wenn auch auf unterschiedliche Weise, in der Gestalt permanenter Bedrohung durch und vermittels der eignen gesellschaftlichen Formierung entgegen tritt. Schon diese Frage zu stellen macht einen gewaltigen potentiellen Erkenntnisraum auf, versucht es halt mal …

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Was genau ist eigentlich Zweck oder Inhalt d… | Forum – heise online

Was genau ist eigentlich Zweck oder Inhalt der „NATO-Aggression“? Das Posting schließt sehr locker an den Thread an, den ich hiermit abgebrochen hatte. Die Frage wäre auf der Grundlage einer tauglichen und zugleich aktuellen Imperialismustheorie zu beantworten, aber die gibt es nach der Demission der Roten Zellen / Marxistische Gruppe 1991 nur in Rudimenten. In beträchtlichem Umfang ist allerdings eine rein faktenbasierte Antwort zu haben, die zwar nichts wirklich erklärt, aber immerhin parteilichen Unfug obsolet macht. Sie ergibt sich m.E., wenn man drei Papiere aufmerksam liest. 1) NATO’s Enlargement and Russian Perceptions of Eurasian Political Frontiers, Igor Zevelev, George Marshall European Center for Security Studies

Klicke, um auf zevelev.pdf zuzugreifen

Das Papier ist undatiert, dem Inhalt nach aber im Laufe des Jahrs 1999 entstanden, nämlich vor der Wahl Putins im Mai 2000. Viele Leser werden sich erinnern, daß Putin in D. hoffnungsvoll begrüßt, teilweise gar bejubelt wurde. Zevelev zeigt, daß die politische Klasse der USA vor dieser Wendung diametral gespalten war zwischen der einflußreichen Gefolgschaft Brzezínskis, der die Russische Föderation mit allen verfügbaren Mitteln zu zerlegen strebte, und einem „realpolitischen“ Flügel, der das Gegenteil wollte, auch um den Preis, der RF einen Regionalmachtstatus einzuräumen, der ihre Eliten zu saturieren vermöchte. Das zweite Papier stammt von 2005, aus der Zeit der großen NATO-Erweiterungsrunde im Gefolge des Prager NATO-Gipfels von 2002 (die Gipfelerklärung: https://nato.diplo.de/blob/2203136/f4ca71a0b2d6f9052e6a444a7595fb43/erklaerung-der-staats–und-regierungschefs-2002-prag-data.pdf) Ich denke, man kann sagen, daß die kurze Arbeit aus dem French Institute for International and Strategic Affairs (IRIS) den Standpunkt der europäischen Atlantiker repräsentiert, namentlich des „Neuen Europa“, das Donald Rumsfeld etwa gleichzeitig aus der Taufe hob, als es darum ging, Frankreich und Deutschland in eine vorderasiatische Angriffsfront (Irak, Iran) zu nötigen.

Klicke, um auf Nato_Strategic_Implications_Eurasia.pdf zuzugreifen

Das Motto des Papiers: “Who rules East Europe commands the Heartland; Who rules the Heartland commands the World-Island; Who rules the World-Island commands the World.“ Sir Halford Mackinder, 1919 Ich sage dazu: Es ist da die Entlastung zu sehen, der der Vierte Weltkrieg, der „War on Terra“, oder, korrekter gesagt, der „Weltkrieg gegen antiamerikanische Umtriebe“ für viele europäische Strategen und Eliten bedeutet hat, weil der die „Weltlage“ für sie – irrigerweise! – auf den einfachen, scheinbar kalkulierbaren Stand zurück zu führen schien, der zur Zeit des „Systemgegensatzes“ Bestand hatte. Russland war in dieser geopolitischen Weltsicht gleichsam an den „Rand des Imperiums“ gerückt, es war weder eingeschlossen, noch ausgeschlossen, aber die NATO-Erweiterungsrunde zählte darauf, daß ein „natürlicher“ Widerstand dagegen die russische Zentralmacht stärken würde und mußte – in Zentralasien, gegen China! Das war gewissermaßen ein „Brzezínski-Rittberger“, von hinten durch die Brust ins Auge, eine heimtückische „Kooptierung“ der russischen Zentral- und Nuklearmacht. Das russisch-amerikanische Verhältnis blühte in dieser Zeit vordergründig auf, bis zu der Zeit, da die Putschisten hinter der amtlichen amerikanischen Administration, eine Blase aus Neocons, Libdems und Zionisten, den Georgienkrieg inszenierten und einen Nuklearschlag gegen den Iran vorzubereiten begannen. Das dritte Papier ist eine Bilanz der Rand-Corporation aus 2017: Russian Views of the International Order

Klicke, um auf RAND_RR1826.pdf zuzugreifen

Sie sagt im Wesentlichen: Kooptierung Russlands zugleich maßgeblich erfolgreich (gegen China und Europ) und gescheitert: Es gebe keinerlei Hoffnungen mehr, je eine russische Führung in den Umkreis eines amerikanischen Imperiums zu ziehen. Mein Fazit: Die „NATO-Aggression“ hat in Russland weder Ziel noch Zweck. Viele NATO-Verantwortliche mögen in dem Wahn handeln, es gehe darum, die RF von heute zu vernichten, entweder durch Zerlegung oder durch Beugung der Zentralmacht, aber das objektive Ziel der NATO in Bezug auf Russland besteht darin, diesen formidablen Feind zu erhalten und zugleich ökonomisch zu schwächen, sodass er einer veritablen NATO-Militärherrschaft über Europa nur nützen, nicht im Wege stehen kann. Das ist gewissermaßen ein Revival des „Kalten Kriegs“, aber nur formell. Der Sache nach handelt es sich um eine Zerstörung des Weltmarktes, den die Abdankung der Realsozialisten vollenden half. Er taugt den Militaristen und Weltherrschaftsapologeten nicht länger, und ein Teil der westlichen und östlichen Oligarchen, der Führer der heute vielleicht noch 120 großen Wirtschaftskonglomerate, die den Weltmarkt in der Substanz unter sich aufgeteilt haben, schließen sich diesem selbstzerstörerischen Konzept an, weil sie final unduldsam mit den Schranken geworden sind, die ihnen der Aufstieg des chinesischen Despotismus in den Weg zu legen scheint. (de facto profitieren sie auf breiter Ebene von ihm, ein Realismus der sich u.a. im Umkreis des WEF sammelt, aber daran krankt, nicht über ultimate Waffen zu verfügen. Jedenfalls noch nicht …)

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Zum Ergebnis der ersten Runde 2. Allgemein gesprochen dürfte es wenig Dissens darüber geben, daß man das Ergebnis mit dem Satz beschreiben kann: ‚Akzentuierung des ultimativen Charakters der russischen Forderungen und der militärischen Drohungen, unter denen sie gestellt werden‘ Die deutlichste Gestalt davon ist das auf amerikanische Forderung gewährte russische Zugeständnis, daß die „militärisch-technischen Antworten“, die Russland im Falle der Nichterfüllung seiner Forderung auf Verzicht zum NATO-Beitritt Georgiens und der Ukraine erwäge, einen Ersteinsatz einer Nuklearwaffe nicht enthalte. Aber zugleich hat das Ultimatum jetzt einen Zeitrahmen, wozu ich mich auf eine Mitteilung von Maxim A. Suchkov berufe, denn der Unterhändler Ryabkov hat jeden Zeitrahmen von sich gewiesen. Es gibt aber einen logischen Zeitrahmen: Russia also made it clear that in the coming Madrid summit it wants NATO to enshrine its “NO” to Ukraine & Georgia’s aspirations to join the alliance. This seems the most undoable part of the deal but also the one Russia truly cares about.

Der NATO-Gipfel ist für den Juni vorgesehen. Suchkov hat in „War On The Rocks“ am 7. Jan. einen Artikel veröffentlicht, in dem er erklärt, worin er die Gründe und Motive einer russischen Initiative sehe, die er, für mich überraschend, im Einklang mit vielen westlichen Kommentatoren, massgeblich einer persönlichen Initiative Wladimir Putins zuschreibt.
What Is Russia’s Logic for the Current Crisis?
Es gibt in diesem Artikel einen Bestandteil, der mir diese Zuweisung plausibel macht. Moscow appears to believe that the Biden administration is better placed for serious deal-making at the moment. First, because there is an increasing domestic demand in the United States for a more restrained foreign policy that has supporters on both sides of the political aisle. (…) Second Moscow is skeptical that Biden is going to run for a second term … “Building back better” and getting America in shape for the … showdown with China are the two prime goals. A messy, protracted conflict with Russia … would distract resources and impede the achievement of both goals. So weit, so banal. Aber das dient der Einbettung des folgenden Absatzes: Moreover, if Russia decides to augment its “force multiplier” role for China, things may also get more difficult for the United States in the Indo-Pacific theater. Putin has already made a small step in that direction by virtually inviting Chinese General Secretary Xi Jinping to tacitly support a Russian “ultimatum” vis-à-vis the United States and NATO. China wouldn’t jump to Russia’s support, but is displeased with how Washington “drags” Europe into its China containment agenda in the Indo-Pacific. Und das ist purer, bezeichnender, taktisch formulierter BS! Wenn China „displeased“ sein soll, aber Russland in der Auseinandersetzung mit NATO deshalb noch lang nicht „beispringen“ wollte, und umgekehrt eine russische Entscheidung, sich in der chinesischen Auseinandersetzung mit dem „indopazifischen“ Angriff der NATO und der USA, klar auf die chinesische Seite zu stellen, noch ausstehe, also eine „Verhandlungsoptien“ sei, dann heißt das in Summe, daß China auf ein Angebot Russlands, die (militärischen, nukleartaktischen) Kräfte zu vereinen („force mulitplier“) und – dies ist das Wichtigste! – geopolitisch auszuweiten, dankend verzichten kann und verzichtet hat.. „Eigentlich“ ist das ‚eh kloar. Sähe sich China hinsichtlich der „R&B“- Initiativen, und vor allem der damit verknüpften gewaltigen Investitionen und Verpflichtungen auf strategische Deckung durch Russland angewiesen, wären sie unterblieben – zumindest in der vorliegenden Form unterblieben. Und das heißt umgekehrt, daß – zumindest in Suchkovs Sicht – das Ultimatum Russlands mit dem Angebot ergeht, sich der „Indopazifik“-Strategie der USA in Zentralasien und im Südkaukasus bedingt anzuschließen. Das schließt insbesondere die Iran-Politik der USA und deren schwer verzichtbare Akkomodierung Israels ein, und auch das zwiespältige Verhältnis der USA zur Türkei, in welchem ein scharfer Gegensatz zur NATO-Generalität hockt. Auch das scheint mir „‚eh kloar“ – aber es aus solch berufenem Mund angesprochen zu sehen, ist trotzdem „nett“.

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EU (zu Voraussetzungen der Debatte) | Forum – heise online

EU (zu Voraussetzungen der Debatte) Es ist das größte (und ich möchte sagen: einzige) Verdienst des Artikels, daß er hinsichtlich der Dynamik des besprochenen Vorgangs Klartext redet. Es geht um einen nuklearen Standoff, um Geopolitik, die auf der diplomatischen Ebene vom Kreml dahin geführt wurde, wo sie verdeckt schon ein paar Jahre steht, an den Rand eines Nuklearkrieges. Das hat vor wenigen Tagen jeder zu wissen bekommen, indem die Biden – Administration zum letzten direkten Gespräch mit der Kreml-Führung „Einigkeit“ darüber vermeldete, daß ein Nuklearkrieg unter allen Umständen zu vermeiden und „nicht zu gewinnen“ sei. So weit so gut. In Inquisitionszeiten, und in solch einer leben wir, die Rückkehr zum nuklearen Standoff ist ein Symptom davon, werden Debatten mit aller verfügbaren Macht sakralisiert, und das übergreifende Kennzeichen von Sakralisierung besteht darin, daß Urteile über herrschaftliche (und davon abgeleitet auch „völkische“) Handlungsgründe in Urteile über (Handlungs-)Ursachen erst übersetzt, und hernach praktisch transformiert werden. Dem entgeht kein Kommentator und Kritiker. Es gibt allerdings Methoden, so eine Transformation gewissermaßen „rückwärts abzuwickeln“, und das will ich mit zwei Behauptungen ansetzen. 1. Die „erste Ursache“ der gegenwärtigen Lage ist die Ermordung JFK’s gewesen, weil eine zweite Ursache, die Gründerbewegung der EU, eine direkte Konsequenz davon gewesen ist. Letztere hatte selbstredend eine Menge sozusagen „echter“ Gründe – aber davon reden wir ja nicht, vere? 2. Einen für die gegenwärtige Lage entscheidenden Wendepunkt in der Abfolge von Ursachen hat die Regierung Kohl 1990 mit der Entscheidung gesetzt, einen, wie man das heute nennt, „hybriden“ Krieg gegen die Jugoslawische Föderation zu beginnen, um den (genuin geopolitischen) Anspruch Deutschlands auf die Rolle der mitteleuropäischen Achsenmacht wiederzubeleben, der 1945 vernichtet worden war. Nach diesen Behauptungen will ich einen Schritt zurück treten, um erstmal dem machtpolitischen EU-Bashing im Artikel entgegen zu treten, weil das notwendige Voraussetzung aller weiteren Vorbringungen ist. Wenn man nach Kriterien urteilt, die heute gern „realwirtschaftlich“ genannt werden, sind die von China geführten und gegenüber Japan dominierten Handels- und Wirtschaftsverbände die mächtigste Kraft auf dem Globus. Das sind im Wesentlichen ASEAN und die Unterzeichner des kürzlich in Kraft gesetzten, und im Westen völlig unterbelichteten Freihandelsabkommen RCEP. RCEP hat auch die vielzitierte SCO zu einem Ableger bestimmt und – tendentiell zumindest, v.a. unter den Wirkungen des westlichen Sanktionsregimes – auch die EEU zu einem Ableger der asiatischen Wirtschaftsverbände. Aber „realwirtschaftliche“ Kriterien können und dürfen auf dem Globus nur bedingt Geltung beanspruchen, der Weltmarkt ist immer noch ein „Gemeinwesen des Geldes“ und dies Geld heißt EURODOLLAR, oder DOLLAREURO, wie ihr wollt – es sind Geschwister, die in den letzten 10 Jahren „siamesisch“ zusammengezwungen wurden und zusammengewachsen sind. In diesem Kreditwirtschaftsraum ist in der Tat die EU mit ihrem Binnenmarkt von 450 Mio und einem Außenmarkt, der beträchtliche Teile Afrikas und Südamerikas in den Orbit dieses Binnenmarktes gebracht hat, die größte Wirtschaftsmacht; wenngleich mit schwindendem Abstand zu Asien. Das gesetzt, besteht das grundlegende „Rätsel“ einer Debatte über Ursachen und Wirkungen, die idealerweise irgendwie mal in Debatten über Gründe rückübersetzt werden könnte, darin, zu klären, wie es „dazu kommen konnte“, daß zwei nach ökonomischen Kriterien sekundäre Mächte, die Föderationen der USA und Russlands, mit ihrem Vermögen, den Weltmarkt zu vernichten, die Geschichte von Patriarchat und Lohnsklaverei an sich reißen – gemeinsam! Ja, es ist die Gemeinsamkeit in dieser ultimaten Entgegensetzung, die zählt – davon zeigte sich just heute der russische Unterhändler Ryabkov höchst angenehm überrascht und ich glaube nicht, daß diese Überraschung sonderlich geheuchelt ist. Es begreift halt keiner von denen, was er da tut.

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Worum es der Russischen Föderation geopolitisch zu tun sein muß

Lest mal sorgfältig dies:

Die Recherche, die nötig wäre, um Reichweite und Virulenz der Bewegung, die da stattfindet, beurteilen zu können, habe ich nicht geleistet und werde das auch nicht mehr tun. Es geht mich nichts mehr an. Deshalb nur das rohe Schema:

Kasachstan ist ökonomisch das entwickeltste Land Zentralasiens und Mitglied der GUS, der SCO und der EEU. Darüber hinaus pflegt Kasachstans Regierung seit langem kooperative Beziehungen zur NATO, zur US-Ölindustie und, vermittelt über Letztere, zum CIA, sowie enge Kontakte zu türkischen Organen, die der Pflege der gemeinsamen Traditionen der Turkvölker dienen sollen. Das „besondere Verhältnis“, das die RF zum NATO-Mitglied Türkei pflegt, ist sehr maßgeblich Rücksichten auf Kasachstan, nachgeordnet auch Azerbeidschan geschuldet.

Wenn ihr jetzt einen Blick auf die Karte werft, seht ihr, daß das Kaspische Meer eine Schlüsselrolle im regionalen Verkehr spielt, umso mehr, als der Iran seit Jahrzehnten der westlichen Sanktionspolitik unterliegt. Die Beziehungen zwischen der RF und Kasachstan sind wesentlich bestimmt durch die Schlüsselrolle, die beide Länder im Ost-West-Verkehr der Region spielen, weil Turkmenistan sich seit seiner Unabhängigkeit vom Westen isoliert hatte. Der weitaus größte Teil der Exporteinnahmen des turkmenischen Staates stammt seit 2010 aus dem Gasexport nach China, der über die kasachisch-chinesische Pipeline verläuft.
Jetzt soll endlich die seit langer Zeit anvisierte transkaspische Pipeline nach Azerbaidschan fertig gestellt werden, parrallel hat Turkmenistan ein Abkommen mit Azerbaidschan zur gemeinsamen Ausbeutung eines bedeutenden Ölfeldes im Kaspischen Meer geschlossen. Bislang wurde ein großer Teil des in Turkmenistan geförderten Öls in eigenen Raffinerien für den regionalen Export verarbeitet, jetzt ist eine Ausweitung des Ölexports nach Westen zu erwarten.

Geopolitisch findet mit der intensivierten Einbindung Turkmenistan eine deutliche Verkehrs- und Kräfteverschiebung innerhalb der SCO und dem Verband kaspischer Anrainerstaaten statt, weg von der RF, hin zur Türkei, Georgien und von Georgien via Ukraine Richtung Westen, namentlich über Polen in die baltischen und skandinavischen Länder. Kasachstans geopolitischer „Orbit“ verschiebt sich nach Osten, Richtung China, UND Westen, Richtung NATO-Territorium. Im Maße, wie diese Bewegung Kraft und Geschwindigkeit bekommt, wird die Bedeutung der RF für China gemindert und damit auch das Interesse an Kooperationsfeldern, die über russischen Rohstoff- und Rüstungsexport hinaus gehen.
Das weitaus „Gefährlichste“ für Moskau und den Kreml an dieser Entwicklung ist die in der gleichen Bewegung geminderte Bedeutung der Föderationsregierung für die Mitgliedstaaten und Nachbarn, darunter auch Weißrussland.

Die Territorien Georgiens und der Ukraine, die in der aktuellen Auseinandersetzung mit der NATO und dem zerfallenden US-Imperium eine Schlüsselrolle spielen, sind aus russischer Sicht weniger für das Verhältnis zur EU von Belang, als für das Verhältnis der EEU zu Zentralasien, China, Iran, Pakistan und Indien.

Ich wiederhole, das sind „unzureichende Bemerkungen“.

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Das TomGard’sche Gespenst einer britischen Fregatte entschwunden – Kurznachrichten von der Ukrainischen Front

Vor 10 Tagen schrieb ich den Eintrag Biden deeskaliert Russlandkrieg, NATO eskaliert ihn und die Briten werden (denke ich) den Schießkrieg beginnen.

Jetzt ist der Schießkrieg abgesagt:

„A stage of combat coordination of divisions, combat crews, squads at motorized units… has been completed. More than 10,000 military servicemen… will march to their permanent deployment from the territory of the combined arms‘ area of drills,“ Interfax quoted the army as saying Saturday.

Interfax, via Press.tv

Parrallel:

On Wednesday, head of office of Presidency Ukraine, Andriy Yermak, said “all parties within the contact group agreed to return to full compliance with the ceasefire in Donbass and the Ukrainian Armed Forces have pledged to strictly respect it.

Meldung von gestern

Ergänzend, ebenfalls von gestern: Zelensky ready to negotiate with Putin, Ukraine to fulfill Minsk agreements – Yermak. Dem Text nach ist das eine Rückkehr zu der blockierten Situation vom letzten Jahr. Aber damit konfrontiert das Präsidialamt die Linie des neuen Kriegsministers Olexij Resnikow und des Opportunisten Kuleba (Außenamt und Nat. Sicherheitsrat), die „Minsk2“ öffentlich (Resnikow auch schriftlich) für obsolet erklärt hatten.
An einer Mitteilung von RT zum selben Thema ist v.a. ein Zitat von Interesse:

“We passed these steps (i.e ein „10-Punkte-Plan“ zur Reaktivierung des Minsk2-Prozesses) on to President Biden, Russia, France, and Germany,” (Zelensky)

Sollte das stimmen, hat das ukrainische Präsidialamt Parlament und Ministerium grob umgangen, in der Absicht, das „Normandie-Format“ zu deblockieren. Die Außenministerien hatten sich bislang strikt geweigert, mit einer anderen „Agenda“ aufzutreten, als dem Mantra des russischen Rückzugs von der ukrainischen Grenze und der Demobilisierung mehr oder minder fiktiver russischer Hilfskräfte in den „Volksrepubliken“. Jetzt gibt es immerhin einen neuen Text zu besprechen, selbst wenn der die alten Blockaden der Ukraine nur umformuliert hätte.

Am Tag zuvor hatte sich auch auf internationaler Bühne etwas getan.

Mein Urteil zu dem Artikel von Thomas Harding müßte ich natürlich erklären, aber das würde ein ewig langer Text zu der sehr speziellen Rolle, die Hamish de Bretton-Gordon 2018 sowohl in der Skripal-Affäre wie im parallel laufenden False-Flag-Angriff auf Syrien (Douma) gespielt hatte, welch letzteren Trump in eine Reality TV-Show eines NATO Überfalls mit Cruise Missiles überleitete, der bemessen war, möglichst geringfügige Schäden anzurichten. Ich kann euch diese Kenntnisse nicht ersetzen. Wenn dieser Mann von einem taktischen Gleichgewicht redet, das von westlicher Seite tunlichst nicht gebrochen werden sollte, ist das gleichbedeutend mit einem Befehl des MI6 an alle professionellen Provokateure, die Füße still zu halten.

Der Abrundung halber erwähne ich noch einen Artikel von Nikola Micovic für „Asia Times“, der offensichtlich asiatischem Buisiness-Publikum durch die Blume versichern sollte, sie brauchten für ihre Transport – Routen und Finanzquellen nicht zu fürchten. (Lustig: „Gipshaxn“ des Artikels ebenfalls die Douma-False-Flag – mittels ostentativer Nichterwähnung …)

Die allegorische „Britische Fregatte vor der Kertsch-Brücke“, die ursprünglich in meinem eingangs zitierten Eintrag figurierte, war ohnehin eine Dummheit, die darin gründete, daß ich eine deutliche Kehrtwende in der britischen Außenpolitik im Frühjahr krankheitsbedingt nicht mitgekriegt hatte:
UK to shift foreign policy focus following review, v.16.März.
Ausgerechnet der erzmilitante Dominic Raab mußte da, offenbar auf Weisung, zurück nehmen, was er noch Wochen zuvor überlaut hinaus getönt hatte, eine „führende Rolle“ des UK beim atlantischen Containment Chinas. Die Motive sind angesichts der katastrophalen ökonomischen Kennzahlen des UK offenkundig.

Und diese Wende ist scheint nicht nur nachhaltig, sondern nur der Anfang einer großen Säuberung, wenn man sich an die Hinweise der Financial Times hält:

Der Artikel wurde mehrfach gespiegelt, ihre findet ihn unschwer ohne Paywall im Netz. Nach meiner Lesart kündigt er – nachdem Raab „nach oben“ geschasst wurde – nicht nur ein schnelles Ende der Johnson’schen Kanzlerschaft an, sondern auch einen erklärten Willen des außenpolitischen britischen Establishments, MI6, MI5, Freischärler-Truppen des britischen Militärs incl. der Chemie- und Biowaffenfabrik Porton Down wieder unter Kontrolle zu bekommen und der Phase des britischen Terrorismus auf europäischem Boden, die 2013 begonnen hat und bis zur Navalny-Affäre andauerte, ein mindestens vorläufiges Ende zu setzen.

Wenn ihr euch fragt, „Woher kommts“, es seien doch pi mal Daumen dieselben Figuren und Traditionen, könnte ein Artikel Andrew R. Marshall für den Atlantic Council ein Ausgangspunkt für Überlegungen und weitere Nachforschungen sein. Ich will dazu erstmal nicht mehr sagen, als daß er eindrucksvoll bestätigt, was ich im letzten Eintrag schrieb: Der Kreml sucht das Weiße Haus an der Nase seines Hegemonialanspruches zu packen. In dieser Lage steht das UK im transatlantischen Verhältnis halt zwei Ränge unterhalb der EU – erst recht mit dem laufenden Nordirland-Konflikt, dagegen hilft kein „Novichok“.

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NATO-Generäle stellen sich offen gegen das Weiße Haus

Die NATO (hat) … erstmals mit konkreten Maßnahmen (auf russische Truppenbewegungen an der ukrainischen Grenze) reagiert. Die Einsatzbereitschaft der schnellen Eingreiftruppe sei erhöht worden, berichtet die „Welt“ unter Berufung auf einen ranghohen NATO-Diplomaten.
Demnach müssen die als sogenannte NATO-Speerspitze bekannten Einsatztruppen seit Montag innerhalb von fünf Tagen einsatzbereit sein für die Verlegung in ein Krisengebiet.
Die NATO Response Force (NRF) – ist ein multinationaler, schnell verlegbarer Einsatzverband (von) bis zu 40.000 Soldatinnen und Soldaten. Die „Speerspitze“ ist Teil der NRF. … Derzeit wird die multinationale Speerspitze von der Türkei geführt, sie umfasst laut „Welt“ rund 6400 (Kräfte). Auch … Spezialkräfte oder(?) Logistiker, wurden demnach in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt

Tagesschau

Die politischen Ansagen aus Washington und London waren selten eindeutig: Kein Eintritt eines NATO-Staates in einen russisch-ukrainischen Krieg. Wofür mobilisiert die NATO?

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SWIFT, russische Propagandisten, NordStream2 und die korrupte deutsche Presse

Schlaumeier im Dienste der russischen Auslandspresse, die in den Sozialen Medien viel Aufmerksamkeit genießen, bramabasieren seit Jahren – gehäuft seit der Navalny-Affäre – „der Westen“ werde schwerlich Ernst machen mit der Drohung, Russland vom Zahlungssystem SWIFT auszuschließen, weil die wirtschaftlichen Konsequenzen für die EU schwerwiegend, und namentlich für Deutschland katastrophal wären. Das ist Bullshit.

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Nach den russischen Ultimaten tut sich was

Ratlosigkeit und Gegacker

Die Reaktionen auf die russische „Tough Diplomacy“ – das ist die Übersetzung der Bezeichnung, mit der Konstatin Gavrikow, russischer Verhandlungsführer in Genf, gestern das häßliche Wort „Ultimatum“ zurück wies – beschreibe ich aktuell vielleicht am Besten mit zwei emojii: 😲 😶

(Es folgt ein Rumpfeintrag, auf den ich zurück kommen will)

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