Nicht olympisch

Zu „Zwölf Ringe“ / Jurij Andruchowytsch

(Sept. 2007)
Andruchowytsch, Jg 1960, ist Ukrainer. Genauer Westukrainer, das ist wichtig, dazu später. „Zwölf Ringe“ wurde ausgezeichnet mit dem Leipziger Buchpreis zur Förderung der europäischen Verständigung 2006.  Weiterlesen

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“ … jetzt gewinnt den Frieden“

Besprechung zu „Die unheilige Sophia“, Eberhard Panitz, Berlin ’74, vom August 2007 Weiterlesen

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Zehn Jahre „TomGard“ – Mita, die Titanin

Vor fünf Jahren nannte mich eine der noch wesentlich zahlreicheren Leser/innen einen „verbitterten alten Mann“. „They call me a working man – I guess that’s what I am“. Nein. Stimmt noch immer nicht. Aber – zum Beispiel – habe ich heute ehrfürchtig zur Kenntnis genommen, Eberhard Panitz – von ihm, bzw. seiner „Unheiligen Sophia“ wird in einem späteren Archiveintrag die Rede sein – Jahrgang ’32, schreibt und publiziert unverdrossen.

Whatsoever, „Mita, die Titanin“ schrieb ich vor Erfindung des „TomGard“, in einer Zeit, die ich nicht selbstverständlich überlebt habe. Es läge mir nicht völlig fern, diese Phase und die ultrakurze Geschichte zu zensieren, doch davor steht unter anderem ein Satz aus einer meiner damaligen Rezensionen:

Ich bekam die Vision eines Menschen, dessen heimische Wände mit kleinen, feinen und gefälligen Ölbildchen am Rande des Kitsches bepflastert sind, und dessen Erotik zwischen einer befriedigend regelmäßigen Verdauung, dem Gießen von Topfpflanzen und dem Verfassen sorgfältig zensierter Tagebucheinträge siedelt.

Nee, ich zensiere nicht und das Teil ist nicht weniger ein Dokument, als jeder elaborierte Erguss aus beliebiger Quelle. Nur eines bitte ich zu beachten: Das Ding ist für den Vortrag verfaßt. Weiterlesen

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Spanischer Generalstaatsawalt stirbt zu einem sehr passenden Zeitpunkt

José Manuel Maza sah zuletzt nicht aus, wie ein sonderlich gesunder Mann von 66 Jahren, dennoch müßte es einige Augenbrauen heben, daß er binnen ca. 24 Std nach Einlieferung in die Privatklinik Bazterrica in Buenos Aires verstarb, anscheinend an einer Urosepsis. Es gibt merkliche Verschwiegenheit um den Todesfall und eine Autopsie wurde unter Berufung auf „natürliche Todesursache“ abgelehnt. Der spanische Premier Rajoy ließ sich andererseits nicht nehmen, eine gewaltige öffentliche Kampagne anhand einiger geschmackloser Tweets zum Ableben des bei einer breiten Mehrheit in Spanien – nicht nur Katalonien – verhaßten obersten Häschers anzustiften und persönlich straf- und zivilrechtliche Untersuchungsverfahren gegen die Vögelchen anzuordnen.

Die Sache hat eine politische Dimension. Rajoy kann nicht einfach einen Nachfolger bestimmen, er hat bei den Parteigegnern der PP um einen Konsenskandidaten zu buhlen, da er den Nachfolger nicht kraft eigener Mehrheit bestätigen lassen kann. Sofern meine Überlegungen zu der katalonischen Scharade stimmen – und seit meinem letzten Eintrag sieht alles danach aus – wird er die Prozedur leichten Herzens vornehmen.

„Urosepsis“ ist nicht offiziell als Todesursache genannt worden, es heißt bislang nur, Maza sei an einer „Infektion“ oder „Niereninfektion“ gestorben. Die läßt sich unter gewissen Umständen so umstandslos mit einer Injektion verursachen, wie eine Lungenembolie, an der bspw. eine wichtige NSU-Zeugin überraschend verstorben ist. Doch das ist hier sehr wahrscheinlich nicht der Fall. Grund für die Zurückhaltung dürfte sein, daß der Todesfall ein plausibler Kandidat für eine Kette horrender ärztlicher Kunstfehler ist. Die Bazterrica verfügt nur über zwei intensivmedizinische Notfallbetten, wovon mindestens eines für postoperative Komplikationen vorgehalten wird. Mit einem künstlichen Koma sollte sich ein Tod aufgrund septischen Schocks wenigstens 48 Std. verzögern lassen, die genutzt werden können, eine Rettung mittels minimalinvasiver Maßnahmen zu versuchen. Wenn der einliefernde Arzt die Gefahr einer sich anbahnenden Sepsis verkannt hat, hätte die Klinik sie erkennen und Maza ggf. weiter reichen müssen. Das „gegebenenfalls“ steht für meine Unkenntnis des Zustandes medizinischer Notfallversorgung in der argentinischen Hauptstadt.

Postskriptum: Ja, ja, ich weiß. Es gäbe ein Dutzend wichtigerer Themen, aber ich konnte mich heute nicht dazu aufraffen.

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USA – Libanon

The Hariri episode appears to have convinced Washington and Riyadh that their interests are better served by stability in Lebanon than instability, even though that approach requires some cooperation with Hezbollah, the dominant political faction. A Saudi official told me that the kingdom plans to work with the United States to support Lebanese institutions, such as the army, that can gradually reduce the power of Hezbollah and its patron, Iran. MBS seems to have recognized that combating Hezbollah is a long game, not a short one.
Hariri’s resignation and seeming house arrest made him a hero in Lebanon and a symbol of the country’s yearning for sovereignty. This may give him some new leverage when he returns to Beirut. Lebanese sources told me Thursday that Hariri’s supporters may urge Hezbollah to withdraw its fighters from Yemen as a gesture of solidarity. Hariri will also campaign anew for international support for Lebanon’s economy and military.

David Ignatius (ehemals einer der militantesten Sprecher Killary’s) in der WaPo. Seine Nachricht hat allerdings wenig bis nichts mit dem Libanon zu tun:

MBS’s purge looked to many outsiders like a high-risk political move. But a senior prince cautioned me the country isn’t as fragile as it may look. One of MBS’s key backers put it this way: “Corruption can’t keep the country stable. Having a corruption-free country will keep us stable.”
That’s a worthy ambition, but as MBS detonates his bombs, he must avoid blowing himself up.

Klartext: ‚MBS Säuberungen werden unsere saudischen Verbündeten nicht schwer beschädigen oder gar aus dem Spiel nehmen“. (Siehe z.B. die Verhaftung von Bandar „bin Bush“)
Vielleicht wird er getäuscht. Al Manar meldete gestern unter Berufung auf zahlreiche Twitter-Zeugnisse, es habe eine zweite, möglicherweise noch umfänglichere Welle von Verhaftungen und Untersuchungsverfahren begonnen.

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Apropos „ethisches Tier“ …

(Zum Titel vergl. dieses)

„Kingscrusher“ – dessen Youtube-Kanal ich wärmstens empfehle – hat in einer luziden Besprechung eines Karpov’schen Schachspiels von 1974 die zünftige Spielauffassung des Exweltmeisters heraus gearbeitet (ohne sie so benennen zu können, aber wozu auch …). In den später folgenden „Titanenkämpfen“ Kasparovs gegen Karpov wurde insofern tatsächlich die Systemfrage ausgefochten – nämlich in Gestalt eines Kampfes zwischen zünftiger und professioneller Spielauffassung, bzw. entsprechendem ethischen Selbstverständnis der Spieler und ihrer jeweiligen Parteigänger.

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Lavrov konfrontiert die Kriegsfront der Ziocons

Die aktuellen Bemerkungen des russischen Außenministers zum Syrienkrieg sind außerordentlich scharf in Ton und Gehalt. Man könnte denken, es habe den von Trump und Putin vor wenigen Stunden persönlich besiegelten Deal zur Südfront nicht gegeben, wäre er nicht ein Hauptthema der Bemerkungen. Ich zitiere die wichtigsten Passagen. Weiterlesen

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Hat Trump nukleare Bewaffnung Saudi Arabiens abgesegnet?

Seit einigen Jahren wollen Gerüchte über saudische Atommachtspläne nicht verstummen. Die verbreitetste Variante will von einem saudischen Kauf pakistanischer Atomwaffen wissen, die bislang in Pakistan gelagert blieben. Diese Variante ist nach politischen Kriterien nicht unplausibel. Ich greife vorerst nur den Punkt heraus, daß das Königshaus angesichts der erbitterten und mörderischen Rivalitäten zwischen seinen Zweigen bislang außerstande gewesen ist, dem eigenen Militär Nuclearwaffen anzuvertrauen. Dies wird gerade geändert.

Der Anlaß für diese Notiz ist ein Leak aus Al Akhbar, über das ich so ausführlich zu berichten denke, wie es das wahrscheinlich verdient. Für den Moment war Bernard von Moonofalabama schneller – unter dem unterirdischen Titel: Revealed – Saudis Plan To Give Up Palestine – For War On Iran. So KSA owns Palestine, Bernard?? Weiterlesen

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KSA kündigt Milderung der Seeblockade gegen Jemen binnen 24h an

Damit folgt MBS mit Sicherheit nicht den Forderungen der UN-Organisationen – dann hätte er die Blockade gar nicht erst verhängt – sondern mittelbaren Drohungen der aufständischen Jemeniten, über die, als große Ausnahme außerhalb der asiatischen Presse, RT zweimal berichtet hat, Hier und Hier. Weiterlesen

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Hariri bestätigt, Geisel MBS zu sein

Zum gestrigen Fernsehinterview Hariris wird und kann es keine beglaubigten Übersetzungen geben, deshalb beziehe ich mich auf Reuters und Zerohedge, die sich auf eine (oder mehrere) Simultanübersetzungen berufen haben. Weiterlesen

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