NATO Wunschlisten

http://smallwarsjournal.com/jrnl/art/redefining-relationships-inside-and-outside-the-nato-alliance

http://smallwarsjournal.com/jrnl/art/future-proofing-nato-a-forthcoming-decade-of-change

NATO vs. Russland – Beitritt oder Regime Change

Die Atlantic-Community.org präsentierte ausgewählte Beiträge und Vorschläge aus den Reihen „Junger Wilder“, europäischem, akademischem Nachwuchs im Orbit des Kriegsbundes, als eine strategische Initiative zur Neuausrichtung der NATO.

Deren Anregungen werden in zwei Hauptpunkten als Kritik präsentiert:

  1. Verzicht auf „R2P“ oder andere „humanitäre Kriegseinsätze“ in Eigenregie der Allianz, mit denen die NATO in der Vergangenheit ihren Auftrag und „Verantwortungsbereich“ überzogen habe, was ihr Akzeptanz und Gefolgschaften kostete und Russland Anlaß zur Distanzierung gegeben habe..
  2.  Verzicht auf am Modell des „Kalten Kriegs“ orientierten Strategien zugunsten einer Neuauflage von Bemühungen um kooperative Beziehungen zwischen Russland und der NATO bis hin zum Angebot einer Beitrittsperspektive

Punkt 1 ist dezidiert gegen einen Mißbrauch der Allianz für nationale Interessenpolitik der USA gerichtet. Punkt 2 erweckt den Anschein, ebenfalls in diese Richtung zu zielen, allerdings nur, wenn man die Vorschläge zur Umsetzung übergeht.

NATO has two options: NATO could seek to establish a non-aggression agreement with Russia under which NATO agrees not to admit Ukraine and Georgia as members. In return, Moscow must respect these countries‘ national sovereignty and territorial integrity.
Alternatively, NATO could admit Georgia and Ukraine as members as soon as possible, sending a message to Moscow that if a country wants to join the Alliance, its application will be considered without reference to Russia’s interests. Both Georgia and Ukraine have taken significant legal and political steps towards NATO membership; abandoning those membership negotiations puts NATO’s credibility at risk.

Georgien befindet sich mit Russland in einem unerklärten Krieg über den Status Südossetiens, die Ukraine in einem offiziell erklärten Krieg anläßlich der angeblichen russischen Besetzung“ der Krim und der sogenannten Volksrepubliken Donetzk und Lugansk. Die NATO-Statuten untersagen die Aufnahme von Ländern mit ungelösten militärischen Konflikten im Inneren oder nach Außen. Im Jahr 2008, vor dem amerikanisch finanzierten und gestützten Putsch gegen die gewählte Regierung der Ukraine, der Sezession der Krim und des Aufstandes gegen die Putschregierung in den genannten östlichen Provinzen, hatte die NATO-Führung eine Kampfabstimmung über den Beitritt der Ukraine erzwungen, die am Veto Deutschlands und Frankreichs scheiterte. Der Vorschlag der „Jungen Wilden“ ist eine Abkehr vom nominell defensiven Statut der NATO, eine Kriegserklärung an Russland anläßlich der ukrainischen Sezessionsbewegungen und zusätzlich eine Kampfansage an Deutschland, Frankreich und ihre Alliierten in der EU.
Eventuelle russische Nachgiebigkeit soll mit einer Beitrittsperspektive „belohnt“ werden.

Kein Wunder, daß dieser „Vorschlag“ aus derselben Adresse mit einer

Wunschliste für Kriegsvorbereitungen gegen Russland

ergänzt wurde.
In einer kollektiven Anstrengung soll die NATO

  1. Technologien und Optionen der elektronischen Kriegführung ausbauen
  2. Bereitschaft, Mittel, Technologien und Optionen der „hybriden Kriegführung“ entwickeln, darunter
    * Ausbau der Mittel des Wirtschaftskrieges
    * Ausbau der Mittel und Technologien für Sabotageakte gegen die Verkehrsverbindungen des Feindes, namentlich Pipelines
    * Weiterer Ausbau des Informations- und Propagandakrieges gegen NATO-Gegner, namentlich ihre Darstellung als „Friedensfeinde“
    * Förderung von NGO’s zur Verbreitung „unabhängiger Öffentlichkeitsarbeit“, ergänzt um
    * Ausbau direkter Publikumsinitiativen der NATO in den Mitgliedsstaaten.
  3. Ausbau der NATO-Präsenz im arktischen Meer
  4. Angebote an China zur Kooperation mit der NATO gegen Russland im Fernen Osten

Zusätzlich sollen Mitgliedsstaaten sich verpflichten, Nichtmitglieder ermuntert werden, mit Sozialprogrammen die Empfänglichkeit ausgewählter Bevölkerungsgruppen für russische Propaganda zu mindern. Ausdrücklich genannt werden die russische Minderheit Estlands und Syrienflüchtige in Deutschland.

Nachtrag

Zu den umfangreichen Linklisten am Ende der beiden Artikel im Small Wars Journal erlauben wir uns die Vermutung, sie seien vor allem zur Erbauung des Publikums gedacht.
So eine Phalanx strammer Jungs und Mädels – der „Führer“ hätte seine helle Freude gehabt.

 

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