Verändertes Narrativ zu Anschlägen in Paris, Brüssel

Mit der Bezeichnung „Arbeitshypothese“ ließ sich der leitende belgische Ankläger, Frédéric Van Leeuw, ein Schlupfloch, als er AFP mitteilte, der Befehl zur Vorbereitung und Ausführung der Anschläge vom 13.11.’15 (Paris) und 22.03.’16 (Brüssel) sei „von ganz oben“ in der Hierarchie des IS ergangen und ein gewisser Abu Ahmad, wahrscheinlich identisch mit dem Belgier marokkanischer Herkunft Usama Atar, Aufenthalt unbekannt, sei der leitende Kopf beider Unternehmen gewesen. CNN stellte die Rolle Usama Atars wenige Stunden später unter Berufung auf eine ungenannte französische Geheimdienstquelle als Tatsache hin.

Dies revidiert – „pünktlich zum Wahlsieg von The Donald“, könnte jemand vermuten – das bisher gültige Narrativ, unter dem die französische Regierung seit einem Jahr einen polizeistaatlichen Ausnahmezustand rechtfertigt.
Bisher galt der Belgier Abdelhamid Abaaoud als Drahtzieher der Anschläge von Paris und Rädelsführer der „islamistischen Zellen“, die nach seinem Tod die Anschläge von Brüssel ausführten. Abaaoud wurde wenige Tage nach den Pariser Anschlägen von der französischen Polizei in einer Falle, die ihm der franzöische Geheimdienst mit Hilfe einer Agentin gestellt hatte, mit spektakulärem Aufwand zum Schweigen gebracht. wobei nicht mit Sicherheit auszuschließen ist, daß er lediglich eine neue Identität erhielt. Zum Koordinator der Brüsseler Anschläge ernannte man den offensichtlich unterbelichteten Patsy und Deserteur bei der  Pariser Unternehmung, Salah Abdeslam. Unter diesen Zuweisungen wurde „der IS“ zum weltanschaulichen Zentrum und überwiegend logistischer Stütze einer in der muslimischen Bevölkerung Belgiens und  Frankreichs beheimateten „Islamistenszene“ stilisiert, die es mit den polizeistaatlichen Freiheiten des Ausnahmezustandes zu bekämpfen gelte.

Die Ernennung Usama Atars zum übergeordneten Hauptverdächtigen verschiebt den Fokus der Narrative von Gesinnungsfreunden islamistischer Bewegungen in Europa zu staatlichen Gönnern und Auftraggebern der Söldnerarmee, als die der IS im Irak, Syrien, Libyen, Jordanien und dem Libanon tätig ist, namentlich der CIA. Gleich dem als Emir des Islamischen Kalifats gehandelten Abu Bakr al-Baghdadi war Atar Häftling der CIA, u.a. im berüchtigten Foltergefängnis Abu Graib. Trotz fast 9-jähriger Haft wurde ihm offiziell lediglich „illegaler Grenzübertritt“ angelastet. Im Jahr 2012 erreichte Amnesty International aufgrund einer gefälschten medizinischen Diagnose seine Überstellung nach Brüssel, wo er nach angeblich unergiebigen Befragungen aus der polizeilichen Überwachung entlassen wurde und untertauchte.

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