SAA und YPG-Sheik Maqsoud befreien 6000 NATO-Geiseln in Aleppo – update

(Update:
Am frühen Abend bestätigten IHS conflikt monitor, BBC und Reuters die Räumung der Stadtteile nördlich der Einschnürung durch SAA und YPG. Die Grenze sei aktuell die Schnellstraße südlich des Bezirks Sakhour. Nachdem den voran gegangenen Eroberungen tagelange Kämpfe voraus gingen, ist eine taktische Räumung anzunehmen.
Noch immer flüchten Zivilisten nach Sheik Maqsoud und andere Stadtteile, die Zahl der Befreiten dürfte über 10 Tausend liegen.)

Bei SPON liest sich das unter dem Titel Regime-Truppen erobern Nordosten Aleppos. Bei SPON und FAZ findet man denselben dpa-Leitsatz:

Den Kämpfern gegen Diktator Assad droht in der Stadt eine vollständige Niederlage.

DPA übernimmt die Angabe von 6000 Befreiten aus lokalen Quellen. Russia Today spricht von 3,179 Leuten, darunter 1,519 Kinder. Die Differenz ist vermutlich der semioffiziellen Moskauer „Linie“ geschuldet, SDF und YPG’s zu ignorieren und den Stadtteil Sheik Maqsoud, der sich unter kurdischer Führung weigert, von Damaskus „befreit“ zu werden, nur zu erwähnen, wenn es Anschläge der Söldner denunziert.

Offiziell gab es keine Zusammenarbeit zwischen SAA und YPG und das wird stimmen. Koordination findet auf unterer Ebene statt.

Einnahme und Säuberung Ost-Aleppos schwerlich im Plan

Das ergibt sich m.E. aus den Unterschieden in der Berichterstattung. Bis gestern hatten die westlichen Leitmedien, den Angaben der Söldner folgend, von einem „Keilangrif“ zur Abtrennung der nördlichsten Bezirke der besetzten Stadtteile gesprochen, heute deklarieren einige von ihnen den nicht direkt angegriffenen Teil für „erobert“, während RT 10 „Nachbarschaften“ mi 3000 Gebäuden für befreit erklärt. Die westliche Propaganda scheint gemäß kurdischen Angaben insoweit begründet, als die Söldner zeitweise die Kontrolle über einen Teil der blockierten Zugänge nach Sheik Maqsoud verloren oder aufgegeben haben.

Eroberte die SAA diesen Teil vollständig, wäre Damaskus in der nicht eben angenehmen Lage, Sheik Maqsoud vollständig eingekreist zu haben und für die Belagerung alleinverantwortlich zu zeichnen. Für die Dauer der türkischen Invasion kann die SAA einen militärischen „Kurdenkonflikt“ jedoch nicht brauchen. Auf der von  präsentierten Karte erscheint der Söldner-Korridor zwischen YPG und SAA sehr eng, das sieht nach einem beiderseitigen Verzicht auf eine gemeinsame Front aus.
Andererseits dürften die Eroberungen der SAA bestehende Schleich- und Schmuggelwege von Al Bab in den besetzten Osten vermindert oder gekappt haben. Richtung Nordosten steht die SAA nach eigenen Angaben nur 6 km vor Al Bab. Die mehr oder minder stumme Zusammenarbeit zwischen YPG und SAA gilt objektiv der türkischen Besatzungsmacht.

Ich will noch einmal daran erinnern, daß die abschließende Säuberung von Homs-Stadt vier Jahre gedauert hat. Die Damaszener Administration und ihre Militärführung dürften sich darin einig sein, die Komplikationen eines finalen Angriffes auf Ost-Aleppo zu meiden, so lange die künftige Syrienpolitik des Weißen Hauses unklar bleibt.

Soros-Medien schießen sich auf Türkei ein

Das läuft schon eine Weile, aber der Artikel I am like Diyarbakır: grieving, furious, resentful but still I stand, von Nurcan Baysal in OpenDemocracy.net, ist ein neuer Höhepunkt. Noch entschiedener die Veröffentlichung des britischen YPG-Kämpfers Macer Gifford in der Jerusalem Post unter dem Titel An attack on Manbij is an attack on us all mit den Schlußsätzen:

Now Turkey wants to turn (Manbij) into the next Alepoo. The real battle is against ISIS. The fanatics thrive on division; we must unite behind the SDF and build a future for Syria we can all believe in.

PS.: (13:20 Uhr) Später am Tag veröffentlichte Meldungen über eine vollständige Eroberung der nördlichen „Rebellen“-Bezirke und ca 10 Tausend Befreite basieren auf Angaben der Londoner Frittenbude „SOHR“.

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2 Antworten zu SAA und YPG-Sheik Maqsoud befreien 6000 NATO-Geiseln in Aleppo – update

  1. tgarner9 schreibt:

    Hoax oder nicht, die neue Front zwischen SAA und YPG Sheikh Maqsoud zieht sofort Berichte über Kämpfe auf sich.

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  2. tgarner9 schreibt:

    Propaganda zum stehend einschlafen
    via Reuters:
    The Syrian army and its allies aim to seize all eastern Aleppo from rebels by the time U.S. President-elect Donald Trump takes office in January (…) a senior official in the military alliance fighting in support of Damascus said. The official who declined to be identified in order to speak freely …
    So? Ausschließen kann man das schwerlich, zumal es auch in Moskau und namentlich beim Militär „Falken“ gibt, die mit den syrischen Schlächtern Süppchen kochen, zu denen die Regierung nicht alle Zutagen beisteuert.
    Nur, warum sagt die #Inherent_resolve – Tunte es nicht unter eigenem Namen? Mag sie sich nicht – später – der Propagandalüge, Dummheit, Alarmismus zeihen lassen? Mit mehr oder minder feindselig gefärbten „Einschätzungen“,Politik zu machen, ist eine Pflichtübung, aber anonym wird nur *Stimmung gemacht, und insoweit das dem Absender wünschenswert, gar in seinem Interesse nötig erscheint, kann man davon ausgehen, daß er lügt.

    “ … indicated however that the next phase of the Aleppo campaign could be more difficult as the army and its allies seek to capture more densely populated areas of the city.“
    Mit diesen Worten, wenngleich anonym, ist die Geiselnahme einmal mehr offiziell. Was die Neuauflage der aufgeflogenen Lüge von den „250 Tausend Zivilisten“ nicht besser macht.

    „The latest fighting has forced thousands to flee. Some have crossed the frontline to government-held areas, others have sought refuge in a Kurdish-controlled part of the city, and many more have fled deeper into the remaining rebel-held area.“
    „Many more“ – mitten durch die Feuerlinie hindurch, natürlich, und … in den sicheren Tod?
    „A medic in eastern Aleppo who gave his name as Abu al-Abbas said however there was „intense fear of collective annihilation“.

    Da lob ich mir fast Rainer Hermann. Der handelt dasselbe in wenigen Worten ab (ich habe bei Reuters 8/10 gestrichen)
    „Assad und Putin nutzen das politische Vakuum in Amerika im in Aleppo Fakten zu schaffen. Einer politischen Lösung werden sie nicht mehr zustimmen… Bisher hatte es geheißen, für Syrien gebe es keine militärische Lösung, eine politische Lösung zeichnete sich allerdings auch nicht ab. Daran wird sich nichts ändern. Ein gestärkter Assad wird keiner politischen Lösung zustimmen – die Schutzmächte der Rebellen werden diese wieder aufrüsten.“
    Der „Westen“ will die Schlächterei weiter führen, Ende der Durchsage.
    Eine „militärische Lösung“, d.h. ein Sieg zu einem erhältlichen Preis, ist entweder zu haben oder nicht, ist fassbar, viabel, whatsoever, oder nicht. Dafür gibt es sachliche, faktische Kriterien. Sie ändern sich gewiß nicht mit der Eroberung einer Enclave, die beiderseits Kräfte gebunden hat, ohne an den anderen Fronten eine Rolle zu spielen. Hermanns Sätze sind auf idealtypische Weise „postfaktisch“. Und damit eigentlich besonders durchsichtig.

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