Obama beschleunigt Aufrüstung der Proxies im ME

800px-fim-92_stinger_usmcMit einer Regierungsdirektive hat der POTUS für mittelöstliche Schauplätze vorzeitig Bestimmungen des neuen NDAA in Kraft gesetzt, die dem Congress erlauben, unter Umgehung der Bestimmungen von Kriegswaffenkontrollgesetzen Waffen und Ausrüstungen an „Individuen und Verbände“zu liefern, die US-Spec.Ops. im „Antiterrorkampf“ unterstützen.

Die russische Propaganda stellt den Vorgang ausschließlich in den Zusammenhang mit gleichartigen Verfügungen von 2013, die jihatistischen Söldnern, insbesondere Al Nusra, den Zugang zu fortgeschrittenen Panzer- und Luftabwehrwaffen erleichtert haben.
Andere, ich zitiere exemplarisch Joanne Stocker, unterstellten sogleich, die Direktive solle den SDF in Rojava zugute kommen. Eigenartig, daß niemand an die Verbände zu denken scheint, die seit mindestens einem Jahr nicht nur von US-Instrukteuren, sondern von zahlreichen NATO-Ländern, darunter prominent Niederlande, Canada und Deutschland ausgebildet und mit Waffen beliefert werden: Die „Barzani-Kurden“, also die Peschmerga-Verbände in der Gefolgschaft der KDP, die geschworen haben, das im Verlauf der „Anti-IS“- Operationen eroberte Gelände nicht der Hoheit der Zentralregierung in Bagdad zu überlassen und die militärische Stütze der Unabhängigkeitserklärung sein werden, die Barzani für die Zeit nach militärischer Konsolidierung der Lage in Niniveh angekündigt hat, und die er vielleicht oder vielleicht auch nicht mit einem Referendum legalisieren wird.

Seit einer Woche hält sich eine Delegation unter Führung des „Sicherheitschefs“ der KRG, Masrour Barzani, in Washington auf. Der Sohn des Präsidenten Barzani erfüllt die Funktionen eines Stellvertreters seines Vaters. Die Delegation wurde zunächst von Deputies der DoS und DoD-Führung empfangen, durchlief eine Art „Vetting“ in Konferenzen und Arbeitsgruppen, bevor Barzani vorgestern sozusagen „gekrönt“ wurde – mit einem offizieller Empfang bei Vice-President Jo Biden. Beachtet bitte die Anwesentheitsliste.
Der US-Congress hat bereits im letzten Jahr für Militärhilfe an die Peschmerga satte $415 Mio. bewilligt, deren Verwendung allerdings gesonderter Evaluation bedarf. Diesen Prozess hat Obamas Executive Act jetzt kurzgeschlossen.

Masrour Barzani hat im Anschluß an den Empfang ein Fazit gezogen, das an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt und in der er sich ausdrücklich auf Gespräche mit Vertretern der kommenden US-Regierung beruft:

[Barzani] also said the Kurdish delegation had asked the US to support Kurdistan in the ongoing talks between Erbil and Baghdad regarding future relations between the two governments. Barzani warned Baghdad of „continued sidelining“ of Kurdistan after Iraq’s parliament endorsed on Wednesday next year’s budget despite broad Kurdish protests.    „If they continue to sideline the role of Kurdistan and Peshmerga we will take a position,“ he said.

Mit welchen Auswirkungen die TEV-DEM zu rechnen haben wird, kann derzeit, schätze ich, niemand beurteilen, auch nicht die Beteiligten selbst. Vor zwei Tagen schon twitterten einige mehr oder minder prominente Stimmen aus ihrem Umkreis, ein Teil der Waffen, welche die USA an andere am Syrienkrieg beteiligte Gruppen liefere, würden „unweigerlich“ in den Händen der SDF und YPG’s landen. Es gibt Spekulationen, daß Brett McGurk den Auftrag habe, arabischen Verbänden innehalb der SDF, die in den vergangenen Wochen für den Angriff auf Raqqa formiert wurden und die Stadt nach der Eroberung halten sollen (von 1500 Mann ist die Rede), mittels fortgeschrittener Waffensysteme eine Prärogative zu verschaffen. Es mag sein, daß es solche Pläne gibt, realisierbar sind sie schwerlich. Auf dem syrischen Schauplatz geben überlegene Waffensysteme nur kampferprobten Verbänden einen „edge“, anderen sind sie eher hinderlich bis schädlich, weil sie unerfahrene Kämpfer dazu verleiten, sich auf ihre Wirkung zu verlassen.

Auch dürfte im Moment niemand wissen, wie virulent die Bürgerkriegsgefahren in irakisch Kurdistan nach der Eroberung Mosuls werden können. Die Führungen zahlreicher Peschmerga-Verbände haben sich entschieden gegen eine Unabhängigkeit positioniert. Obamas Direktive ermächtigt mit Hilfe der parteiübergreifenden Mehrheit der „Chaos-Reiter“ in beiden Kammern des Congress, gegen die Trump-Kontaktfrau Tulsi Gabbard vorerst vergebens anrennen wird, die NATO-Generäle dazu, reale oder antizipierte Pläne der neuen Administration für Änderungen in der ME-Strategie zu umgehen und zu kontern. Debca.com spricht fast Klartext darüber, was und wie viel das mit israelischen Interventionen zu tun haben könnte, deren Existenz und Bedeutung die zionistische Militäraristokratie vor zwei Tagen mit dem ersten Raketenangriff auf Damaskus seit Kriegsbeginn unterstrichen hat. Aufgrund dieser „Botschaft“ muß der Beobachter unterstellen, die Direktive habe auch etwas mit Neuformierungen an der „Südfront“ des Krieges zu tun, aber Konkretes dazu habe ich einstweilen nicht mitzuteilen.

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2 Antworten zu Obama beschleunigt Aufrüstung der Proxies im ME

  1. BC schreibt:

    Tja, auch die lahme Ente kackt von hinten.
    Erwartet hier jemand, dass ich noch mehr dazu sage (z.B. zu solemn duties)?

    Gefällt mir

  2. Pingback: Einige follow up’s Syrien, Irak, Imperium | Themen & Essays

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