NATO, GCC entsenden IS-Jihadis gegen Homs

us-syria-8(Bild AP, State Secretary John Kerry testifies before the House Foreign Affairs Committee hearing to advance President Barack Obama’s request for congressional authorization for military intervention in Syria, Sept. 4, 2013)

Parallel zum Rückzug der Söldner aus den meisten besetzten Stadteilen Aleppos hatten dem IS zugerechnete Jihadis in den letzten Tagen die Wüstenstadt Palmyra von der SAA zurück erobert. Jetzt führten sie die Offensive weiter Richtung Westen und es gelang ihnen, lokalen Berichten zufolge, der SAA ein strategisch wichtiges Flugfeld  zu nehmen. Das gibt ein paar Auskünfte.

Nachdem ein Teil der US-Militärs im September gegen den Beschluß des Weißen Hauses, gemeinsam mit dem Kreml ein Waffenruheabkommen über Aleppo zu verfügen und darüber hinaus ein koordiniertes Luftwaffenregime über den ganzen Regierungsbezirk Aleppo zu verhängen, geputscht hatten, indem sie zwei strategische Stellungen der SAA in Deir Ezzor angriffen, hat die SAA diese Stellungen gegen den unmittelbar folgenden Angriff des IS gehalten und ihre Position in Deir Ezzor mit russischer Hilfe befestigt. Doch sie ist eine Insel in Feindesland, nur aus der Luft zu versorgen. Die Eroberung Palmyras durch die SAA im März dieses Jahres war dennoch nicht nur für die Sicherung der Provinzhauptstädte Hama und Homs im Westen wichtig, sie unterbrach auch eine Nachschublinie des IS aus dem KSA / Jordanien nach Deir Ezzor, die auf irakischem Gebiet mindestens bis Ende letzten Jahres von US-Kampfhubschraubern gegen irakische Störmanöver gedeckt wurde, wie Videodokumente zeigen.

Debka.com hatte in den Tagen nach Beginn der Mosul-Operation vor etlichen Wochen gemeldet, der Löwenanteil der aus Mosul ausfiltriertenn IS-Kämpfer sei an der amerikanischen Luftwaffenbasis Ain Assad, unweit der irakischen Brückenstadt Haditha am Euphrat gelegen, vorbei zu einem Sammelplatz nahe Ar Rutbah gelangt. Tatsächlich wurde einige Tage später gemeldet, die irakischen Stammeskämpfer, die den Ort gegen den IS gehalten hatten, seien überrannt worden. A Rutbah ist die einzig taugliche Etappe im Irak für Angriffe auf den Raum Damaskus und, über Palmyra, Homs, Hama und Deir Ezzor. Die Rückeroberung von Palmyra ist daher ein Beweis, daß ein lang vorbereiteter Plan ins Werk gesetzt wurde.

Die Fortsetzung der Offensive nach Westen bekräftigt das – offenbar sind starke Kräfte mit einer sehr umfangreichen Logistik mobilisiert worden, denn andernfalls würden die Söldner sich zumindest vorerst mit Palmyra bescheiden, das die SAA mit Rücksicht auf die Bevölkerung nicht leichthändig zurück erobern kann. Sie gibt aber auch eine strategische Auskunft. Wenn das Ziel der Operation eine Konsolidierung und Befestigung des erreichten Standes der Zerteilung Syriens bis zu Trumps Amtsübernahme im Januar wäre, dann wäre ein Vorstoß Richtung Westen eine Ressourcenverschwendung. Wichtiger wäre dann Befestigung und Konsolidierung nach Südwesten, dort, wo die Landstraße 53 von Palmyra nach Damaskus in die Autostraße 2 zwischen Damaskus und Ar Rutbah mündet, etwa 100 km Luftlinie. Das wäre umso wichtiger, als die SAA kürzlich Douma zurück erobert hat, das an der A2 gelegene östliche „Tor“ Damaskus.

Es geht bei dem Angriff im Raum Palmyra also eher nicht um Konsolidierung, andererseits auch nicht um einen neuen Angriff Richtung Damaskus. Wie passt das zusammen?

Es könnte passen, wenn man einen ein Jahr alten Plan zugrunde legt,, den die International Crisis Group beworben hat, eine von einer neuen „Koalition“ unter mindestens inoffizieller Beteiligung der IAF über den syrischen Süden verhängte „No Fly Zone“, die eine zertifizierte „nicht-jihadistischen“ Soldateska vor die Tore Damaskus bringen soll.
Debka.com hat vor einigen Wochen in einem jetzt nicht mehr frei zugänglichen Artikel die Reaktivierung eines solchen Planes angekündigt.

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