Israel und die Jihadis

72virginsDer IS führt nach eigenem Bekunden Krieg in allen „westlichen“ Metropolen – Russland eingeschlossen …  Es gibt zweieinhalb Ausnahmen. Japan, Neuseeland (das ist die halbe) und Israel, ausgerechnet Israel, Erzfeind der Araber und Besatzer des heiligen Jerusalem.

Kein Geheimnis, warum das so ist. Die Jihadis im Allgemeinen und der IS im Besonderen sind Israels Söldner – zwar selten direkt, umso unzweideutiger indirekt über Saudi Arabien.

Manch Verschwörungstheoretiker mag sich fragen, warum es in Israel nicht wenigstens fingierte IS-Angriffe gab – ob unter falscher Flagge, oder nicht, ist hier wurscht – zumal der IS nach übereinstimmenden saudisch-ägyptischen-israelischen Aussagen schier unangreifbare Basen und Rückzugsgebiete im Sinai hat und von dort aus über die einschlägigen Kanäle und Tunnel Zugang in’s Westjordanland. Die Frage ist via syria.liveuamap.com rasch beantwortet: Der IS hat eine noch festere Basis, weil von niemandem angegriffen, in direkter Nachbarschaft zur IDF im syrisch-jordanisch-israelischen Eck. Jeder offizielle Angriff des IS in Israel könnte nicht verfehlen, eine Exkursion der israelischen Armee zu Land und in der Luft nach sich zu ziehen, die Ash Shajarah und die umgebenden Orte als unbewohnbare Ruinen hinterließe und die Gelegenheit wahr nähme, „nebenher“, wie im Gaza, mal 2000 „kleine arabische Schlangen“ nebst Schlangengruben, aka arabische Weiber zu schlachten.
Also gibt es keinen IS-Angriff. Aber wie kommt die IS-Bastion dann dorthin, und was tut sie da?

Eine allgemeine Erklärung gaben vor einigen Monaten das Begin-Sadat Center for Strategic Studies (BESA), ein Think Tank, welcher der NATO und der israelischen Regierung zuarbeitet, und David M. Weinberg, „a Citadel defending Zion„, den man getrost ein kritisches Sprachrohr der isaelischen Regierung für die Jerusalem Post und Israel Hayom nennen kann:

Don’t destroy ISIS; it’s a “useful tool” against Iran, Hezbollah, Syria

Ich nehme mir nicht die Zeit, die Dastellung in „Salon“ zu paraphrasieren und zu besprechen. Stattdessen zitiere ich euch, wie der dort umschriebene Standpunkt in der aktuellen Kriegsberichterstattung von Debka zur Geltung kommt:

Erdogan …  faces nothing but frustration militarily over the failure of the large, professional Turkish army to gain ground in the battle for Al Bab in northern Syria. This is Turkey’s first face-to-face with the Islamic State in its  four-month old Euphrates Shield operation – and it is not going well. The fighting is deadly with no end in sight.
Tuesday, Dec. 26, [Erdogan] quietly asked the Obama administration to step up its air support for the Turkish campaign to capture Al Bab, 55 km north of Aleppo and the only major town in ISIS hands in northern Syria … It was doubly odd in that Turkey has a large air force of its own, and if that force was not enough … Erdogan’s obvious address for assistance would be … Russian President Vladimir Putin.
As to the state of the fighting, on Dec. 21, Erdogan claimed: “Right now, Al-Bab is completely besieged by the Free Syrian Army and our soldiers.” In fact, this siege has been in place for weeks and, worse still, the casualties are mounting.
Wednesday, Dec. 28, the Turkish military said  it had „neutralised“ 44 Islamic State fighters in Al Bab and wounded 117 in Al Bab,  while 154 Islamic State targets had been struck … No casualty figures have been released for the Turkish army fighting for Al Baba. They are conservatively estimated at 90 dead and hundreds injured. The losses of Free Syrian Army (FSA), the local rebel force fighting alongside the Turkish army, are undoubtedly heavier still.
Our military and counterterrorism experts explain how the Islamic State’s beleaguered fighters are not just holding out in Al Bab against a superior army, but running circles around it. The jihadists took the precaution of clearing back passages from Al Bab to their headquarters in Raqqa, 140km to the southeast, and Palmyra, 330km away.
(…) The US air force has in the last few days redoubled its strikes on Palmyra – both to cut off the flow of reinforcements and supplies to the besieged ISIS fighters in Al Bab and to clear the way for Russian forces to recover the lost town. This US-Russian cooperative effort is at odds with the Obama administration’s presentation of Washington’s prickly relations with Moscow.
Notwithstanding the forces ranged against it, ISIS has so far managed to repel almost every Turkish bid to break into Al Bab – thanks to the new tactics it has introduced to the battles for Syrian Al Bab and Iraqi Mosul …
Those tactics hinge heavily on maximizing enemy casualties in order to knock the opposing army off the battlefield.
This is achieved by a deadly mix of guerilla and terrorist methods, and includes car bombs, bomb belt-clad suicides, improvised explosive devices (IED), sniper squads, gliders carrying explosives with small parachutes, as well as the increasing use of anti-air missiles and poison chemicals.
Tuesday, Iraqi Prime Minister Haydar Al-Abadi estimated that the Iraqi army needed another three months to beat ISIS in Mosul. He was trying to buck up the Iraqi people by concealing the true situation.
The fact is that the Iraqi military offensive against ISIS in its Mosul stronghold has ground to a halt – and no wonder, when some units have suffered a 50 percent manpower loss.
Gen. Stephen Townsend, commander of American troops in Syria and Iraq, was of the opinion last week that at least two years of fighting were needed to drive ISIS out of its two capitals, Mosul and Raqqa. He did not spell this out, but his meaning was clear: to achieve this objective, a far larger army was needed than the military manpower available at present.

Die zwei hervor gehobenen Sätze klammern die eigentliche Botschaft: Die türkische, saudische, israelische, vielleicht auch qatarische Unterstützung des IS ist ungebrochen. Unter dieser Voraussetzung wäre er nur mit einem klassischen Krieg und nachfolgendem Besatzungsregime in den Provinzen Anbar und Deir Ezzor zu besiegen, und dazu ist kein Player willens oder in der Lage.

Um Palmyra ist die Situation offiziell unverändert und nachdem die SAA in Ost-Ghouta nach wie vor schwer beschäftigt ist und bleiben wird (Damaskus ist vom soeben ausgerufenen Waffenstillstandsregime ausgeschlossen) und ihr, wie schon berichtet, nördlich der Stadt eine neue Front im Kampf um die Wasserversorgung aufgemacht wurde, kämpft sie nun auch wieder – angeblich gegen Einheiten von Ahrar al Sham – in unmittelbarer Nachbarschaft von Homs um die Verbindung nach Hama. Der im Kampfbericht genannte Ort liegt zwei bis drei km östlich Talbiseh an der M5. Man mag das ein Scharmützel nennen, aber es zeugt davon, wie ungesichert die gesamte Orontes – Ebene nach wie vor ist. Unter einem russisch-türkischen Waffenruhediktat bleibt die Lage der syrischen Städte, die als „Hauptland“ der Regierung gelten, ungesichert und schwach. Folglich sind alle Voraussetzungen für die Durchsetzung der Strategie gegeben, die das BESA, siehe oben, nicht nur im Namen der Zionisten, sondern auch des KSA und der amtierenden NATO-Generäle vorgestellt und beworben hat.

Falls eine Regierung Trump sich vorgenommen hätte, dieser Strategie entgegen zu treten – und das passte ja sehr wohl sehr gut mit Trumps politischen und diplomatischen „Apeasement“-Manövern gegenüber den Hardcore-Zionisten zusammen – müßte sie in Pentagon und DoS derart gründlich aufräumen, daß sie mit wirksamen Gegenmaßnahmen kaum vor dem Herbst nächsten Jahres beginnen kann.
Zu spät, wie ich meine.

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