Wie Antisemitismus geht …

Wie es mir zum Hals raus hängt!

Anläßlich Kerry’s Netanyahu-Bashing kommen erwartungsgemäß die Antisemiten wider Willen aus den Schmollecken. Vielleicht hätte ich dazu geschwiegen, wenn mir nicht über Twitter der vielleicht bestmögliche Kurzkommentar dazu ins Haus geflogen wäre, das hier:

Da geht es doch gar nicht um Israel, hör ich sagen. Ja, nee, eben, doch – das ist ja das „Schöne“ daran.

Philip Weiss sieht den Schuldigen an der späten und wirkungslosen Konfrontation der regierenden Zionisten Israels allein in der Jüdischen Lobby, die er freilich „Israel Lobby“ nennt, um nicht in Verdacht zu geraten:

Why did [Obama] wait so long? The answer is simple: the Israel lobby was against any real action. Jewish Americans of my generation and older opposed any pressure on Israel. So there was no pressure (till now, and Trump).

Derart vorsichtig ist Weiss, daß er vermeidet, das biblische Schlachtefest von Cast Lead zu erwähnen, das Olmert Obama noch vor dessen Amtsantritt im Dezember 2008 serviert hat – rd. 2000 tote „kleine Schlangen“, Schlangengruben und Schlagengreise – nebst 100 Tausende direkt oder indirekt Verkrüppelte und Traumatisierte. Das zu erwähnen wäre ja antisemitisch, gelle?

Ihr seid in den letzten Tagen ja eh schon zur Hälfte schnaubend, verächtlich, angeekelt weggeblieben. Aber was solls – ich laß mich nur mit der Waffe stumm machen!

Egal, wer guten Willens ist, wende nun Stokely Carmichael’s doktrinäre, dafür konkurrenzlos simple Lehre auf „de Joden“ und „de jodische Lobby“ an. Warum sollte eine „jüdische Lobby“ antijüdischer, antiisraelischer, als Obama sein? Dem Obama bescheinigt Weisss aus gutem Grund, ein Freund Israels und der Juden zu sein, und die Zionisten eben deshalb für ihre Politik zu verdammen.
Achso.
Ja.
Stimmt, Obama ist kein Jude. Sichtbarlich nicht.(Darauf spielen Zionistische Kolumnisten in Israel jetzt gern wieder an – ein Neger halt, was sei von dem schon zu erwarten.)

Ich hab das Thema 2012 anläßlich eines „Vermächtnis“-Artikels von Uri Avnery schon bearbeitet, der exakt dasselbe Thema hatte.

Uri Avnery – Antisemit wider Willen

Wer will, lese das, der Rest möge sich trollen.
Ach ja, eines noch.
Der Bennett, oder wie der Siedler-Heini heißt, drohte ja gleich mal schelmisch mit einer großen Teilannexion des Westjordanlandes. Natürlich war das für die Galerie, es kommt ja jetzt der Trump.
Aber damit hat der Heini halt den Konflikt benannt, vor dem, rein praktisch genommen, jede US-Regierung steht. Scharon hat es Bush mit der Intifada nebst anschließenden Neubesetzungen demonstriert, weil er die Ambitionen Bush seniors kannte. Wenn die USA, die Neocons keine anderen Motive für den Irakkrieg gehabt hätten, sie hätten ihn allein deshalb lostreten müssen! Um die Initiative in der Region zu halten.
Heute, nach dem Libanonkrieg 2006, inmitten des Levante- und Irakkrieges, nach dem Militärputsch gegen die Muslimbrüder in Ägypten und bei einem schwankenden saudischen Königshaus wären die Folgen um Größenordnungen dramatischer. Um einen neuen Libanonkrieg zu stiften, bräuchten sich dann nur drei IDF-Soldaten gleichzeitig Zigaretten anzünden, „King Playstation“ ginge vermutlich über den Jordan, der Syrienkrieg würde in Jordanien direkt an die saudische Grenze rücken – und niemand könnte etwas dagegen tun, der nicht willens ist, Israel atomar von der Landkarte zu fegen, um iwie die 300 Eier aus dem Spiel zu nehmen, welche die zionistische Militäraristokratie in der Hinterhand hält.

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