Nachrichtenüberblick des Tages

[Einführung einer neuen Rubrik. Unter dem Titel „Vermischtes“ werden in Zukunft Kurzmeldungen und Kommentare erscheinen, die ich ggf. während des Tages ergänze.]

Moshe Dayan Center trommelt im Salventakt für Irankrieg im Irak

Sein Sprachrohr: David Pollock, langjähriger Berater im State Department und als ein Hauptverantwortlicher für das Fikra-Forum Mitkonstrukteure des „Arabischen Frühlings“.

David Pollock at the MDC Kurdish Forum: One of the greatest political transformations has been ’s friendship with the # is convinced the Syrian are nothing more than a front for . If US has to choose, it will choose Turkey
„There is a huge obstacle to the independence of from – It’s „: „they’re talking about negotiating independence with Baghdad – and they mean negotiating independence with Tehran“

Man halte das gegen die Warnungen und Empfehlungen von Denise Natali, die ich gestern erwähnte. Pollock, MDC wollen den Krieg, den die PKK (und natürlich erst recht die PYD) zu vermeiden trachtet und bereits einen nicht geringen Preis dafür zahlte: Sie kündigte nach blutigen Drohungen aus Ankara und Erbil ihren Rückzug aus Sindschar an.

Freilich: Die Lücken, welche die PKK im Riegel gegen IS-Infiltrationen nach Syrien hinterläßt, werden wohl die PMU füllen … und das gern.

Umfangreiche Razzien in der „Kaukasischen Szene“ in Istanbul

Das berichtete Reuters zufolge“Haberturk“
Ein Gewicht, das man für auffällig halten kann, legte Führer Erdogan in die Aufforderung, den Anschlag auf „Reina“ nicht auf den „Lebensstil“ zu münzen, für den das Lokal und der umgebende Stadtteil steht.

„There is no point trying to blame the Ortakoy attack on differences in lifestyles“ … „Nobody’s lifestyle is under systematic threat in Turkey. We will never allow this“

Ein Bericht in der „Welt“ machte den Symbolcharakter des „Reina“ für das „europäische“, „liberale“ und mondäne Istanbul überzeugend deutlich. Ein Ziel für IS?

Mit Hängen und Würgen kann man ein Analogie zum Orlando-Shooting ziehen, in dem allerdings persönliche Motive eines mehr oder minder psychotischen Attentäters eine gewichtige Rolle hatten. Der Attentäter von Istanbul war alles andere, als das, er erscheint auf der Grundlage der durchgesickerten Details als ein kühler „Hitman“.

Unbeachtet von der westlichen Öffentlichkeit gab es in und um Grozny, Tschetschenien, Mitte Dezember die schwersten Terroranschläge seit längerer Zeit. ICG:

Chechen capital Grozny and its outskirts virtually paralysed 17-18 Dec by sporadic clashes between militants and security forces. Official sources reported seven fighters killed, four detained, four police killed. Chechen leader Ramzan Kadyrov said clashes took place near Grozny; footage posted on social media and numerous Crisis Group sources suggested some took place within city. Over 100 relatives of fighters subsequently detained by security forces, some reportedly ordered to leave Chechnya; blood feuds declared on them at public rally in Grozny on 30 Dec. Islamic State (IS) claimed responsibility for 17-18 Dec attacks and posted video of the eleven young attackers prior to operation … pledging allegiance to IS leader Al-Baghdadi … Media reported Chechen special task force being deployed to Syria after camera-phone video posted online 6 Dec showing preparation. Novaya Gazeta investigation claimed Chechen authorities have been tasked with urgently forming two 600-strong battalions; also linked 17-18 Dec Grozny attack to revenge for Russian role in Aleppo and attempt to make Chechens fight on side of Assad regime.

Schon sehr auffällig, daß die im westlichen Sinne regierungskritische Novaya Gazeta eine Verbindung herstellt, welche die Attentäter nicht herstellten, vertraut man dem ICG-Bericht. Warum hätten die Bagdadi-Leute auch ein Wort über Aleppo verlieren sollen, die dort vertriebenen Söldner, namentlich Al Nusra, hatten die Konkurrenz vom IS in türkischem und amerikanischen Auftrag blutig aus der Stadt getrieben.

Es ist wohl fair, zu sagen: Die türkischen Behörden, sollten sie über keine genaueren Informationen verfügen, mißtrauen dem Bekenntnis des IS zum Reina-Anschlag – und das nicht wenig.

Weitere Nachrichten umseitig 

Israelisches Gericht erklärt Palästinenser zu „Feinden“ und Untermenschen

Das ist insofern nichts Besonderes, als dies das Generalurteil der israelischen Justizministerin ist, verkündet über Facebook gleichsam zu ihrer „Einführung“ auf der jüdischen „Straße“ (ich such den Link nicht abermals heraus). Ein offizielles Urteil ist andererseits etwas anderes, als eine Meinungsäußerung.
Im Falle des Soldaten Elor Azaria, der scheinbar ruhig und überlegt auf einen handlungsunfähigen und schwer verletzten palästinensischen Messerstecher zuging, um ihn mit einem Kopfschuß hinzurichten [1], hat das urteilende Gericht, unter großem öffentlichen Druck auf einen Freispruch, auf „Totschlag“ entschieden, obwohl der vorsitzende Richter selbst die Bilder und Zeugenaussagen zitierte, die unzweideutig einen Mord indizierten. Die Exekution sei „unnötig“ gewesen, zitiert die FAZ ihn und Reuters schreibt:

„He deserves to die,“ Azaria was quoted in the verdict as telling another soldier, just after fatally shooting the Palestinian in the head as the man, who had been wounded minutes earlier by Israeli military gunfire, lay motionless in the street.

Die Urteilsbegründung:

„One cannot use this type of force, even if we’re talking about an enemy’s life,“ the court said in its verdict.

Der „Feind“ war kein Feind mehr, weil aktionsunfähig. Er konnte es nur gemäß seiner Ethnie / Rasse sein, bzw. als der Untermensch, als welcher er mit dem Totschlags- statt Mordurteil deklariert wurde. Dieselben Urteile pflegten Richter an europäische Fürstenhöfen im Falle des „Totschlages“ an Knechten, Mägden und anderen Leibeigenen auszusprechen.

For the record: Ich persönlich hätte auf Freispruch plädiert. Der Junge war zum Zeitpunkt der Tat gerade 18 Jahre alt. Wenn denn wirklich jemand die Vernichtungsfolter langjähriger Haft verdiente, dann wären es in diesem Fall alle Mitglieder der politischen Stände, die das Kerlchen dieser Lage ausgesetzt haben. Der Bursche selbst hat noch wenigstens ein Jahrzehnt Zeit, aus dem Status des Biosphärenmülls heraus zu wachsen. [2]

[1]: Die FAZ erfindet die Geschichte neu:

Plötzlich hebt Azaria sein Gewehr und schießt dem Verletzten in den Kopf. Viel Blut fließt die abschüssige Straße in Hebron hinunter.

[2]: Das Urteil ist übrigens dem folgenden diametral entgegengesetzt (FAZ):

Unstrittig ist wohl, dass viele junge Soldaten von Einsätzen in den besetzten Palästinensergebieten und der ständigen Anspannung heillos überfordert sind.

 

Schweden: Feldexperiment zum 6-Std.-Tag für gescheitert erklärt

Die schwedische Stadt Gothenburg führte die 30 Std.-Woche vor 18 Monaten in einem Altenheim ein, um zu evaluieren, inwieweit eine Minderung der Begleit- und Folgekosten der regulären Vollzeitarbeit die höheren Lohnkosten kompensieren könne. Jetzt zog lt. einem Bloomberg-Artikel der zuständige Stadtverordnete Daniel Bernmar das Fazit, die Maßnahme sei „bei weitem zu teuer“. Alles klar?
Ja. Denn das ist ein sicherlich typisches Bespiel für Fake-News. Schaut ihr hier: Sverigeradio, Expressen, Nyheter.
Bloomberg behauptete fälschlicherweise, das Projekt sei zwei Jahre gelaufen. Das fällt in’s Gewicht, denn die Minderung der Krankheitskosten beim Personal wirkt sich naturgemäß erst über längere Laufzeiten aus, vor allem, wenn das Stammpersonal das für kommunale und staatliche Beschäftigte normale, also relativ hohes Durchschnittsalter hat. Bloomberg legt dann dem Projektleiter Bernmar das Fazit in den Mund, das seine politischen Gegner in der Stadtverwaltung gezogen haben, die von einem „von Beginn an verfehlten, linkspopulistischen Projekt“ schwadronierten. Bernmar nannte das Projekt einen Erfolg, der sich umständehalber nicht sachgerecht in der Kasse der Stadrverwaltung niederschlage. Von den 12 Mio. Konen zusätzlicher Kosten wurden allein 4,7 Mio in der staatlichen Arbeitslosenversicherung eingespart. Verminderte Krankheitskosten bei Personal und Patienten / Insassen, welche die Krankenversicherungen einsparten, wurden offenbar nicht in die Rechnung einbezogen. Ob weitere Begleitkosten, wie Arbeitsunfälle, Materialeinsatz, Verwaltungskosten etc. überhaupt in die Rechnung einbezogen wurden, geht aus den Berichten nicht hervor (das hätte eine professionelle, also kostende Projektbegleitung erfordert). Alles in allem: Jubelpropaganda für die Geschäftswelt, vor allem in Frankreich, wie Bloomberg anmerkt, wo die Gewerkschaften die Regierung in eine Debatte um Arbeitszeitverküzungen nötigen.

3400 türkische Häscher / Büttel wollen die kurdischen Selbstverteidigungskräfte im letzten Jahr getötet haben

(AraNews) Die Zahl ist wahrscheinlich nicht buchstäblich zu nehmen, aber auch nicht en gros zu verwerfen. Die Kämpfer beider Seiten wissen eine Menge über ihren „Score“ und ihre Verluste, sodaß die Mitteilung in erster Linie auf den Feind zielt. Eine drastische Übertreibung ist da kontraindiziert. Für den Gesamtzeitraum der Kämpfe seit dem False-Flag-Anschlag auf jugendliche Aktivisten in Suruc können wir folglich im Minimum 4000 Mann direkter Verluste annehmen. Für eine Erfolgsrechnung sind Invalidisierte, aus anderen Gründen aus dem Gefecht genommene und demoralisierte Feinde hinzu zu nehmen.

Bundesmarine wird in „NATO-Raketenabwehr“ integriert

(marine.de) Mit einer teilweise vorzeitigen Modernisierung der Radaranlagen der Fregatten der „Sachsen“-Klasse „erfüllt die Bundeswehr eine wesentliche Erwartung des Bündnisses, erklärte Fregattenkapitän Andreas Uhl von der Planungsabteilung des Marinekommandos in Rostock. Die deutsche NATO-Vertretung meldete bereits den Vollzug der Integration der Fregatten in die Ballistic Missile Defense.
Nicht allein die direkte Teilnahme Deutschlands an einem Projekt, das der Kreml eine offene Aggression gegen Russland nennt, ist daran von Belang, sondern auch der Umstand, daß zwei dieser Fregatten, neben im Bau befindlichen Einheiten, für die „EU-Marine“ vorgesehen waren, deren Aufbau der Europäische Rat im Sommer beschlossen hatte.

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