James Clapper kokettiert mit Militärputsch

Neue „Fakten“ präsentierte der oberste amerikanische Schlapphut nicht in der Kongressanhörung zu den angeblichen russischen Eingriffen in die Präsidentschaftswahlen, dafür seine „gewachsene Überzeugung“ und sein „Vertrauen“ in die „Einschätzung„, die Urheber säßen im Kreml.

Die „Faktenlage“ ist Clapper zufolge also dieselbe, auf die Obama seine Entscheidung zu einer „gemessenen Antwort“ gegründet hatte, doch die war weder ihm, noch seinen Claqeuren genug.

„I think what Obama did was throw a pebble. I’m ready to throw a rock,“ [Lindsay] Graham said, adding later: „Putin is up to no good and he better be stopped.“

Auf diese Meinung hat Graham „ein Recht“, aber wie sieht es mit folgender Antwort Clappers aus?

Clapper stopped short of declaring Russia’s actions „an act of war,“ saying that determination was beyond the scope of his office.

Die Antwort auf diese Frage, die das Vorrecht des Oberbefehlshabers Obama war und ist, war bereits erteilt, der kokette Sidestep eine Insubordination, auf die Clapper Richtung Trump aufsattelte:

„There’s a difference between healthy skepticism and disparagement,“ Clapper said. Vice President-elect Mike Pence has used the expression „healthy skepticism“ to defend Trump’s criticism of intelligence agency findings.

„Disparagement“ ist kein gebräuchliches Wort, es bezeichnet einen Legitimitätsverlust, den eine Handlung des Beurteilten nach sich ziehe. Ursprünglich benennt es den Standesverlust eines Adligen, der unter seinem Rang oder bürgerlich heiratet.

Natürlich spielt das alles auf der Ebene der Rhetorik, aber zu der gehört halt seit 2016 in den USA, Europa und der NATO-Bürokratie hinzu gezählt, daß die Geheimdienste gesetzmäßig ein Recht auf die eigenen Fakten erhalten haben, welches sie in den Stand setzt, einen unsichtbaren Angriff des erklärten Feindes zum Anlaß zu nehmen, den Kriegsfall auszurufen, wenn ihnen der politische Oberbefehlshaber darin folgt.

Oder auch nicht folgt. In den USA wie in jeder anderen Demokratie hat der Kriegsminister die Option, den politischen Oberbefehlshaber der Streitkräfte abzulösen oder ablösen zu lassen, falls der Generalstab ihn überzeugt oder ihm zustimmt, der Amtsinhaber sei außerstande oder nicht willens, seine Aufgabe zu erfüllen.
(Reuters)

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

8 Antworten zu James Clapper kokettiert mit Militärputsch

  1. BC schreibt:

    Woolsey setzt den Akzent anders und ambivalenter (als Antwort auf die Unterstellung, DT würde sich gerinschätzig über die community äußern) :
    „Donald Trump does that in his own way. He raised issues in a way that turned out to be very successful for him politically, got him elected president of the United States, when virtually everybody that he talked to said you can’t raise issues that way, So I think we all need to take half a step back and look at the fact that he handles things like this differently than a lot of other people.“
    http://www.nbcnews.com/politics/politics-news/ex-cia-director-james-woolsey-quits-trump-transition-team-n703766

    Gefällt mir

  2. tgarner9 schreibt:

    Es ist (läuft) ein Aufstand des CIA und DIA und unter dem im Eintrag genannten Umstand ist es nötig, fest zu halten, daß die Grenze zu einem veritablen Putsch schwammig wird. Eine gewisse Kelly Jackson Higgins, die generell die Vorwürfe an RU stützt, hat Angaben von RT bestätigt, die Details und deren Beurteilungen stammten im Wesentlichen – wenn nicht komplett – von einem private contractor, CrowdStrike. Das stützt m.E. auch die Behauptungen von McAffee, die RT zitiert: Die sog. „Russische Spur“ besteht aus „Indizien“, die allesamt keine direkte Verbindung mit dem angeblichen „Hack“ haben, der forensisch überhaupt nicht dokumentiert ist, weil DNC die Auswertung der Spuren in seinen Servern durch das FBI verweigert hat.
    Auch der von RT zitierte Robert M. Lee stellt sich nicht gegen die Kernaussage des DNI, sondern gegen die Unprofessionalität des Umgangs mit den (angeblichen) Daten.

    Unterdessen haben WaPo und Reuters unter Berufung auf die üblichen anonymen Quellen aufgesattelt: Das CIA will Mittelsmänner der Mittelsmänner Wikileaks in der russischen Bürokratie identifiziert haben. Sowas zu veröffentlichen ist nominell Hochverrat, wenn die Erkenntnisse nicht gerichtsfest sind, was Clapper zufolge der Fall ist, weil es dem „Feind“ u.U. Gelegenheit zu Gegenmaßnahmen gibt. Das ist genau ein Punkt, wo die Grenze zum Putsch durchlässig gemacht ist: CIA und DIA nehmen The Donald die Entscheidungshoheit in der Sache faktisch aus der Hand.

    Bei der Gelegenheit darf ich mich dafür loben, einen Bloomberg-Artikel vom 7.12. vorsorglich archiviert zu haben, der von dem Hintergrund der aktuellen Behauptungen als eine Warnung an Geschäftsträger gedeutet werden kann, sich von den „Diensten“ nicht über’s Ohr balbieren zu lassen.

    Gefällt mir

    • tgarner9 schreibt:

      Ich war offenbar schon woanders, als ich den Kommentar abfaßte. Ersetzt „DIA“ bitte durch „DNI“. Das Direktorat des Weißen Hauses, zuständig für alle „Dienste“, löste 2002 die Doppelrolle des CIA-Direktors als Präsidentenberater auf. Spätestens mit der Presidential Policy Directive 19 (2012), die aus dem DNI eine Whistleblower-GeStaPo machte, war klar, das Direktorat beaufsichtigte nicht die CIA, sondern CIA-Mitarbeiter, die gegen die Direktiven ihrer Führung opponierten und intrigierten. Und wie macht man das am Effektivsten?
      Genau. Mit eigenen Intrigen …

      Gefällt mir

  3. tgarner9 schreibt:

    Lt. Debka-file handelt es sich um eine Allianz zwischen den NATO-Generälen (Debka nennt sie bei dem Namen „Obama“) und Geheimdienstlern, die schlicht um viel Geld und viele Posten fürchten.

    Gefällt mir

  4. tgarner9 schreibt:

    The Donald bemerkt den putschistischen Charakter, doch, so scheint es, nicht seine eigene Ohnmacht.

    Gefällt mir

    • Klaus-Peter schreibt:

      Die scheint er aber durch den aufwieglerischen Charakter seiner Tweets gut zu kompensieren, von den retweets und likes abgesehen, reicht dazu ein Blick in die Kommentarspalte deines Links – Obama (u. seine Clique) war´s!!!

      Gefällt mir

  5. Pingback: 7.1. – Vermischtes | Themen & Essays

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s