SOCOM in systematischer Kill-Campaign gegen Söldnerkommandos

special_operations_command_ssi_n11348Das teilte Pentagon-Sprecher Peter Cook im gestrigen Presse-Briefing mit. Freilich benannte er nicht SOCOM als das operative Zentrum, doch mindestens die Mehrzahl, wahrscheinlich alle zugehörigen Luftschläge wurden mit Drohnen ausgeführt (1, 2, 3, 4).

Thomas Joscelyn fügt im Long War Journal ein paar Details und Hintergründe dazu, darunter die Tatsache, daß Aktionen dieser Art bislang offenkundig den Charakter von Strafaktionen gegen Befehlsverweigerer oder anderweitig illoyale bzw. aus der Gnade gefallene Söldnerführer hatten. Der Artikel wäre nur mit erheblichem Aufwand sachdienlich zusammen zu fassen, daher lasse ich euch mit ihm allein, bis auf ein paar Punkte, die ich heraus heben möchte.

Wie schon in voraus gegangenen Fällen könnte auch diesmal ein prominentes Ziel die sog. „Turkistan Islamic Party“ gewesen sein. Die TIP ist aus einem Verein mit dem Acronym ETIM hervor gegangen, die ein Ableger der türkischen Mujaheddeen-Rattenlinie des afghanischen Krieges gegen die SU in den 80er, 90er Jahren war. Lt Wikipedia soll diese Linie, die sich besonders gern, aber nicht ausschließlich der Uigurischen Expat-Szene in Kirgisistan und Usbekistan bediente, durch die Invasion Afghanistans unterbrochen worden sein, aber die Quelle widerspricht diesem Befund mit dem desinformativen Quatschsatz: „However, ETIM resurged after the Iraq War inflamed mujaheddin sentiment.“ Er legt immerhin eine Spur zu den wahrscheinlichen Urhebern des Wiederauflebens: Dem türkischen Geheimdienst MIT und seinem Tiefen Staat. Die türkische Regierung leistete seinerzeit dem Irakkrieg entschiedenen Widerstand, sperrte sogar die NATO-Basis Incirlik, und wird sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen haben, mit der TIP-line ein „Eisen“ im irakische Feuer der Aufstände und Gegenaufstände zu  haben, schon um über die Vorgänge und türkischen Verbindungen unterrichtet zu bleiben, auf welche der MIT keinen Zugriff hatte.
Stimmt, was Joscelyn offenbar vermutet, killt SOCOM jetzt eines der verbliebenen NATO- und Killary-Rackets im Tiefen Staat der Türkei. Die Begründung für den oben nicht motivierten Schluß bleibe ich schuldig 1, mache aber darauf aufmerksam, daß er sich in die US-Luftwaffenschläge auf Gegner der SAA und Hezbollahs um Palmyra und den Widerstand des CENTCOM gegen den türkischen Rojava – Krieg fügt, der wiederum eine Vorgeschichte in der Auseinandersetzung innerhalb der CIA hat, die zur Beendigung des FSA-Krieges  gegen Rojava 2013 führte und mit der Ablösung der Rolle der Muslimbrüder im Syrienkrieg zugunsten der saudischen Salafis in Zusammenhang steht.
Auch auf mögliche Zusammenhänge mit den Anschlägen auf das „Reina“ und den russischen Botschafter will ich aufmerksam machen. Ersterer ergibt sich schon aus der angeblich gesicherten „Uiguren-Spur“, und ich wies ja schon darauf hin, daß die Signatur nicht zum IS, wohl aber zu Al Nusra / Qaida passt. Vielleicht glaubt man dort an türkischen Verrat.
Im Fall des russischen Botschafters hat man in Rechnung zu stellen, daß die Turkmenischen Verbindungen zur TIP in Abwehr der kaukasischen Verbindungen von FSB und GRU unterwandert sind. Ein Teil der Informationen, die bei der Kill-Campaign Verwendung finden, könnten also von dort stammen.


  1. Eines immerhin: Die Berichte deuten an, daß sich die Ziele der Kill-Operationen auf dem Weg in die Türkei befanden, als sie getroffen wurden, denn es macht angesichts der Gesamtlage und der aktuellen Bevorzugung Ahrar al Shams durch die türkische Armee „keinen Sinn“, die Kommandoebene in Syrien zu belassen. Das bombardierte HQ befand sich vermutlich in Auflösung. Vielleicht sollten die Leute in den Yemen oder Sudan verschifft werden … 
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