Pausengeschwätz

Banter blogging wird ab April ein Teilformat werden. Aktuell lese ich nicht viel, aber Moonofalabama ist eine Adresse, die ich alle paar Tag noch anfahre und dieser Eintrag veranlaßt mich zu einigen vorzeitigen Bemerkungen.

Zum Rücktritt maßgeblicher Figuren im politischen Stand der USA vom Hochverratsverdacht gegen The Donald fiel Bernard folgende Diagnose ein:

The damage is done. „Western“ relations with Russia have been hurt. But also hurt are the reputations of the media and of the Democratic party.

Zu den Schäden zählt Bernard allgemein den „Vertrauensverlust“ der Medien und Politiker und zitiert in diesem Zusammenhang gar den ehemaligen Regime-Change-Agenten Vicky Nulands, aka Dick Cheneys, in der amerikanischen Botschaft in Moskau, Michael McFaul, der klagte, die antirussische „Hysterie“ und „Hexenjagd“ beschädige die amerikanischen Beziehungen zu guten Russen, die amerikanischem Werben um ein Gouvernement in Moskau, das die Föderation auflösen soll, sobald die Rohstofflagerstätten in den richtigen Händen sind,  nicht von vorn herein unzugänglich sind.

Wie kann man sich nur so einsargen? Wie kann Bernard plötzlich Demokratieideale hegen, über die er sich vor Monaten noch lustig gemacht hat und das just zu einer Gelegenheit, welche die Gesamtheit der US-Bürger von solchen Idealen seit mindestens eineinhalb Jahren zwangsverabschiedet?
Nicht nur US-Bürger. Auch in Europa bürgert es sich medial und universitär ein, eine Hälfte der Wahlbürger zu Abgehängten zu deklarieren, die de facto in Wahlkampagnen noch iwie zu berücksichtigen sind, obwohl dies de jure ein empörender Zustand sei.

In den USA weiß jeder Prolet, der noch mehr als Schnaps und Porno in der Birne hat, daß die Föderation aufgestellt ist, revoltierende Bürger bei Bedarf mit mindestens 1 Mrd. gebunkerter Verhackfleischungsmunition zu 10 Tausenden zu Fleischfetzen zu verarbeiten und nicht etwa die Armee bemüht werden muß, wenn es darum gehen soll, ganze Stadtteile in Schuttberge zu verwandeln, wie Erdogan es vorgemacht hat – das können Nationalgarde und Homeland Security mit entsprechend aufmunitionierten Hubschraubern erledigen. Der kapitalistische Bedarf an Affirmation der Sklaverei ist in den USA großflächig erübrigt. Wo er noch zählt, kann und wird er ständisch bedient werden. Darüber gibt The Expert’s Guide to Crying at Work hinlänglich Auskunft.

Doch zurück zur Imperiumspolitik. Lob oder Inschutznahme für Tillerson und Trump von einschlägigen Verdächtigen, darunter McCain sollen dem Teil der Öffentlichkeit, der sensibel für Botschaften an die niederen Stände geblieben ist, mitteilen, daß die Kampagne ihren Dienst getan,  ihren Zweck erfüllt hat. Wie sich das in der imperialen Militärpolitik taktisch ausprägt,  darüber werde ich im April im Einzelnen reden, natürlich u.a. anhand Syriens und – wie könnte es anders laufen? – Israel. Für den Moment verweise ich nur auf einen „Strategie“-Artikel von Pavel K. Baev, Putin might not wait for Trump to sort out his Russia policy, in der Reihe ORDER FROM CHAOS der Brookings-Institution, der diesen Erfolg eines sanften Coups der Chaos – Reiter mittels ihrer Dominanz in der Intelligence-Community zum selbstverständlichen Ausgangspunkt nimmt. Schade um B.

Für heute nur noch eine Bemerkung, damit ich die Sache nicht vergesse.

Vor einigen Tagen gab es einen alltäglichen Zwischenfall im Luftverkehr. Der Pilot einer indischen Passagiermaschine auf dem Weg nach London unterbrach weit vor dem europäischen Luftraum, wahrscheinlich unabsichtlich, den Funkverkehr für eineinhalb Stunden. Heathrow gab eine Warnung an die europäischen Kollegen aus und während vielleicht 60 Minuten, die zwischen den gescheiterten Kontaktversuchen und der Rückmeldung von der Maschine vergingen, ordneten der deutsch Geheimdienst und die Atomaufsicht die Evakuierung des KKW Grohnde an, welches das größte und gefährlichste Zwischenlager für hochradioaktiven Abfall Deutschlands beherbergt.
Die politische Relevanz des Vorgangs liegt in der anschließenden Presseveröffentlichung. Erinnert ihr noch, welcher Aufwand seinerzeit getrieben wurde, um die Spekulationen darüber, warum der kontrollierte Flug ins Terrain von GW 9525 in der Provence, nahe eines erst kürzlich stillgelegten und daher noch hoch brisanten KKW, in Frankreich und Deutschland zur Chefsache der Regierungen und der Geheimdienste wurde, nicht ins Kraut schießen zu lassen? Die Ernte von MH370 und MH17 wurde in Grohnde eingefahren und abgelagert. Nicht, daß die Maßnahme irgend einen militär/polizeitaktischen Sinn gehabt hätte. Im Falle eines Falles wäre man in Europa auf eine mitleidige Seele in den Reihen der Staatsterroristen angewiesen, denn zwischen der Übernahme eines Passagierjets und seinem Einschlag in ein KKW dürften kaum mehr als 15 Minuten vergehen.
Unterdessen bereiten US-NATO-Truppen die Neustationierung einer zusätzlichen Besatzungsmacht von 10 bis 15 Tausend Mann in Norddeutschland vor. Das wird nicht wirklich eine Versicherungspolice, aber sie wird dafür gelten …

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