Zur Lage in Rojava („Demokratische Föderation Nordsyrien“)

… gibt es einen ordentlichen Artikel von Elke Dangeleit. Zu bemängeln habe ich lediglich die Weitergabe der unbelegbaren und naiven Behauptung, die russische Politik und Putin persönlich hätten sich in der „Kurdenfrage“ zur Parteinahme für das Projekt Rojava entschieden. Dazu ein paar Bemerkungen.

Wenige Mann russischer Einsatztruppen, zusammen mit lokalen Milizen, die in sechs Dörfern westlich Manbij syrische Fahnen gepflanzt und sich Empleme der SAA angesteckt haben, bilden zusammen mit einer Einsatzgruppe von US-Marines einen Puffer gegen türkische Proxies im Raum Jarabulus-Al Bab. Eine Zusammenarbeit zwischen SDF und SAA, daher indirekt zwischen OIR und SAA, gab es auch bei der Isolierung Raqqas durch die Eroberung Tabkas und der Pumpstationen für die Wasserversorgung Aleppos am Euphrat sowie in mindestens Duldung, wenn nicht logistischer Hilfestellung für die Verbindung der Kantone Rojavas via Aleppo. Vom russischen Standpunkt war diese Kooperation und daher Suspendierung der Feindschaft zwischen Damaskus und Qamishli eine taktische Notwendigkeit, die sich unter anderem aus der durchgreifenden Auszehrung des syrischen Verbündeten und die nicht nachlassenden Angriffe im Süden und Osten des Landes ergab. Im „Westen“ werden generell die innenpolitischen Widerstände gegen Russlands Syrienkrieg unterschätzt und die bedingte Partnerschaft Russlands mit dem Iran schwer überschätzt. Finden Damaskus und Qamishli nicht wenigstens vorübergehend zu einem modus vivendi im Raum Aleppo – Deir Ezzor – Raqqa, würden zuschüssige Kräfte nötig, den Rumpfstaat zu halten, die, angesichts der grenzwertigen Belastung der Hezbollah durch den Krieg, nur Russland,  iranische Revolutionsgarden und irakische Schiitenmilizen stellen könnten. Dazu verweise ich auf einen m.E. hochinteressanten, wenngleich arg gekürzten Subscriber-Artikel von DebkaFile, veröffentlicht vor einer Woche.

From the Kremlin’s viewpoint, a large-scale US-0Russian-Krudish military campaign against the Islamic State in Syria would additionally frustrate Iran’s main objective, which is to create a land bridge through northern Iraq and Syria to the Mediterranean. Putin believes that, once Tehran realizes that Trump will never let this plan take off, the Iranians will pull their forces out of Syria, because their only link with home base would still be by air or sea, both of which routes are exposed to Israeli attacks.
Apparently, Netanyahu indicated to Putin that, for want of any other options, Israel would consider a direct attack on Iranian and Hezbollah forces in Syria.
The Russian President listened but did not comment.
Judging from the past, Israel would almost certainly ask for a green light from Washington before going through with such a plan – unless, of course, Netanyahu decides that the IDF can go it alone.

Wenige Tage später griff die IAF syrische Truppen bei Palmyra an. Die russische Reaktion: Zero. Ob eine Pressemeldung, der der russische Außenminister habe den israelischen Botschafter einbestellt, stimmt, wissen die Götter.

Es sieht demnach so aus, als strebe die russische Regierung ein stummes Übereinkommen mit gemäßigten Zionisten und der Trump-Administration an, die schiitischen Milizen zu Lasten der syrischen militärischen Ständeherrschaft mit politischen Mitteln aus dem Lande zu verdrängen. Eine teilautonome kurdische Föderation könnte in solchen Überlegungen die Rolle einer anti-iranischen Pufferzone zukommen, genauso wie einer künftigen „sunnitischen Entität“ in Anbar, die sich auf Teile des syrischen Ostens, möglicherweise einschließlich Deir Ezzor, längerfristig auch Raqqa erstrecken könnte. Letzteres würde auch die Chaos-Reiter vorübergehend befrieden, sodaß für ein paar Jahre die Komplikationen des levantinischen Kriegsschauplatzes gemindert werden könnten. Solch ein Plan setzte zusätzlich auf eine mindestens vorübergehende Mäßigung der amerikanischen Angriffe auf den Iran, die andernfalls zuverlässig einen Machtverlust der sog. „Reformer“ in Teheran herauf beschwören.

In Rojava müßte man andererseits damit rechnen, daß Russland Partei für die türkischen Bestrebungen nimmt, einen kurdischen Bürgerkrieg zu stiften oder gar militärisch zu erzwingen, die auch von einer Mehrheit der NATO-Staaten gestützt oder mindestens geduldet werden, die KDP-Peschmergas ausbilden und bewaffnen (in vorderster Rolle  Deutschland, Niederlande, Canada). Die antipatriarchalische Rätedemokratie Rojavas und der Jeziden im Irak ist im Kreml nicht weniger unbeliebt, als in Ankara und Teheran.

Andererseits halte ich daran fest, daß die Genannten sich schon kurzfristig über das Verhältnis der iranischen Gotteskrieger zu den kurdischen Sozialrevolutionären irren könnten. Erdogan und Barzani begingen einen schweren Fehler, als sie im letzten Jahr einen Kleinkrieg der jahrzehntelang militärisch inaktiven KDP-I im Iran anstifteten. Unglücklicherweise überschlugen sich einige Sprecher der PYD mit Lippenbekenntnissen zum Kampf gegen die Hoheit der Teheraner Theokratie über die iranischen Kurdengebiete, aber das könnte heilbar sein. Vom Standpunkt Teherans sind Sozialrevolutionäre, die lokale und regionale Administrationsrechte fordern, die ihnen die iranische Republik auf kulturellem Gebiet strichweise ohnehin als Preis für die Anerkennung der Zentralherrschaft Teherans gewährt, den Nationalisten allemal vorzuziehen.

Ich denke, in Rojava täte man gut daran, voll und ganz auf die eigenen Kräfte sowie die der Parteigänger und Sympathisanten in der Türkei zu setzen. Die Tage der türkischen Führerdiktatur könnten trotz russischer Stützung schneller gezählt sein, als die Mehrheit der Kommentatoren anzunehmen scheint. Russisch-türkische Großprojekte heilen den Niedergang der türkischen Wirtschaft nicht nachhaltig.

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16 Antworten zu Zur Lage in Rojava („Demokratische Föderation Nordsyrien“)

  1. tgarner9 schreibt:

    Falls Frau Dangeleit aus privaten Quellen schon von der offiziellen russisch-kurdischen Zusammenarbeit zur Verteidigung Afrins wußte, habe ich ihr Abbitte dafür zu leisten, ihr Urteil über das russische Engagement naiv genannt zu haben. Die „direkten Beziehungen“ unter Umgehung Damaskus sind einigermaßen verpflichtend, weil ein Rücktritt von diesem Schritt die russische Autorität in Damaskus beschädigen müßte, An meinen Einwänden und Überlegungen ändert das allerdings fast nichts, denn der Kanton Afrin ist nicht die Föderation Nordsyrien und aus taktischen und ökonomischen Zwängen heraus haben die syrischen Beziehungen zur Afriner Regionalverwaltung schon seit langer Zeit föderalen Charakter.

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    • Ein Sheeple schreibt:

      „The agreement was based in the framework of cooperation in the fight against terrorism“ und dann mal gegen die Terroisten in Idlib oder die im Norden vorgehen…denn alles ausser Russland, SAA und die heimischen Kurden sind dort völkerrechtlich illegitim und damit legitime militärische Ziele. Schönes Druckmittel gegen die Türken.

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    • Klaus-Peter schreibt:

      Anna News hat übrigens schöne Bewegtbilder vom Aufbau der „Schlichtungsstelle“

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      • tgarner9 schreibt:

        Was hat denn der Offizier Anstößiges gesagt, das heraus geschnitten wurde?

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      • Klaus-Peter schreibt:

        Ach, keine Ahnung. Die Untertitel sind wohl auch etwas versetzt?!

        Nunja, da mich solcher Kram erfreut – heute kursierte ein Filmchen, in dem (dieselben?) BTRs neben der russischer Tricolore auch die YPG/ J Wimpel flattern ließen. :)

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  2. tgarner9 schreibt:

    Der Reuters-Artikel Exclusive: Syrian Kurdish YPG aims to expand force to over 100,000 ist ein Stück selten einmütiger kurdisch-transatlantischer Propaganda, denn Xelil spricht dort für einen v.a. in Qamishli konzentrierten Flügel der YPG’s. Vor allem im Kanton Kobani sind die Widerstände gegen eine Umwandlung der YPG’s in Abteilungen einer institutionellen Armee sehr lebhaft. Auch die Führung der YPJ’s – der weiblichen Gruppen – hat mehrfach zu erkennen gegeben, sie weiß, daß eine institutionelle Armee alle revolutionären Projekte und Pläne über kurz oder lang zum Scheitern bringen müßte. Es begänne eine gesonderte Wiederholung der Geschichte der Kriegerpatriarchate, die außerhalb einiger tribaler Verbände in Afrika, Nordamerika und in abgelegenen Regionen Asiens stets in einer patriarchalen Stände- und Eigentumsordnung mündete.

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    • Ein Sheeple schreibt:

      Die Türkei wird nicht mehr lange ihr doppeltes Spiel treiben können ich denke das die USA sehr bald Farbe bekennen müssen und dann muss dies auch die Türkei. Ab diesem Punkt wird es kein rumlavieren mehr geben und sie werden, wenn sie in der Nato bleiben, aus nordsyrien gehen müssen oder, was sehr unwahrscheinlich ist, sie werden sich Russland verpflichen und aus der Nato austreten. Dann wäre Nato seiting aber Polen offen und Erdogan würde keine Amtszeit mehr überstehen. Die Türkei als ganzes wahrscheinlich nicht. Deswegen denke ich wird es zu einem Rückzug der Türken kommen unter Garantierter Übernahme der Gebiete durch die SAA und sicherheitsgarantien das die Kurden das Gebiet nicht bekommen, alles andere könnte die Wahnsinnigen tatsächlich auf Konfrontation gen Russland oder in die Arme Russlands treiben. Beides wäre absolut tödlich für die Türkei. Die Frage wäre dann nur wer Konstantinopel plattmacht: T14 oder M1A2 Panzer.

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      • Ein Sheeple schreibt:

        hmm hier sollte das nicht hin…eine ebene Höher.

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      • tgarner9 schreibt:

        Passt schon, Sheeple, und weil viele Kriegsfilmliebhaber an Syrien interessiert sind, antworte ich Dir mal ausführlich.

        Am Bab-Feldzug der Türken und ihrer FSA-farbigen Daeshianer war haarklein zu beobachten, daß und warum der aktuelle Stand der Mobilisierung und nur ein Weniges mehr an Bewaffnung die syrischen Kurdengebiete gegen reguläre Armeen schützt, wenn man noch die Erfahrungen der Verteidigung Kobanis hinzu fügt.

        Der Dscharabulus-Al-Bab- Feldzug konnte auf die geschehene Art nur geführt werden, weil ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung das Gebiet schon geräumt hatte. Geblieben war ein Teil der Feldbauernbevölkerung ab dem mittleren Alter, weil die Daeshianer von dem Land leben, das sie beanspruchen. Sie müssen, von punktuellem Terror zur Entmutigung von Gegenwehr abgesehen, die Bevölkerung arbeiten lassen, von deren Produkten sie lebt Der bleibende Teil der Bevölkerung stellt sich zu ihnen als einer Landplage. Die kommen halt und gehen dann wieder, weil sie vor Ort nichts zu gewinnen haben, wenn’s kein Öl oder dergleichen gibt.
        An den Rändern dieses Gebietes holten sich die Invasoren an den Verteidigern blutige Nasen und sie konnten Al Bab selbst mit der unwillkürlichen Hilfe der von den anderen Seiten dorthin drängenden Feinde nur unter schmerzlichen Verlusten nehmen, weil die gebliebene Bevölkerung sich gegen sie nicht minder feindselig verhielt, als gegen die schwarzen Daeshianer. In der Endphase spielten die Einwohner beide Seiten gegeneinander aus, indem sie sie wechselseitig in Fallen laufen ließ oder sie ihnen gar selbst stellte.
        Die Türken können die Einwohner Rojavas in den Grenzregionen blutig bedrängen, aber sie könnten das Gebiet selbst mit der einzig viablen Methode, die auf israelisch „Dahiya-Strategie“ heißt, nicht erobern, denn dazu müßten sie nach dem Massenmord und der Verwüstung loyale Bevölkerung dort ansiedeln, und das ist immens teuer, in jeder Hinsicht, politisch, ökonomisch, kreditorisch. Israel kann dem Libanon und Syrien mit einer gewissen Glaubhaftigkeit mit einem Vernichtungsfeldzug drohen, weil es hernach einfach die Bevölkerung der Westbank in diejenigen Gebiete deportieren könnte, die es nicht selbst haben will, und weil es für die im engeren Sinne israelische Inbesitznahme den ganzen Kredit der Weltwirtschaft direkt oder indirekt beanspruchen kann – davon lebt Israel seit seiner Gründung.

        Jetzt gehen wir mal zurück auf den Reuters-Artikel. Für Rojava ist Einrichtung und Unterhalt einer stehenden Armee i.e.S. zweckfreier Bullshit, es sei denn, jemand hofft irrerweise, der Türkei oder dem Irak mit einer kurdisch-arabischen Invasion drohen zu können. Warum kommt Xelil mit dem Bullshin auf die internationale Bühne? Um Erdogan zu eeargern und über Stöckchen springen zu lassen? Ich kenne Xelil nicht, weiß nicht, wie helle er ist, aber nein, er kommt mit sowas angedackelt, WEIL es mit Brett McGurk oder irgend einer hohen Centcom-Fregatte abgesprochen ist, für DIESE Leutz macht es „Sinn“, Erdogan vorzuführen. Zumal YPG-Verbände in Afrin, bei Tal Abyad und Qamishli seit etwa zwei Monaten türkische Armeegruppen unter grenzüberschreitendes Vergeltungsfeuer nehmen, weil Centcom ihnen das wohldosiert erlaubt. Seither ist grenzüberschreitendes türkisches Artilleriefeuer fast vollkommen auf Gelegenheiten beschränkt, da es Scharmützel zwischen ihren syrischen Abteilungen, Proxies oder nicht, und den YPG’s gibt, weil für diesen Fall haben auch sie eine US-Lizenz, wegen der „Konzentration auf den gemeinsamen Feind“ „Selbsterziehung“ nannte man das mal.

        Der „Witz“ an der Lage ist nun, daß dieser von den USA, genauer: einer Fraktion der US-Elite geschaffene Status Quo nicht mehr einfach aufzubrechen ist. Der Versuch käme mit immensen Kosten, die nur zu rechtfertigen, und vielleicht auch zu mindern sind, wenn es in der Region einen neuen Krieg gibt. Genau das ist der Grund, warum die Barzani-Kurden scheinbar gegen jede politische und militärische Vernunft gegen die Sozialrevolutionäre losschlagen. Sie tun das dosiert, in der Hoffnung, irgend eine machtvolle Adresse außerhalb der Türkei nimmt sie in den Schoß. Und sei es indirekt. Für russische Militärpolitiker ist des definitiv eine schwere Versuchung, einen kurdischen Bürgerkrieg anheizen zu helfen, weil es für einige Jahre den Iran aus dem Focus nähme. Denn bevor der Iran in arge Bedrängnis kommt, muß Russland atomar zuschlagen, weil es sonst an den grenzüberschreitenden Komplikationen zugrunde zu gehen droht.

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  3. Ein Sheeple schreibt:

    Die Frage die bleibt ist hier: Wie weit sehen sich die Türkei in der Lage ihr eigens Ding noch weiter durchzuziehen? Und: wie sehr fürchtet der Türkische Staat die Kurden und ihre Paralellwelt in der Südtürkei? Ich hatte mich die ganze Zeit gefragt warum es gegen die ethnischen Säuberungen so wenig Protest innerhalb des türkischen Apparates gibt…bis ich es mal ein wenig auf uns übertragen habe, ein wenig ausgebaut und mit Terror gegen die Polizei und Armee garniert habe. Bei uns wären wahrscheinlich schon längst wieder die Züge gefahren wenn die türkische Paralellgeselschaft in Deutschland sich derart gebärdet hätte wie die Kurden dort. Die Idee von Öcalan ist schlicht Staatszersetzend. Egal wie here die intentionen dahinter sind. KEIN Staat der Welt darf aus reinem Überlebenstrieb heraus sowas zulassen. Was der türkische Staat dort tut ist schlicht der Panische Versuch die komplette kurdische Autonomie zu verhindern die die PKK durch staatsähnliche Paralellstrukturen dort aufgebaut hat.

    Kurden: Interesante These zur Barzani…nur dumm für den autokraten das keiner, der dort absehbarer Zeit bleiben wird, interesse hat, denn Ich bezweifel das die USA den Chaos Vögeln noch länger als militärischer Handlanger dienen wird. Zu deutlich versucht Trump seine Vasallen zum Mitmachen zu animieren.
    Für die Russen ist das in der Tat ein sehr große Versuchung…und das die Chaos Vögel nen Status Quo geschaffen haben den die Russen nicht beseitigen könnten halte ich für ein sehr großes Gerücht…vielleicht sollte Russland mal mit den Rojava Kurden reden, wenn das nichts bringt, Barzanis Peshmerga für ein, zwei Dörfer von der Leine lassen und zusehen wie die USA in Rojava ihre Sachen packen und heimfliegen…wie Mutti das mit Trump klären will würde mich BRENNEND interessieren…Druck über die jeweiligen Proxy können die Russen recht leicht ausüben. Afrin ist ja jetzt schon Russisch verbündet, Rojava jetzt schon zu unterstützen ist wegen der Amis mom einfach ne doofe Option wenn man die USA da raus haben will. Währenddessen kümmert sich die SAA um den IS und baut gen Isreal ne Verteidigung soweit aus, das die Raid kosten der Israelis in Bomben Reichweite kommen und schon ist auch Tel Aviv ruhig.

    Das Verhältnis Iran-Kurden wäre in der Tat sehr interessant. Ich hoffe sehr das Teheran weiß was es an diesen Sozialrevolutionären in Rojava hat. Ungeachtet der PDKI Angriffe. Wie ich schon damals sagte das Kurden Kapitel ist nochmal ne komplett eigene Hausnummer. Und das wird jetzt langsam aufgeschlagen.

    Man merkt deutlich das die Amis keine Power mehr haben, Damals™ hätten sie einfach an beiden Hotspots zugleich Stress gemacht. Jetzt ist es fraglich ob sie selbst in Rovaja die Eier haben ein paar Kugeln zu fangen. Das der Iran aus dem Focus ist merkt man alleine daran schon das es dort seit Wochen extrem still geworden ist. Solange die

    Mehr sorgen macht mir hier der Schift der Chaos Vögel nach Europa via Nato com und Tranbsatlantikern. Wenn mutti nicht die Kurve kriegt werden wir mit Polen an der Westgrenze zündeln und mit Pech ein zwei heftige Watschen von den Russen fangen.
    Das Kruppzeuch hat wohl gemerkt das es in Washington an Boden verliert.

    „Denn bevor der Iran in arge Bedrängnis kommt, muß Russland atomar zuschlagen, weil es sonst an den grenzüberschreitenden Komplikationen zugrunde zu gehen droht.“

    Naja gleich mit dem dicken Hammer müssen sie nicht kommen aber sie werden definitiv einen militärischen Schlussstrich ziehen müssen wenn die USA wirklich auf den Iran losgehen sollte. Eine komplette Armee in die MENA stellen und dann ist schlagartig Ruhe. Das ist aber für die Russen wirtschaftlich sehr kräftezehrend nach altem Wirtschaftssystem. Wenn sie es aber schaffen vorher auf subsidierung aller westlichen Produkte umzustellen und ihre Chinesischen Beziehung erweitern, sollte es verkraftbar sein. Sollten die Chaos Vögel DANN noch immer meinen sie können da weiter rummurksen, ja dann muss Moskau wirklich den Atomaren Hammer rausholen. Aber alleine die Wirtschaftlichen Verwirbelungen die das auslöst sollte die EU, die USA und die Chaos Vögle derart in wirtschaftliche Schieflage bringen das sie von jeder weiteren Einmischung absehen.

    oder?…

    dieser Text hier: http://norberthaering.de/de/27-german/news/785-gates-indien
    lässt mich fragen wie weit Indien damit in die Hände der Neocons fällt…weil Indien ist eine echte Hausnummer die man bloß nicht unterschätzen darf. Und ab wann China dann endgültig der Kragen platzt. Weil wenn Russland dann mit einer Armee in der Mena Region wirklich die Börsen zum kollabieren bringt würde Indien dann ebenfalls den Bach runtergehen…vieleicht könntest du recht behalten mit deinem Atomhammer.

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    • tgarner9 schreibt:

      Die HDP staatszersetzend? Was für’n Hirnriss. Die überwältigende Mehrheit der Kurden hatte sich für die Integration entschieden – um den Preis lokaler Autonomie und regionaler Sonderbefugnisse. Etwas, das Bayern übrigens bis auf den Tag hat. Das ist nach den bestialischen Kurdenkriegen staatstragend, nicht zersetzend – aber in der Tat unvereinbar mit Regional- oder gar Großmachtambitionen im Zuschnitt des „Führers“. Mit maßvolleren Regionalmachtambitionen kollidierte es nicht zwingend, könnte ihnen umständehalber sogar förderlich sein, jedenfalls so lange, wie demokratischer Konföderalismus ein Minderheitenziel geblieben wäre.

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      • Ein Sheeple schreibt:

        Die HDP hat nicht sehr viel damit zu tun wovon ich rede. Sondern die Selbst-organisation der Kurden. Das ganze System ist Personengebunden nicht Gebietes gebunden. Die kurden haben aufgrund der Zentralstaatlichen Struktur und der strukturellen Diskriminierung angefangen sich selbst zu organisieren. Und zwar auf eine Weise die es ihnen ermöglicht hat faktisch völlig autark innerhalb des türkischen Staates zu leben. Eine richtige durchorganisierte Paralellgeselschaft mit eigenem Rechtsystem etc. pp. Das war wohl vielen Beamnten des türkischen Staates ein Dorn im Auge. Und auch in Deutschland würde eine derart Hochgradig durchorganisierte Paralellgeselschaft zu Problemen führen…nein sie FÜHRT bereits zu ersten Problemen siehe Miris in Bremen oder die Storys aus Köln Kalk. Du hast es irgendwo, imho auf Heise, mal geschrieben das es der „Unterwerfung“ bedarf damit ein Staat richtig funktionieren kann, nachdem ich mir das mal angehört habe wie das wohl so funktioniert hat in der Südtürkei, Harburg hat viele Kurden, kann ich wie gesagt verstehen warum der türkische Staat so reagiert hat und warum wir in Deutschland wahrscheinlich ähnlich reagieren würden wenn diese System hier in Deutschland genauso konsequent durchgeführt werden würde. Ähnlich wie die Piraten mal von „Liquid democracy“ geredet haben kann man bei den Kurden hier von „Liquid State“ reden. und das kann, wie du selber schreibst, zu Problemen führen wenn man es auf die Spitze treibt innerhalb eines zentralistischen Staates, Weswegen ich von staatszersetzend schrub. weswegen ich auch schrub das eine Föderale Republik ala Deutschland für das neue Syrien ideal wäre weil so die Kurden ungehindert ihren Liquid State leben könnten ohne sich gegen die Damazener Zentrale aufzulehnen.

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      • tgarner9 schreibt:

        Okay, lassen wir das. Ich will lediglich darauf aufmerksam machen, Deine sog. „Selbstorganisation“ bestand de facto in der Besetzung von Orts- und BezirksVERWALTUNGEN mit imperativen Mandat und Quotenregelungen, ergänzt um die Etablierung haufenweiser Kommitees, über welche die Bevölkerung den Verwaltungen zuarbeiten bzw. diese kontrollieren können sollten. So in etwa hatten sich die „Fundis“ unter den deutschen „Grünen“ ihren Beitrag zur parlamentarischen Demokratie einst vorgestellt.
        Und die HDP hat alles damit zu tun, denn der Erfolg des Bündnisses div. Kurdenparteien / organisationen mit „linken“ und säkularen Leuten / Verbänden im Westen des Landes war das Unerträgliche für die Führungen der AKP, MHP und CHP.

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      • tgarner9 schreibt:

        … nicht nur mit „linken“ und säkularen Kräften, erfuhr ich heute als Nebenprodukt meiner Recherchen zum Meeting in Sanliurfa:
        http://www.hurriyetdailynews.com/local-tribes-shift-to-hdp-from-akp-persuasion-commissions-cited-as-reason.aspx?PageID=238&NID=82275&NewsCatID=338

        A number of local tribes in southeastern Turkey that are known to have voted for the ruling Justice and Development Party (AKP) for the past 12 years have turned to the Peoples’ Democratic Party (HDP), campaigning on the streets of Şanlıurfa in favor of the HDP.

        Mehmet Koşut, the head of the HDP in Şanlıurfa’s Suruç district, said the shift from the AKP to the HDP in Turkey’s southern tribes was due to the “persuasion commissions,” which are attended intensively by tribal leaders.

        The “persuasion commissions” are made up the region’s opinion leaders, religious leaders, civil society representatives, young people, and professional representatives.

        The commissions choose the people who have good relations with a certain tribe and send this delegation to hold days-long meetings to understand what the tribe wants and needs.

        The HDP has in recent years sought to transform this traditional regional structure into a modern political mechanism, Koşut said.

        Koşut also cited the protests over the siege on the Kurdish-populated town Kobane in northern Syria on Oct. 6-7, in which dozens of lives were claimed as they demonstrated against the government’s perceived inaction against the Islamic State of Iraq and the Levant’s (ISIL) advance.

        Nearly all of the tribes siding with HDP today have been staunch supporters of the AKP over its 13 years in power.

        The Raman tribe, which has a vote potential of around 20,000, from the southeastern Batman province, and the Alpahanlar tribe, also from Batman, to which the AKP’s Agriculture Minister Mehdi Eker belongs, are said to have shifted to the HDP.
        May/11/2015

        9 Wochen später, am 20. Juli, wurden Dutzende kurdischer Jugenlicher in Suruc zerfetzt und der Kurdenkrieg neu begonnen.

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