Israelischer Geheimdienstchef bekräftigt Liebermans Vernichtungsdrohung gegen Damaskus

Vor einigen Tagen hat sich die politische Öffentlichkeit geweigert, die Drohung des israelischen Verteidigungsministers, Israel werde die nächste Gegenwehr Damaskus gegen israelische Luftangriffe mit der Totalzerstörung der syrischen Luftwaffe beantworten, ernst zu nehmen. Heute forderte der Ministerialdirektor der israelischen Geheimdienste, Chagai Tzuriel, via Reuters, „Russia must limit Iranian power in Syria“. Dazu führte er exakt die Rationale an, die ich vor vier Tagen in diesem Eintrag vorgestellt hatte.

Der Text der Chaos-Reiter von der Reuters-Redaktion wird vermutlich den meisten Lesern meine Überschrift nicht einlösen. Dann nehmt euch die Zeit, den Vorläuferartikel in der ToI vom 2.(!) März zu lesen, in dem sich Tzuriel mit denselben Urteilen zitieren läßt und noch einiges hinzu fügt, z.B. dies Angebot:

Criticizing the previous US administration, he said president Barack Obama’s decision, in 2013, to not use military force against Assad’s regime … “was a pivotal moment for the entire region.”
“This moment changed everything,” said Tzuriel, who served as the Mossad’s representative to the US a few years ago.”It showed Putin that the US was not willing to use force. It opened the door for Russia to take center stage.”

Ergänzt um diese Drohung Richtung Washington:

“Whatever happens in Syria today will greatly impact the region, and beyond, for years to come.”
The war there shows that the entire world is now made up of “frenemies,” countries with conflicting interests, he said …

Macht euch klar (bzw. lest es nach), Liebermans Ankündigung läuft auf dasselbe Szenario hinaus, das Obama mit Chief of Staff General Dempsey im Rücken verworfen hatte, eine Entstaatlichung der syrischen Rumpfherrschaft. Diese Drohung ergeht daher virulent gegen Europa, was, gemäß der Fraktionsspaltung in Washington, eine Drohung und ein Angebot zugleich darstellt.
Derweil nehmen die Daeshianer der Südfront das Angebot schon mal probehalber praktisch wahr: Syrian Troops Counter-attack After Damascus Rebel Incursion. Ohne Luftwaffenunterstützung sähen SAA und Hezbollah an dieser Front ziemlich alt aus, v.a. wären Artillerieangriffe auf das Damaszener Zentrum viel schwerer zu unterbinden.

Ich will daran erinnern, daß ich auf meinem alten Blog schon im Frühjahr 2013, noch vor der Verwicklung der Al Ghouta-False-Flag, schrieb, die Entscheidung des Syrienkrieges laufe gemäß der Logik der Verfassung des Imperiums unweigerlich auf die zionistische Militäraristokratie zu, weil ich den Eintrag damit auch schon schließen will. Was rede ich mir den Mund fusslig. Naja, dies noch:
Die Intervention Reuters – nicht allein Tzuriels, der o.zit. eben unbeachtet schon vor drei Wochen schrieb, als die politische Welt Israel aus dem Syrienkrieg abgeschrieben wähnte – ist die erste Stufe der Verwirklichung der Drohung Liebermans. Sie wurde auf Ministerialebene zur diplomatischen Größe, zum ersten Stadium des Übergangs zur militärischen Aktion, die daraufhin jederzeit beginnen kann – oder unterbleibt, falls die zionistischen Forderungen ein Echo finden sollten, das Tel Aviv seine Karten neu wägen läßt.

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Eine Antwort zu Israelischer Geheimdienstchef bekräftigt Liebermans Vernichtungsdrohung gegen Damaskus

  1. Ein Sheeple schreibt:

    Wie gesagt Gekräht wird viel, was GEMACHT wird ist wichtig.
    Die USA haben jetzt trotzdem Truppen in Syrien, wenn auch verschwindend geringe um niemanden ernsthaft auf’n den Keks zu gehen (besonders den Russen nicht), aber man kann sie wunderbar als Grund zur Aufstockung nehmen wenn sie angegriffen werden. Die Option ist also durchaus noch offen. Egal was der Winkeonkel im Weißen Haus sagt. Und solange nicht Mekavas in nennenswerter Anzahl durch die Vororte von Damaskus brausen oder die IAF Dauerangriffe auf das Stadtzentrum fliegt, sie das was Israel sagt nur heiße Luft.

    Erst wenn die Anzahl der US Truppen eine Größe erreicht mit der Man Wirkung erzielt kann man auch beurteilen was die USA wirklich vorhaben bzw. was sie sich trauen umzusetzen.

    Das Russland mit nur rund 5000 Mann derart Wirkung erzielt ist bezeichnend für die Verfassung der SAA und ihrer Verbündeten. Erstens ist die Effektivität weit höher und zweitens kämpfen die Russen nur sehr begrenzt mit. dh. Die „Wirkung“ wird von anderen erzielt, nicht von Russland und die Luftangriffe haben immer nur unterstützende Wirkung sind aber nie Ausschlaggebend. Was man auch wunderbar an AFG gesehen hat. Trotz völlig und andauernder Luftüberlegenheit geraden die Amis dort immer wieder ins Schwimmen.

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