Syrien – Testlauf zum Großangriff

Wenn Boris Johnson Assad in jüngsten Äußerungen im Zusammenhang mit der Khan Sheikoun-Inquisition ein „Monster“ nennt, „das enthauptet werden muß„, ist das gewiß keine unkalkulierte Rhetorik. Die SZ und der WDR haben sich unterdessen an eine neue britische Kampagne gegen Asma al Assad angeschlossen.

Nachdem kurdische Quellen von konkreten Vorbereitungen für eine türkische Invasionn im Nordirak berichtet haben, berichtet die libanesische Zeitung Al Akhbar von Zeugenaussagen zu noch handfesteren Vorbereitungen für einen von britischen und amerikanischen Offizieren geleiteten saudisch-jordanischen Feldzug im Süden Syriens, bis hin zum Aufmarsch schwerer Artillerie im Grenzgebiet. Parallel dazu  bereiten ISIL-Provokateure in der Enklave entlang der israelischen Grenze, die sie seit Jahren unter dem Schutz der IDF gegen Rivalen und Angriffe der „Anti-ISIS-Koalition“ besetzt halten, Angriffe vor, die einer Intervention den Vorwand liefern könnten.

Unterdessen mehren sich Zeugnisse, die berichten, der Anschlag auf schiitische Flüchtlinge in Rashidin, bei dem Vorkehrungen getroffen wurden, so viele Kinder wie möglich zu treffen, habe auch die vorbereitete Entführung einer bislang unklaren Anzahl von Kindern und Erwachsenen eingeschlossen. Wenn manche Quellen von 280, andere von 200, wieder andere von „einigen Dutzend“ Entführten sprechen, die über Al Bab in die Türkei geschafft worden sein sollen, spricht das unter den gegebenen Umständen nicht gegen die Richtigkeit der Beobachtung. Sie weckt die Erinnerung an die Vorbereitung der Al Ghouta-False Flag. Damals hatten Jihadis während eines militärisch sinnlos erscheinenden Angriffes auf zwei Dörfer in Latakia um die 300 Zivilisten in die Türkei entführt, von denen Dutzende Wochen später in Massaker-Marketing Videos die Rolle von Opfern des angeblichen syrischen Giftgasangriffes spielten.

Debka.file droht unterdessen mit dem bösen Scherz, die syrische Luftwaffe habe alle ihre Flieger auf der russischen Basis Hmeimim in Sicherheit gebracht, einen Großeinsatz der israelischen Luftwaffe an. Buchstäblich ernster zu nehmen ist die darunter plazierte Behauptung, das israelisch-russische Abkommen zur Vermeidung von militärischen Zwischenfällen in und über Syrien gelte nicht mehr.

Derweil erhöht Reuters den „Druck auf Putin“ mit einem Inquisitionspamphlet, das vor Abwicklung des Mythos vernünftiger Herrschaft nur Stirnrunzeln und Gelächter auf sich gezogen hätte.

Die Vorbereitungen für eine türkische Operation im Irak halte ich für konkreter und realer, als den Rest, der eher darauf zielen dürfte, den Kreml, und besonders den Widerstand seiner Alliierten gegen ein „Syrienabenteuer“, namentlich Kasachstan, auf die Probe zu stellen.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Syrien – Testlauf zum Großangriff

  1. Pingback: Syrien – deutliche Antwort von Lawrov | Themen & Essays

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s