MH370 – Retrofitting reloaded

Nö, ich laß das Thema nicht fallen. Die Modalitäten und Umstände der Entführung der malaysischen Verkehrsmaschine am 8. März 2014, mit hoher Wahrscheinlichkeit in Richtung Diego Garcia, nebst des anschließenden internationalen Cover-up, an dem sich auch China beteiligt hat – die Mehrzahl der Passagiere waren Chinesen – bergen Schlüssel für Hintergründe, Allianzen und Zwangsverhältnisse in den Fraktionskämpfen im Imperium, welche geeignet sind, Kriegsverläufe entscheidend zu prägen und zu denen es keinen nichtmilitärischen Zugang gibt, weil sie auf Optionen staatsterroristischer Gewaltanwendung von Kriegsbeteiligten beruhen, die sich nationalen Hoheitsverpflichtungen entzogen haben. Obendrein steht der Fall möglicherweise in direktem Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg.
Und schließlich illustriert der Vorgang Fortschritte in der Inquisitionskultur.

Zur Vorgeschichte der jüngsten Nachricht erzähle ich aus dem Gedächtnis. Skeptiker könnten zunächst das in diesem Eintrag verlinkte Video mit einem Interview des damaligen malaysischen Verteidigungs- und Verkehrsminister konsultieren, das , zusammen mit dem zweiten Teil, etwa 25 min ihrer Zeit in Anspruch nähme.

Die weitgehend gesicherten Tatsachen zum Verlust von MH370 sind an einer Hand abzuzählen. Etwa 40 min nach dem Start von Kuala Lumpur in Richtung Peking, über dem Golf von Thailand, wurden der Transponder abgeschaltet, die Satellitenverbindungen unterbrochen und die Maschine in einer irregulär erscheinenden Wende – rechts angesetzt, links vollendet – auf einen Rückkehrkurs gesteuert, von dem sie nördlich in Richtung des malaysischen Militärflughafens Penang abwich. Dieser Kurs wurde frühzeitig von dritter Seite – dem thailändischen Militär – bestätigt. Der letzte Radarkontakt zu MH370, der als einigermaßen gesichert gelten kann, sah die Maschine westlich Penang über der Straße von Malacca. Dieser Kurs ließe sich über die Insel Sumatra nach Diego Garcia, der US-Basis im indischen Ozean südlich der Malediven, verlängern.
Aus Gründen, die nie aufgeklärt wurden, reagierten weder militärische noch zivile Stellen auf den Irrflug, obwohl die initialen thailändischen Mitteilungen erkennen ließen, daß MH370 beim Überflug der malaysischen Hauptinsel die Verkehrsflugkorridore zeitweise weit unterflog, so daß für die malaysischen Stellen der Gedanke an einen bevorstehenden Terroranschlag nahe gelegen haben mußte.

Selbst der Zeitpunkt der letzten Radarortung nahe Penang blieb unklar. Der Luftwaffenchef General Daud hatte die Uhrzeit in einer ersten Stellungnahme am folgenden Morgen mit 02:41 angegeben, zog seine Aussage jedoch nach Konsultation mit Regierungsstellen komplett zurück, mit der Folge, daß die Suche nach der Absturzstelle über vier bis fünf Tage auf ein Gebiet östlich des letzten Transponderkontaktes irregeleitet wurde. Die Ortung nahe Penang wurde später auf 02.25 umdatiert, was einen Tiefflug ausschloß.
Die Methode des „Retrofitting“ von Angaben, die von keiner unabhängigen Stelle zu überprüfen waren, prägte alle Details im Cover-up-Geschehen, das im Januar dieses Jahres mit dem Abbruch einer Tiefwassersuche offiziell abgeschlossen wurde. Sein Muster wurde mit Dauer und Umfang immer kenntlicher und läßt sich durch diese Grafik versinnbildlichen:

Es sollte niemals in Betracht kommen, daß der Flug MH370 auch nur in der weiteren Umgebung von Diego Garcia geendet haben könnte.

Die Vorgeschichte der aktuellen Wendung habe ich kurz im o.zit. Eintrag vorgestellt.
Die Narrative, mit der das australische ATSB seine Tiefwassersuche rechtfertigte, waren durch den Fund eines Wrackteiles auf der Insel Reunion im Juli 2015 schwer beschädigt worden, obwohl die französische Regierung die Nagelprobe auf ihre meereskundliche Widerlegung unterband, die aller Voraussicht nach mit der Untersuchung des Entenmuschelbesatzes des Trümmerteils verfügbar gewesen wäre. Das ATSB wies die Zweifel an seinen Untersuchungen unter Verweis auf Daten zurück, die auf der Kartierung von Strömungen mittels windempfindlicher Treibanker beruhten und deshalb für retrograde Berechnungen zur Drift des Trümmerteiles nicht ernstlich in Frage kamen. Dr David Griffin versuchte dieser Unbequemlichkeit abzuhelfen. Seine letztes Jahr vorgestellten, neuen Driftberechnungen, hätten ein neues Suchgebiet ausgehoben und wurden vom ATSB zurück gewiesen.

Jetzt trat Griffin er mit verfeinerten Daten an die Öffentlichkeit, die endlich „the real thing“ repräsentieren sollen. Die Antwort des ATSB: Das ändert gar nichts.

Zunächst sei gesagt, in einem wohlbestimmten Sinne stimmt die Zurückweisung. Auch Griffins Methode ist Retrofitting. Anders, als die retrograden Berechungen des Institutes Geomar, nahm Griffin die inqusitorischen Schranken des Geschehens zum Ausgangspunkt. In diesem Fall ist das der sog. „7th Arc“, angenommene Kursdaten, die auf Berechungen beruhen, die mit Signalstärken einiger weniger Empfangsdaten eines Satelliten der Fa. Inmarsat angestellt wurden. Inmarsat zählt zum Kernbestand des militärisch industriellen Komplexes der USA, der einige britische Firmen einschließt. Die Ausgangsdaten – sie wurden mindestens zweimal „angepaßt“ – waren leicht zu fälschen. Man hätte MH370 Daten von einem unter tausenden von Fliegern unterschieben können, der sich im erwünschten Kursbereich relativ zum Satelliten bewegte.
Von diesem Ausgangspunkt aus sann Griffin auf einen Weg, den vorgegebenen Kursverlauf mit dem Fund auf Reunion zu vereinbaren, ohne meereskundliche Fakten zu vergewaltigen.

Der Witz – und das meine ich hier buchstäblich – an dem ganzen Vorgang liegt aber nicht in der ewigen Wiederholung desselben Verfahrens mit neuen Mitteln und Methoden. Er liegt darin, daß das experimentelle Design Griffin’s tatsächlich geeignet sein könnte, das Ziel des Cover -up vor ozeanopraphischer Kritik zu retten. Retrograde Driftberechnungen liefern selbstredend nur Wahrscheinlichkeitswerte. Das ATSB-Suchgebiet liegt im Indischen Ozean, es war mit solchen Berechnungen nicht forensisch auszuschließen. Einem forensischen Ausschluß nahe kamen die Driftberechungen des Geomar-Institutes durch eine Zusatzbedingung. Das Flaperon, das auf Reunion angespült wurde, konnte schwerlich eines von ein paar Dutzend Trümmerstücken sein, das schwimmfähig blieb, es wurde durch erhebliche Kräfte von der Tragfläche getrennt. Zudem förderten private Initiativen nach dem Sommer 2015 immer mehr Trümmerstücke an westlichen Gestaden des IO zutage. Sie konnten MH370 mit mehr oder minder großer Sicherheit zugeordnet werden, weil keine weitere Boeing Triple Seven im indischen Ozean geendet hat. Wenn das vom ATSB angenommene Suchgebiet stimmen sollte und die Maschine zerlegt worden war, mußte ein Teil der Trümmer an der australischen Südküste angespült worden sein. Dieser Umstand war mit falschen bzw. irrelevanten Strömungsanalysen nicht gut aus der Welt zu schaffen – so weit reicht die Macht der Inquisition noch nicht. Doch in Australien wurde trotz umfangreicher Suche nichts gefunden. Mit jedem weiteren Fund an anderer Stelle verlor das offizielle Narrativ an Glaubwürdigkeit.

Dieser Nicklichkeit setzen die neuen Untersuchungen ein Ende, behauptet Griffin. Er will ein Absturzgebiet identifiziert haben, das abseits des ehemaligen Suchgebietes liegt, aber mit dem Ziel des Cover-up und den ausbleibenden Funden an der australischen Küste vereinbar ist.
Warum schmettert das ATSB Griffin dann ab? Geht es darum, die Ausgaben für eine neue Suche zu vermeiden, die ebenfalls ohne Ergebnis bleiben muß?
Das mag eine Nebenrolle spielen, aber das Hauptmotiv findet sich – zum Beispiel – in diesen drei Artikeln:
MH370 China Families cry ‘cover up’ in wake of failed search (März)
ATSB threatens staff with jail if MH370 details leaked (April)
Widow shocked that Australia won’t release MH370 info (dito)

Chinesische Betroffenenverbände und ihre Anwälte, die dem Cover-up mit juristischen Mitteln beikommen wollen, erfahren wirksame Unterstützung durch australische und französische Opferanwälte, die nicht so einfach abzubügeln sind. Wenn das ATSB Griffins Korrektiv der Daten und Behauptungen akzeptierte, auf die es eine 180 Mio Dollar teure Tiefwassersuche gegründet hat, käme jenseits des Cover-up eine zusätzliche Klasse juristischer Einsprüche des sogenannten „Steuerzahlers“ zum Zuge, die sich für politische Ränkespiele eignen und den juristischen Druck auf ATSB und die australische Regierung vervielfachen könnte: Wie kam es zu den Fehlern und Nachlässigkeiten, die zu derartiger Verschwendung führten?
Deshalb zog die Regierung jetzt eine Notbremse, die wir von 9/11, MH17 und anderen False-Flag-Operationen gut kennen: Die „nationale Sicherheit“, bzw. „vitale außenpolitische Interessen“ werden bemüht, die Schotten dicht zu machen und potentielle Leckagen unter Androhung von Untersuchungs- und Strafhaft abzudichten. Darunter fällt jetzt auch Dr. David Griffin, sollte er sich erkühnen wollen, die Relevanz seines experimentellen Designs unter Verwendung der Insiderkenntnisse zu verteidigen, über die er verfügt.

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Eine Antwort zu MH370 – Retrofitting reloaded

  1. tgarner9 schreibt:

    Ich hatte vage gehofft, ein Leser werde hier mal die „natürliche“ Frage stellen: „Wozu hätten sie das tun sollen?“ (Oder so ähnlich) Ziemlich lange habe ich mich das auch gefragt, doch je länger das Cover-up dauerte, je absurder seine Begleiterscheinungen, dämmerte mir, die Frage ist längst beschieden und daher gegenstandslos gemacht. Die Antwort lautete: „Warum nicht? Warum hätten wir das nicht tun sollen“?
    Und diese Antwort lernt jeder Dödel kennen, der sich mit der Affäre näher befaßt!
    Was immer der ursprüngliche Anlaß und Zweck gewesen sein mag, dieser Gewinn an hoheitlicher Freiheit übersteigt den jedes konkreten Zwecks und Ziels der Operation-

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