Angebliche Special Forces Kill-Operation in Deir Ezzor – Fait Divers oder nicht?

Update: Soeben sah ich, daß kein Geringerer als Thomas Joscelyn sich des Vorgangs in einem langen Artikel angenommen hat. Die Sache muß wirklich wichtig sein …


Bereits am Dienstag, den 18., fragte Al Manar
Warum und wozu hat eine US-Einheit eine Bodenoperation in Deir Ezzor durchgeführt?

Gestern teilte CENTCOM mit:

The United States Special Forces conducted a ground operation in eastern Syria, targeting a senior member of the extremist Islamic State group (ISIS) … The commando raid …  led to the death of the top ISIS jihadist Abdurakhmon al-Uzbeki.
“It was a ground operation. I think that’s all we’re willing to say about that,” US Central Command spokesman John Thomas said in Washington in relation to Friday’s attack.
Al-Uzbeki, believed to be from Uzbekistan, was a close associate to the ISIS supreme leader Abu Bakr al-Baghdadi.
According to reports, al-Uzbeki played a key role in an attack on a night club in Istanbul on New Year’s Eve which killed 39 people. (Aranews)

Al Manar hatte geschrieben:

Was könnte es mit der OIR-Bodenoperation in der Provinz Deir Ezzor auf sich haben, die, einer Meldung der arabischen Seite der amerikanischen „Sky News“ zufolge, binnen 20 min abgeschlossen wurde?
Die Basis T2, wo die Operation stattgefunden haben soll, liegt inmitten einer Wüste, es gibt dort im Umkreis von 10 km weder Zivilisten noch „moderate Rebellen“, heißt es auf der russischen Website Inforeactor. Die Provinz wird größtenteil von Daesh beherrscht. „Nichts konnte die Luftwaffe der OIR hindern, die kleine Basis zu zerstören“, hieß es bei Inforeactor, es gab keinen erkennbaren Grund für eine Landungsoperation.
Es könne auch nicht um die Gefangennahme eines Daesh-Kommandeurs gegangen sein, denn dort habe sich keiner befunden, heißt es dort weiter.
« Wir schließen daraus, es ging nicht um eine Kill-Operation oder die Zerstörung der kleinen Basis, sondern es sollte jemand abgeholt werden. Vielleicht ging es darum, Spuren zu verwischen oder mit sich zu nehmen.

Die Mitteilungen von „Inforeactor“ entnahm Al Manar nicht der Seite selbst, sondern einem Bericht einer ungenannten Sputnik-Seite.

Ich laß das einstweilen so stehen. (Updates in den Kommentaren)

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3 Antworten zu Angebliche Special Forces Kill-Operation in Deir Ezzor – Fait Divers oder nicht?

  1. tgarner9 schreibt:

    Ich kam selbst erst jetzt dazu, den verlinkten Eintrag im LWJ zu lesen.

    Das Reina-Shooting, sein Hauptthema, war die bislang offenherzigste False-Flag-Operation des MIT. Weder das Ziel noch die Durchführung des Anschlages weist eine Verbindung zu den ISIL – Narrativen auf. Über die türkische Presse ließ die Polizei „leaken“, der Sprengstoffgürtel, mit dem der angebliche Täter, Abdulkadir Masharipov, ausgestattet werden sollte, sei „nicht rechtzeitig geliefert“ worden.

    Nachdem die Polizei ein Fahndungsphote Masharipovs veröffentlicht hatte, blieb der Beschuldigte in seinem Appartment, in dem neben Waffen auch eine beträchtliche Dollarsumme gefunden wurde. Die türkische Presse: „Er wußte nicht wohin, da es schwierig bis unmöglich geworden ist, die Türkei mit einer großen Summe Bargeld zu verlassen.“
    Eine andere Version: „Der IS hatte ihm zum Lohn drei Sexsklavinnen gesandt, die mit ihm in dem Appartment lebten.“
    In den folgenden Wochen veröffentlichte die Polizei drei Photos, die zeigten, daß Masharipov über mindestens zwei Wochen zerfoltert wurde. Die türkische Presse dazu: „Masharipov bittet die Türkei um Todesstrafe“.
    Der größte „Witz“ hingegen: Masharipov wurde des Reina-Massakers gar nicht angeklagt! Das erfährt man nur aus der türkischsprachigen Presse.

    Joscelyn berichtet von alledem nur den einen Punkt, daß die türkische Polizei vorsorglich mitgeteilt hat, in Dokumenten der Verbindung Masharipovs zu Führungsoffizieren in Raqqa werde man keinen Hinweis auf das Reina-Massaker finden, da „das Ziel in letzter Minute geändert worden“ sei.

    Der Mann sah sich offenbar fälschlicherweise unter dem Schutz des MIT. Weitere Umstände legen den Verdacht nahe, er wurde zum Sündenbock, weil er – zu Recht oder Unrecht, sei dahin gestellt – als Doppelagent im Dienste des GBU enttarnt worden ist.

    Das ist, ganz grob erzählt, der „Phasenraum“, den CENTCOM-Sprecher Col. John Thomas mit seinen Mitteilungen über die Deir-Ezzor-Operation geöffnet hat.
    Wenige Stunden nach seinem Eintrag zu Abdulrahman Uzbeki veröffentlichte Joscelyn:
    Russian government blames neo-Nazi group for attack claimed by Islamic State. Er soll nahe legen, die russischen Geheimdienste würden aus innenpolitischen Rücksichten die Terroraktivitäten ISIS in Russland verleugnen. Wir erfahren, daß die russischen Behörden entgegen Meldungen der Westpresse,und der „liberalen“ russischen Presse den Metro-Anschlag nicht ISIS, sondern einer ungenannten „Türkischen Terrorgruppe“ anlastet.

    Völlig spekulativ mag ein Zusammenhang dieser Affäre mit einer anderen erscheinen, die parallel von der NYT geleakt und aufgekocht wurde:
    Rudy Giuliani, the jailed Turkish gold trader and the secret meeting with Erdogan. Dort geht es um Reza Zarrab, einen Geldwäscher und Racketeer im Dienste der Erdogan – Familie, den die USA zur Geisel genommen haben und der aller Voraussicht nach in den Genuß einer „zwischenstaatlichen Beilegung“ seines Straffalles kommen wird, der das Potential birgt, Erdogan in den USA anzuklagen.

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  2. tgarner9 schreibt:

    Haidar Sumeri @IraqiSecurity mag ein „Fake Account“ sein, das ist sogar sehr wahrscheinlich, aber es ist ein immerhin vom SWP und Washington Institute zertifizierter Account, der Mitteilungen lokaler Quellen weitergab, CENTCOM habe in einer Landungsoperation im Bezirk Al Qa’im, Kreis Rumanah, Daesh / Al Qaida-Funktionäre ausgeflogen.

    Ich wäre darauf nicht aufmerksam geworden, hätte nicht Wladi van Wilgenburg sich die ganz und gar außergewöhnliche Mühe gemacht, mit einem Zwitscher „Fake News of a Fake Account“ darauf aufmerksam zu machen …

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