Merkel und Putin im Spinnennetz der NATO-Lügenmedien

Spon titelte:

Frostige Stimmung unter russischen Palmen – Immerhin reden sie miteinander. Doch …

Die FaZ:

Die Frau, die in die Kälte kommt – Putin schafft in vielen Weltgegenden beunruhigende Fakten … die Bundeskanzlerin [versucht] Schlimmeres zu verhindern. Doch die Stimmungslage ist frostig … Die peinlichen Enthüllungen über russische Verbindungen zu Trumps Wahlkampfteam … Signale  … Allianz zwischen Moskau und den Taliban  … fügen sich in ein größeres Gemälde … Auch in Montenegro … Kreml am Werk … schreckte Moskau nicht einmal vor einem Putschversuch zurück … in Mazedonien und im serbischen Teil Bosniens fingern russische Kräfte mit … im Syrien-Krieg hat Moskau … militärisch die Landkarte verändert … politisch die Zügel an sich gerissen …

Telepolis:

Frostiges Treffen bei 22 Grad und Sonnenschein

Nun urteilt selbst:

Den Vogel schoss Reuters Andreas Linke ab, den Putin während der Fragerunde in außerordentlich scharfem Ton aufgerufen hatte, keinen verfälschenden, lügenhaften Bericht abzuliefern. Dem entsprach Rinke in seinem Titel, Putin, Merkel struggle to move past differences in tense meeting, um dann im Text zu lügen, was das Zeug her gab. Insbesondere unterschiebt er Merkel den in seinen „Fragen“ vertretenden Standpunkt zur Ukraine, welchen sie in ihrer Antwort deutlich, und gleichlautend mit Putin, zurück gewiesen hatte.

Ich bin nicht quijoteresk genug, den 10 Leuten, die hier lesen, die Lügen und Verdrehungen aufzuschlüsseln, zumal Merkel ihnen selbstverständlich – begrenzt – zugearbeitet hat. Der deutsche Imperialismus ist kein Freund des nationalkonservativen Russland und Merkel mag Putin so wenig, wie sie seine Standpunkte bestens versteht. Die Voraussetzungen einer Vernunftehe, die Merkel aktivierte, nachdem sie vor Jahresfrist gelobt hatte, Russland und Putin nicht mehr aufzusuchen, bevor Minsk II implementiert sei.

Minsk II ist das entscheidende Stichwort. Die Pressekonferenz zeigt unzweideutig, worum es Merkel und Putin in Sotschi gegangen ist, und warum Putin, Gerüchten zufolge, auf Sotschi als Ort des Treffens bestanden haben soll. Es ging darum, die Einfrierung des Ukrainekrieges, die vor fast genau zwei Jahren in Sotschi zwischen Kerry und Lavrov fest geklopft worden war, zumindest vorerst, nämlich präzise bis nach den Wahlen in Frankreich und der Positionierung Macons gegenüber Washington und London, gegen Saboteure aus NATO-Kreisen zu schützen, so gut beide es vermögen. Deshalb lehnten beide in denselben Worten Rinkes Forderung, Minsk II für erledigt zu erklären, ab und rechtfertigten das Abkommen und seine Garantiemächte – Deutschland und Frankreich, das „Normandie-Format“ unter Ausschluß der USA! – mit dem identischen Argument: Minsk II sei und bleibe ein großer Erfolg, weil es eine bei weitem schlimmere Lage abgewendet habe.

Warum Frankreich so wichtig ist? Dummchen, weil Frankreich eine Nuklearmacht ist. Das vor zwei Jahren in NATO-Manövern erneut demonstrierte Vermögen Frankreichs, im extremsten Fall mindestens ein bis drei amerikanische Metropolen nuken zu können, weil seine U-Boote imstande sind, der Aufsicht amerikanischer Jäger zu entgehen, gibt französischen Präsidenten die Freiheit, sich gegen die NATO zu stellen.

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Eine Antwort zu Merkel und Putin im Spinnennetz der NATO-Lügenmedien

  1. tgarner9 schreibt:

    Zur Ergänzung mögt ihr den Artikel von Bryan MacDonald für RT zur Kenntnis nehmen:
    https://www.rt.com/op-edge/386984-merkel-putin-erdogan-germany/
    Der Unterschied zu meiner Darstellung liegt in der milde vorgebrachten Unzufriedenheit des Autors mit Putins – aus seiner Sicht – defensiver Taktik hinsichtlich des Ukrainekrieges und der deutschen Arroganz gegenüber Russland. In letzterem Punkt könnt ihr indirekt meine Bemerkung zur Rolle Frankreichs wiederfinden. Merkel repräsentiert ein Deutschland, das sich als „Dritte Kraft“ zwischen Moskau und Washinton wähnen will, das eigene europäische Hühnchen mit dem russischen Nationalkonservativismus zu rupfen hätte, ohne es zu sein.

    Natürlich gibt es einen Zusammenhang mit der jüngst veröffentlichten Astana-Strategie des Kreml. Thomas Pany hat in einem abermals – gemessen am Mainstream – heraus ragenden Artikel zusammengestellt, was man faktisch über den russischen Vorstoß wissen sollte. Er hat ein zu rechtfertigendes „Schwarzes Loch“, denn in Israel hat man sich zur Stunde bedeckt gehalten. Dafür hat eine Bande von Irankriegern schon gestern einen offenbar länger vorbereiteten Artikel in FP veröffentlicht, den ich euch ans Herz lege, falls ihr hinter die Paywall kommt – ich konnte ihn gestern lesen, aber nicht kopieren. Er legt den Finger auf Israel und stellt sich gegen einen angenommenen zionistischen Widerstand gegen eine bedingte Akzeptanz der Moskauer Initiative in Washington.
    Zu dem Themenkomplex werde ich einen längeren Artikel schreiben, Arbeitstitel: „Ein Scheinriese im Hochnebel“, aber das dauert noch etwas.

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