Amerikanische Geiselnahme Rojavas ist halbamtlich

Am 3.Mai ließ sich OIR-Sprecher Colonel Dorrian herbei, die zu diesem Zeitpunkt seit einer knappen Woche zirkulierenden Bilder und Berichte über amerikanische Patrouillen an der türkischen Grenze Nordsyriens offiziell zu bestätigen. Er bemühte sich ostentativ, die Maßnahme herunter zu spielen und stellte dazu die SDF bzw. YPG als potentiellen „Aggressor“ gleichwertig neben die Türkei.
Die türkische Antwort folgte postwendend, aufgewertet von FP: Die türkische Armee werde Rojava weiter bombardieren und künftig keine Rücksicht auf die Präsenz amerikanischer Truppen nehmen. Natürlich eine Ente, die amerikanische Zustimmung zu künftigen Angriffen auf Rojava fadenscheinig verschleiert. Tatsächlich hat die türkische Armee bis gestern auf Angriffe östlich des Euphrat verzichtet, während das Bombardement von Stellungen der YPG und verbündeter Milizen in Afrin und den angrenzenden Gebieten Azaz, Marea, Sheba Dam unvermindert anhielt.

Dorrian ließ ebenfalls ostentativ offen, ob Raqqa mit Hilfe der SDF „oder anderen Partnern“ eingenommen werde.
Ich will dazu anmerken, daß ich den deutlichen Eindruck habe – ohne Handfestes dazu vorweisen zu können – die YPJ’s, deren Sprecherin sich klar gegen eine Fortsetzung der Kooperation mit OIR gestellt hatte, haben sich mit gleichgesinnten YPGs hinsichtlich der Rappa-Operation bei den Genossen durchgesetzt, ohne daß dies an die Glocke gehängt worden ist. Geradezu ängstlich beäugen die Ziocon-Geier – voran van Wilgenburg – den Fortgang der Operation Tabqa auf irgend welche Anzeichen eines nachlassenden Engagements oder gar Meuterei, doch für die Eroberung des Tabqa-Damms haben die Rojavaner natürlich Motive, die mit der Raqqa-Operation nicht verknüpft werden müssen.

Ich hatte letzte Woche von einem ICG-Report berichtet, der die USA zur baldigen Konfrontation der Sozialrevolutionäre aufforderte und dabei zwischen den Zeilen andeutete, die USA sollten spätestens nach der Operation Raqqa türkische Massaker in Rojava als ein legitimes Druckmittel gegen die türkische PKK betrachten.
Heute legte die ICG explizit nach:

The Kurdistan Workers‘ Party (PKK) and its Syrian affiliates face a stark choice: risk their gains in northern Syria through continued prioritisation of the PKK’s fight against Turkey, or pursue local self-rule in the area they have carved out of the chaos of the Syrian war.

Das wäre nicht geschehen, hätte ICG’s MENA-Chef Joost Hiltermann, einer der ausgesprochensten Iran-Krieger der letzten Wochen, nicht ein Signal von berufener Stelle erhalten, EUCOM rechne darauf, diese „Strategie“ in Washington durchsetzen zu können.

Ich werde mich zu dem Thema in den kommenden Tagen ausführlicher äußern.

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