Ktb (3)

Impeachment

Ich weigere mich, die Scharaden der Impeachment-Front zu kommentieren, welche die Methoden und Machenschaften des McCarthyism getreulich spiegeln und offenkundig darauf berechnet sind, sie Freund und Feind herauf zu beschwören. Urteilt selbst: WaPo1, WaPo2, WSJ, Reuters.
Bleibt mir zu vermelden, daß es sich um eine ernst zu nehmende Kampagne, wenn auch vorerst um einen Probelauf handelt, der vielleicht die Widerstandskraft des Trump-Lagers, oder auch das Potential bewaffneter Unruhen im Falle eines Gelingens erkunden soll. Denn es spricht nichts dafür, daß die Impeachment-Front zugleich den seit Jahren für das Projekt einer willentlichen Zerlegung des Weltwährungssystems in Vorbereitung befindlichen Bürgerkrieg ausklinken soll. Der Kampagne muß es also um die Frage gehen, welcher auswärtige Krieg, und wie viel davon ggf angezettelt werden muß, um im Falle eines Impeachment Unruhen zu vermeiden, die das Potential bergen, aus dem Ruder zu laufen.
Weiter ist zu vermerken, daß die FaZ die Inszenierungen ungefiltert mitmacht.

Erdogan / Trump Nachspiel

Gerüchten zufolge soll Erdogans Schlägerbande zwei ihrer gestrigen Opfer schwer verletzt haben. Das wog erheblich schwerer, als die 8 bis 12 Tausend Toten und ungezählten Verletzten des Kurdenkrieges der letzten Monate, die Weißem Haus und State Department keinen Anlaß für den Ausdruck des „strongest possible concerns“  gaben. Dazu hat wahrscheinlich beigetragen, daß Erdogan und sein Führerhauptquartier sich aufführen, als seien sie vom selben Schlag, wie ihre Prügelgarde. Der Außenminister forderte die Ablösung von Brett McGurk, gab aber andererseits hinsichtlich der Bewaffnung der SDF klein bei.

Offenbar hat er nicht einmal das Format eines halbwegs schlauen Kleinkriminellen, und Erdogan zeigt, daß er in dieselbe Richtung degeneriert.

Israelische Okkupation Quneitras

Damit komme ich zu den Halbstarken von Debkafile, die allerdings auch ernst zu nehmen sind. Unter dem Titel Trump bared Israel’s interception skills to Lavrov kündigen sie an, es werde ernste Konsequenzen für Trump geben:

The US president’s leak of one of Israel’s most closely guarded intelligence secrets has cast a cloud on his visit next week and is likely to lead to changes in his itinerary.

Den eigentlichen Grund geben sie in einem anderen Eintrag an: Iraqi officers land in Syria, stir Israeli concern.

Israeli security chiefs were gravely concerned Wednesday, May 17, when they learned that a high-ranking Iraqi military delegation had arrived in Damascusm … for a discussion on the situation unfolding on the Syrian-Iraqi border – in particular the Al-Tanf crossing. …  the Iraqi military delegation held separate talks in Damascus with senior officers of the Russian command in Syria and senior Iranian officers posted at Syrian General Staff headquarters. Concurrently, the Russian military command announced that Russia, Iran and Iraq were holding consultations on how to secure the border regions between Syria and Iraq.

Die Mitteilung mag eine Ente sein, ihr Inhalt ist es gewiß nichtDas ergibt sich aus den mit amerikanischer Duldung, oder gar auf amerikanische Initiative begonnenen irakischen Offensiven im Grenzgebiet zu Syrien, die ich gestern erwähnte. Allerdings gibt es keinen Grund für Reisetätigkeit, in Bagdad koordiniert seit mehr als einem Jahr die Besatzung eines iranisch, irakisch, syrisch, russischen War-Rooms Einsätze und Strategien.

Zu den Fortschritten der israelischen Pufferzone hatte Al Manar via Al Akhbar das Folgende mitzuteilen:

Depuis l’éclatement de la crise syrienne, toutes les mesures que l’armée avait entreprises pour consolider la défense de la Syrie contre l’ennemi israélien ont été balayées par les groupes armés.
Le sud syrien a été la première région occupée par ces milices. En l’espace d’une année, elles ont pris le contrôle de la majeure partie des villes et des villages des deux provinces de Deraa et de Quneitra.
Quoique l’armée syrienne soit parvenue par la suite à en restituer quelques uns …  mais les groupes armés contrôlent la majeure partie de la zone qui avait démilitarisée dans le cadre de l’accord de désengagement conclu en 1974. (…)
« Aujourd’hui, l’ennemi israélien dispose d’un avantage absolu. Il utilise les hauteurs de Jabal al-Cheikh pour l’écoute et la surveillance sans que personne ne le surveille en contrepartie », déplore un officier syrien, pour le journal libanais al-Akhbar, sous le couvert de l’anonymat. Et de poursuivre : « ce qu’Israël a été incapable de faire par la guerre puis par les négociations, il l’a fait grâce aux groupes armés qui ont élargi la zone démilitarisé de plus de 20 km ».

Die Rede ist vom Hermon-Massiv, das bis 2012 eine große, erst 2010 modernisierte russische Radar- und Abhörstation beherbergt hatte. Wenn ich mich recht erinnere, handelte es sich um diesen Gebäudekomplex. Die Station wurde hastig geräumt, als israelisch-saudische Proxies auf das Gebiet vorrückten. Sie zeigte nach der Einnahme keine sichtbaren Zerstörungs- oder Demontage-Spuren.

Selon lui, les Israéliens … ont déployé un armement lourd et des chars sur presque toute la longueur de la frontière, et sont parfois impliqués dans le bombardement des positions militaires là-bas. Le mois de Février, la deuxième chaîne israélienne a diffusé une vidéo qui filme l’incursion d’une patrouille israélienne à l’intérieur du territoire syrien contrôlé par les insurgés. … Selon la source syrienne, [les israeliens] ont informé les Russes qu’ils refusent toute présence militaire sur leurs frontières et la repousseront avec fermeté.

Die von Moskau / Teheran / Ankara mit großem Getöse verkündete „Sicherheitszone Quneitra“ wäre demnach ein Euphemismus für ein israelisches Besatzungsgebiet, wie ich angenommen hatte.

Vorerst keine „Sicherheitszone“ Idleb unter türkischer Besatzung

Auch die „Deeskalationszone“ Idleb wird es nicht geben, behauptet Al Manar unter Berufung auf Rebellenkreise. Eine Delegation der Al Nusra habe demnach in Vertretung aller anderen Terrorverbände in Ankara erklärt, sie werde sich einem türkischen Einmarsch widersetzen, statt sich in die Reihen der türkischen Proxies eingliedern zu lassen. Der Videobeitrag des arabischen TV-Senders, den ich vorgestern gepostet habe,  dürfte indirekt enthüllt haben, warum das so läuft. Die Autoren zeigten sich überrascht über die Anzahl und die gefestigte Stellung der Uiguren und anderer Zentralasiaten, welche die Türkei ab 2013 speziell zur Befestigung der Provinzgrenze nach Latakia in Jisr al-Shughur stationiert hat. Bislang war gerüchteweise von 5000 Kämpfern die Rede, nun sollen es eher 10 Tausend sein, die unterdessen mit ihren Familien fest angesiedelt wurden. Das erklärt ziemlich zwanglos, warum die russische Intervention Jisr al-Shughur bei der Sicherung Latakias ausgespart hat, obwohl die Stadt eine von zwei Nachschublinien der Banden aus der Türkei absichert. Die Türkei kann Russland und der EEU, besonders Kasachstan, durch zentralasiatische Terrorproxies gewaltigen Schaden zufügen. Erdogan hat den Kreml damit banal erpresst.
Es ist durchaus nicht ausgeschlossen, daß Erdogan diese Erpressung im Gegenzug zur russischen Duldung einer türkischen Besetzung Idlebs zu beenden gedachte, aber falls sich die zentralasiatischen Söldner geweigert haben, sich abfinden / auszahlen zu lassen, sind angesichts ihrer Zahl und der Masse an betroffenen Zivilisten beide Mächte weitgehend machtlos.

Gegenschlag der NATO in Karabach?  

Daß die NATO offenbar in Zusammenarbeit mit der Türkei eine Neuauflage des Karabach-Krieges vorbereitet, habe ich schon vor vielen Monaten berichtet. Eine Notiz der ICG, welche die dazugehörigen Drohungen ausgeliefert hatte, deutet an, daß diese Schlächterei kurz bevor stehen könnte:

 

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