Al Tanf – Schmierentheater um ein schurkisches zionistisches Massaker

US-Luftangriffe auf syrische Truppen, titelte Thomas Pany heute und setzte mit diesem Artikel sehr wahrscheinlich den Maßstab „alternativer“ Berichterstattung in einem Randbezirk der NATO-Propagandamedien.
Der Titel enthält im Keim schon die Gesamtheit des verlogenen Theaters solch alternativer NATO-Propaganda 1. Die Informationen, die Pany gibt, die Referenzen, die er anführt, beweisen, er ist im Bilde, daß die Feindstellung seitens der angreifenden Koalitionäre, ihre Feindzuschreibung für die Leute, die sie massakriert haben – denn massakrieren, Pany, nennt die deutsche Sprache es, wenn ein Konvoi, der in Bewegung, schutzlos und nicht in Kämpfe verwickelt ist, aus der Luft gezielt zerfetzt wird – eine andere ist, als diejenige, die er anführt, „syrische Truppen“. Es tut nichts zur Sache, daß dies die Sprachregelung annimmt, die der russische Außenminister in einem kurzen Statement gewählt hat, das er am Rande einer Sitzung des Committee of Ministers of the Council of Europe abgegeben hat. Nicht erst und nicht nur aus den Aussagen der zuständigen Kommandeure geht hervor, daß die „Koalition“ (OIR) iranische Proxies angegriffen haben will. Es ist völlig belanglos, was für Leichen, welche Leichenteile da anschließend rumlagen, es hätte sich ebensogut um eine Schafherde handeln können, entscheidend ist, welches militärische Ziel OIR angegriffen und getroffen haben will 2.

Ich habe auf diesem Blog dutzendfach dokumentiert, wer das militärische Ziel „iranische Proxies“ bestimmt hat, und suche das jetzt nicht heraus [^3], vor einigen Tagen war es Mr. Netanyahu, der, im Vorfeld der just gestern begonnenen Trump-Reise, verkündete, Israel werde einen Verbleib iranischer Truppen und Proxies, einschließlich irakischer Schiiten und natürlich Hezbollah in Syrien, nicht akzeptieren, nicht dulden. Stunden später klingelte der jordanische King Playstation im WH an, mit dem Text, „wir sind äußerst besorgt über die Präsens schiitischer Truppen und Milizen nahe unserer Landesgrenzen„, und … WHAMM.
Vollzug.
Daran gibt es nichts zu deuteln. Und Pany, der oft genug bewiesen hat, daß in seinem Hirn nicht nur Gänseschmalz zu finden ist, weiß das.

Soviel zum Wesentlichen der Sache, dem Bühnengeschehen. Jetzt zur Inszenierung.

An dem Teil des Lavrov-Statements, den RT taktisch gekürzt zitiert hat, und auf den Pany sich beruft, indem er behauptet, Lavrov habe die Behauptung OIR’s, die russische Seite sei gewarnt worden, dementiert, ist klar zu erkennen, daß und wie die russische Presse und der stellvertretende Außenminister Gatilov gelogen haben. [^4]

I am not aware that such a warning was issued. We are still clarifying all details of the attack but according to some reports, several dozen civilians were killed as a result. All of this requires verification. However, my understanding is that the US command justified the strike against the positions of Syrian government forces or tried to justify it by claiming that those government forces posed a threat to the opposition that collaborates with the US military – with the US-led coalition. Whatever the reasons of the US command’s decision to attack might be, they are unlawful. This is another gross violation of Syria’s sovereignty.

Das US-geführte Imperium handele gegen das Gesetz. Welches immer. Das Mantra, die stehende Redewende zur zirkulären Grund-Ziel-Bestimmung der russischen Außenpolitik seit dem Libyenkrieg. Ihre Liturgie. Nicht mehr und nicht weniger.
Und diese Liturgie ist zugleich die „Raison d’Être“ der russischen Imperiumspolitik. Der Kreml macht in ihr mit, vor allem, aber durchaus nicht nur in Syrien.
So steht am Endpunkt solcher Propaganda, die Pany – seit einiger Zeit im Gleichschritt mit seiner Leib- und Magenquelle Elijah Magnier – in immer neuen Variationen ventiliert, der „große Kampf“ zwischen einem ideellen Recht (Russlands und seiner Berufung auf die Titel der UN-Konventionen) und dem materiellen Recht, das die USA mit Leichen dagegen setzen, je mehr Leichen desto mehr Recht.

Propaganda „als“ Grabredensammlung und Grabredensammlungen, die mit ihrer liturgischen Omnipräsenz eine propagandistische Wucht entfalten, der niemand entkommen können soll – und der anscheinend nurmehr zwölfdreiviertel Figuren auf diesem Globus sich zu entziehen wissen. Letzteres nicht unmaßgeblich dank Pany. Und Magnier.

Das ist das Grundmuster der Inszenierung. Jetzt rasch noch zu ein paar Details.

Den zweiten Teil des Statements von Lavrov hat anscheinend niemand zitiert, er lautet:

We are concerned by the ongoing loss of consensus on the need to combine the efforts of all those who are standing up to ISIS and Jabhat al-Nusra terrorists on the ground and in the air. Once again we are seeing the intention of Jabhat al-Nusra and its affiliates to use the opposition and some extremists, including Jabhat al-Nusra, in the fight against Syria’s legitimate government. All of this is happening amid growing calls from Washington and some other Western capitals for all contacts with Bashar Assad to be stopped. The US Congress has passed legislation that seeks to punish all those who cooperate with Syria’s legitimate government. All of this distracts us from efforts to achieve a settlement in Syria and from the main goal of that settlement: to prevent the takeover of Syria and other parts of the Middle East.

Ein Musterbeispiel für die Lavrov ganz eigene Kunst, Lücken und Auslassungen in seinen Reden strategisch so zu umstellen und zu bewehren, daß jeder Hörer sich schmeicheln darf, in ihnen Berücksichtigung zu finden.
Das Ziel Lavrovs und des Kreml kommt darin unverstellt zum Ausdruck [^5]: Wenn die Zionisten, die Ziocons, die Saudis und ein Teil der Golfmonarchen denn am End des Tages wirklich allen „iranischen Einfluß“ und folglich auch alle bekennenden Schiiten aus dem arabischen Raum wegwischen wollen, dann kann und wird Russland sie nicht daran hindern! Es will, kann und wird aber im Umfang, in dem die Genannten das zulassen, dazu beitragen, daß dies anders vonstatten gehen könnte, als in allen Imperiumskriegen seit Ende der SU, als im Irak, Jugoslawien, Afghanistan, Libyen und Syrien bis zu dieser Stunde, nämlich mit biblischen Massakern von historisch nicht zu übertreffender Bestialität [^6].

Ganz nebenbei kann man daran die Lebenslüge dieses Herrn und Seinesgleichen identifizieren. Er will nicht begreifen und anerkennen, daß die Massaker und ihre Bestialität Ziel und Zweck der Imperiumsführung an sich selbst sind. Nämlcih die Abteilung dieser Ziele und Zwecke, welche die Voraussetzung aller anderen schafft: Recht de facto zu setzen. Das geht genau und nur so, nur mit zeitgeistig maximaler Bestialität.
Die übrigen Modalitäten laß ich jetzt beiseite, um die obige Botschaft nicht zu verwässern.

(3):  Gestern erst wieder der isr. Staatsminister Michael Oren.

(4): Den weiter oben zit. Statements Dunfords und Mattis kann man folgendes entnehmen: 1) Die befehlsgebende Stelle beim OIR hatte ein Interesse, „die Russen“ zu informieren. 2) Es war dieser Stelle daran gelegen, daß „die Russen“ keine Zeit haben würden, das anvisierte Ziel zur Umkehr zu bewegen. Es sollte ein „Exempel“ statuiert werden. 3) Folglich: Wenn wir auch nicht genau wissen, ob und v.a. wann der taktische Kommunikationskanal mit dem russischen Oberkommando benutzt wurde, ist Lavrovs Ausweichen in dem Punkt dennoch eine Lüge, sie deckt die russisch amerikanische Kollusion zu Lasten des Iran und, mittelbar, der syrischen Regierung.

(5):  Dies im Einzelnen zu zeigen und folglich auch zu beweisen, erforderte einen Aufwand, den ich hier unmöglich treiben kann – dazu müßte ich die halbe Kriegsgeschichte an ihrer Fälschung vorbei neu schreiben.

(6):  Und natürlich ist man sich im Kreml mit den Kollegen in Washington in einem Punkt einig: Wenn es irgend geht wollen sie vermeidendaß die zionistische Militäraristokratie erneut, und diesmal womöglich weniger symbolisch, zu ihrer nuklearen Option greift.


  1.  Pany ist der Einzige unter diesen Typen, mit dem ich reden, diskutieren und ein Bier trinken würde, unter anderem, um heraus zu finden, was er sich so denkt … 
  2.  Jaafari sprach einerseits korrekt von einem Massaker, andererseits drückte er sich um die Identifizierung der Feindstellung und Front genauso herum, wie die russische Presse und Pany, indem er von einem angegriffenen „militärischen Institut“ sprach. In der Tat, die Hezbollah-Einheiten (nur als Beispiel) sind aus Sicht Damaskus genau das, ein „militärisches Institut“ Syriens. Ein kleines Beispiel dafür, wie ein Analytiker wesentliche Informationen verpasst, wenn er sich von propagandistischen Sprechblasen und Sprachregelungen einlullen läßt. 
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Eine Antwort zu Al Tanf – Schmierentheater um ein schurkisches zionistisches Massaker

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