Blognachricht

Leser, die auf Fortsetzungen warten, muß ich ein wenig vertrösten. Die Trump-Rede in Riad und die Reaktionen darauf mag ich nicht vernachlässigen, doch auf sie einzugehen wird a weng kompliziert. Um das Problem kurz zu umreißen:

Wie mehrfach angedeutet, zerfielen bereits die Reihen der Putschisten von 9/11 in zwei unversöhnliche Fraktioen, die man ikonographisch mit „Ziocons“ und „Neocons“ bezeichnen kann. Eine ganze Reihe von Umständen, die außenpolitisch mit europäischen Widerständen zu tun hatten, mit der empfundenen Notwendigkeit der Nachfolge-False – Flags von London und Madrid, innenpolitisch mit dem Widerstand der Bush-Dynastie und ihrer Gefolgschaft gegen die Pläne der Ziocons und die kriegerische Reaktion Ariel Scharons darauf, führten dazu, daß die „Neocons“ zunächst die Oberhand behielten. Das Resultat war u.a. das Konzept des „Greater Middle East„, welches das Weiße Haus 2004 offiziell zur Leitlinie seiner MENA-Politik erklärte.

Dies Konzept zernichtete Israel mit dem Libanonkrieg 2006. Dabei setzte es erstmals eine experimentelle Nuklearwaffe ein. Resultat: Nach einem Besuch beim damaligen israelischen Premier Olmert verkündete Condolezza Rice offiziell ein neues, altes Konzept, das der Ziocons, das z. B. die Putschisten Dick Cheney, Richard Perle, und Paul Wolfowitz zuammen mit Netanyahu und Barak zum Bestandteil des „Project for a New American Century“ (PNAC) gemacht hatten und dessen Grundlinien 1982 in einem israelischen Strategiepapier vorgestellt worden waren, das den Namen „Yinon-Plan“ trug. Das neue, alte Konzept hieß nun „New Middle East„. Der Richtungsstreit war damit freilich nicht beendet und Obamas Übernahme des Weißen Hauses brach ihn neu auf, diesmal in Gestalt eines auf auswärtigen Territorium geführten Krieges zwischen den Fraktionen, deren eine, zunächst von Killary Clinton geführt, im State Department ihre „Heimat“ hatte, die andere im Weißen Haus und in diversen direkt oder mittelbar mit dem WH verbündeten Hauptstädten.

Trump hat nun zumindest verbal das Projekt „Greater Middle East“ wieder in Kraft gesetzt, allerdings unter substanziell veränderten Parametern.

Vielleicht erkennt der eine oder andere Leser an dieser groben Skizze, es ist schier unmöglich für jemanden, der sich nicht ausschließlich mit diesem Thema befaßt, darüber zwischen Frühstück und Abendessen etwas zu schreiben, was Hand und Fuß hat und auch mit Gewinn gelesen werden kann – zumindest im Grundsatz.
Ich gehe daher ein wenig in Klausur.

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