GCC – Schon brechen die Rivalitäten auf

Während ich unterwegs war, überlegte ich hin und her, von welcher Seite ich die Irrtümer und Ideologien, die von verschiedenen und gegensätzlichen Seiten an The Donalds Auftritt in Riad heran getragen werden, als Erstes aufgreife. Und siehe da – die Ereignisse geben ein Stichwort:

Gulf rift reopens as Qatar decries fake comments by Emir

RT gibt der Geschichte ein klein wenig mehr Substanz bei:

The allegedly fake report on the website of Qatar News Agency (QNA) cited Sheikh Tamim bin Hamad al-Thani, Qatar’s emir, as criticizing the latest increase in tension between Saudi Arabia and Iran, in a speech he gave to graduating military cadets. The emir also reportedly called Iran an „Islamic power“ and said Qatar’s relations with Israel were „good.“ The report … also said Sheikh Tamim spoke favorably about the Lebanese organization Hezbollah and the Palestinian group Hamas, while criticizing US President Donald Trump and saying he may not serve a full term.

Ob jemand die Thani zugeschriebenen Aussagen für glaubhaft halten mag, oder nicht, in beiden Fällen zeigen ihre Kolportage in Riad mitsamt heftiger Reaktion, daß die Front gegen den Iran, die Trump in Riad ausgerufen hat, erstmal zwischen den Golfstaaten untereinander, zwischen GCC und Irak, zwischen jeweils Irak, GCC und Israel, zwischen jeweils diesen und Ägypten, und dann noch einmal zwischen allen gegenüber der Türkei verlaufen und erst einmal lang und breit dort ausgetragen werden, bevor der Iran anders davon betroffen sein kann, als das schon lange der Fall ist!

Abgesehen davon sind die Aussagen plausibel. Sie entsprechen mit Ausnahme der Aussage zu Israel dem Stand der Dinge in Qatar, bevor der alte Thani 2013 infolge des Roll-Backs der Ziocons gegen die Muslimbrüder zurück trat und die gewählte Regierung in Kairo weggeputscht wurde. Thani Senior hatte zuvor Gaza besucht, seine Empörung über das größte KZ der Geschichte kund getan und 400 Mio Dollar hinterlassen, um ein wahrscheinlcih vergessenes Beispiel zu geben. Ich habe über diese Kriegsphase kurz berichtet.  Ich mag heut abend nicht mehr viel schreiben, deshalb in aller Kürze: Der Iran ist eine Regionalmacht, ob es den Herren in Washington und anderswo gefällt, oder nicht, und daher haben die übrigen Herren der Region ganz unterschiedliche und auch gegensätzliche Hühnchen mit ihm zu rupfen, bzw. auch keine zu rupfen. Im Jemenkrieg ging das so weit, daß es mehrfach „Friendly Fire“ zwischen Einheiten der UAE und des KSA, bzw. saudischen Proxies gab.
Andererseits – wollt ihr, wollen die „Linken“ und Kriegsgegner ernsthaft glauben, The Donald wüßte das nicht? Die Iranfront, die er ausgerufen hat, indem er im selben Atemzug eine direkte amerikanische Beteiligung daran ausschloß („Wir werden nicht euren Krieg führen“) – was selbstredend die Beteiligung an Einzelprojekten, etwa im Jemenkrieg, nicht ausschließt – ist eine, die ganz lange an der iranischen Grenze halt machen soll, bevor sie die in irgend einer mehr oder auch minder absehbaren Zukunft überschreiten kann und vielleicht wird. Das ist genau die Weise, wie Trump das Teheraninem esse delendam, von dessen Rolle ich hier und hier sprach, amerikanisch buchstabieren kann, wenn er keine Atombombe auf Teheran werfen, oder von Israel werfen lassen will. Indem er Teheran erlaubt, den Abwehrkampf gegen diese Front außerhalb des eigenen Territoriums zu führen (erinnert euch an das PKK-Statement dazu, ich such es jetzt nicht heraus), instrumentalisiert er den Iran für die Revitalisierung des amerikanischen Führungsanspruches im „Nahen Osten“. Und das ist nichts Neues! Das tun, in wechselnden Konjunkturen, amerikanische und israelische Regierungen seit der islamischen Revolution.

Im Vorgriff auf weiteres schließe ich noch die rhetorische Frage an: Warum will wohl keiner der verschissenen Kommentatoren von links oder rechts Trumps Feindstellung: „Isis, Al Qaida, Hezbollah, Hamas“ ernst nehmen?!

OMFG

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu GCC – Schon brechen die Rivalitäten auf

  1. tgarner9 schreibt:

    “ Im Jemenkrieg ging das so weit, daß es mehrfach „Friendly Fire“ zwischen Einheiten der UAE und des KSA, bzw. saudischen Proxies gab“

    Auch dort eskalieren die Gegensätze – aus Sicht der Irankrieger zugunsten des Feindes, guckt ihr hier:
    http://www.middleeasteye.net/columns/gulf-will-control-yemen-forever-if-we-let-south-secede-now-1779853401
    Es genügt ein Blick auf die Karte, um zu sehen, daß die Golfstaaten und das KSA Konkurrenten um einen maßgeblichen Einfluß in Aden sind und ein klein wenig Überlegung zeigt, daß die Interessen der Golfstaaten an diesem Frontabschnitt denen eines als ein Imperiumsland akzeptierten Iran näher stehen müssen, als denen des KSA.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s