Fragen zu den Krawallgeschichten

  1. Bis zum Montag meldete die Polizeiführung 186 Festnahmen. Die Staatsanwaltschaft will nur gegen 85 Personen Haftbefehle beantragt haben, von denen 51 direkt vollstreckt wurden. Ist ein Guantanamo / KZ eingerichtet worden, oder haben die 101 übrigen „Festgenommenen“ die Trachtengruppe gewechselt?
  2. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach eigenen Angaben nur gegen eine Person, die einen Polizeihubschrauber mit einem Laserpointer traktiert haben soll, wg. versuchten Mordes. Landauf landab schrie die faschistische Journaille „MÖRDER, MÖRDER“ wg. (angeblicher) Brandsatz- und Gehwegplattenwürfe auf Polizisten (Kiev läßt grüßen …). Der Führer der Wehrsportgruppe Dudde, Dudde [^1] hat hingegen behauptet, eine mit Maschinenwaffen ausgerüstete Sondereinsatztruppe des Innenministers hätte allein 13 Personen von einem Hausdach am „Schulterblatt“ gepflückt, die von dort aus die genannten Taten begangen hätten. Wo sind diese (angeblichen) 13 Personen geblieben? Exekutiert, Herr Dudde, oder „ausfiltriert“?
  3. Die o.a. Episode diente Dudde und dem Polizeisprecher zur Rechtfertigung, warum ein Mob aus Unbekannten sich lange Zeit ungestört in der „Schanze“ austoben durfte. Man habe die Beamten nicht der (Todes-)gefahr des oben genannten Hinterhaltes und möglicher anderer, unbekannter Hinterhalte (die „Schanze“ wimmelte von Zivilfahndern) aussetzen können, bevor nämliches Gebäude geräumt war. Das habe jedoch „gedauert“, weil die Sondereinsatztruppe (als gäbe es keine SEK’s in HH…) bei der Philharmonie „eingegraben“ gewesen sei.

Diversen Zeugenaussagen zufolge sind bei der systematischen Brandschatzung von Fahrzeugen in der „Schanze“ teurere / representativere Fahrzeuge ostentativ ausgespart worden. Insgesamt gibt es schwerlich vernünftige Zweifel daran, daß eine interessierte staatliche oder semistaatliche Seite einen mehrere Hundert Köpfe starken Fascho-Mob auf die demütigen Protestler und die Anwohner losgelassen hat.
Das heißt nicht (und soll nicht heißen), „Linke, Autonome tun so etwas nicht“. Umgekehrt: Nichts, was jetzt in Hamburg geschah, ist neu oder eine neue Stufe, im Gegenteil, es war ein Abklatsch mindestens zweier, wenn nicht dreier Berliner Aufstandsrituale zum 1. Mai in den frühen 90gern. Dazu zählt insbesondere das Randphänomen von Armutsrevolten, das jetzt hochgeschrieben wird, die Plünderung von Läden und Kettenfilialen.

Was soll das also? Wem lag aus welchem Grunde (oder Gründen) daran, einer hirnlosen und demoralisierte „Linken“ von Rechts ein wenig „einzuheizen“, um sie zur Terrorgefahr aufzubauschen?

Es mag mehrere, voneinander unabhängige Gründe und Motive geben, doch eines scheint mir ziemlich eindeutig, obwohl reine Spekulation: Die faschistoiden Schnappatmer von FAZ bis Telepolis, von denen mancher wähnen mag, zu den Helfershelfern der Inszenatoren zu zählen, könnten selbst Opfer einer Inszenierung sein. Merkel will und muß im kommenden Jahr ohne Rücksicht auf Bremser, Blockierer und Ränkespieler aus der faschistischen Ecke der CSU und der eigenen Partei regieren (Blick auf Brüssel, auf die EU wie NATO, auf Macron). Sie kann andererseits nicht die Parteirechte zugunsten der AfD opfern. Sie braucht die Fortsetzung der Großen Koalition. Nachdem sich die „Schulzerei“ als ein untauglicher bis kontraproduktiver Versuch erwiesen hat, der SPD auf die Beine zu helfen, braucht der rosarote Partner Gelegenheiten, sich auf Kosten der Klientel der „Linken“, „Grünen“ und der auf Länderebene erstarkten FDP gegen die CDU/CSU zu profilieren. Und das ist kein einfacher Job, denn die SPD-Abgeordneten stehen den CSU-Faschos nicht selten näher, als der CDU-„Linken“, zumindest in ihrem opportunistischen Gebaren.

Fußnote [^1]: „Wehrsportgruppe“ nicht nur wg. des Öffentlichkeitsbildes dieses Modells, sondern in Reminiszenz an all die von lokalen Parteigruppen und Bürgermeistereien bestellten Prügelbanden, dies sich seit 50 Jahren gegen „linke“ Zeltlager und Camps austoben dürfen.

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7 Antworten zu Fragen zu den Krawallgeschichten

  1. Sheeple schreibt:

    Ich kann dir aus erster Hand, weil mit eigenen Augen gesehen und erfahren, sagen das besonders einige der kleinen Gruppen KEINE Deutschen waren. Das waren Internationale Krawalltouristen. Hoch organisiert und vernetzt, Seit dem Wochende weiß (!) ich wie ein solcher „Regime Change“ aussehen kann. Denn hätte man diesen Leuten bei genügend angeheizter Situation scharfe Waffen mitgegeben…
    Interesannterweise brauchte von den Angesprochenen keiner große Geldmittel um von Weltweit herzukommen. Es scheint ein regelrechtes Weltweites Netzwerk von Leuten zu geben mit denen es bei genügendenm Willen möglich ist selbst aus Asien her mit minimalen Mitteln bis nach Hamburg zu kommen. Unterkunft, Verpflegung und Rückreise inklusive. Und nein Soros NGOs scheinen es nicht zu sein. Eher studentische Verbindungen.

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    • Sheeple schreibt:

      „Minimale Mittel“ ~150 bis 200€ allerdings nicht Nonstop Flug von Bangkok oderso. Die Reise hat schon gut ne Woche Gedauert und war…kreativ bis „interesant“.

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    • Sheeple schreibt:

      Es bedarf übrigens keinen Pass wenn es im Zielland Anlaufstationen gibt. Wild über die Grenze. Nach ein paar Kilometern kann man wieder auf die normalen Straßen zurück. Interesiert keine Sau.

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  2. wolfsmilchblog schreibt:

    „keindeutsche“ in hamburg – unfaßbar :roll:

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