Wird Trump den September überleben?

Das US-NATO-Kommando wirbt auf breiter Front für eine direkte militärische Konfrontation Moskaus im Herbst dieses Jahres, siehe z.B. hier. Das geht so weit, daß der NATO)-Generalsekretär es vorgestern angebracht fand, in eigener Person die Wogen erst einmal zu glätten und offiziell mitzuteilen, Russland halte sich weiterhin strikt an die Vereinbarungen der OSZE zu „vertrauens- und sicherheitsbildenden Maßnahmen“ (Wiener Dokument), einem 2011 erneuerten Verfahren zur Vermeidung einer „ungewollten“ militärischen Eskalation des Russlandkrieges, den die NATO spätestens seit dem Bombenkrieg gegen Serbien 1999 führt.

Auf der anderen Seite hat Putin im Gefolge des Hamburger Treffens mit Trump eine für ihn typische taktische Dummheit begangen. Zu zwei Gelegenheiten hob er treuherzig hervor, Trump sei mitnichten der Dunkeltaps, als den ihn seine politischen Gegner hinstellen (und zu dem er sich gern selbst stilisiert). Hätte sich der Russische Präsident Rechenschaft gelegt, welch wirksamer politischer Faktor seine persönliche Popularität bei den Liebhabern rechtschaffen ungefesselter Staatsgewalt im Westen ist, hätte er es tunlichst unterlassen, Trump in den Augen dieser Klientel aufzuwerten.
Trump goß anschließend Öl ins Feuer, indem er die Presse und seine Gegner in Washington auf seine Weise nach Strich und Faden veralberte.

Jetzt werden massiv Gerüchte an Pressevertreter durchgereicht, Vorbereitungen einer Amtsübernahme des US-Vizepräsidenten, der Sprechpuppe Mike Pence, seien in vollem Gang. Andererseits gibt es keine Handhabe für ein Impeachment – Verfahren, das den USA im Übrigen bewaffnete Unruhen verspräche. Trumps Gegner wollten ihn zur freiwilligen Aufgabe bewegen, sagen die Gerüchte.

Ein wesentlicher Grund der Zuspitzung ist nicht schwer zu erraten. Selbst wenn die US-NATO-Kommandeure nicht vorhaben, für den Herbst im Baltikum und wahrscheinlich in der Ukraine geplante Eskalationen in direkte Kriegshandlungen münden zu lassen, will man offenkundig mit solchen Drohungen innenpolitische Auseinandersetzungen in Moskau vertiefen und echte Angst verbreiten. Das funktioniert nicht gut, wenn die Nuklearen Schlüssel in der Hand eines Präsidenten sind, der diese Machenschaften „bescheuert“ nennt, statt in der Hand eines durchgeknallten Evangelikalen.

„Man“ wird Trump ungern erschießen lassen wollen, siehe oben, aber man wird ihm gewiß ernste, wenn nicht fatale Repressionen gegen Familienmitglieder androhen. Und falls The Donald stur bleibt, kann die Angelegenheit den verschiedenen Angreifern, die nicht konzertiert handeln, leicht aus dem Ruder laufen. Leuten in Berlin wie Tel Aviv dürfte ziemlich wurscht sein, ob Washington die Nationalgarde gegen Trump-Anhänger mobilisieren muß, oder nicht.

 

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