Nuklearangriff auf Iran erneut auf Tagesordnung der Ziocons

Es mag verrückt scheinen, diese Diagnose auf eine hanebüchen erscheinende Kampagne auf der Grundlage alberner Fälschungen zu stellen:

nebst Long War Journal.
Doch eben damit verkünden die Urheber der Kampagne, sie hätten sich von allen ökonomischen und politischen Rücksichten emanzipiert.  Sie konstituieren sich unter den gegebenen Umgebungsvariablen als ein autonomer Kriegerstand. Diesen Status zu erweisen, haben sie tatsächlich nur ein Mittel, einen Nuklearangriff auf erklärte Feinde. Ihre Gegner in den Imperiumseliten wissen das und müssen damit dealen. Das Ziel des Tagesordnungspunktes ist daher nicht, oder jedenfalls nicht zwingend, ein Enthauptungsangriff auf Teheran, sondern jede Menge Konzessionen. Eben ‚drum handelt es sich um ein verpflichtendes Spiel.

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16 Antworten zu Nuklearangriff auf Iran erneut auf Tagesordnung der Ziocons

  1. tgarner9 schreibt:

    Was feiert das Geschmeiß so ausgiebig? Nur die Aussicht auf die nächste Million toter Araber oder glaubt es weiteren Anlaß zu haben? Hab ich was verpaßt?

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  2. tgarner9 schreibt:

    Der gestrige Artikel von Ali Hashem in Al Monitor „spielt“ unzweideutig mit der Option einer False-Flag-Operation gegen Hezbollah.
    https://www.al-monitor.com/pulse/originals/2017/11/iran-us-strategic-depth-pmu-hezbollah-sanctions.html

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  3. tgarner9 schreibt:

    Die Einordnung von RT: Regime-change rumblings?
    Die Redaktion beruft sich nachdrücklich auf Edward Price, einen Angehörigen der CIA, der die Agentur anfang des Jahres im Protest gegen die Administration Trump verließ. Price erinnert daran, daß der im Januar übergangsweise amtierende DNI-Direktor Mike Dempsey im Januar „die letzte Tranche“ der Bin Laden- Dokumente heraus gegeben haben wollte und macht kein Hehl daraus, daß er die Nachgeburt für gefälscht hält. Der Vorgang folge „dem Drehbuch“ der Fälschungen, mit deren Hilfe die Bush-Administration Widerstände gegen den Irakkrieg beseitigte.

    Weder Price noch RT thematisieren, daß „Regime-Change“ im Iran nach irakischem Muster militärtaktisch und militärpolitisch ausgeschlossen ist. Das Pentagon ließ zur Zeit der Bush-Administration alle Optionen prüfen, die iranische Regierung mit Hilfe eines begrenzten See- und Küstenkrieges zwecks Blockade der iranischen Häfen zu Fall zu bringen. Die zugehörigen Übungen endeten mit der Niederlage oder unzumutbaren Verlusten der US-Flotte, die seither – im krassen Gegensatz zur iranischen Marine und Küstenabwehr – quantitativ abgerüstet und qualitativ nicht nennenswert aufgerüstet hat. Der Luftkrieg taugt für das Szenario nicht gut, weil die angerichteten Schäden – ohne nukleare Option – relativ rasch zu beseitigen wären.

    Price und RT schreiben folglich entweder Blödsinn, oder sie schreiben über Nuklearkriegspläne, ohne sie beim Namen zu nennen. Dieser Schluß unterstreicht, daß die Urheber der Kampagne sie zur Unzeit ausgeklinkt hätten, ginge es „nur“ um „Containment“ angeblicher und wirklicher iranischer Umtriebe in der Region. Das hatte die Trump-Administration in den vergangenen drei Monaten zureichend auf den Weg gebracht und die neue Irakkriegsrunde ist eine erste militärische Umsetzung. Warum sollte Pompeo da sein Pulver verschießen, wenn er – bzw. seine Hinterleute – dasselbe im Sinn haben, wie – in seltener Einigkeit – Weißes Haus und State Department?

    Luschtig ist, wie Netanyahu nach der CIA-Initiative, die ihm doch scheinbar in das lang gehortete Blatt spielt, abwiegelt (J-Post):

    LONDON – Prime Minister Benjamin Netanyahu has shifted his strategy in opposing the Iran nuclear deal, pushing instead to sway its signatories to change the agreement rather than scuttle it.
    “The goal that I have in mind is not keeping or eliminating the deal. It’s improving the deal and correcting its main flaws,” Netanyahu told his British counterpart, Prime Minister Theresa May, on Thursday.

    Nach den diversen Initiativen zur Vorbereitung eines Libanonkrieges und dem Rücktritt Saad Hariris, der sich auf „atmosphärische Störungen“, statt konkreter Zwänge oder Zumutungen berief, sollte die Lösung dieses „Rätsels“ nicht schwer fallen: Netanyahus spärlich verschleierte nukleare Drohungen gegen Teheran waren nie etwas anderes, als ein Druckmittel, mit dem Israel zum passenden Zeitpunkt die Duldung eines israelischen Vernichtungskrieges im Libanon zu erzwingen gedenkt. Die Ziocons und die regierenden Zionisten spielen einander die Bälle zu, aber sie haben differierende Absichten und Ziele.

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    • BC schreibt:

      Enjoy a distinguished imperial meal:
      http://jcpa.org/article/israel-strategic-asset-west/
      Stammt von dem Kemp, der kürzlich zusammen mit Naumann und einem anderen Briten ein Papier zum Umgang mit Hizbollah und Iran vorstellte (How to prevent a 3rd Libanon war, Washington Institute).
      Den Webcast des WI dazu hab ich mir angeschaut. Angesichts des hetzerischen Tons der Vorlage waren die Herren Militärs doch eher „understating“. Natürlich ging es nicht um Hizbollah, sondern um Iran, und Kemp verwies darauf, dass HB zwar davon träume, den Krieg nach Israel zu tragen und sich dort sich eine kurze Zeit lang zu behaupten
      (im Sinne einer Demonstration ihrer Fähigkeiten) , aber die 100000 Raketen würden sicher nur im Falle eines Angriffs auf den Iran abgefeuert werden. Fragen, die darauf zielten, den Iran zu einem Kurswechsel zu bewegen, wurden doch recht vorsichtig beantwortet (Diplomatie, Aufwertung von Unifil, unmissverständliche Parteinahme
      und Unterstützung für Israel). Preemptive strikes von Israel wären natürlich vorstelllbar, die Antwort auf die Frage nach deren Rechtfertigung müsste man (so Kemp) allerdings zukünftigen Historikern überlassen (vermutlich britischen).

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      • tgarner9 schreibt:

        Interessant, danke.
        Was in dem elend langen Text zählt, steht im letzten Absatz:

        A modern day Balfour Declaration could be recognition of the strategic value of the Jewish state in today’s global struggle in the form of full membership of a reformed NATO, which would benefit all of our strategic interests and serve also to undermine international efforts to isolate Israel.

        So mehrdeutig er auch ist. Zur Zeit Obamas hätte man das als Plädoyer für die Arabische Friedensinitiative lesen müssen, die jetzt wohl eher unter die „Internationalen Bestrebungen zur Isolierung Israels“ zu zählen ist. Keine Ahnung, wie viel Träumerei eines abgehalfterten „Empire“-Soldaten beteiligt ist, was meinst Du?

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    • BC schreibt:

      Zu Mr. Kemp: Ach schau mal dies http://attackstatered.com/ an, dann weißt du, was das für ein Kerl ist. Was seinen Vorschlag anbelangt, so sollte man den aparten Satz vorher einbeziehen: „The Balfour Declaration symbolised the British government’s recognition of the strategic value of the Jews of Palestine in the global struggle that was then in progress.“ Damals wie heute (und morgen), immer ist da so ein ominöser „global struggle“, den wir als Briten bestehen müssen. Darunter geht’s eben nicht, sagt der Soldat. Ich denke allerdings nicht, dass die britische Upper Class eine NATO-Mitgliedschaft Israels als wünschenswert einstuft (siehe den Bericht des House of Lords (HoL), den ich mal erwähnt habe). All hell would be breaking loose.

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  4. Berengar schreibt:

    https://www.reuters.com/article/us-saudi-missiles/saudi-arabia-says-it-intercepts-missile-close-to-capital-idUSKBN1D40TD

    »RIYADH (Reuters) – Saudi Arabia’s air defense forces intercepted a ballistic missile fired from Yemen over the capital Riyadh on Saturday, state news agencies reported.«

    Na sowas? Normalerweise hält man doch in S-A eher die Klappe, was ist denn jetzt der Grund für die Dringlichkeit, sodaß selbst Zeit Online darüber berichtet?

    http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-11/huthi-rebellen-jemen-saudi-arabien-flughafen-riad-rakete-abgefangen

    Eine jemenitische Volcano H-2 also soll es gewesen sein. Die ist mit der sowjetischen R-27 verwandt über deren nordkoreanische Version Hwasong-10, die ihrerseits wiederum die Basis war für … iranische „Khorramshahr“-Modelle.

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    • tgarner9 schreibt:

      Der Zusammenhang scheint mir eher hier zu liegen:

      Elf Prinzen und Dutzende Tycoons und hochrangige Regierungsangestellte verhaftet, Thronprätendent Prince Miteb, dessen Hausmacht die Nationalgarde war, abgesetzt.
      FT beruft den Zusammenhang selbst:

      The news came hours after Saudi forces intercepted a ballistic missile launched near Riyadh’s airport, an escalation of the kingdom’s bloody war with Yemen.

      King Salman ist, wie es scheint, entschlossen, das KSA zur Nation umzuformen und den Jemenkrieg peripher zum Staatsgründungskrieg zu nehmen (Zwecks Regelung der „Schiitenfrage“ – so oder so!)

      Das würde allerdings eine moderne (imperiale) Nation, sprich, der Türkei Erdogans näher, als den Demokratien der Alten Welt, und weniger zivil, als die despotische Standesherrschaft des UK und die neuen Präsidialherrschaften Macrons, Orbans und Kaczynskis.

      Falls es einen Zusammenhang mit dem zionistischen Drängen auf einen Libanonkrieg gibt, läge der einerseits in einem saudischen „Export“ der heimischen „Schiitenfrage“, andererseits in der merklichen Marginalisierung der Regionalmacht Israels im Zuge saudischen Nation Buildings, vgl. dazu
      https://tomgard.blog/presseschau/mena/

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      • Berengar schreibt:

        Siehst Du, das passiert, wenn man zu schnell denkt – als diese Nachricht eintraf, lag ich schon ganz friedlich im Bett. ;-)

        Aber ich spiele mal den advocatus diaboli und beziehe mich dabei auf folgende Passage:

        »The international stature of outspoken Prince Alwaleed, who has sparred with US president Donald Trump on Twitter and is estimated to be worth around $18bn, has amplified the global reaction to the crown prince’s domestic campaign.«

        Ich gebe zu, daß die Basis des Arguments relativ schwach ist, aber es ist nicht per se auszuschließen, daß es sich hier entweder um ein internes „streamlining of operations“ oder die Verhinderung eines latenten coup d’état handeln könnte, nicht wahr?

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  5. Berengar schreibt:

    Schau mal, was die „Welt“ ganz aktuell draus drechselt:
    https://www.welt.de/politik/ausland/article170345673/Im-Nahen-Osten-droht-die-Eskalation-zwischen-Erzfeinden.html

    Hinter Sariris Rücktritt: Die Saudis.
    Hinter der Hezbollah: Der Iran.
    Hinter der Rakete nach Riyadh: natürlich auch die Mullahs.

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    • Berengar schreibt:

      Korr.: gemeint ist selbstverständlich Hariri. Sorry.

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    • tgarner9 schreibt:

      Danke. Der Hinweis auf die „unterirdischen Waffenfabriken“ erscheint mir bedenklich. Einerseits ist das ein alter Hut, die Hezbollah betrieb zum Leidwesen der IAF schon 2006 unterirdische Anlagen, die mit normalen Bunker-Buster-Kalibern nicht zu knacken sind. Jetzt lese ich das zum zweiten Mal binnen weniger Tage und in dem Welt-Artikel figuriert die Sache als einzige virulente Sünde.

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  6. Berengar schreibt:

    Ich möchte in diesem Zusammenhang auch noch auf folgendes hinweisen:
    »President Donald Trump’s son-in-law and senior adviser Jared Kushner returned home Saturday from an unannounced visit to Saudi Arabia — his third trip to the country this year.
    (…)
    Kushner was accompanied in the region by deputy national security adviser Dina Powell and Middle East envoy Jason Greenblatt. Greenblatt continued from Saudi Arabia to Amman, Jordan; Cairo; the West Bank city of Ramallah; and Jerusalem, where he was on Sunday.
    «
    Das war vor einer Woche. Was da wohl besprochen worden sein mag?

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