Saad Hariri macht Platz für Libanonkrieg

Nachdem ein saudisches Regierungsmitglied eine „internationale Koalition“ gefordert hatte, um „Hezbollah zu konfrontieren“, nahm der libanesische Premier einen Aufenthalt in Riad zur Gelegenheit, seine Rücktritt zu verkünden. Er habe Angst, wie sein Vater ermordet zu werden, erklärte er heute in einer Fernsehansprache, übertragen von Al-Arabiya (saudischer Sender mit Sitz in Dubai).

Das KSA hatte im Herbst vergangenen Jahres die Blockade libanesischer Regierungshoheit aufgegeben, indem es Saad Hariri um den Preis der Regierungsführerschaft zwang, Präsident Michèl Aoun und eine Reihe bedeutender Ministerien und Posten für die Hezbollah zu akzeptieren. Angesichts der nachgewiesenen Beteiligung Verwicklung Hariris an in blutigen Ausschreitungen in Tripoli, sowie etlichen Anschlägen auf die schiitische Bevölkerung, mit zusammen weit mehr als 1000 Todesopfern, war es ein grandios zu nennendes, patriotisches Entgegenkommen der Hezbollah, den Deal einzugehen.

Die IDF erhöht den Druck. Enthalten sind auch nukleare Drohungen – mit kleinem Kaliber – ich erspare mir die fruchtlose Begründung. Debka.file beteiligte sich gestern auf seine idiosynkratische Weise. Durchsichtiger Bullshit, es kam auf den Schlußsatz an:

 the Israelis may possibly be allowed to get away with it thanks to a Russian decision to turn a blind eye to their maneuvers against Syria and Hizballah. If that is the case, Israel had better be prepared for them to change their minds at some point and use all the resources to put a stop to Israeli aerial incursions.

Die IAF tue im Fall eines Libanonkrieges gut daran, in einem Überraschungsangriff sehr rasch vollendete Tatsachen zu schaffen, heißt das im Klartext!

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3 Antworten zu Saad Hariri macht Platz für Libanonkrieg

  1. tgarner9 schreibt:

    „Announcing his resignation, Hariri accused Iran and its Lebanese ally, the paramilitary organization and political party Hezbollah, of sowing strife in the Arab world. He warned Tehran that all the “evil” it allegedly “sends to the region” would eventually backfire and urged the Arab world to “cut off the hands that wickedly extend to it.”“
    Hariri’s movements before his surprise resignation might shed some light on the thinking behind it. Earlier this week, he met with top Saudi Arabia officials earlier this week, including the Saudi state minister for Gulf affairs Thamer al-Sabhan, who called for the “toppling” of Hezbollah and promised “astounding developments” in Lebanon after the meeting. Hariri abruptly returned to Saudi Arabia on Friday.
    After Hariri announced his resignation, al-Sabhan claimed that Hariri’s security had “confirmed information” about the assassination plot against him, while the Lebanese internal security said it had no such information. The Saudi minister even used surprisingly similar wording to the Lebanese PM’s statement, saying that Iranian “hands of treachery and aggression must be cut off.”

    Senior Israeli politicians also used Hariri’s resignation as a rallying cry against their arch-nemesis, Iran. “His words are a wake-up call to the international community to take action against Iranian aggression,” Prime Minister Benjamin Netanyahu said.

    (RT)

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  2. tgarner9 schreibt:

    Debka hält sich zu dem Thema bemerkenswert zurück. Ich zitiere die m.E. einzig nennenswerte Passage des Geschwätzes:

    Hariri himself contributed to the Iranian/Hizballah success in solidifying their grip on Beirut when, in October 2016, he helped the Christian leader Michel Aoun, friend of Hizballah’s Hassan Nasrallah, become president of Lebanon, by joining a deal between the three rival factions of Lebanon, his own Sunnis, the Christians and the Shiites. He also stood by when the national Lebanese army was made into an operational arm of Hizballah, a step that gave Nasrallah the leeway for sending his troops to fight for Bashad Assad in Syria.

    Das ist schwindelerregend. Es kann und muß als eine bittere Verhöhnung der leitenden Ziocons von Seiten der israelischen „Intelligence-Community“ gelesen werden.
    Jeder Satz ist anders herum zu lesen. Als Hariri, Führer der überwiegend sunnitischen und terroristischen „Allianz des 14. März“, aus dem saudischen Exil zurück kehrte, um das Amt des Premierministers zu akzeptieren und damit eine dreijährige Zeit korruptions- und terrorträchtiger libanesischer Interrimsregierung zu beenden, erlaubte er die Wiedereinbindung der Hezbollah in die libanesische Gewaltenteilung nach dem „Taif Aggreement“. Bis mindestens Ende 2013, als Obama mit Hilfe General Dempseys und dem russischen Präsidenten Putin die Al Ghouta- False Flag zum Scheitern brachte, waren Hariri, durch dessen Hände vermutlich hunderte Millionen Dollar Spöldnerlohn für die Jihadis gingen, und sein Führungsoffizier, der saudische Geheimdienstchef Bandar „ben Bush“ Khalifa, maßgebliche Helfer des Aufstieges der Hezbollah zu einem regionalen Machtfaktor. Bandar hatte zusammen mit dem Gesandten des State Department, Jeffrey Feltman, der später wegen seiner katastrophalen Fehleinschätzung zum stellvertretenden UN-Generalsekretär aus dem Weg befördert wurde, die erste Angriffswelle gegen Syrien durch den Libanon auf Homs führen lassen. Als Damaskus den Angriff zum Scheitern brachte und auch an der politischen Front stabil blieb, ließ Bandar monatelang nicht locker. Begleitet war der Angriff von monatelangen blutigen Gefechten in der libanesischen Hafenstadt Tripoli, wo der Nachschub an und für die Jihadis angelandet wurde. Zusätzlich gab es eine Serie maximal blutrünstiger Bombenanschläge auf die schiitische Bevölkerung Beiruts.
    Die libanesische Armee war zwischen den Fronten zerrissen und überfordert. Die Hezbollah konnte außerhalb der Landstriche, die offiziell in ihrer Zuständigkeit liegen, nicht eingreifen, ohne einen Bürgerkrieg zu beginnen. Folglich blieb Nasrallah „against all odds“ gar nichts anderes übrig, als auf Seiten der syrischen Armee in den Krieg um Homs und das erweiterte libanesisch-syrische Grenzgebiet einzutreten. Er hat dutzende Male betont, daß dies nicht zu Gunsten Assads geschah, sondern zum Schutze der schiitischen Bevölkerung diesseits und jenseits der Grenze und der Integrität des Libanon in seiner fragilen Verfassung nach dem Frieden von Taif.
    Hunderte von Kämpfern opferte die Hezbollah in wochenlangen Kämpfen, bis sie die Grenzstadt Al Qsair, die Verbindung Tripoli / Beirut – Homs, von Jihadis befreit und das Umland gesäuber hatte. Das entschied die Niederlage Hariris und Bandars an dieser Front, die Normalität kleiner Scharmützel und Anschläge kehrte im Libanon zurück und die Hezbollah hatte sich im Libanon den Status erworben, den sie sich immer angemaßt hatte, den einer völkischen Widerstandsorganisation. Sie ist der wichtigste Arm der libanesischen Armee geworden, nicht umgekehrt.

    All das war indes ein Folgefehler der Ermordung Rafik Hariris, der „Zedernrevolution“ und Israels Libanonkrieg von 2006. Den hat mit größter Wahrscheinlichkeit Condoleezza Rice auf dem Gewissen. Hezbollah verdankt ihre heute z.B. von der ICG anerkannten Status als politische Regionalmacht der Kampfkraft ihrer Parteigänger, aber die hätte zu nichts gereicht, hätte nicht die Hybris der zionistischen Internationale, ihre lächerlichen Fehleinschätzungen, ihr unentwegt in die Karten gespielt. Für die säkularen Kräfte im Libanon, insbesondere die kaum mehr existierende „Linke“, ist das ein kapitaler Schaden, wenn auch das bei weiterem kleinere Übel.

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  3. tgarner9 schreibt:

    Nasrallah ist oder gibt sich entspannt:

    Nasrallah said Hezbollah would not comment on the political content of Hariri’s speech despite its “harshness.” He openly wondered whether Hariri had been caught up in an internal struggle within the Saudi royal family or whether there was a financial dimension — or if the kingdom was unhappy with Hariri’s performance … adding that the reasons Hariri gave for stepping down did not align with his domestic position. Hariri returned from Saudi Arabia late last month relaxed, with promises of large Saudi aid and assurances that the kingdom supports stability in Lebanon [said Nasrallah]

    Bloomberg

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