Konspirieren Trump und MbS gegen die saudisch-amerikanische Deep State Allianz?

Diese Allianz datiert aus den Tagen der „Ölkrise“ nebst Ersatz der Golddeckung des Dollar durch die Marktmacht des Petrodollar und ist Bestandteil des „Militärisch Industriellen Komplexes“ der USA sowie der Finanzoligarchie des UK.

Bloomberg behauptet mit Berufung auf anonyme Quellen, die saudische Zentralbank habe das Vermögen Dutzender Personen einfrieren lassen, die nicht offiziell Ziele der Behörde für Korruptionsbekämpfung sind und darüber hinaus „mehrere hundert“ Namen starke Listen an ausländische Banken und Krediteure mit der Bitte verschickt, ihre Vermögen und Kreditlinien einzufrieren.

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11 Antworten zu Konspirieren Trump und MbS gegen die saudisch-amerikanische Deep State Allianz?

    • tgarner9 schreibt:

      Hier die englischsprachige Langfassung:
      https://www.crisisgroup.org/middle-east-north-africa/huthi-missile-saudi-purge-and-lebanese-resignation-shake-middle-east#hwimmen

      Jetz sag Du mal – ist das eine Anstiftung für eine kurze, aber scharfe israelische Luftwaffenkampagne gegen Hezbollah, oder ist es das nicht?!

      Ich nenne das eine Anregung, wie einige 100 Libanesen folgenlos für die Angreifer auf dem Altar Zions geopfert werden können, so daß dessen Kriegerkaste nicht hinter der saudischen Initiative gänzlich und auf Dauer zum *Schlächter 2. Ranges“ zurück falle.

      Deshalb reiste Macron nach Riad und telephonierte mit Aoun, denn für Frankreich wäre ein solcher Überfall ziemlich unangenehm. 2013 – wenn ich nicht irre – hat die IDF in direktem Angriff zwei französische Unifil – Soldaten gekillt, aus Rache dafür, daß eine israelische Patrouille auf libanesischem Gebiet in eine Sprengfalle der Hezbollah gelaufen ist, welche Hezbollah der Unifil natürlich lokalisiert hat. Das gab viel böses Blut in Frankreich. Bei einem neuen israelischen Überfall im Südlibanon stünden der Regierung echte Probleme ins Haus, die bisherige MENA-Politik zu rechtfertigen. Zumal nicht wenige Figuren in der frz Elite wissen, wer die Charlie – Hebdo – Attacke angerichtet hat.

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  1. Klaus-Peter schreibt:

    Von Seiten ICG? Das kann ich nicht einschätzen, ganz sicher wird es einige andere Kräfte geben, die anstiften oder anregen. Offenbar ist jedoch, dass es keinen Konsens gibt. Weder in Israel, noch mit deren Kumpels.

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    • tgarner9 schreibt:

      Sehr vornehm ausgedrückt.
      Ich habe gestern gegrübelt, ob ich gegen Abscheu und Unwillen zwei bis drei Stunden aufwende, das Papier zu erklären. Mein Morgentraum sagte mir: Tu das. In ihm war ich nämlich wieder jung, was heißt, alles war noch frisch, herausfordernd, neu und weiter zu entdecken, wie das vielleicht für drei Gelegenheitsleser meines Blogs zutreffen könnte. Für den Augenblick ist mein Widerwille trotzdem noch zu groß …

      Einen Punkt will ich aber mit Blick auf meine Artikelüberschrift heraus greifen. Die diplomatische Welt wälzte die Frage, welche Art von Einverständnis es zwischen Trump und MBS gibt und wie weit es geht. Als das ICG-Papier abgefaßt wurde, gab es keine offizielle amerikanische Stellungnahme, weder vom DoS noch WH. Wimmen und sein ganz und gar nicht zufällig unter eigenem Namen ergänzender israelischer Adlatus Zalzberg erwecken einerseits den Eindruck, die USA stünden MBS und Netanyahu zur Seite, Zalzberg schreibt andererseits den letzten Satz:

      ,Netanyahu seems keen to use [grist for the public relations mill] in order to further mobilise international pressures against Hizbollah.

      Dazu gibt es unterdessen – vielleicht nicht zufällig erst nach Trumps tête à tête mit Putin – eine klare Ansage vom WH:

      White House Press Secretary Sarah Huckabee Sanders said in a statement that Washington calls upon “all states and parties to respect Lebanon’s sovereignty, independence, and constitutional processes.” … “In this sensitive time, the United States also rejects any efforts by militias within Lebanon or by any foreign forces to threaten Lebanon’s stability, undermine Lebanese government institutions, or use Lebanon as a base from which to threaten others in the region”

      AP schreibt brav, „militias within Lebanon“ sei (ausschließlich) an Hezbollah adressiert. Quatsch, Hezbollah ist nicht die einzige irregulär bewaffnete Kraft im Libanon.
      Tillerson hingegen pöffnete Netanyahu ein Rattenloch:

      Tillerson said he recognized Saad al-Hariri as Lebanon’s prime minister and called him a “strong partner of the United States.” … “There is no legitimate place or role in Lebanon for any foreign forces, militias or armed elements other than the legitimate security forces of the Lebanese state” … Tillerson also cautioned against “any party, within or outside Lebanon, using Lebanon as a venue for proxy conflicts or in any manner contributing to instability in that country.”

      Das wording differiert nur minimal, und trotzdem bildet es einen harten Gegensatz zur WH-Verlautbarung. Letztere stellt sich zur Hezbollah und den anderen und gegnerischen Milizen realpolitisch, anerkennt auf diesem Wege die faktisch stabilisierende Rolle Hezbollahs im Libanon, Tillerson hingegen erklärt die Hezbollah ohne Nennung zur illegitimen Proxymacht des Iran. Die Botschaft: „Bibi, was immer du tust, wir werden es entschulden und Iran anlasten.“
      Die ICG nimmt diesen Gegensatz zwischen DoS und WH, von dem es offiziell nichts wissen konnte, in dem oben zitierten Widerspruch (oder nennt es „Unklarheit“) vorweg und erklärt wortreich, wie Netanyahu ihn ausnutzen könnte: Eine begrenzte militärische Kampagne gegen Hezbollah im Libanon könne und müsse mit Blick auf WH für Israel ohne negative Folgen bleiben, weil Hezbollah gebunden sei – innen- wie außenpolitisch – nur symbolisch zu reagieren.

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      • tgarner9 schreibt:

        „Nicht zufällig nach dem tête à tête …“
        Es scheint, als habe die russische Seite darauf bestanden, eine amerikanisch-russische Vereinbarung über die Südfront von den Chefs persönlich besiegeln zu lassen. Dabei geht es um den längst auf Ebene der Militärattachées zwischen Israel und Russland verhandelten „Mindestabstand“ sog. „schiitischer Milizen“ zum von Israel beanspruchten Golan und das gemeinsame (Fern-)Ziel des Rückzugs „aller ausländischen Kämpfer“ vom syrischen Boden. Für Beides gibt es weder räumliche noch zeitliche Daten, sondern ein russisch-amerikanisches Verhandlungs- und Koordinationszentrum unter jordanischer, jedoch offiziell nicht israelischer Beteiligung.

        Die Reaktion folgte auf dem Fuße: John Brennan und James Clapper erhielten bei Reuters ein Forum für „Trump is being manipulated by Putin“

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  2. tgarner9 schreibt:

    Van Wilgenburg hat gestern im Daily Beast unter dem Titel „Iran Amok“ den logisch zu antizipierenden und wahrscheinlich realen Standpunkt der IDF vorgestellt. Meine Paraphrase:

    „If you don’t want Bibi and his accomplices have us bomb the hell out of Beirut, or bomb the hell out of Damascus, then have Kurds and Sunni terrorists bring again the wrath of hell into Iraq and ultimately into Iran.“

    Was tut MBS hingegen real? Er konsolidiert das KSA, sowohl innen- wie außenpolitisch, als antiiranische Vormacht im GCC und weiter in der Region, wie Trump vor Monaten in Riad gefordert hatte. Nebenbei: Dazu hat MBS, dem MEE zufolge, eines der schwergewichtigsten Assets der Ziocons, Prince Bandar „bin Bush“ Kalifa aus dem Spiel genommen.
    Die saudische Strategie ist nicht weniger häßlich, als die zionistische, weil voraussichtlich um die 4 Millionen Jemeniten für diesen Zweck geschlachtet werden, aber von dieser geopolitischen Klarstellung abgesehen verfolgt MBS kein Kriegsprogramm i.e.S. sondern „Nation Building“ mit Hilfe des jemenitischen „Staatsgründungskrieges“. Im Erfolgsfalle könnte es erstmals seit den Zeiten Nassers die Grundlage für einen arabischen Nationalismus geben, der nicht bloß Legitimationsideologie ständischer Herrschaft in postkolonialen Militärdespotien (Irak, Syrien) ist. Das steht den „Lebens“interessen – besser Mordinteressen – der „Villa in the Djungle“ diametral entgegen.

    Just deshalb ist Nasrallahs Behauptung, er verfüge über die belastbare Information, Israel sei aus saudischen Kreisen Dutzende Milliarden Dollar für einen libanesischen Waffengang angeboten worden, glaubhaft. Der Antizionismus in mittelöstlicher Lesart ist ein hergebrachtes Surrogat panarabischen Nationalismus und – für die Saudis besonders ärgerlich und hinderlich – eine panislamische Volksideologie, die Hezbollah nicht erst seit dem 06er – Krieg, doch seither besonders, ihr institutioneller Vertreter. Das KSA kann selbstverständlich nicht gegen Israel zur echten und womöglich ersten Regionalmacht des Nahen Ostens werden. Die Hezbollah – nicht nur sie, aber sie an prominenter Stelle – steht der Option des KSA im Wege, neben Israel zur Regionalmacht aufzusteigen, wofür der zionistischen Internationalen mindestens ein unerzwungener, formeller Friedensschluß mit Israel als Preis zu errichten wäre. Im Nahen Osten weiß ein jeder mit fünf intakten Hirnzellen, daß der Judenstaat unter Führung der zionistischen Militäroligarchie nicht haltbar ist, ohne einen neuen Großkrieg oder mindesten die beständige Androhung eines Solchen. Wenn die IDF den Libanon zusammen mit der Hezbollah von der Landkarte fegte und – ziemlich unvermeidlich – parallel die Lage auf der Westbank „klärte“, wäre die zionistische Entität unter den Bedingungen des imperialen Schutzes Ägyptens, der russischen „Interessensphäre“ Syrien, plus einer aufstrebenden imperialen Regionalmacht Saudiarabien am Ende ihrer Geschichte angelangt. Das machte sich nicht sofort bemerkbar, darin liegt die Verführung für eine Reihe mächtiger Figuren in Israel. Denen ist allenfalls ihre rassistische Hybris wichtig, nicht die Juden, und der Judenstaat nur unter der Bedingung, daß sie über ihn herrschen.

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  3. tgarner9 schreibt:

    Daniel Williams und Reuters werden wissen, warum und wozu sie eine „Nachricht“ erfinden, die im Titel vollständig angegeben ist: Israel signals free hand in Syria as U.S., Russia expand truce.

    Übrigens – das hatte ich im letzten Kommentar oben vergessen zu erwähnen – ist die donaldistisch-saudische Linie in der Tat eine komplementäre russisch-amerikanische Strategie zur Beruhigung der Levante und eines maßvollen strategischen Containments der von Obama genährten iranischen Regionalmachtambitionen. Die stehen russischen Interessen nämlich entgegen.
    Entsprechend die Reaktion der Ziocon-Höllenhunde:

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