Hariri tritt „vorerst“ vom Amtsverzicht zurück

“I presented today my resignation to President Aoun and he urged me to wait before offering it and to hold onto it for more dialogue about its reasons and political background, and I showed responsiveness,” Hariri said in a televised statement.

Das ist, wie immer man es drehe und wende, eine dem Amtsinteresse Aouns abträgliche Entscheidung.

Jemand, der alle Indizien für die Erpressung Hariris seitens Saudi Arabien zurück weist, hat dem Argument nichts entgegen zu setzen, der Premierminister sei wg erwiesener Wankelmütigkeit und groben Fehleinschätzungen amtsunfähig  Im sektiererischen Proporzsystem der libanesischen Regierung benötigt ein PM in erster Linie staatsmännische Autorität, um seine administrativen Aufgaben erfüllen zu können.

Doch Aoun selbst hat behauptet, er habe Beweise für die Erpressung Hariris vermittels seiner saudischen Verwandschaft. Die zwei jüngeren Söhne Hariris bleiben Geiseln des KSA.
Obendrein hat die israelische Regierung den Zeitpunkt passend befunden, inoffizielle Kontakte zur saudischen Regierung einzuräumen, die dem Anliegen einer Abweisung „iranischer Aggression“ dienen. Damit hat Hariri offiziell den Status eines Agenten nicht allein der saudischen, sondern der israelischen Regierung.
Letzteres erschwert der Hezbollah Kompromisse, insbesondere hinsichtlich eines etappenweisen Rückzuges aus Syrien und einer möglichen Unterstellung der heimischen Milizen unter die Befehlshoheit der Armee, etwa nach irakischem Vorbild. Dann wird das wohl die israelische Absicht gewesen sein …

Am Tag vor Hariris Rücktritt vom Rücktritt hat der Oberbefehlshaber der libanesischen Armee, General Joseph Aoun, die Truppe zur vollen Kampfbereitschaft gegen israelische Aggression gemahnt:

“I call upon you… to be fully prepared on the southern border to confront the Israeli enemy’s threats and violations”

Aoun ist übrigens in Syrien und in den USA ausgebildet und hat erst 2008, also zwei Jahre nach dem Überfall Israels, eine Zusatzausbildung in den USA absolviert.
Schwer vorstellbar, daß sein Vorstoß nicht mit Präsident Aoun und FM Bassil abgesprochen war. Es sieht demnach so aus, als werde nicht nur Hariri, weiterhin, sondern auch Präsident Aoun erpresst, diesmal vom französischen Präsidenten, der als Oberkommandeur des bedeutensten UNIFIL-Kontingentes Autorität hat, in den Libanon hinein zu regieren.

Allein – mir fällt kein iwie nachvollziehbarer Plan zu dieser Erpressung ein. Wer der Future-Bewegung, der Hariri vorsteht, innenpolitischer Gegenpol zur Hezbollah, Gutes tun wollte, nötigte sie am Besten, auf Hariri zu verzichten, der aufgrund seiner Rolle bei den blutigen Kämpfen 2012/3 eher vor ein libanesisches Kriegsgericht, als in die Regierung gehörte. So muß ich vorbehaltlich unzureichender Daten davon ausgehen, daß Macron seinerseits eine wesentlich gröbere Erpressung seitens der zionistischen Hardliner und Staatsterroristen weiterreicht.

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Eine Antwort zu Hariri tritt „vorerst“ vom Amtsverzicht zurück

  1. tgarner9 schreibt:

    Jerusalem Post winkte gestern zum wiederholten Mal mit der Option einer Besetzung des drusischen Ortes Hader, diesmal unter dem Vorwand „chemischer Kriegführung“ der SAA.

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