Ein Wort zum Sonntag …

… bevor bei uns für eine Woche ein tapfer bewältigtes Elend Platz greift.
… bekräftigend, daß es hier wohl weiter gehen wird – doch „ganz anders“ …

Was verbindet und trennt Orianthi und Hendrix?
Alles ist Rhythmus und Zahl“ (Pythagoras zugeschrieben) – was ist daran sauber, was Unfug?
Was ist eine Gebärde und wie arbeitet sie? (Kann eine Gebärde arbeiten?)

Basics, die mich grad beschäftigen.

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7 Antworten zu Ein Wort zum Sonntag …

  1. grünspan schreibt:

    Hoffentlich bleibt alles „ganz anders“.

    „Was verbindet und trennt Orianthi und Hendrix?“ „Alles ist Rhythmus und Zahl“ Show als „Arbeit“

    Orianthi und Hendrix arbeiten zweifellos beide, indem sie in ähnlichem Ausmaß Muskel und Nerven verausgeben (Arbeitsaufwand). Die Verausgabung resultiert weiterhin in produktiver Arbeitsleistung (beeindruckende Anzahl Seitenanschläge pro Sekunde). Im besonderen leisten beide „skilled work“ indem sie diese Fingerfertigkeit (Seitenanschläge pro Sekunde) erst aufwändig erlernen mussten. Abgesehen von einer notwendigen minimalistischen Veranlagung, Handgelenk und Finger möglichst schnell tonerzeugend bewegen zu können, sehe ich in dieser Anschlagfrequenz noch kein besonderes Talent.
    Keith Richards der Weber von Gitarren pflegte zu bestimmten virtuosen Solo-Gitarristen zu sagen – sie langweilen mich. Dem schliesse ich mich bezüglich des noisigen Orianthi Solo an, wenn auch in der Geläufigkeit der Töne manchmal ein Hendrix durchscheint.
    Der Unterschied zwischen den Zahlung erheischenden Gebrauchswerten der beiden Arbeitskräfte, zwischen verlinktem Orianthi Solo und Hendrix’ Villanove Junction, liegt allerdings in der subjektiven Gutheißung als Gebrauchswert durch den individuellen Zuhörer.
    Ich finde dass das einzigartige Talent von Hendrix objektiv darin zum Ausdruck kommt, dass es sich bei ihm um gefühlvollen Blues und Rock handelt, insbesondere mit spannungsvollem Wechsel der Tonart (Geläufigkeit) ohne dass dadurch der Blues zu Noise (Geräusch) auseinanderfällt. Und seine Stimme und Gesang und coole Gebärden sind einmalig.
    Mein Vergleich von zwei Arbeitskräften Orianthi und Hendrix ist somit als verkürzte Lohntheorie ausgedrückt. Mehrwerttheorie käme ins Spiel, wenn der Faktor Kapital betrachtet wird. Insbesondere stand hinter Hendrix eine beeindruckende Maschinerie (Musiktechnik). Die gleiche Technik steht aber auch Orianthi zur Verfügung. Das Kapital erhöht daher nur als GEMEINSAMER Faktor den von den Musiker-Arbeitskräften unmittelbar körperlich geschaffenen UNTERSCHIEDLICHEN Gebrauchswert zum gesellschaftlich geschaffenen Gebrauchswert, ist daher für den Vergleich der Musiker bedeutungslos. Einfach als Binsenweisheit erinnert, die Investition einer Million € Lottogewinn verstärkt nur unterschiedlichen Fähigkeiten der Lottogewinner.

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  2. tgarner9 schreibt:

    „… aber bitte mit Gefühl!“

    Weiterführende Links für Grünspan & Co. abseits des indiskutablen Rassismus:

    Aber bitte mit Gefühl.
    Menschen kaufen keine Produkte oder Dienstleistungen,
    sie kaufen Emotionen.
    Mit Altmann Marketing wecken Sie die richtigen.
    Wir haben „Gefühl“ für Marken – brandemotion eben.

    Aber bitte mit Gefühl — Der Einfluss von Emotionen auf die Preisfairness
    Marketing Review St. Gallan, 2007 Vol.24
    Ausgangspunkt der interdisziplinären Preisfairnessforschung ist, dass Kunden ein Angebot nicht nur rational-ökonomisch bewerten, sondern zusätzlich beurteilen, wie fair dieses ist. Der Fokus dieses Beitrags liegt in der Analyse emotionaler Aspekte für die Bildung des Fairnessurteils bei Preisen. Auf Basis der Equity-Theorie wird die Relevanz von Emotionen für das Fairnessurteil nach Preiserhöhungen geprüft. Dabei bestätigen sich die vermuteten positiven Wirkungszusammenhänge. Die Ergebnisse dienen der Ableitung von Handlungsempfehlungen für die Unternehmenspraxis und die Forschung.

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    • grünspan schreibt:

      „kann eine Gebärde arbeiten?“ Ich habe versucht Deiner unklaren Frage einen arbeitstheoretischen Sinn zu unterstellen. Ich hätte mir nicht die Mühe der Antwort gemacht, wenn Hendrix nicht meine höchste gefühlsmäßige Wertschätzung hätte.
      Deine ausweichende irritierende Antwort „…abseits des indiskutablen Rassismus…“. Ich kann diesem Gedankensprung nicht folgen. Witterst Du bei mir „Rassismus der Konkurrenz“ in meinem „das einzigartige Talent von Hendrix“ ? Ist „The Guardian“ rassistisch https://www.theguardian.com/music/2010/feb/25/jimi-hendrix-ambidexterity-virtuosity ? Oder witterst Du Rassismus mit umgekehrtem Vorzeichen, ja sogar Misogynie, weil ich im Vergleich zum Video des farbigen Hendrix das Video der weißen Orianthi für professionelle Klimperei halte?
      Vielleicht wolltest Du auch nur in der Dir eigenen zu viel erwartenden Art anerkennen, dass ich die beiden Künstler „…abseits des indiskutablen Rassismus…“ verglichen habe?

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      • tgarner9 schreibt:

        Die Beschwerde nehme ich an, Grünspan, finde aber heute wohl noch keine Ruhe, zu antworten. Wahrscheinlich Mittwoch.

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      • tgarner9 schreibt:

        Mir geht es noch immer nicht gut, deshalb beschränke ich mich auf meinen Hauptpunkt.

        Du hattest geschrieben:

        Ich finde dass das einzigartige Talent von Hendrix objektiv darin zum Ausdruck kommt, dass es sich bei ihm um gefühlvollen Blues und Rock handelt.

        Meine Reaktion, „indiskutabler Rassismus“, war insofern daneben, als sie auf die Wiederholung eines Standpunktes ging, den Du zu anderen Gelegenheiten vertreten hast, denn oben wird sie wohl vielen Lesern unmotiviert erscheinen.
        Vorab: Meine Frage (ziemlich deutlich mir selbst gestellt) „Was verbindet und trennt Orianthi und Hendrix?“ kann allerdings doof erscheinen. Ich könnte mir z.B. die korrekte Antwort einhandeln: Der eine ist ein toter Musiker im selben Genre, in dem die andere noch arbeitet. Ich hatte allerdings Gründe, die Frage nicht nach dem Produkt, der Musik, zu stellen, auf die ich jetzt nicht eingehe, weil für das Folgende Produzenten wie Produkt gleich gültig sind – es wird nur um Deine Urteilsweise gehen.

        Du übersetzt da hohe Wertschätzung in „einzigartiges Talent“. Nun ist das Wort „Talent“, semantisch streng genommen, noch nicht ganz so eindeutig, wie die Phrase, die in den überwiegenden Fällen synonym verwendet werden wird: „in die Wiege gelegt“. Bis in die 60ger Jahre haben viele Sprecher und Schreiber „Talent“ noch synonym für „Fähigkeit“, im Sinne von „Vermögen, etwas zu tun“, verwendet, ohne damit etwas über dessen Herkunft und Eigentümlichkeit gesagt haben zu wollen. Diese Generationen leben noch. Doch im Zusammenhang Deines Satzes fällt die neutralere Bedeutung von „Talent“ aus, weil er Bestandteil eines Vergleiches und damit negativ begründet ist. Orianthi und andere „könnens nicht“, ist Dein unausgesprochener Urteilsgrund.
        Nebenbei: Woher willst Du das wissen? Vielleicht will Orianthi was andres? Ich habe ihre Improvisation u.a. deshalb ausgewählt, weil sie sehr deutlich zeigt, in welche Tradition sie sich gestellt hat, nämlich in die Carlos Santanas.
        Aber egal: Der negative Urteilsgrund, „jemand kann etwas, was andere gar nicht, oder weniger gut können“, verläßt das Maß des Produktes und benennbarer Voraussetzungen seiner Erstellung zugunsten des Maßstabes einer Tauglichkeit des Beurteilten für die Tätigkeit, die das Produkt erstellt. Genau diese Urteilsweise, dies „quid pro quo“ (denn es liegt ein Gegenstandswechsel von der Tätigkeit zum Produkt zugrunde), ist die Grundlage des Rassismus der Konkurrenz, der deren Resultate mit und nach dem einschlägigen Hin und Her zwischen Anlagen und Tugenden (Erwerbungen) cum grano salis zu natürlichen Unterschieden der Individuen bzw. ihrer Erbmasse deklariert.

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