„Auch Chemiewaffenfabriken?“ – „Ja, auch die, Genosse Maier.“

Nord Korea habe säurefeste Kacheln nach Syrien liefern wollen oder geliefert, deren Menge ausreiche, einen großen Industriekomplex auszukleiden, zum Beispiel eine Chemiefabrik. Das ist, wie  Bernd Murawski für Telepolis korrekt fest hält, der Reuters zufolge vollständige faktische Hintergrund des in den vergangenen Tagen an allerhöchsten Stellen ventilierten Verdachtes, Syrien habe oder werde unter russischer Deckung abermals Chemiewaffen produzieren und einsetzen.

Doch diese Scharade ist nicht mein Thema, sondern ein Merkmal des kurzen Artikels, das für den Murawski, ehemals oder noch immer „Bürgerjournalist“, wie ich ihn seit einigen Jahren kenne, und für Telepolis neu ist:

Zitat Reuters: One country, which was not identified, told the monitors the seized shipments can ‘be used to build bricks for the interior wall of a chemical factory.’
Murawski: … Um welches Land es sich handeln könnte, dürfte nicht schwer zu erraten sein (…) … weitere Unterstellungen folgen: Syrien könnte nicht alle Chemiewaffen übergeben haben bzw. neue Kapazitäten zu ihrer Herstellung geschaffen haben. Diesmal wird auf Diplomaten und Waffeninspektoren verwiesen, über deren Hintergrund kaum Zweifel bestehen dürften.

Antiamerikanische Verdachtskultur im Stile der AfD? Oder zielt das auf Frankreich? Macron hatte schon kurz nach Amtsübernahme getönt, Frankreich werde Damaskus im Falle einer „Wiederholung eines syrischen Chemiewaffeneinsatzes“  notfalls im Alleingang platt machen und der französische Außenminister übernahm auch jetzt neben dem US-Kriegsminister die Führung in der neuen Kampagne. Aber nein, darüber schweigt Telepolis – bislang jedenfalls.
Auf diese verquere Weise reiht sich die Notiz Murawskis – ohne Absicht, nehme ich an – in die Strategie ein, die ich in den letzten Einträgen thematisiert habe: Die USA mögen aufhören, Damaskus zu bekriegen, sich vom syrischen „theater“ zurück ziehen, „Assad gewinnen lassen“, was angeblich „nicht zu vermeiden“ sei – und damit den anderen Playern, Türkei voran und Israel im Kielwasser, den Platz schaffen, den sie gern hätten.
Antiamerikanismus wird ein Mittel der NATO-Propaganda – ob gewollt oder ungewollt ist ganz wurscht.

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