Wird Bashar al Assad nach Latakia fliehen oder die Familie und sich im Tiefbunker sichern?

Diese Frage wird, ich halte jede Wette, derzeit eine Reihe syrischer Offiziere beschäftigen. Zu drastisch, zu laut, zu allgegenwärtig sind in der NATO-Propaganda die Winke mit dem „Gordischen Knoten“, als daß ein syrischer Offizier, der ihrer gewahr ist, entgegenwirkenden Signalen Aufmerksamkeit schenken wird.

250 Tote in 48 Stunden„, titelt die TAGESSCHAU, den Auftrag erfüllend, die türkischen Massaker in Afrin in den Schatten der syrischen Offensive auf Ost-Ghouta zu stellen, den weiträumigen NATO-Posten, von dem aus Damaskus seit vielen Jahren belagert und terrorisiert wird, eine Lage, die, parallel dazu, eine Wibke Becker in einem Kommentar für die FAZ, Damaskus nahezu im Klartext zugesteht:

… eine Art Weltkrieg auf begrenztem Gebiet …

Ich werde noch auf ihren Behuf kommen.
Die TAGESSCHAU liefert so ihren Beitrag zu den internationalen Schlagzeilen, deren Botschaft die UNICEF vorgab: „Uns fehlen die Worte„. Jetzt können nur noch Waffen sprechen, soll gesagt sein, was BILD so übersetzt: In Ost-Ghouta droht das schlimmste Massaker Syriens. Subtext: ‚Wozu noch mit Chemiewaffen rummachen? Drauf da – JETZT. Doch was rede ich von BILD! Den Goldstandard der NATO-Propaganda setzt längst SPON – heute mit der Schlagzeile unter der schon zitierten MELDUNG AUS DEM FÜHRERHAUPTQUARTIER: Krieg in Syrien: Türkei stoppt Assads Vormarsch auf Afrin.  Na also. Geht doch.

Es gibt noch FAZ, die bis zum Zeitpunkt, da ich diesen Eintrag begonnen habe, nicht mit machte. Sie beließ es bei einer zwei Tage alten Pflichterfüllung 1. Das mag sich jeden Moment ändern, ich erwarte, daß dies geschieht.
Wibke hat das Motiv dieser Abweichung angegeben und den Inhalt ihres Einwandes.
Es gibt aber doch gar kein FÜHRERHAUPTQUARTIER, Menno

Tja. Trotz dieser Einmütigkeit halte ich die Sache für nicht entschieden.

Denn Debkafile titelte gestern ungerührtPutin calls summit to disentangle his allies’ conflicting Syrian agendas. In Tel Aviv spielt die Musike, heißt das. RT gab Debka ein EchoTehran’s retaliation will ‘level Tel Aviv to the ground,’ Iranian official warns IsraelEine anerkennenswert listige Weise, „Russland“ den Imperiumskriegern zur Seite 2 zu stellen.
Die heutige Schlagzeile der Jerusalem Post lautet: ‘THE NETANYAHU AGE IS OVER:’ OPPOSITION PREPS FOR EARLY ELECTION.
Und in der ME-Abteilung lesen wir die REUTERS-Schlagzeile, der man einen Doppelsinn beilegen könnte: SYRIA’S GHOUTA RESIDENTS ‚WAIT TO DIE‘ AS BOMBS FALL. Deutlicher der letzte Absatz:

Eastern Ghouta is one of the „de-escalation zones“ agreed by Russia, Iran and Turkey as part of their diplomatic efforts. But a former al Qaeda affiliate is not included in the truces and it has a small presence there.

Russia, Iran, Turkey and the US“ müßte die Aufzählung korrekt lauten. Israel aber, der Ort, an dem das FÜHRERHAUPTQUARTIER des Syrienkrieges aus historischen, geopolitischen, militärpolitischen, politökonomischen und militärstrategischen Gründen seinen Sitz zu nehmen HAT – Israel muß erst noch neu aufgestellt werden – so hat es zumindest den Anschein.

Ich denke, der syrische Offizier wird Assad auf seinen gewohnten Gängen sehen.

 

 


  1. Sie hält sich an die Sprachregelungen aus dem „Führerhauptquartier“, gibt ihnen aber rhetorisch eine abweichende Note. Es habe eine Schwierigkeit, Damaskus das Recht abzusprechen, das gewaltigste Terrornest der Welt – nach der Einnahme Mosuls und Raqqas – auszuheben. Es gibt Leser der FAZ, vielleicht nicht einmal wenige, welche aus dem Artikel die Botschaft an den KREML heraus lesen müssen, „bitte, sorgt doch dafür, daß die SAA die Luftwaffe am Boden läßt„. Für mich sagt die Defensivität dieses Subtextes alles über die Lage, in der sich die Autoren sehen. Sie haben ihren Bunker schon bezogen
  2. Nach Netanyahus abermals wüsten Drohungen auf der MSC, gegen Syrien, Libanon wie Teheran direkt, was eine solche „Antwort“ des offiziellen Führers der Traditionalisten und des militärischen Flügels der Islamischen Republik nicht nur zu erwarten, sie war, mit dem Druck der politischen Traditionen im Iran, faktisch erzwungen. Wäre sie ausgeblieben, hätte das im Iran Irritationen ausgelöst, die leicht die Schwelle tödlicher Zwischenfälle überschritten hätten. 
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