Nachtrag zum israelischen Luftschlag gegen Syrien vom 10.2.

Am Tag nach diesen Eintrag erschien folgender Text in der ToI:

The pilot and navigator of an Israeli F-16 fighter jet targeted by Syrian anti-aircraft missile fire indicated they did not hesitate before bailing out of the critically damaged plane as a missile exploded alongside them, in leaked transcripts of their debriefings Sunday. The pair said they were fortunate not to have been killed outright by the blast, recognized that the plane was no longer responsive, swiftly went through the procedures for ejecting, and were shot from the plane at a height of some 14,000 feet just before it crashed into a hillside near a northern Israel kibbutz.

Vier Tage später ließ die IAF einen vorläufigen Bericht veröffentlichen, der erste Meldungen untermauerte, die Maschine sei im syrischen Luftraum getroffen worden und von den Piloten unter Lebensgefahr auf israelisches Gebiet geflogen worden.

Tatsächlich schlug die Maschine nahe Kibbutz Harduf auf, in über 100 km Entfernung von der nächstmöglichen syrischen Luftabwehrstellung und rd. 40 km südlich des libanesischen Luftraums, den die IAF routinemäßig zum Einflug nach Syrien nutzt. Die IAF lügt folglich. Man sollte sich schon fragen, warum.

Wir können ausschließen, daß es darum ging, nicht wahr zu haben, daß die F-16 über libanesischem Gebiet getroffen wurde. Es gab in der Vergangenheit mehrere Einschläge syrischer S-200, die ihre Ziele verloren hatten, auf libanesischem und israelischem Territorium. Wäre es um die Formalität gegangen, einen Treffer über libanesischem Gebiet nicht zuzugeben, hätte man die weit weniger auffällige Lüge wählen können, ihn in den israelischen Luftraum zu verlegen.
Allerdings hatte Israels Verteidigungsminister beim letzten Einschlag von Irrläufern in Israel „geschworen“, im Wiederholungsfall die gesamte Luftabwehrkapazität Syriens zu zerstören. Appeasement also?
Möglich, obwohl die als umfänglich dargestellte israelische Vergeltung des Abschusses das zweifelhaft erscheinen läßt.
Die zweite Möglichkeit wäre, daß die F-16 bereits nach dem Aufstieg getroffen wurde. Kibbutz Harduf liegt ca. 11 km nördlich der Ramat David Airbase, von der aus die Syrienexpeditionen starten dürften. Die S-200, die eine Marschgescheindigkeit um 2,5 km / sec. hat, erreicht Ziele in sage 180 km Entfernung in unter 100 Sekunden.

Wenn andererseits die F-16 derart kurz vor dem Ziel einer Rückkehr abgestürzt wäre, ist jeder der widerstreitenden Berichte absurd.
Dagegen wäre das Appeasement-Motiv bei Version 2 vervielfacht, denn der syrische Angriff wäre ohne Rücksicht auf möglicherweise schwere Verluste am Boden ausgeführt worden.

Wir können schließen, Appeasement ist als das Motiv der Darstellung der IAF praktisch gesichert. Die IAF wollte Liebermann und Konsorten so wenig wie möglich Ansatzpunkte für eine noch massivere oder gar katastrophale Eskalation liefern.

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3 Antworten zu Nachtrag zum israelischen Luftschlag gegen Syrien vom 10.2.

  1. tgarner9 schreibt:

    Die Bestätigung meiner Darlegung:
    http://www.jpost.com/Israel-News/IAF-Pilot-error-determined-as-cause-of-fighter-jet-crash-543589
    Die J-Post besteht darauf, dem interessierten Publikum nahe zu legen, daß die Maschine kurz nach dem Start von der Ramon Air Force Base getroffen wurde.

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