Verschwörungen (2,3) – MH370

Die erste Phase des Cover up

1. Der gesicherte Kursverlauf

MH370 flog zunächst einen Rückkehrkurs mit vergleichsweise geringer nördlicher Kursabweichung zur malaysischen Küste.

Zusatz

Sehr frühzeitig veröffentlichte die New York Times eine anonyme Mitteilung eines angeblichen FBI-Beamten (das FBI wird immer zuständig, wenn Amerikaner im Ausland unter verdächtigen Umständen zu Schaden kommen), MH370 sei nach der Wende auf eine Höhe weit über 40 Tausend Fuß, jenseits der maximal zulässigen Flughöhe, aufgestiegen, was mutmaßlich, wahrscheinlich sogar, den Tod der Passagiere zur Folge gehabt habe.
Die Mitteilung setzt voraus, amerikanische Stellen, mußmaßlich die Luftwaffe, die zu der Zeit weiter östlich des Geschehens ein Manöver mit thailändischen Kollegen abhielt, hätten MH370 im Primärradar gehabt. Wer oder was brachte die Redaktion der NYT dazu, die Mitteilung ohne Aufhebens und weitere Nachfragen zu veröffentlichen? Und wieso wurde das später nie mehr offiziell aufgenommen?
Antworten auf diese Fragen werden erst im nächsten Teil dieser Serie eine Rolle spielen, aber die Sache gehört in die Timeline, deshalb erwähne ich sie schon jetzt.
Die Mitteilung der NYT wurde nach einigen Wochen durch angebliche Primärradardaten von der Wende ersetzt, die MH370 geflogen ist. Deren Quelle ist unklar – es war vom thailändischen und vietnamesischen Militär die Rede – und Originale wurden nicht veröffentlicht. Sie sollen keinen Steigflug gezeigt haben, doch diese Aussage ist relativierbar, indem die Empfangsdaten für „undeutlich“ erklärt wurden, weil sie aus dem Grenzbereich der Stationsreichweite stammten. Das gilt bis heute, wie ich anhand der Kommentarsektion dieses Jeff Wise-Blogs überprüft habe.

MH370 näherte sich der Küste in steilem Sinkflug und unterflog über teils bergigem Terrain Richtung Penang die zivilen Luftkorridore bis hinunter zu geschätzten 4000 Fuß 1. Ich erhebe diese Mitteilung zu einer Tatsache, obwohl sie später bestritten wurde.

Sie stammt von einem thailändischen Luftwaffenoffizier und wurde in der thailändischen Regionalpresse veröffentlicht, als MH370 noch in der Südchinasee gesucht wurde.
Zu beachten ist, die thailändische Radarbesatzung konnte zum Zeitpunkt der Ortung nicht wissen, womit sie es zu tun hatte. Sie registrierte den Reflex eines Fliegers, der weder eine zivile noch militärische Kennung sendete und schloss später auf seine Identität.
Das ermöglichte wenige Tage später einem der hochrangigsten thailändischen Militärs, die Mitteilung seines Untergebenen zu dementieren. Die Logs der betreffenden Radarstation wurden nie verwendet, doch das malaysische Militär machte nicht geltend, welche andere Maschine die Thailänder gesehen haben könnten. An der malaysischen Küste gab es Zeugen, welche die Annäherung einer tieffliegenden Verkehrsmaschine bestätigten. Ihre Aussagen wurden als unzuverlässig eingestuft, was schwer zu entkräften ist. Es gab jedoch eine Bestätigung für den Tiefflug von unabhängiger Seite. Der Betreiber eines Mobilfunknetzes teilte mit, ein Funkmast nahe Penang habe einen Einlogversuch vom Mobiltelefon des Kopiloten registriert.

An einem unbekannten Punkt des Kurses von MH370 hat die Besatzung der Radarstation der Luftwaffenbasis Butterworth, im östlichen Stadtteil von Penang, die Maschine wahr genommen. Die Daten sind, wie anders, geheim, ebenso die Identität der Diensthabenden. Nicht geheim sind die Daten eines Anrufes von Butterworth bei der zivilen Flugkontrolle in Kuala Lumpur. Der Anrufer fragte nach der möglichen Identität des Fliegers und bekam keine Antwort, weil der dienstabende Schichtleiter bei der Fluggesellschaft (MAS) entschieden hatte, den Verlust des Transpondersignals des Flugs und seine ausgebliebene Anmeldung bei der vietnamesischen Flugkontrolle, vorerst als einen minderen technischen Defekt zu behandeln.
Aus dem Mund des seinerzeitigen Verteidigungs- und Verkehrsministers Hishammuddin wissen wir, daß es zusätzlich eine Anfrage aus Butterworth bei der DCA, dem Luftfahrtbüro des Verkehrsministeriums, gegeben habe. Über den Inhalt ist nichts bekannt 2.

Das Resultat dieser beiden Anrufe und der Entscheidung einer vorgesetzten Stelle, die wir nicht kennen: Es geschah nichts. MH370 verschwand zu einem unbekannten Zeitpunkt an unbekanntem Ort westlich von Penang aus dem Radarbereich Butterworth.

2. Cover up, die Erste

Doppelminister Hishammuddin hat im Mai 2014 die Entscheidung der Militärführung, MH370 unbehelligt zu lassen und nicht weiter zu beachten, die nicht seine eigene gewesen sein muß, wie folgt gerechtfertigt:

„It was a commercial flight, it came from our airspace, it was not deemed hostile, we were not at war with anybody“

Darin steckt der erste Hinweis auf die Urheber des Cover-up. Ein Zivilflugzeug – woher will die Basis Butterworth das gewußt haben? Sicher, es war ein großes Flugzeug, aber das sind viele Militärmaschinen auch. Ja, es war keine Maschine des malaysischen Militärs, aber es hätte eine Militär- oder Zivilmaschine aus einem beliebigen Land nordöstlich Malaysias sein können – „not from our airspace“. Weshalb sonst hätte Butterworth mit Kuala Lumpur und der DCA Kontakt aufgenommen? Gemessen an der Rechtfertigung des Ministers hätten sie das unterlassen.

Folglich können die Diensthabenden in Butterworth die Auskunft, sie hätten einen Zivilflieger auf dem Radar, der außerhalb militärischer Zuständigkeit falle, nur von der DCA oder einer noch höheren Stelle erhalten haben, von der wir nichts wissen.

Im Minimum folgt daraus, jemand bei DCA nahm an, die unbekannte Maschine im Radar von Butterworth könne nur MH370 sein, weil er keine Kenntnis von einem anderen Flieger hatte, der ohne Kennung unterwegs sein könnte.
Annahmnicht „wußte“, daß ist ein wichtiger Punkt! An so einer Annahme der DCA ist nichts verdächtig. Sie wäre umsichtiger als das Vorgehen des Diensthabenden der MAS gewesen, der sich stundenlang an die plausible, für die Gesellschaft bequeme und kostensparende, aber gegenüber den Insassen der Maschine rücksichtslose Annahme hielt, MH370 sei mit einem unbedeutenden technischen Defekt irgendwo im vietnamesischen oder kamodschanischen Luftraum unterwegs.

Kennzeichnend für das Cover up ist nur, daß die Informationskette bei DCA abbrach. Das ist der Ansatz- und Angelpunkt der folgenden Ereignisse, über welche die Öffentlichkeit seit dem März 2014 strikt schweigt und die auch die meisten Verschwörungstheoretiker entweder vergessen haben, oder sie wurden ihnen von Psy-Operateuren ausgetrieben.

Guardian: Confusion over last known movements of missing Malaysia Airlines plane

The mystery, confusion and disarray surrounding the missing Malaysia Airlines plane worsened on Tuesday, after a military official suggested the aircraft had not only been turned around but had flown back across the Malay peninsula. But the air force chief, Tan Sri Rodzali Daud, said the plane was detected at 2.40am near Pulau Perak, an island in the Malacca Strait, several hundred kilometres north of Kuala Lumpur.
„After that, the signal from the plane was lost,“ he told the Berita Harian, a Malay-language newspaper.
A military official told Reuters: „[The plane] changed course after Kota Bharu [on the east coast] and took a lower altitude. It made it in to the Malacca Strait.“
It is unclear why the contact from the west coast, if correct, was not made public until now. Asked on Monday why crews were searching the strait, the country’s civil aviation chief, Azharuddin Abdul Rahman, told reporters: „There are some things that I can tell you and some things that I can’t.
Adding to the confusion, Tengku Sariffuddin Tengku Ahmad, a spokesman for the prime minister’s office, said in a telephone interview that he had checked with senior military officials, who told him there was no evidence that the plane had recrossed the Malaysian peninsula, only that it may have attempted to turn back.
„As far as they know, except for the air turnback, there is no new development,“ he said, adding that the reported remarks by the air force chief were „not true“.

Der Link im Zitat, auf den Malaysian Insider vom 10.3., ist tot. Am nächsten Tag:

BBC: Malaysia Airlines MH370: Confusion over plane last location, 12 March 2014

Malaysia’s air force chief has denied reports that the plane was tracked to the Malacca Strait in the west.

Nach meinen damaligen Online-Recherchen hat der malaysische Luftwaffenchef ab dem späten Morgen des 8. März, ein Samstag, jedem, der es wissen wollte, mitgeteilt Butterworth habe um 2:40 das letzte Radarsignal der B-777 von einer Position westlich Penang empfangen, in der Nähe des Atoll Pulau Perak, 163 km von der Basis entfernt. Die malaysische Presse meldete es online am Sonntag, den 9. März. Nach einer Krisensitzung mit dem Premierminister am 9. März, etwa am frühen Nachmittag,  wenn ich recht erinnere, widerrief Daud. Er sei mißverstanden worden, es sei nicht sicher, daß man MH370 auf dem Radar gehabt habe. Der Malaysian Insider meldete das am Abend des 10.3.. Auf Anweisung des Premiers wurden die Search und Rescue – Ressourcen auf die Gewässer südlich Vietnam und den westlichen Bereich der Südchinasee konzentriert. während Thailand, Vietnam und Kambodscha ihre Dschungel absuchten. Erst irgendwann zwischen dem Abend des 13. und 14. März, wirksam erst ab 15. März, wurde die Suche, die keine war, nach Westen verlegt.

Ziehen wir eine Zwischenbilanz

  1. Der vorgesetzte Offizier der Diensthabenden in der Radarstation Butterworth erhielt vor 2:40 einen Befehl, MH370 passieren zu lassen und nichts weiter zu unternehmen.
  2. Der diensttuende Beamte bei der DCA könnte zunächst versäumt haben, mit MAS Kontakt über die Sichtung Butterworth aufzunehmen, er könnte mit Butterworth vereinbart haben, daß das Militär das übernimmt (die wahrscheinlichste Variante), jedenfalls aber bekam DCA spätestens am Vormittag des 8.März den Befehl, über den Vorgang zu schweigen, was ihr Chef, Azharuddin Abdul Rahman, der Presse kaum verhüllt mitteilte.
  3. Der Chef der Luftwaffe, Daud, war in den Befehl zum „Stand off“ und „Stand back“ nicht eingeweiht, woraus folgt
  4. Hishammuddin, der über seine Kontakte, Maßnahmen und Entscheidungen in der Nacht strikt schweigt, wurde entweder selbst übergangen, oder hat General Daud übergangen.
  5. Daud wurde erst in der Krisensitzung mit dem Premier zum Dementi „überzeugt“.

Woraus zwingend folgt, der Befehl zum Cover up kam entweder aus dem Büro des Premierministers – dafür spricht der letzte Absatz im o.zit. Artikel des Guardian – oder direkt von einem Beauftragten einer ausländischen Macht, der Gehorsam erwarten und verlangen konnte, rücksichtslos gegen MAS, rücksichtslos gegen das Interesse Malaysias am Ruf seines Luftfahrtwesens, rücksichtlos gegen einheimische und auswärtige Zivilisten.

Zur Ergänzung empfehle ich euch, die Zeit für das Interview aufzubringen (etwa 25min in zwei Teilen), das Hishammuddin der TV-Station 4 Corners im Mai 2014 gab. Für die Argumentation dieses Eintrages ist das nicht nötig, doch ich werde im nächsten Teil auf das Interview eingehen, weil es zum Verständnis der nächsten Phasen des Cover-up und der Arbeit der PsyOperateure beiträgt.

Zusatz

Jahre später hat das malaysische Militär seinem Personal erlaubt, zu „gestehen“, die Luftwaffe hätte nichts unternehmen können, weil kein Pilot in Einsatzbereitschaft gehalten worden sei. Man mag Letzteres glauben oder nicht – ich kaufe das nicht – es spielt keine Rolle, weil es für General Daud keine Rolle spielte. Seine ersten Aussagen beweisen schon für sich – ohne den hier vorgestellten Zusammenhang – im Cover up spielte das Motiv, Unzulänglichkeiten und Versagen beim Militär zu verdecken, keine bestimmende Rolle.

Merkt bitte auf, daß wir an dieser Stelle nichts über das Motiv und den Zweck des Cover up wissen. Wir kennen nur seinen Effekt und müssen daher in erster Annäherung annehmen, daß der Effekt erzielt werden sollte.
Und das heißt, es wurden alle nötigen Hebel in Bewegung gesetzt, zu bewirken, daß MH370 im Bereich der Südchinasee, über Indochina oder im Pazifik verschwunden bleiben werde. MH370 sollte nicht im indischen Ozean verschwunden bleiben, wo es einen gewaltigen Luftraum gibt, den nur eine Macht mehr oder weniger gut einsehen kann, die USA mit ihren Radarstationen auf Diego Garcia, den darum patrouillierenden Schiffen und Flugzeugen und dem militärischen Satelliten, der über alledem wacht.

Fortsetzung und (wahrscheinlich) Schluß in einigen Tagen.


  1. Für die Zahl kann ich mich nicht mehr verbürgen. Die Auskunft war, das Signal habe zeitweise knapp über dem Radarhorizont gelegen, stellenweise auch darunter. 
  2. Ich habe nicht versucht, das auf den neuesten Stand zu bringen. Nachgeschobene Mitteilungen und „Beweise“ kann es zu vielem geben, was ich hier schreibe, weiter unten wird deutlich werden, warum ich das außer Belang stelle. 
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3 Antworten zu Verschwörungen (2,3) – MH370

  1. tgarner9 schreibt:

    Zur Bestätigung eine Spiegelung eines beim Malaysian Insider nicht mehr auffindbaren Artikels

    https://sg.news.yahoo.com/malaysia-air-force-chief-denies-saying-mh370-detected-010054065.html

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  2. Spökenkieker schreibt:

    Möchte mich nur kurz für das ausführliche Auseinanderdröseln des Cover-ups bedanken. Ich sehe dem folgenden Artikel schon mit Spannung entgegen! Nochmals vielen Dank.

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