Neue Souvereign Facts und ein neuer britischer Giftanschlag auf Europa

Fall Skripal. Ich verletze meine selbstverordnete Pause, um rechtzeitig zu dokumentieren, was binnen kurzem „orwell’schem“ Öffentlichkeitsmanagement zum Opfer gebracht werden wird.
Tatsachen:

On 4 March 2018, Skripal and his 33-year-old daughter Yulia, visiting from Moscow, were found unconscious on a public bench near a shopping center in Salisbury by a passing doctor and nurse.[23][24] Paramedics took them to the hospital where it was determined that they had been poisoned with a nerve agent.

Jede in das Nervensystem eingreifende Droge heißt „nerve agent„.

In der Öffentlichkeit wurden binnen etwa 36 Std drei Aussagen über die Natur des Giftes gehandelt.

    1. Der Guardian und Teile der britischen Lokalpresse sprachen von Fentanyl. Das ist mit Sicherheit eine Ente. Die letale Dosis dieser Anästhesie-Droge liegt vergleichsweise hoch und sie wird benutzt, weil Nebenwirkungen auf das vegetative Nervensystem, wie Erbrechen und unkontrollierter Speichelfluß, die bei den Skipals von Augenzeugen berichtet wurden, ausbleiben. Die Augenzeugen berichteten von „Zuckungen“ und „unkontrollierten Bewegungen“ Sergei Skripals, während seine Tochter bereits bewußtlos gewesen sei. Das schließt auch potentere Derivate von Fentanyl, wie Carfentanil, definitiv aus, wie z.B. hier nachzuvollziehen. Zudem gibt es das wirksame Gegenmittel Naloxone, das alle Kliniken gegen Opiat-Überdosen, einschließlich Anästhesie-Unfällen, in Vorrat halten. Kein Wunder, daß die sicherlich unwillentliche Desinformation in Moonofalabama in der Kommentarsektion gern aufgenommen wurde.
    2. VX. Die zirkulierte Spekulation deckt die beobachteten respiratorischen und nervösen Symptome, aber VX ist bei einer Dosis von wenig über 10mg pro Person instantan tödlich, kommt also ebenso wenig in FrageWeniger potente Kampfstoffe desselben Wirkmechanismus, z.B. Soman, Tabun und Sarin kommen in Frage, sind aber aufgrund hoher letaler Dosen ungeeignet für einen Mordanschlag, schon erst recht einen professionellen Mordanschlag. Es sind typische „area denial“ Kampfstoffe, die eine Minderheit der Opfer töten, die anderen außer Gefecht setzen und ein Gelände zur Eroberung durch geschützte Truppen räumt.
    3. „Unknown, very rare Poison“

      On 6 March, it was agreed under the National Counter Terrorism Policing Network that the Counter Terrorism Command based within the Metropolitan Policewould take over the investigation from Wiltshire Police. Assistant Commissioner Mark Rowley, head of Counter Terrorism Policing, appealed for witnesses to the incident following a COBR meeting chaired by Home Secretary Amber Rudd.[22] Rudd said the samples of the nerve agent used in the attack had been tested at the Defence Science and Technology Laboratory at Porton Down and was a „very rare“ poison.[28]

      Bei der Auskunft „Very rare poison“, gegeben von der ultrageheimen Forschungs-, Test- und Produktionsanlage für Chemie- und Biowaffen der britischen Armee, ist es seit 4 Tagen geblieben. Dabei wird es folglich weiterhin bleiben, unter dem Vorwand, „Ermittlungen nicht zu gefährden“, was der britischen Regierung die Grundlage für folgenden, gestern ausgegebenen operativen Befehl schafft (BBC):

      Security Minister Ben Wallace said it was „a very serious incident with horrendous outcomes“ and the government was prepared to „respond with the full force of the UK’s resources“.
      „Someone has come onto our soil… has recklessly, brazenly, committed what looks like a very nasty crime, with a nerve agent prohibited by most international laws… and has potentially put lots of people at risk,“ he told the BBC Radio 4’s Today programme.

    Beachtet nebenbei, wie BBC seine „Berichterstattung“ in diesem Fall dem Stil der Daily Mail anpaßt.

    Daß es einen Mordanschlag auf Skripal (und seine Tochter, was eine „russische Spur“ mehr als unwahrscheinlich macht) gegeben hat, kann man nahezu ausschließen, seit die britische Polizei und Armee Skripals Wohnung als Ort der Vergiftung in Betracht zieht. Da die Opfer anschließend noch in einem Restaurant dinierten, gehen sie von einer Dosis des unbekannten Giftes weit unter der letalen Schwelle aus.

    Spon schloss sich gestern einigen britischen Zeitungen, darunter dem Independent an, die das Narrativ der britischen Propagandamaschine in Zweifel ziehen. Die anderen führenden deutschsprachigen Publikationen halten sich seit dem 8. März bedeckt.

    Heute veröffentlichten Independent und Mirror undeutliche Aufnahmen von Überwachungskameras, welche die Skripals in Begleitung einer weiblichen Person zeigen sollen, nachdem sie das Restaurant verließen in dem sie, dem Anschein nach, unbeeinträchtigt gegessen haben. Diese Aufnahmen sind entweder der Wiltshire Police seit fünf Tagen bekannt,  oder das Counter Terrorism Command beschlagnahmte die Aufnahmen, bevor die örtlichen Ermittler sie auswerten konnten. In jedem Fall ist die in Skripals Haus gelegte „Spur“ ein Manöver, das geeignet ist und allem Anschein nach beabsichtigt hat, Urheber und Ausführende des Anschlages zu decken.

    Eine Spekulation will ich zu Protokoll gegeben haben:

    Wiewohl die Wahl Skripals zum Anlaß einer Sabotage der russisch-europäischen Beziehungen Motive haben dürfte, von denen wir nichts wissen, ist es schwerlich ein Zufall, daß der Anschlag mit einem Schiedsspruch in der handelsrechtlichen Auseinandersetzung zwischen Gazprom und dem ukrainischen Naftogaz zusammen fällt. Er räumte etliche juristische und politische Einwände gegen North Stream 2 beiseite. Jetzt, darauf wette ich, dürfte Skripal überleben, aber North Stream der Todesstoß versetzt sein. Und das richtet sich nicht gegen Moskau, sondern Berlin.

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10 Antworten zu Neue Souvereign Facts und ein neuer britischer Giftanschlag auf Europa

  1. tgarner9 schreibt:

    Ich vergaß, eine Quelle für meine Spekulation anzuführen. Erneut Mr. Eli Lake. Für ihn ist der Fall bereits erledigt, time for action::
    https://www.bloomberg.com/view/articles/2018-03-09/u-k-spy-poisoning-treat-russia-like-the-terrorist-it-is
    darin:

    More important, it makes Russia more toxic for banks and corporations. Putin’s regime will always have its gas and oil, but those resources will carry reputational risk for future financial partners.

    Im illustren Kundenkreis Bloombergs begann die „action“ mit Veröffentlichung dieses Artikels.

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    • BC schreibt:

      Ähnliche Hetzartikel mit ähnlichen Vorschlägen gab es bereits massenhaft nach der Annexion der Krim, also ein Deja-vu. Was auffällt, ist. wie wenig Mühe er sich gibt.
      Also ist jetzt vor allem Zeit für diese Sort von Fließbandware mit IC-Petit-Gout.

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      • tgarner9 schreibt:

        Was auffällt, ist. wie wenig Mühe er sich gibt.

        Eben. Das indiziert eine andere Autorität, als die des Autors oder des publizistischen Organs, während dieses Organ, Bloomberg, dafür steht, daß es sich nicht um „Fließbandware“, mit anderen Worten unspezifische Stimmungsmache handelt.

        Die im untenstehenden Kommentar dokumentierte Initiative von Ellwood und Wallace droht im Minimum mit Repressalien über die Hebel Brexit und NATO-Sabotage der Pläne um EU-Verteidigungsunion.

        Die Schadensbilanz von EHEC, ausgebracht nach dem Muster der „Dorset-Experimente“ über auflandige Nordseewinde, liegt im zweistelligen Milliardenbereich und wachsend, denn eine unbekannte, wahrscheinlich in die Hunderte gehende Anzahl von Opfern trugen Dauerschäden bis zur Invalidität davon, v.a. Nierenversagen und neurologische Schäden, incl. des Zentralnervensystems.

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  2. tgarner9 schreibt:

    Die militärpolitische Emanzipation von allen Fakten ist bereits diplomatische Realität:

    Britain is to raise the Sergei Skripal poisoning case with its Nato allies, a defence minister has revealed. With military chemical weapons experts now investigating the suspected nerve agent attack … Tobias Ellwood said the Government intended to discuss the case at Nato level. “We mustn’t get ahead of ourselves, but we must have a robust response and it’s something that we’ll be discussing with our Nato partners,” the defence minister said. “Some big questions arise, as to how do you stand up to a clandestine and sinister attack deliberately done to play havoc in our society?”
    His firm line appeared to be backed by the security minister Ben Wallace, who mentioned Britain’s “powerful allies” as he said the Government was ready to respond with “the full force of the United Kingdom’s resources” once investigators had established who was behind the attack. (…) “We will respond with the full force of the United Kingdom’s resources if that is the appropriate and proportionate thing to do.” … “There are lots of things that the United Kingdom can do,” Mr Wallace added. “It is a powerful country with a powerful economy, powerful allies, powerful military and powerful other capabilities – and we shall look at all those.”

    Auch das ist eine Drohung gegen die EU, nicht gegen Moskau.

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  3. tgarner9 schreibt:

    Ein vom praktischen Standpunkt unzweideutiges Bekenntnis zum souvereign fact eines Anschlages auf die EU, begangen mit Hilfe der Giftmischerküche Porton Down, die, für Leute mit Geschichtskenntnissen und ein paar Kenntnissen in Epidemiologie und pathogen-host-coevolution, erstmals bei der „EHEC“-Affäre weitgehend offen in Aktion und Erscheinung getreten ist:
    Hundreds urged to wash clothes after UK nerve agent attack.

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  4. Berengar schreibt:

    »WHO warnt vor Millionen Toten durch „Krankheit X“

    Denn über den Erreger ist bislang fast nichts bekannt: Keine Herkunft, kein Ansteckungsmuster, kein Verlauf und auch keine Folgen. Klar ist nur, dass „X“ tödlich enden kann und zwar für Millionen von Menschen. (…)

    Eine weitere Möglichkeit könnte auch die absichtliche Entwicklung von Infektionskrankheiten sein, berichtet der britische „Telegraph“. 2014 wurden auf einem ISIS-Laptop bereits Pläne für einen „Beulenpest-Anschlag“ entdeckt.

    Wie die WHO erklärt, könnte es aber einen bisher völlig unbekannten Auslöser geben (…)

    (http://www.heute.at/life/gesundheit/story/WHO-warnt-vor-Millionen-Toten-durch–Krankheit-X–54508227)

    Keine Herkunft, kein Ansteckungsmuster, kein Verlauf, keine Folgen – nix is‘ fix, nur das Insgrasbeißen einer unbekannten Zahl von Menschen, deren Mindesthaltbarkeitsdatum offensichtlich demnächst abgelaufen sein wird. Mal schauen, wann uns dieses wahrliche „god particle“ erreicht …

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    • tgarner9 schreibt:

      Mal schauen, wann uns dieses wahrliche „god particle“ erreicht …

      Ich muß mich doch sehr wundern. Erst mahnst Du mich zu Recht dazu, Bemerkungen / Spekulationen über laufende Biowaffenprogramme wenigstens hinreichend zu motivieren, und dann sowas?

      Im Minimum wäre z.B. folgender Verweis erforderlich:

      “The second [existential thread to America] is a naturally occurring or manmade biological agent that kills 60 to 70 per cent of the population,” he said. “We don’t spend enough time on that.”

      Ex-CIA-Chef Michael Morell, zitiert nach Independent, Oktober 2017.
      Solche Einlassungen sind seit Jahrzehnten die Grundlage des sog. „United States biological defense program“. Mit dem Patriot Act 2001 und der präsidentiellen Direktive „Public Health Security and Bioterrorism Preparedness and Response Act“ von 2002 sind die USA praktisch von der Biowaffenkonvention zurück getreten, zumal Letzterer keine Verifikationsverfahren angschlossen sind und die USA seither alle Versuche, solche Verfahren auf den Weg zu bringen, blockieren..
      Zu erwähnen ist die nicht verborgene, enge Zusammenarbeit israelischer und amerikanischer Labore, die mit „Hochsicherheitsforschung“ an Vektoren befaßt sind, die sich für Biowaffen eignen könnten. Israel hat die Konvention nicht ratifiziert

      Drei Verweise will ich illustrierend anfügen:
      Russische Vorwürfe im Zusammenhang mit Auslagerung amerikanischer Biowaffenforschung in Labore, die den umfangreichen Dokumentationspflichten gemäß US-Föderationsrecht nicht unterliegen nebst einer amerikanischen Antwort. Die USA weigern sich strikt, Verdachtsmomente auszuräumen.

      Ein Artikel der Aktivistin Janet Phelan, der trotz seines streckenweise alarmistischen Stils nützliche Informationen enthält. Der von Phelan inkriminierte Satz im Patriot Act, Abschnitt 817, wurde seither aus der öffentlichen Dokumentation gestrichen. Wichtiger in meinem Zusammenhang ist, daß US-Offizielle einschlägige Vorwürfe notorisch mit apokalyptischen Warnungen vor einem mehr oder weniger unmittelbar bevor stehenden Biowaffenangriff auf die USA zu beantworten pflegen. Diese Emanzipation der Biowaffendebatten von allen strategischen und taktischen Kalkülen mit dem Einsatz oder Nicht-Einsatz, also der Drohung mit solchen Waffen, bildet den Kernbestand der PSY-OPS auf diesem Feld. „Deagel.com“, beispielsweise, ein Outlet, das offensiv zwischen amerikanischer und israelischer Autorenschaft angesiedelt ist, droht seit etwa eineinhalb Jahren mit der Auslöschung von mindestens der Hälfte der europäischen Bevölkerungen, darunter jüngst 90% der deutschen Bevölkerung, in „demographischen Prognosen“ bis 2025. Das ist in jeder Hinsicht Blödsinn. Erstens kann es biologische Vektoren, die so etwas leisten, nicht geben. Zweitens, wenn auch nur etwas Ähnliches im gegenwärtigen strategischen Umfeld geschähe, würde die russische Armee mit hoher Wahrscheinlichkeit umgehend 3 bis 10 imperiale Zentren von der Landkarte nehmen. Voraussetzung eines katastrophalen Einsatzes von Biowaffen (dazu wären mehrere Wellen mit unterschiedlichen Pathogenen nötig) ist eine voraus gehende Eliminierung des Weltwährungssystems und des größten Teils des Welthandels.

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  5. Berengar schreibt:

    North Stream ist jedenfalls schonmal in der Zielerfassung:

    Ukrainischer Außenminister will Sanktionen gegen Gerhard Schröder prüfen

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  6. Pingback: „Novichok“ – Die Untertanen bestehen auf ihrem (Irr-)Glauben an die (Irr-)Rationalität ihrer Herrschaft | Themen & Essays

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