Theresa May rief „Verteidigungsfall“ gegen Russland aus

Korrektur: Sorry, die „36 Std“ übernahm ich von irgendwo, es sind 60.
Update: Die BBC läßt einen Lord Ricketts und einen James Landale sagen, die City of London habe Verluste durch Konfiszierungen oder Unterbrechung des Zuflusses russischer Beutegelder eher weniger zu befürchten, es gehe um eine „breite Allianz“ gegen Russland – wie ich schon vorgestern annahm.

Die Presse erzählt von einem „Ultimatum“, das keines ist.

May sagte:

„There are therefore only two plausible explanations for what happened in Salisbury on 4 March.
„Either this was a direct act by the Russian state against our country, or the Russian government lost control of this potentially catastrophically damaging nerve agent and allowed it to get into the hands of others.“

nebst:

“Should there be no credible response, we will conclude that this action amounts to an unlawful use of force by the Russian state against the United Kingdom,”

Der britische Außenminister habe den Auftrag, dem russischen Botschafter mitzuteilen, der Kreml habe sich binnen 36 Std gegenüber der OPCW (Organization for the Prohibition of Chemical Weapons) zu erklären.

Das sogenannte „Ultimatum“ besteht folglich darin, daß sich der Kreml binnen 36 Std. entweder eines Verstoßes gegen die Chemiewaffenkonvention, oder eines gezielten Angriffs auf das UK schuldig bekennt, was zum gleichen Resultat führt, einem Paria-Status. Im ersten Fall mit der vagen Aussicht auf eine Möglichkeit britischer Gnade im Fall Skripal.

Ausgeschlossen ist damit, daß der Kreml auf folgendes verweist:

Novichok agent: One of the key manufacturing sites was the Soviet State Scientific Research Institute for Organic Chemistry and Technology (GosNIIOKhT) in NukusUzbekistan.[17] Small, experimental batches of the weapons may have been tested on the nearby Ustyurt plateau.[16] It may also have been tested in a research centre in Krasnoarmeysk near Moscow.[17] Since its independence in 1991, Uzbekistan has been working with the government of the United States to dismantle and decontaminate the sites where the Novichok agents and other chemical weapons were tested and developed.[17]

Ich zitiere diesen Wiki-Abschnitt vorsorglich, bevor er verschwindet. Der Kreml könnte auch auf zahlreiche sowjetische Wissenschaftler, Techniker und Ingenieure verweisen, die nach 1991 von Israel und den USA abgeworben worden sind, einschließlich Vil Mirzayanov, der Novichok samt etlichen Formeln bekannt machte.

Freilich wäre das ein Fehler. Für die Verwendung von Novichok beim Anschlag in Salisbury spricht nichts, als die Kenntnis, die man in Porton Down von diesem Kampfstoff hat. Würden russische Diplomaten irgendwas zu Novichok sagen, würde das als Eingeständnis gewertet.

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3 Antworten zu Theresa May rief „Verteidigungsfall“ gegen Russland aus

  1. tgarner9 schreibt:

    Ich sollte vielleicht anfügen, daß m.E. dies britische Vorgehen nichts an dem ändert, was ich hier mitgeteilt und kommentiert habe:
    https://tomgard.blog/2018/03/10/neue-souvereign-facts-und-ein-neuer-britischer-giftanschlag-auf-europa/

    Es wird ein innerimperialer, v.a. innereuropäischer Konflikt über die russische Bande ausgetragen. Nach meiner, natürlich unmaßgeblichen Schätzung, wird auch die Sabotage North Streams für das russische Staatsbudget im Wesentlichen ein Nullsummenspiel bleiben. Sie kann nicht verfehlen, die Gaspreise hoch zu halten, was die strategisch ungünstigere russische Verkaufsposition gegenüber China und anderen asiatischen Abnehmern kompensieren sollte.

    Man kann vom britischen Vorgehen freilich unter dem nötigen Vorbehalt auf eine Wagenburgmentalität gegenüber Paris, Berlin UND Washington, möglicherweise auch gegenüber dem NATO-Hauptquartier schließen, zuzüglich der innenpolitischen Lage, in der sich das May-Regime deshalb sehen oder wähnen mag, aber über solche Spekulationen – die übrigens in der US-Presse zu lesen sind – mag ich mich nicht verbreiten.

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  2. tgarner9 schreibt:

    Auch das steht mit Sicherheit im Zusammenhang des britischen Giftmischeranschlages:
    Hammond to give brighter outlook for UK’s Brexit-bound economy

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  3. tgarner9 schreibt:

    Seit gestern früh ist die Google-Diskriminierung gegen TomGard wieder in Kraft – ich hör mal auf mit der sinnlosen Scheiße.

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