Hat das UK diplomatische Kalküle hinter sich gelassen?

Die heutige Stellungnahme Lavrovs weist darauf hin:

Russian Foreign Minister Sergey Lavrov told reporters that Moscow had not received any inquiry over the agent from Skripal’s case from London. Russia will respond to the UK’s inquiry if it is directed pursuant to the norms of the Chemical Weapons Convention, he said.

und:

As soon as rumors emerged, which were spread by almost all representatives of the British leadership, that a substance made in Russia had been used in Skripal’s poisoning, we immediately sent an official note asking for the access to that substance so that our experts could analyze it,“ he said.
In this note, Russia demanded access to all the facts linked to the investigation, given that one of the victims is Yulia Skripal, a Russian citizen.
„Despite these absolutely lawful demands, we received an inarticulate answer meaning that our request has been rejected“

Stattdessen hat die britische Regierung ihr „Ulitmatum“ nach Angaben Reuters auf heute, Mitternacht, verkürzt.

Es kann Porton Down nicht schwer fallen, eine Dosis aus der fraglichen Nervengiftfamilie zu produzieren, mit der formelle Voraussetzungen alliierten Beistandes gegen den fingierten „russischen Angriff“ erfüllbar wären. Indem die Regierung May darauf verzichtet hat, verpflichtet sie sich – oder auch ihre Verbündeten – ggf zu Folgeprovokationen. Vorstellbar wäre ein „Thema“, das in der Vergangenheit schon mehrfach „angespielt“ wurde, der Abschuß eines russischen Militärflugzeuges über der Ostsee.

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5 Antworten zu Hat das UK diplomatische Kalküle hinter sich gelassen?

  1. Pingback: „Tillerson ‚unaware‘ of reason for sacking: official“ | Themen & Essays

  2. tgarner9 schreibt:

    Folgt man einem Statement von Maria Zakharova, zieht das russische Außenamt die Deutung vor, Theresa May werde zu ihrem Vorgehen genötigt:

    „No one knows anything, including Theresa May, who has no actual fact in her hands,“ Zakharova said. (TASS)

    Gut möglich. Das Cameron / Fox – Racket und seine Spezis in Porton Down haben nicht nur „EHEC“ zum Druckmittel, das vielleicht allzu zweischneidig wäre, sondern auch den Mord an David Kelly und – wahrscheinlich – dem unbekannteren Dr. Richard Holmes, einem ehemaligen Mitarbeiter Kelly’s, der 2012 starb, möglicherweise nach dem Muster Kelly’s geselbstmordet.

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  3. tgarner9 schreibt:

    Über den Independent hat die Regierung May leaken lassen, sie gedenke, Vermögen russischer Herkunft zu beschlagnahmen und bereite einen „Handelskrieg“ gegen Russland vor. May wird mit ihrem Giftmordanschlag offiziell die NATO befassen und somit dem NATO-Waffenarsenal eine neue Ressource in Gestalt der Vorräte und Produkte der Chemie- und Biowaffenfabrik Porton Down erschließen.
    Großflächige „russische“ Anschläge auf die Bevölkerung Kontinentaleuropas sind zu gewärtigen, falls die EU Mays Brexit-Bedingungen und andere Forderungen nicht zu bedienen gedenkt. .

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  4. tgarner9 schreibt:

    Bloomberg nimmt kaum mehr ein Blatt vor den Mund:
    Brexit Bulletin: Russian Roulette

    The trouble is, for May’s own response to be most credible, she needs to have the coordinated support of as many international allies as possible. She says she wants a deep security partnership with the European Union, not just a deal on trade. What happens next will be a critical test of her ability to maintain British influence and global alliances as she steers the country out of the EU.
    The key question will be how many other countries are willing to join a U.K.-led coalition to act against Putin.

    „critical test“ – welcher Einsatz wäre da zu hoch?

    Der Autor teilt mit, Theresa May habe die britische Giftmischerei auf der Münchner Sicherheitskonferenz durch die Blume angekündigt:

    “Those who threaten our security would like nothing more than to see us fractured,” May said last month in Munich, after warning of Russia’s aggression. “So let the message ring out loud and clear today: We will not let that happen.”

    Weiter unten im Brexit-Bulletin deutet Bloomberg an, May habe sich auch innenpolitisch derart weit aus dem Fenster gelehnt, daß ein Brexit für das UK kaum mehr tragbar ist:

    The Precious Union | May is locked in a dispute with the devolved governments of Scotland and Wales, who accuse her of attempting a Brexit “power grab.” Edinburgh and Cardiff want May to guarantee that when the U.K. leaves the EU in one year’s time, powers that return to London are automatically passed back to them. Instead, May wants to hang on to them for a bit. She’ll meet the Welsh and Scottish first ministers on Wednesday in the hope of convincing them to support her flagship Brexit law, which is designed to prevent a legal void opening up after Britain leaves the EU.

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  5. Pingback: „Novichok“ – Die Untertanen bestehen auf ihrem (Irr-)Glauben an die (Irr-)Rationalität ihrer Herrschaft | Themen & Essays

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