Trump gedenkt Gaza zu internationalisieren

In einer für heute angesetzten „Konferenz“ im Weißen Haus soll Jahred Kushner einen präsidentiellen Plan zur „Lösung der humanitären Krise im Gaza“ vorstellen, teilte die TOI gestern mit.

Als Teilnehmer seien vorgesehen:

staff from the White House, State Department, National Security Council, the United States Agency for International Development (USAID) and the Overseas Private Investment Corporation (OPIC).

Keine offiziellen Vertreter Israels oder der PLO.
Es wird aber eine andere maßgebliche Kraft an der Konferenz teilnehmen, die aus innenpolitischen Rücksichten auch nicht offiziell beteiligt sein soll:

[Middle east special envoy] Greenblatt will open the confab by delivering remarks on a meeting he had in Cairo last week with the Ad Hoc Liaison Committee, a 15-member group that coordinates international development assistance to the Palestinian people.

Das Ad Hoc Liaison Committee (AHLC) ist ein Organ des Außenamtes der EU, in dem derzeit die norwegische Außenministerin Ine Eriksen Søreide den Vorsitz hat. Es koordiniert die Projekte und Geldmittel der EU-Geberländer zum Unterhalt der palästinensischen Kapo-Verwaltung auf der Westbank. Die norwegischen Regierungen sind seit Jahrzehnten mit zeitweise hitziger Kritik am zionistischen Besatzungsregime und der Schaffung von Freiluft-KZ’s in Erscheinung aufgetreten.
Zur Koordination des AHLC mit Trump lest bitte dies.

Folgen wir der TOI, hat Greenblatt im Vorfeld der Sitzung im Weißen Haus in Kairo in nichtöffentlichen Sitzungen eine Koordination zwischen der ägyptischen Regierung und AHLC zu konkreten Plänen zur Beendigung der „humanitären Krise“ im Gaza vermittelt. Das heißt nicht weniger, als daß Trump der ägyptischen Regierung eine militärische Lizenz für die Umsetzung europäischer Pläne erteilt hat oder erteilen will.

Ich will darauf hingewiesen haben, daß es 2012 bereits einen ähnlichen Vorstoß gab. Die Regierung Obama versuchte damals, die Machtübernahme der Muslimbrüder in Kairo, die eine vom Killary-Racket, den Ziocons, unbeabsichtigte Folge des inszenierten „arabischen Frühlings“ in Ägypten war, dazu zu nutzen, unter Beteiligung zionistischer Dissidenten und Verbindungsleute eine ägyptische Schirmherrschaft über den Gaza durchzusetzen. Das war Teil eines „Gesamtpakets“ zur Eindämmung des von Killary maßgeblich zugunsten Tel Aviv gestifteten Syrienkrieges, für das auch Ahmadinejad, der iranische Premier, gewonnen worden war (vgl. diesen Eintrag und die darin verlinkten Einträge).
Netanyahu, Peres und Killary reagierten mit der Operation Pillar of Defense, einem Massaker, noch blutiger und zerstörerischer, als der Vorgänger „Gegossenes Blei“, in dem die ägyptischen und dissident israelischen Verbindungsleute in der Hamas gezielt gehellfired wurden. Ein knappes Jahr später ermutigte Killarys Nachfolger, Kerry, den aus Saudi Arabien mit mindestens 20 Mrd Dollar finanzierten Putsch gegen die Regierung Morsi, der mit Bezug auf die ägyptisch-israelischen Beziehungen den Status von 2010 wiederherstellte. Wer dazu mehr und genaueres wissen will, gucke selbst, ich kann und will euch widerwärtigem Gezücht nicht jede Woche eure schleim- und bluttriefende Geschichte vor- und nacherzählen.

Der Witz an dieser Teilinitiative Trumps besteht also darin, daß er die von faschistischen Schlächterseelen dominierte jüdische Lobby in den USA ins Abseits zu stellen gedenkt, indem er die US-Hoheit über das Gaza- und „Palästina-Problem“ an die EU abtritt. Der Zeitpunkt scheint günstig, denn es gibt bislang keinen Grund für Vermutungen, die französische Regierung unter Macron könne in die Fußtapfen des bekennenden Netanyahu-Vasallen Manuel Valls treten.

Auch dieser Vorgang könnte zum Hintergrund des britischen Terroranschlages gegen die EU und deren Brexit-Bedingungen zählen. Die britischen Regierungen sind seit Jahrzehnten die „sichere Bank“ der radikalen Zionisten in der EU.

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Eine Antwort zu Trump gedenkt Gaza zu internationalisieren

  1. tgarner9 schreibt:

    Die TOI hat ihre gestrige Darstellung korrigiert:

    Jerusalem was represented by the Defense Ministry’s Coordinator of Government Activities in the Territories, Maj. Gen. Yoav Mordechai. Also present were envoys for Saudi Arabia, Bahrain, the United Arab Emirates, Oman and — notably — Qatar, which has close ties to Gaza’s Hamas rulers.
    Egyptian and Jordanian officials were in attendance as well.

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