„Fall Skripal“ – update zu den Fakten

Gliederung nach dem “aide-memoire” from the Russian Foreign Ministry “to clarify the state of affairs” in the ‘Skripal case’
Vieles davon habe ich schon berichtet, ich ziehe heraus, was neu sein mag oder ich vernachlässigt habe und füge Kenntnisse aus anderen Quellen hinzu.

Eine Untersuchung nach OPCW-SOP’s kann es nicht mehr geben

Punkt 4 : Die britische Regierung zog erst am 14. März, 10 Tage nach dem angeblichen Anschlag und 6 Tage nach dem angeblich schlüssigen Laborergebnis aus Porton Down, das zur Belastung Russlands verwendet wurde, die OPCW bei.
Die offizielle Anforderung lautete: “ “to independently verify the analysis” of the British investigation“. Natürlich mochte sich die OPCW auf diese programmatische Befangenheit nicht einlassen. Nach der russischen Darstellung traf die OPCW-Delegation am 19. März, 14 Tage nach dem Vorfall, mit dem Auftrag ein:

 to carry out an independent analysis of the findings of the British Defence Science and Technology Laboratory at Porton Down

Mehr, als den Nachvollzug der Laboruntersuchungen, kann die OPCW, angesichts der notorischen Flüchtigkeit der Abbauprodukte einer Chemiewaffe aus der Klasse der Cholinesterase-Hemmer, so lange Zeit nach dem Vorfall nicht leisten. Und dazu hätten sie nicht anreisen müssen. Die „Erwartung“, die das russische Außenministerium offiziell hegt:

We proceed from the understanding that the OPCW Technical Secretariat shall conduct a full-fledged independent investigation in accordance with all relevant provisions of the CWC.

… ist eine Heuchelei. Die britische Regierung hat eine statutengemäße OPCW-Untersuchung unterbunden.

Ein britisches 9/11

Punkt 5: Das betrifft insbesondere die lückenlose Dokumentation von der Beprobung bis zum Untersuchungsergebnis. Dazu verweise ich auf diverse Einträge in dieser Kommentarsektion. Die Pressemitteilung des FCO vom 18. März gibt einen klaren Anhaltspunkt, daß es eine solche Dokumentation nicht gegeben hat.

The team from The Hague will meet with officials from the Defence Science and Technology Laboratory and the police to discuss the process for collecting samples, including environmental ones.

Da gibt es nichts zu diskutieren, sondern nur zu prüfen, ob die SOP’s der OPCW eingehalten worden sind, oder nicht. Verfahren übrigens, die, was die Dokumentation anbelangt, für alle forensischen Untersuchungen in Europol Mitgliedsländern verbindlich sind.
In der gleichen Mitteilung besteht das FCO auf seiner Sprachregelung, “  … in the process to independently verify the analysis carried out by … Porton Down“.  So ist ganz offiziell angekündigt, daß die britische Regierung von der OPCW fordert, die abweichende oder lückenhafte Dokumentation abzusegnen. Dafür mußten die Leutchen in der Tat reisen

Das russische Außenministerium ist sich dessen offenbar bewußt und stellt daher folgende rhetorische Fragen:

Where, how, and by whom were the samples collected from Sergei and Yulia Skripal? How was it all documented? Who can certify that the data is credible? Was the chain of custody up to all the OPCW requirements when evidence was collected?
Which methods (spectral analysis and others) were used by the British side to identify, within such a remarkably short period of time, the type of the substance used (“Novichok” according to the western classification)? As far as we know, to do that, they must have had a standard sample of such agent at their disposal.
And how do these hasty actions correlate with Scotland Yard’s official statements that “the investigation is highly likely to take weeks or even months” to arrive at conclusions? … How can the delayed action of the nerve agent be explained, given that it is a fast-acting substance by nature?

Unter diesem Punkt gibt es auch folgende Mitteilung:

There are more than 200 open sources publications in the NATO countries, highlighting the results that those countries achieved in the development of new toxic agents of [the type codenamed „Novichok“ by the west].

„Novichok“  war ein Kodename, den der KGB (Geheimdienst der SU) dem fraglichen CW-Projekt zu Desinformationszwecken gegeben hat. Der Überlaufer Mirzayanov hat ihn zu PR-Zwecken in seinen Publikationen verwendet. Doch schon in einem Hearing des US-Kongresses im Juli 1994 (ab Seite 16788), in dem es um die Entwaffnung Russlands im Vorfeld des Beitritts zur CWC 1997 ging, wurde die Bezeichnung „Novichok“ nicht verwendet, stattdessen dreistellige Codenummern, die ebenfalls einer KGB-Desinformation entstammten der Mirzayanov, weil kein direkter Beteiligter, zum Opfer fiel. Die realen Codenummern waren vierstellig.

Daraus folgt zwingend, die Verwendung der Bezeichnung „Novichok“ seitens der britischen Regierung, welche Porton Down nach einem von Craig Murray mitgeteilten Leak beeinflußt hat, war von vorn herein eine PsyOp mit dem Ziel, Zeit zu gewinnen, bis bekannt werden würde und müßte, daß eine oder mehrere Substanzen aus der fraglichen Stoffamilie seit Jahrzehnten in jedem einigermaßen tauglichen Chemielabor der Welt hätten reproduziert werden können.
Ebenso folgt: Die britische Regierung hatte von vorn herein die Absicht, an die Novichok-False – Flag ihren Bestand zu binden – zuzüglich die Stellung einer Plethora von Mitgliedern und Repräsentanten der britischen Eliten, einschließlich eines Teils ihrer Waffenexperten – um die übrigen Regierungen des Westens dazu zu erpressen, sie zu übernehmen.
Es handelt sich definitiv um ein britisches 9/11!

Die britische Regierung ließ die Skripals verschwinden

Punkt 6. Das hatte ich schon mitgeteilt. Niemand weiß, wo sie sind, wie ihr Zustand ist und ob sie noch leben. Die angebliche Ärztin, die unter den „First responders“ gewesen sein soll und der Presse einen Bericht von Symptomen gab, die weitläufig zu einer einschlägigen Vergiftung passen, ist ebenfalls nicht auffindbar. Unter den o.a. Voraussetzungen ist es nicht ausgeschlossen, daß man die Skripals, bzw. ihre Leichen irgend wann präsentieren wird. Das hängt davon ab, ob ihre Lebern Zeit und Potential genug hatten oder haben werden, primäre und sekundäre Metaboliten einer realen Vergiftung – womit immer! – abzubauen, ohne daß die Abbauprodukte in speziellen Organen oder Geweben abgelagert werden.

Weitere Nachträge zu den Fakten in Kommentaren später am Tag oder morgen.

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3 Antworten zu „Fall Skripal“ – update zu den Fakten

  1. Berengar schreibt:

    »strong>Kubicki: Ich habe keine besseren Informationen, aber auch Heiko Maas hat keine besseren Informationen. Fakt ist, dass das identifizierte Gift in der Sowjetunion hergestellt worden ist, aber nicht nur von der Sowjetunion oder nicht nur von Russland gehalten wurde. Fakt ist, dass wie gesagt die Organisation, die dafür zuständig ist zu identifizieren, wo der Gift-Cocktail zusammengemixt worden ist, sich noch in den Untersuchungen befindet. Und Fakt ist doch auch, dass die Außenminister gesagt haben, sie fordern Aufklärung. Nur wer weiß, wer der Täter ist, der braucht keine Aufklärung, denn das widerspricht sich in sich selbst.«

    Skripal-Affäre: Kubicki kritisiert den Westen

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  2. tgarner9 schreibt:

    „The court, which hears issues affecting the welfare of sick or vulnerable people, has given doctors permission to take blood samples from the Skripals to send to chemical weapons experts.

    Delivering the ruling, Judge Williams said: „Medical tests indicate that their mental capacity might be compromised to an unknown and so far unascertained degree.““

    BBC, vor wenigen Minuten

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  3. tgarner9 schreibt:

    Französischsprechern empfehle ich eine Fleißarbeit, falls sie sich tiefer in Details knien wollen:
    https://www.les-crises.fr/affaire-skripal-desinformation-et-croisade-contre-la-russie/

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