Der zusammenfassende Bericht der OPCW zum Fall Skripal bestätigt Zweifel an der britischen Darstellung

Der Bericht.

Vorläufige Begründung meiner Diagnose

  1. Der Umfang der Geheimhaltung ist schwerlich anders erklärlich, denn als Schutz vor fachlicher Widerlegung.
  2. In der britischen „Ermittlung“ waren „chains of custody“ entweder nicht enthalten oder nicht verwertbar für die OPCW.
  3. Das gilt insbesondere für die „environmental samples“. Sie können eigens für die OPCW plaziert worden sein.
  4. Die Identifikation eines bestimmten Giftes („this toxic chemical“) aus der Klasse der Acetylcholinesterase – Hemmer anhand von Blutproben, die 18 Tage nach Vergiftung und Verabreichung von Gegenmittln gezogen wurden, halte ich für mehr als zweifelhaft. Ich denke, dazu wird von berufener Seite noch viel veröffentlicht, spätestens anläßlich der für kommende Woche einberaumten OPCW-Sitzung. Deshalb, und unter Verweis auf Punkt 7, spare ich mir weitere Worte dazu.
  5. Punkt 4 gilt insbesondere für DS Bailey, der am Tag, da die Probe gezogen wurde, aus der Klinik entlassen wurde.
  6. Wären die Skripals, wie behauptet, einer Dosis aus der behaupteten Gift-Familie ausgesetzt worden, die keine mildernden Beimengungen aufwies, hätten sie nicht überleben können.
  7. Wg. Punkt 2 sind die von der OPCW gezogenen Blutproben ohnehin unverwertbar. Erstaunlicherweise erwähnt der Bericht keinen DNA-Vergleich der eigenen Proben mit denen von Porton Down, der gemäß den Angaben gegenüber Justice Williams beabsichtigt war, aber ich unterstelle zunächst zugunsten der OPCW, er wurde gemacht. Dann bleibt aufgrund fehlender Chains of Custody in der Porton-Down- Untersuchung nicht ausgeschlossen, daß die Skripals eigens für die OPCW Untersuchung neu oder auch erstmalig vergiftet wurden.

Ich wiederhole, das ist ein vorläufiges Urteil, gedacht als eine Einrede. Weiteres in einigen Tagen.

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9 Antworten zu Der zusammenfassende Bericht der OPCW zum Fall Skripal bestätigt Zweifel an der britischen Darstellung

  1. tgarner9 schreibt:

    Zu Punkt 1: Entgegen ihrer Ankündigung hat die britische Regierung den vollständigen OPCW-Bericht auch für Russland freigegeben, berichtete TASS.Entgegen einem flüchtigen Anschein ändert das nichts an meinem Punkt.

    Erstens hat Portion Down das Recht, seine Untersuchungsverfahren als Staatsgeheimnis oder geistiges Eigentum zu deklarieren. Das ist keine Spekulation – exakt diesen Fall hatten wir beim Cover-up im Fall MH17. Weder die metallurgischen Untersuchungen noch die Simulationsverfahren und – daten, beides essentiell für die „Buk“-Diagnose, waren dem Beklagten zugänglich.

    Zweitens kann die RF den geheimen Teil weder im juristischen noch wissenschaftlichen Sinne verwerten. Sie kann eine abweichende Deutung veröffentlichen – wie im Fall MH17 – und muß dann darauf setzen, daß sich für sie staatliche Parteigänger finden. Nach der Formierung der Inquisition, wie in diesem Blog sattsam geschildert, und unter ihren chemischen und nuklearen (Syrien!) Vernichtungsdrohungen ist das praktisch aussichtslos. Auch Leaks taugen nichts – jede private oder öffentliche Stelle, die sie benutzte, verfiele der Inquisition.

    Umgekehrt läßt der allgemeine und öffentliche Teil des OPCW Berichts die von der russischen Regierung und dissidenten Stimmen zirkulierten Unwägbarkeiten, die für einen „Deal“ taugen, der die Verdachtsverurteilungen der Inquisition gelten läßt, aber abweichende Deutungen nicht mit finaler (militärischer, „juristischer“) Sanktion bedroht.

    Letzteres Verfahren schält sich von Tag zu Tag offensichtlicher aus dem Medien-Management.

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    • tgarner9 schreibt:

      Ich erinnere vorsichtshalber daran, daß auch so „unschuldige“ Auskünfte, wie die Nennung der genauen Orte, an denen das von Porton Down „Novichok“ genannte Gift „in hoher Reinheit“ gefunden wurde, unter die Geheimhaltung fallen. Zentraler sind freilich Mitteilungen über den „fragmentation pathway“, den zeitabhängigen Zerfallsmodus des Giftes in Metaboliten und in Bindung an cholinerge Bindungsorte der Blutkörperchen, aus dem auf die Zusammensetzung des verabreichten Giftes geschlossen worden ist oder sein soll.

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  2. tgarner9 schreibt:

    Der nach eigener Aussage „verbitterte“ alte Mann, den das UK zum „Kronzeugen“ gegen Russland aufbauschte, der ehemalige Teilnehmer am sowjetischen „Foliant“-Programm, Wil Mirsajanow, hat sich verplappert. Die Stoffe der Gruppe seien anfällig für Hydolyse, d.h. essentiell instabil unter Umweltbedingungen. Mirsajanow ist kein verläßlicher Zeuge – er war nur peripher am Programm beteiligt – aber Fingerzeige in diese Richtung gab es auch von Vladimir Uglev (der Link findet sich in älteren Einträgen). Uglev sagte, man habe „das Problem in den Griff bekommen“, aber diese Aussage scheint mir eher technischer Natur zu sein – d.h. man hat Verfahren entwickelt, die eine Herstellung (und selbstverständlich Lagerung) außerhalb des Labormaßstabes erlauben, die Degradation vermeidet. Beimengungen – soviel verstehe ich von Chemie – können die Hydrolyseanfälligkeit senken, aber eben nur das, und führen gewöhnlich zu Einbußen an Wirksamkeit.
    Wie dem auch sei: Nimmt man Mirsaianow beim Wort, dann beweist der OPCW-Report eine britische False-Flag Operation! Die OPCW kann nur „aufällig reines“ „Novichok“ gefunden haben, wenn Porton Down es ihnen hingeschmiert hat – jedenfalls für den Fall, daß das britische „Hexenkralle“, genannt „Novichok“, tatsächlich eine enge Verwandschaft zu den „Foliant“-Substanzen hat, wie behauptet, aber bis zur Stunde nicht nachgewiesen.

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  3. tgarner9 schreibt:

    Also einfach alles erstunken und erlogen.
    https://www.rt.com/news/424149-skripal-poisoning-bz-lavrov/
    Doch noch etwas verblüffend – aber eine Bestätigung der Improvisation infolge einer Gefangennahme britischer Agenten in Ghouta, die dort eine False Flag Attacke vorbereiten halfen.

    edit: Ausführlicher hier: https://de.sputniknews.com/politik/20180414320339443-lawrow-skripal-gift-als-bz-identifiziert/
    Also offenkundig gepanscht, wie ich erwartete. OPCW direkt beteiligt am cover up, so scheint es jedenfalls für den Moment.

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  4. tgarner9 schreibt:

    Novichok Creator Says OPCW Report Proves Skripals Poisoned With Another Agent
    Schon die Überschrift ist falsch und Leonid Rink, Jungspund zur Zeit der Foliant-Entwicklung und ihr letzter Verwalter für ca. 2 Jahre, ist gewiß kein vertrauenswürdiger Zeuge, doch in den Zitaten sagt er dasselbe, wie ich oben: Folgerungen, die sich aus Grundlagenkenntnissen der organischen Chemie ergeben..

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  5. tgarner9 schreibt:

    Zum Analyseresultat des Labors SPIEZ, das A-234 („Novichok“) und BZ in den Blutproben fand, gibt es eine gültige Spekulation mit weitem Erklärungshorizont bei CanSpeccy. A-234 könnte tatsächlich als Gegenmittel, als Antagonist der anticholinergen Wirkung von BZ eingesetzt werden. Der Autor geht allerdings nicht darauf ein, daß für den Fall, daß sich BZ sowohl in den Originalproben von Porton Down, als auch in der von OPCW nach 16-18 Tagen gezogenen Kontrolle fand, ene mehrfache Verabreichung von BZ vorläge, da dessen Wirkung nach spätestens 5 Tagen endet.

    Falls es sich umgekehrt verhielte, kein BZ in den Originalproben, BZ in der Kontrolle, ließe sich keineswegs, wie der Autor meint, umstandslos schließen, BZ sei umgekehrt als Gegenmittel zu A-234 verabreicht worden, denn die hohe Konzentration von A-234, die SPIEZ nach russischen Angaben fand, die das Labor entgegen verzerrter Medien – Darstellung nicht dementierte, blieben unvereinbar mit dem Gesundheitsstatus von Julia Skripal und DS Bailey. Obendrein wäre die Verwendung von BZ als Gegenmittel absurd – es leistet zum Schutz spezifischer Gewebe und Nerven (Herz, Hirn) nicht mehr, als die standardmäßig verwendeten und in jeder Klinik vorgehaltenen Gegengifte Atropin und Scopolamin.

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  6. tgarner9 schreibt:

    For the record:
    https://www.heise.de/tp/features/Skripal-Naechste-Stufe-im-Verwirrspiel-4024538.html

    Mein Kommentar (schon anderswo gepostet)

    „Typisch ist, dass die OPCW nicht nur die „echte“ Probe verschickt, sondern auch negative und positive Kontrollproben.“

    Ich bin ziemlich sicher, das ist eine Lüge, weil ich mich aus dem öffentlichen Bericht zur Al Ghouta-False Flag erinnere, daß solche Kontrollen von den Laborchefs der akkreditierten Labore ausgeteilt wurden.

    Zudem wäre die Beimengung von BZ albern. Vorstellbar wäre eine Kontrolle mit Sarin oder VX, um unsaubere Arbeit auszuschließen.

    Obendrein bräuchte die OPCW nur die Chain of Custody zu veröffentlichen, um Lavrows „Machenschaft“ aufzudecken, die dann allerdings viel mehr eine Machenschaft von SPIEZ oder aus dem Umkreis von SPIEZ wäre. Deshalb konnte Lavrow das Leak unbesorgt verwenden.

    Schließlich enthält Rötzers Artikel die Lüge, SPIEZ hatte seine Beteiligung an der Untersuchung nicht bestätigen dürfen. Es ist umgekehrt – wäre das Leak nicht echt, hätte SPIEZ selbstverständlich dementieren können und dürfen, vielleicht gar müssen – Letzteres kommt auf den Wortlaut der Verträge an. Stattdessen berief es sich auf die Hoheit der OPCW, Lavrows Vorhaltungen zu kommentieren.

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    • tgarner9 schreibt:

      Zum letzten Absatz habe ich zu vermelden, daß der Geschäftsführer von SPIEZ Rötzers Aussage gedeckt hat (gegenüber RT) … was nicht heißt, daß es keine Lüge ist.

      Zuzüglich hat sich die OPCW jetzt generell ermächtigt, keine Originaldaten der Laborergebnisse heraus zu geben.

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  7. Pingback: Hexenkralle (Novichok) – Abschluß mit einer alle Lügen und Täuschungen umfassenden Geheimhaltung | Themen & Essays

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