Nachtrag zur TV-Reality Show

Entgegen initialen Meldungen scheinen die britischen Flieger von Zypern gestartet zu sein.

Aufgrund breiter Diskrepanzen zwischen der amerikanischen und russischen Darstellung, zuzüglich anderer Quellen (alle Links bei Moonofalabama), können wir als nahezu gesichert annehmen, daß die US-Navy, evtl, auch das Luftwaffenkommando in Doha, die Befehle des Pentagon mißachteten und eine Reihe nicht vorgegebener Ziele beschossen. Doch auch über diese Ziele, die in der Darstellung des Pentagon nicht genannt sind, war die SAA rechtzeitig informiert und schoss nahezu alle Cruise Missiles ab. Das kann nur mit Pantsir-S1/2 und Buk-M2 Stellungen geschehen sein, die älteren sowjetischen Waffen sind dazu ungeeignet. Das hieße umgekehrt, daß die SAA den größten Teil der auf die offiziell angegebenen Ziele abgeschossenen Missiles und Bomben passieren lassen hat, mindestens in dem Sinne, daß sie die begrenzte Zahl moderner Abwehranlagen an anderer Stelle konzentrierte.

Machen wir die Gegenprobe. Falls obige Darstellung eine russische PsyOp wäre, arbeitete die nur unter der Voraussetzung, daß die russische Seite über die Ziele eines letztlich nicht realisierten, breiter angelegten Angriffes informiert war und dies der Gegenseite mitteilt. Das Resultat ist dasselbe: Im syrischen Krieg zwischen NATO und Pentagon, EUCOM und CENTCOM, hat die RF zuverlässige Informationsquellen auf beiden Seiten.

Kurzmitteilung | Dieser Beitrag wurde unter Imperium, NATO, syrien veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

11 Antworten zu Nachtrag zur TV-Reality Show

  1. Berengar schreibt:

    Schau mal:

    Mattis Wanted Congressional Approval Before Striking Syria. He Was Overruled. (NYT)

    Es verdichten sich die Hinweise darauf, daß SecDef Mattis kein Freund oben genannter Operation war und alles dafür tat, sie zu unterminieren oder wenigstens in ihrer Reichweite abzubiegen. In früheren Stadien der Administration ging das effektiver, weil Tillerson und McMaster sich Mattis anschlossen. Beide sind weg und Mattis nicht mehr nur allein am Kabinettstisch, sondern mit einem Antagonisten in Gestalt von Bolton.

    Es ist völlig klar, daß die Option, den Kongreß um Zustimmung zu bitten, nichts anderes bedeuten kann, als den Einsatz abzublasen. Nachdem sich die Unmöglichkeit dieser Forderung abzeichnete, war die Beschränkung des Umfangs der Operation die einzig verbliebene Alternative.

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    • tgarner9 schreibt:

      Das ist erlogen, im Rahmen des Trump-Bashing, da bin ich sicher. Ich hatte mir das Thema vorgemerkt und komme darauf zurück, wenn es einen konkreten Anlaß dazu gibt Wäre der Kongreß befragt worden, stünden jetzt ein paar Atompilze an..

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      • Berengar schreibt:

        Das sehe ich hier nicht so, Tom. Im Regelfall hättest Du ohne Abstrich recht. Aber die Einholung der Zustimmung des Kongreßes wurde bereits im Vorfeld abgebogen, nachdem McConnel signalisiert hatte, keine Garantie geben zu können, daß die Sache nicht im Senat scheitert, weil möglicherweise die Stimmen fehlen.

        Das hängt natürlich nicht damit zusammen, daß der Kongreß jetzt auf einmal seine weißen Tauben aus den Käfigen lassen wollte – der überholt die derzeitige Administration regelmäßig, wenn es um Bellizismus geht. Nein, es geht um die anstehenden Midterms, die „Wackelsitze“ im Senat erfasst. Das House ist derzeit sowieso erledigt, die GOP hat es bereits preis gegeben, insbesondere, nachdem Paul Ryan nicht mehr antritt und bis Januar nur mehr eine Lame Duck ist. Es ist zweifelhaft, daß der Senat im House überstimmbar wäre.

        Als Indiz für die Stichhaltigkeit dieser These ist der rasende Zorn wesentlicher Teile von Trumps Basis, die ihn jetzt dafür kasteien, daß er ein Neocon-Interventionist sei.

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      • tgarner9 schreibt:

        Okay, nehme ich zur Korrektur. Auf Mattis, komme ich, wie gesagt, später zurück..

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      • tgarner9 schreibt:

        Obwohl, Berengar, vieles erscheint derzeit ganz anders, als es ist …

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      • Berengar schreibt:

        Ja, das ist völlig korrekt.

        Ich habe in diesem Zusammenhang auch noch eine andere, wenn Du so magst „praktische“ Frage, die etwas mit Leuten wie zum Beispiel Rand Paul zu tun hat. Du erklärst sehr schlüssig, was dessen Einrede bedeutet und wie und warum sie allenfalls die Art und Weise der Kriegführung betrifft, während sie gleichzeitig die Institute bekräftigt und bestätigt.

        Aber wie stellt man sich als Insaße des Imperiums zu diesen Fragen und ihren Antworten praktisch? Ist der Gedanke völlig von der Hand zu weisen, daß es von diesem Standpunkt aus zunächst nahezu egal ist, wer der Militärmaschinerie aufschiebend in den Arm fällt, solange er oder sie es nur tut?

        Mir ist völlig bewußt, daß man in derselben Bewegung und aus den Gründen, die Du nennst, die Maschinerie der Knechtschaft bestätigt. Aber wenn dies für den Moment der einzige viable Weg unterhalb der Schwelle einer Revolution ist, einen Knüppel in die Speichen zu werfen, sollte man das dann nicht tun?

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      • tgarner9 schreibt:

        Berengar, die Aussage, es könne den (In)Sassen „zunächst egal“ sein, „wer der Militärmaschinerie aufschiebend in den Arm fällt“ (und mit welchen Zielen und Motiven) , „solange er oder sie es nur tut“, hat mit ihrer Veranlassung, den zwei Interviews, die ich präsentiert habe, keine Verbindung.
        Craig Murray titelte am 18.

        „Senior Civil Servants Still Deeply Sceptical of Russian Responsibility for Skripal Poisoning“

        Damit vollzieht er die Logik, welche die Inquisition Leuten aufzwingt, die, mit welchen Gründen / Motiven immer, am realen oder idellen Standpunkt nationaler Herrschaft mit ihren jeweils spezifischen Parametern festhalten wollen.
        Allgemein habe ich das schon vor einem Monat angesprochen:
        https://tomgard.blog/2018/03/19/affaere-skripal-zur-fahne-2/
        Auf Murrays Blog schrieb ich dazu (als Nebenbemerkung zu einem Informationsbeitrag):
        “ Btw: “Scepticism” fits well within the culture of inquisition. Scepticism and acclamation are inseperable halves of its dynamic – without both complementing each other the process stops…“

        Leute wie Paul und West halten gar nix auf, das könnten sie beim besten Willen nicht, im Gegenteil: Sie zählen doch zur eigentliche Zielgruppe der Inquisition. Je beharrlicher sie sich reaktionär gegen die Inquisition stellen, umso mehr „Futter“ geben sie ihr und damit auch den Risiken „kinetischer“ Wirkungen nach Außen.

        Auch auf einer allgemeineren Ebene stellt sich Deine Frage nicht länger, weil es genau seit dem Februar 2014 keine Adresse mehr für einen aufhaltenden Widerstand gibt. Bis zum Staatsstreich in der Ukraine nebst den angeschlossenen Massakern konnte Widerstand gegen die militärische NATO-Hegemonie über Europa noch auf „Hebel“ zählen, wie schwach sie auch praktisch waren, seither, untermauert mit diversen zusätzlichen Massakern (Paris, Brüssel usw.), sind diese Hebel nicht mehr erhältlich. Die NATO-Militärherrschaft über Europa ist hermetisch abgesichert.

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    • Berengar schreibt:

      Nehmen wir ein anderes Beispiel, vielleicht wird es klarer, was ich meine:

      Während des berüchtigten Attica-Gefängnisaufstands 1971 schmiß einer der Polizisten, die zur Todesschwadron eingeteilt worden waren, um das Gefängnis zurückzuerobern, die Waffen weg mit den Worten: „I’m a trooper, not a butcher“.

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  2. tgarner9 schreibt:

    „Trump has rewarded Macron, 40, with what will be the first official state visit of his presidency, set for April 23-25. Macron arrives in Washington in better standing with Trump than his German counterpart, Chancellor Angela Merkel—who visits the White House on April 27, but just for one day. The allied airstrikes against Syria were a diplomatic victory for Macron, who was the first and strongest advocate for a military response to the suspected chemical attack against civilians, confirming his position as one of Trump’s most trusted foreign counterparts. Germany earned a rebuke from Trump’s future ambassador to the country, Richard Grenell, for refusing to join the coalition. “Macron is the only major European leader to have a working relationship with Trump,” says Martin Quencez, a fellow at the German Marshall Fund of the U.S. “That gives [France] a stronger position vis-á-vis Berlin.”“
    Bloomberg

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  3. tgarner9 schreibt:

    Zum gerüchteumwitterten (angeblichen) Dreieck Trump, Bolton, Mattis ein Kommentar von Martin S. Indyk, einem der „offizellsten“ Vertreter der Ziocons, schon vom 16.4.:
    https://www.brookings.edu/blog/order-from-chaos/2018/04/16/a-trump-doctrine-for-the-middle-east/

    Die Botschaft: Keiner der Dreie ist bereit, den Krieg der regierenden Zionisten um den Erhalt ihrer historischen Position und „Sendung“ zu führen. Gleichartige Beschwerden sind in Israel Legion, aber Indyk steht nach meiner Erfahrung dafür, zionistische Propaganda von agitatorischen Lügen halbwegs gereinigt zu präsentieren.

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  4. tgarner9 schreibt:

    Bestätigung für die TV-Reality-Show und einen Teil der Hintergründe aus Assads Mund Das sind gleichzeitig Hinweise auf Gründe und Folgen der grotesken Rolle, die Israel im Moment zukommt und ich werde darauf zurück kommen.

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