NATO-Söldner erzwingen russische Angriffe im Raum Jisr al-Shugur

Debka und AMN – Letztere unter Berufung auf „militärische Quellen“ – erklärten die Idleb-Offensive unabhängig voneinander für abgesagt und bestätigten damit meine letzte Darstellung (Kommentar zum voran gegangenen Eintrag). Lt. AMN gab es eine Einigung zwischen Putin und Erdogan, lt. Debka ist die laufend verstärkte türkische Truppenpräsenz in der Provinz der Grund.

Reuters, Hürriyet und Al Monitor erzählen von massivem Zufluß an Gefechtsfeldwaffen für eine angeblich bis zu 30 Tausend Mann starke Armee, die nördlich Aleppos für einen Angriff auf die Stadt zusammen gezogen werde. Ich halte das für eine Ablenkung. Der Angriff wird von Jisr al-Shugur aus auf Latakia erfolgen und vor Stunden gab es lt. AMN ein Vorspiel in Gestalt eines Raketenwerferattacke vom Dorf Kabbani aus. Kabbani liegt in vorgeschobener Position am Rande des Orontes-Gebirgszuges und in der Nähe des Ortes, in dem lt. russ. Armeeführung eine False-Flag-Attacke vorbereitet wurde. Die russische Armee kann nicht vermeiden, mit massiver Feuerkraft gegen Artillerieangriffe aus diesem unübersichtlichen Gelände vorzugehen.

Die Ablenkung aus der westlichen Presse dürfte den taktischen Kern haben, den ich schon im letzten Eintrag vermutete. Falls NATO-Luftangriffe Aleppo zeitweise isolieren, werden die türkischen Truppen und Söldner nördlich der Stadt zu einer echten Bedrohung, die nur mit Flächenbombardements zu kontern ist.

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2 Antworten zu NATO-Söldner erzwingen russische Angriffe im Raum Jisr al-Shugur

  1. tgarner9 schreibt:

    Vor zwei Tagen illustrierte Robert Fisk die Lage, wie sie sich ihm auf einer voran gegangenen 400+km-Tour entlang der Frontlinien dargestellt hat (die er nicht datiert). Fazit: Die Vorbereitungen einer Idleb-Offensive waren mindestens auf eine längere Sicht angelegt, als die Propaganda aller Beteiligten erkennen lassen sollte..

    Fisk, wage ich zu sagen, unterschätzt gröblich und mit undurchsichtigen Motiven die Zahl der Söldner in der Provinz, läßt sich davon auch nicht von den Einlassungen eines syrischen Unterführers beirren, der beklagt, an seinem Frontabschnitt stünde maximal ein Fünftel der Kräfte zur Verfügung, die es für eine Offensive bräuchte. Er kennt die undercover-Reiseberichte aus Idleb und Jisr al-Shugur vom letzten Jahr, denen gemäß 30 Tausend eher die untere Grenze markieren dürften. Andererseits sind viele von ihnen mittelbar gedungene und gepresste, auf deren Desertion die SAA rechnen dürfte. Fast scheint es, als wolle Fisk gewissen Leuten den Export der Jihadis in den Yemen schmackhaft machen …
    https://www.independent.co.uk/voices/syria-last-battle-idlib-robert-fisk-latest-a8530796.html

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  2. tgarner9 schreibt:

    For the record: Der größte Teil der türkischen Invasionstruppen war in oder nahe Jisr al Shugur beordert wurde, wie gestern „westliche“ und russische Organe übereinstimmend meldeten. My razors are still sharp.

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