Archiv: MH17 – Zeugenaufruf des JIT 4/15

(Material für evtl. Debatten zum Prozess)

Laut dem Video ist eine BUK in der Nacht vom 16.7. auf den 17.7. bei
Severnyi „eingereist“, hat sich nach Lugansk bewegt, von dort aus
nach Donezk.
Dort angekommen erhielt sie den Befehl, sich nach Perwomaiskoje
südlich von Snezhnoe zu bewegen.
Nach dem Abschuss soll sie erneut über Lugansk nach Russland
„ausgereist“ sein.

Man weiß das eigentlich alles schon, aber sucht dennoch Zeugen.

Wo verlief eigentlich die Front am 16.7.?Die Aufständischen veröffentlichten damals noch keine Frontanalysen.
Schauen wir also einfach beim „Ukrainischen Sicherheitsrat für
Sicherheit und Verteidigung“.

Was sieht man? Am 16.7.2014 wurde laut ukrainischem RNBO an den
Stadtgrenzen von Lugansk (Norden) und Snezhnoe/Torez (Süden – der
Punkt mit den „vier Einschlägen“ auf der Karte) gekämpft. Und die
Aufständischen hatten nichts Besseres zu tun, als ihre kostbare BUK
genau dort entlang zu transportieren (zwei Mal durch Lugansk) bzw.
sogar zu stationieren (südlich von Snezhnoe). Obwohl das Teil, im
Zentrum stationiert, den größten Teil der damals von den
Aufständischen kontrollierten Region gesichert hätte.
Was soll’s, sind halt Idioten.

In den folgenden Tagen stießen die ukrainischen Truppen entlang der
westlichen Stadtgrenze von Lugansk sogar bis zum Flughafen vor, der
sich südlich der Stadt befindet.

Dieses Video vom Lugansker Stadtrand hat mir wochenlang Rätsel
aufgegeben:

 https://www.youtube.com/watch?v=nIUIDoF1SmQ

Früh um fünf, ein Schichtler steht am Fenster und „erwischt die BUK
zufällig“.
Aber warum fokusiert der unausgeschlafene Schichtler auf ein Geräusch
hin auf die Stelle, wo das Fahrzeug Sekunden später vorbeifahren
muss??
Er wohnt doch offenbar seit Jahren an einer Hauptstrasse im Westen
seiner Stadt, sollte sich also an derartige Geräusche gewöhnt haben.

(von DJ Holzbank. Weiter mit TG.)

Zunächst ein Ausschnitt aus einem zwei Tage alten Posting zum Thema
GWI18G, auf das ein update folgt:

Zitat Anfang
Gestern (30.3.) stellte das „Joint Investigation Team“ der mit MH17
befaßten
holländischen Staatsanwaltschaft ein Video ins Netz, mit dem es
mögliche Zeugen der Umstände eines „möglichen“ (!) Abschusses der
Verkehrsmaschine mittels eines Buk-Telar „in der Hand von
Separatisten“ auffordert, sich beim JIT zu melden.

Zwei Dinge will ich im Zusammenhang mit dem eigenartigen Umgang, den
GW 9525 erfuhr, heraus heben.

1) Es steht fest, daß die vielfach erwähnten Metallfragmente aus den
Leichen der Cockpitbesatzung spätestens in der vorletzten Augustwoche
sichergestellt wurden

http://tomgard3.blog.de/2014/08/22/mh17-humanitaere-spurenbeseitigung
-19237262/

Ende Oktober erwähnte der zuständige holländische Ermittler
Westerbeke diese Fragmente als eine der wichtigsten Spuren, deren
Untersuchung aber „noch nicht abgeschlossen“ sei.

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/mh17-ermittler-westerbeke-ueber
-den-absturz-in-der-ukraine-a-999193.html

Bei diesem Stand blieb es bis gestern, wobei insbesondere das OVV der
Presse mehrfach versicherte, man ermittle nach wie vor „in alle
Richtungen“, also auch einen Abschuß durch Jagdflugzeuge.
NOMINELL hält das JIT auch nach der Veröffentlichung nämlichen Videos
daran fest, es zeige „keine Festlegung auf ein Abschuß-Szenario“ an,
dazu bedürfe es „weiterer Untersuchungen“:

> http://www.jitmh17.com/

De Facto ist das selbstverständlich Bullshit. Die Veröffentlichung
des Videos unterstellt, daß nach dem WILLEN des JIT die genannten
Fragmente zu einer Buk-Rakete gehören. Hinter der Behauptung, das sei
nicht so, KANN nur die Absicht des JIT stehen, seinen Vorstoß
gegenüber Kritik aus dem „eigenen Lager“ bzw. einen möglichen
Wistleblower abzusichern.

2) Das Video folgt, wie ich nach einer allerdings vorläufigen
Durchsicht meine, praktisch in allen Punkten der Vorgabe privater
„Ermittler“
 die an der Veröffentlichung  von CORRECT!V im Januar
beteiligt waren:

 http://www.heise.de/tp/artikel/43/43816/1.html

und ergänzt sie durch erstmals vorgestellte „Funk- und
Telefonmitschnitte“ unbekannter Herkunft.

Mit einer Ausnahme!

Das JIT legt sich nicht auf eine „russische Spur“ fest, wie
CORRECT!V, „umstellt“ aber gleichsam die Möglichkeit, auf diese
Darstellung einzuschwenken mit allerlei Hinweisen und Andeutungen.
(Überhaupt: Solch eine Veröffentlichung, die angeblich nicht auf
gesicherten Erkenntnissen beruht, ist von vornherein als
Erpressungsmanöver kenntlich!)
Zitat Ende.

(Anmerkung: Wer jetzt meint, der Vorgang „rieche“ nach einem
Zusammenhang mit GWI18G, der liegt vorerst mit absoluter Gewissheit
richtig – nämlich genau so lange, wie der Datenrecorder der deutschen
Maschine „entmaterialisiert“ oder „in den Berg getunnelt“ bleibt, so
lange müssen eine Reihe handelnder Figuren davon ausgehen, das
Schicksal von GWI18G könnte ein „Wink“ von wohlbestimmter Seite
sein – falls sie nicht mehr wissen, als die Öffentlichkeit.)

Seit gestern ist nun die holländische Presselandschaft von Maastricht
bis Groningen hiermit zugepflastert:

„Russian officer recognized on tape in Dutch MH17 investigation“

Ich kann euch die Lektüre nicht ersparen, das würde zu lang, und will
es auch nicht:

http://www.nrc.nl/nieuws/2015/04/01/russian-officer-recognized-on-tap
e-by-dutch-investigation-team-mh17/

Nur ein Punkt: Der „Chefermittler“ des JIT, Westerbeke, hat am Montag
öffentlich und für jedermann kenntlich derart fett gelogen, daß es
„nominell“ zum Berufsverbot, zum Ausschluß aus allen juristischen
Standesorganisationen führen müßte, er sagte zum in Rede stehenden
Audiotape, das Nalivaitschenko im Juli (!) vergangenen Jahres
veröffentlichen lassen hat:

„Fred Westerbeke spoke of “authentic recordings” that “were analyzed
through and through”

Wenn das stimmte, dann hätte das JIT den angeblichen Sprecher “Sergey
Nikolayevich Petrovsky” zu dem Audio befragen lassen müssen, denn das
ist die einzige Möglichkeit eine Fälschung – zum Beispiel des Datums
– ausschließen zu KÖNNEN. Solch eine Befragung kann und muß in Lagen,
wie der vorliegenden „informell“ erfolgen, das heißt durch
Aufforderung zur schriftlichen Stellungnahme Petrovskys beim JIT,
damit er, falls möglich, Zeugen und Umstände benennen kann, die das
JIT prüfen kann.

Stattdessen geschah das „Gegenteil“ – indem das JIT aus dem Audio die
Ansprache „Nikolayevich“ heraus schnitt, ERSCHWERTE es die
Authentifikation des Audios durch Zeugen!

Damit ist bewiesen, was hier abgeht, ich sagte es oben schon: Eine
schlichte Erpressung. Wenn Russland sich nicht auf das „Buk“-Szenario
und „separatistische Täterschaft“ einlasse, werde die holländische
Regierung ihr ganzes Gewicht hinter die ukrainische Beschuldigung
russischer Akteure legen.

Interessanterweise beteiligt GENAU eine französische Zeitung sich an
dem holländischen „Sautreiben“, das offenbar den Widerstand der
holländischen Bürger gegen die Leichenkegelei ihrer Regierung
zermürben soll, „Le Monde“. Mit folgendem grotesken Titel:

„L’enquête sur le crash du MH17 dans l’est de l’Ukraine progresse aux
Pays-Bas“
„Fortschritte in der Untersuchung … in den Niederlanden!“

http://www.lemonde.fr/international/article/2015/04/01/l-enquete-sur-
le-crash-du-mh17-dans-l-est-de-l-ukraine-progresse-aux-pays-bas_46077
41_3210.html#ZuzLwTl4QGRoux3c.99

Gute Gelegenheit, an eine Sau zu erinnern, die vor Wochen schon
getrieben wurde:

„Autre élément nouveau : un journaliste néerlandais de la chaîne RTL
qui a inspecté le lieu de l’accident a retrouvé des éléments
métalliques dont certains peuvent, semble-t-il, provenir d’un missile
Buk.“

Ein weitere neue (!) Entwicklung: Ein für RTL arbeitender
niederländischer Journalist, der den Absturzort inspiziert (!) hat,
fand dort Metallstücke, von denen einige (!), wie es scheint (!), von
einer „Buk“ stammen könnten (!!).

Le Monde!
Der Rest der großen französischen Presse schweigt komplett seit einem
„5-Zeiler“ über die Video-Veröffentlichung am 30.3..

Und die deutsche auch, oder? Ich habe nur den Standard und SPON
gecheckt: Nichts. Auch in Belgien ergab eine Stichprobe Stille.

Warum auch? Warum sollte man deutschen Lesern Westerbekes
„Offenbahrungseid“ als Lügner und maßgeblich an der Vertuschung eines
Massenmordes Beteiligtem zumuten, es hat in D. keine Funktion. In
Holland ist die Offenbarung nötig – als Ankündigung, die Sache werde
„durchgeprügelt“, Widerstand zwecklos.  

H.L. aus F. schrieb am 2. April 2015 15:16

> In einem zweiten Artikel klagt Niemöller: „Het OM trapt met open ogen

 in de val. #MH17″, auf deutsch: „Die Generalstaatsanwaltschaft läuft
 mit offenen Augen in die Falle“ und kritisiert, daß die
 Staatsanwaltschaft durch die Verwendung von Bildern von Bellingcat
 als „Fakten“ mögliche Zeugen beeinflusst.

 > http://joostniemoller.nl/2015/03/het-om-trapt-met-open-ogen-in-de-val-mh17/

Der „Witz“ ist ja doch, daß der „Kunstfehler“ der
Zeugenbeeinflussung, der Wortmeldungen zum Video vor einem
gewissenhaften Richter stark entwertete, auch begangen wird, wenn die
Bilder echt sind, weil der Punkt, auf den es ankommt, die Zeitpunkte
sind, und nicht die Tatsache, daß in den Volksrepubliken Buk-Telars
rumkutschiert sind / wurden.

Indem man jetzt auf ukrainisches „Material“ zurück greift, das
teilweise schon im Juli und August letzten Jahres vorlag und
veröffentlicht wurde, hat man sozusagen „Vorsorge“ getroffen,
garantiert falsche Erinnerungen geliefert zu bekommen. In jedem
ordentlichen Gerichtsverfahren würde sowas zerrissen, es sei denn, es
führte zu substanziellen, zu echt überprüfbaren Spuren.

Letzteres wird natürlich die Verteidigungslinie des JIT. Und das ist
Bestandteil des Erpressungsverfahrens, denn es trägt dazu bei, daß
die Untersuchung locker noch Jahre verzögert werden kann, WENN die RF
(und Malaysia mit) einlenkt und zuläßt, daß ein neuer
„Interims-Bericht“ veröffentlicht wird, der Separatisten als Täter
nennt, aber die personelle Identifizierung der Täter offen bleibt. 

Danke für den BBC-Link

Den Artikel kannte ich noch nicht.

Dutch officials heading the inquiry say they want to establish
whether the iron fragments could prove the theory that a
ground-to-air missile struck the plane.

„Führende Ermittler wollen herausfinden, ob die Eisen-Fragmente die
Theorie beweisen könnten, daß eine SAM den Flieger getroffen hat.“

Und das ist keine journalistische Fehlleistung, wie die Fortsetzung
zeigt:

At a news conference in Rotterdam on Friday (im September, TG), Fred
Westerbeke, chief prosecutor for the Dutch national prosecution
service, said that the investigation was particularly interested in
the origin of 25 pieces of iron, drawn from 500 samples.
„The most likely scenario was that the plane was shot down from the
ground,“ he said.
„If we can establish that this iron is coming from such a missile,
that is important information of course,“ he said. „At this moment we
don’t know that, but that is what we are investigating.“

Sie sagten also im Klartext, daß sie die Beweise nur verwenden, wenn
sie „passen“ oder passend gemacht werden können. Das war bislang wohl
nicht der Fall.

Selbstverständlich können die Fragmente eindeutig zugeordnet werden,
aber ich gebe jetzt keine umfängliche Doku dazu, nur zwei Hinweise.
Erstens wären die Ermittler nichtmal auf ukrainische Mitwirkung
angewiesen, Finnland hat die alten Buks noch im Arsenal und die
gängigen AAM-Formate R60 und R73 (oder 78, weiß es aus dem Gedächtnis
nicht genau) sind noch in anderen osteuropäischen Arsenalen. Außerdem
ist man vermutlich darauf nicht angewiesen, denn charakteristischste
Merkmale ergeben sich aus dem wesentlich größeren Durchmesser des
Splitterkopfes einer SAM gegenüber dem einer AAM.

Zweitens guckst du hier, um einen Eindruck zu bekommen:

http://link.springer.com/article/10.1007/s00216-003-2434-8#page-1

 

H.L. aus F. schrieb am 2. April 2015 16:14

> Der ehemalige Pilot Peter Haisenko zitiert den Artikel von Colonel

 Cassad:

 > http://www.anderweltonline.com/wissenschaft-und-technik/luftfahrt-2015/mh-17-abschuss-durch-ukrainische-su-25-ist-bewiesen/

 Beide Autoren haben aber eine gewisse Neigung zum Spekulieren, sie
 wollen eine „komplette Story“ liefern und machen sich dadurch
 natürlich angreifbar, denn vieles baut auf Vermutungen auf.

Was Haisenko angelangt ist das nicht weit entfernt von der
„Beschönigung des Jahres“, den Cassad-Artikel habe ich noch nicht
vollständig gelesen, also nehme ich den vorläufig erstmal aus.

Auch die bescheuerte Putin-Hypothese will ich mit Schweigen
übergehen, bis auf den Punkt, daß Haisenko „argumentiert“, die
Angreifer hätten der Zivilmaschine „den Rest“ geben müssen, um ihre
„abscheuliche“ Tat zu verdecken. Wäre der Abschuß der russischen
Präsidentenmaschine über ukrainischem Territorium etwa keine
„abscheuliche Tat“ gewesen?!
Verzeihung, aber schon an dem Punkt wird klar, daß Haisenko seine
Sinne nicht beieinander hat.

Vom selben Kaliber ist die Argumentation, der Angreifer habe seinen
Irrtum nicht bemerkt, weil er mit einer R60 aus Maximaldistanz
angegriffen habe. Wieso sollte ein ausgebildeter Militärpilot so
einen Unfug treiben, der doch ebenso, wie seitdem jeder Laie, der
sich gewissenhaft belehrt hat, weiß, daß man eine B-777 damit
allenfalls mit einem „Glücksschuß“ vom Himmel holt? Noch dazu „unter
Zeitdruck“ während einer „monatelang vorbereiteten“ … ach ja, mit
dem Aspekt wollte ich mich ja nicht …

Andererseits ist das Szenario natürlich notwendig, denn was immer man
über die SU-25 für Legenden verbreiten will, an dem Punkt, daß sie
auf dem Flightlevel der B-777 LANGSAMER ist, als deren
Reisegeschwindigkeit, kommt man nicht vorbei. (Und deshalb könnte
solch ein Angreifer nicht von hinten gekommen sein, sonder allenfalls
aus einem ziemlich stumpfen seitlichen Winkel) Dennoch sollen NACH
dem unwirksamen Einsatz einer R-60 „binnen 7 sec.“ weitere „Jäger“,
angeblich ebenfalls SU-25, seitlich und von vorn in Schußposition für
„den Fangschuß“ mittels Bordkanone gekommen sein. In diesen sieben
Sekunden verliert eine B-777 mit einem kaputten Triebwerk von 250
m/sec. vielleicht gerade mal 10% Geschwindigkeit. Höchstens.
Natürlich ist die Festlegung auf die untaugliche SU-25 entbehrlich,
aber warum geschieht sie dann??

 

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