Archiv: TG’s „Kriegsblog“14 Tage vor der russischen Syrienintervention

September 2015

Nach der im Herbst 2013 in letzter Minute vom amerikanischen Generalstab, Obama und Putin unwirksam gemachten False-Flag-Operation in Al Ghouta, die eine saudisch-israelisch-türkischen Allianz im Verbund mit den Radikalen der Chaos-Fraktion ersonnen und ausgeführt hatte, erhielten die Verteidiger des syrischen Staatsverbandes eine Atempause und Gelegenheit zu einigen erfolgreichen Offensiven, die den gegen sie geführten Auszehrungskrieg auf verringertem Niveau stabilisierten. Eine maßgebliche Rolle darin hatte die Hezbollah, die das Weiße Haus mit Hilfe rationell gebliebener Kräfte in der zionistischen Militäroligarchie gegen Netanyahus Drängen auf einen abschließenden Libanonkrieg deckte.

Die darauf folgenden Angriffe türkischer Proxies im Norden Syriens gelangten nicht an ihr Ziel, weil die kurdischen Sozialrevolutionäre sich auf der Basis erfolgreicher Selbstverwaltung mit wachsendem Selbstbewußtsein und Erfolg gegen die Jihadisten behaupten und zur Wehr setzen konnten. Versuche der Chaos-Fraktion, eine neue Südfront aufzumachen, scheiterten an Widerständen aus dem saudischen Königshaus im Nachgang zur Al Ghouta Affäre und im Zuge der Umstellungen in der saudischen Aristokratie.

Besonders undurchschaubar für Analysten – nicht nur TomGard – war die Rolle des damaligen ISIL in dieser Phase. Fest steht, daß der ehemals ausgewiesene Agent der US-Chaos-Fraktion, Aiman az-Zawahiri, Oberster Emir der Al Qaida seit dem offiziellen Tode Bin Ladens 2011, die unter dem Label „ISIL“ und der Führung von Abu Bakr al-Baghdadi locker zusammen gefaßten Terrorbanden im April 2013 aus Syrien in den Irak zu beordern versuchte. Al-Baghdadi weigerte sich und beanspruchte auch die Führung über die unter dem Label „Al-Nusra“ in Syrien operierenden Qaida-Gruppen, was zu deren Spaltung führte. Al Nusra-Gruppen schlossen lokale Bündnisse mit anderen Jihadis, besonders dem Verbund „Ahrar al Sham“, der unter der Patronage des State Department, der Türkei und Israels im Norden und Süden Syriens zur bestimmenden Kraft unter den Jihadis aufgebaut werden sollte, um, zu „gemäßigten Islamisten“ deklariert, internationale Unterstützung für einen abschließenden Angriff auf die Verteidiger Damaskus‘ und Aleppos zu erzwingen. Man darf also schließen, die Handler Ahrar al Shams und Urheber der Al Ghouta-False Flag hockten im selben Lager, während ihre Gegner im Weißen Haus sich des „Drahtes“ zu Al Zawahiri bedienten, um gegenzusteuern.

Die Neutralisierung der False Flag und eine Reihe fulminanter Niederlagen der Jihadis gegen die SAA und die Hezbollah, denen offenkundig vielfach präzise operative Informationen der syrischen Geheimdienste zugrunde lagen, ließen auch diesen Versuch scheitern. Zwei amerikanische Architekten des Syrienkrieges (neben Bandar „bin Bush“ und Feltman) sind mir besonders aufgefallen, Frederic C. Hof (1), der das State Department zusammen mit Killary Clinton Ende 2012 verließ, und, als unermüdlicher Organisator und persönlicher Handler von der Türkei aus, Robert Ford. Ford demissionierte umgehend nach der Entscheidung, den vorbereiteten Bombenkrieg gegen Damaskus abzusagen.

Al Bagdadi konzentrierte zum Jahreswechsel 13/14 einen Teil der Kräfte der ISIL in der Hochburg Al Raqqa, südlich der kurdisch kontrollierten Gebiete, während er einen anderen, in scheinbar verspätetem Gehorsam, in den Irak abzog. Fünf Monate später eroberte eine Koalition der ISIL mit Kräften, die sich ihr bis dato überwiegend verweigert hatten – Stammes- und religiöse Führer in Anbar und Zusammenschlüsse sunnitischer Offiziere und Soldaten der ehemaligen Baath-Armee – Mosul, das von seinen nominellen Verteidigern kampflos geräumt wurde, unter Zurücklassung nahezu aller Waffen und Ausrüstung. Im Vorfeld, Januar/Februar 2014 in der Türkei, war eine örtliche Gendarmerie – Abteilung gegen eine Waffenlieferung eingeschritten, die der Geheimdienst MIT über einen bekannten ISIL – Kontakt unter dem Deckmantel humanitärer Lieferungen an syrische Turkmenen abwickelte, und hatte damit den Umfang der türkischen Unterstützung für die syrischen Jihadis offen gelegt. Der gesamte Hintergrund läßt wenig Raum für Zweifel daran, daß die Gründung des Emirates im Nordirak einem „Plan B“ der Chaos-Fraktion entsprach (2).

Das Resultat der vom Weißen Haus vergleichsweise hastig ausgehobene Koalition zum „Luftkrieg gegen den IS“ nach mehr als einem Jahr kann man grob wie folgt zusammen fassen:
IS verzichtete auf den angekündigten „Marsch auf Bagdad“, schloß mit dem Mafiaclan Barzani’s in Südkurdistan einen Burgfrieden, der mit gemeinsamen Profiten aus der „türkischen Connection“ geschmiert wurde, die Rohöl und Ölprodukte aus dem Raum Mosul in großem Maßstab vermarktet, und kehrte auf den syrischen Kriegsschauplatz zurück, während die Lage im Irak in etwa den Status quo ante erreicht hat, mit dem Unterschied, daß die Terrorangriffe im schiitischen Siedlungsgebiet im Vergleich zu 2013 deutlich nachgelassen haben.

Über die Wirksamkeit bzw. Unwirksamkeit der Luftangriffe im Irak und Syrien wurde eine Unmenge geschrieben, das ich nicht wiederholen bzw. zitieren will. Bemerkenswert an dieser Berichterstattung ist für mich, daß auch die Kritiker, besonders die russische Staatspresse, selten das Offensichtliche benennt:
Während die Selbstverteidigungskräfte in Westkurdistan in der ersten Phase der Luftangriffe unter vernichtenden Druck der aus dem Irak einströmenden Jihadisten geriet, erlaubte ihnen eine zweite Phase des Bombardements, offenbar infolge direkter taktischer Zusammenarbeit mit der militärischen Aufklärung der DIA, eine erfolgreiche Gegenoffenive, die in etwa den Status vom Herbst 2013 wiederherstellte. Zugleich ließ die „Koalition“ die Machtbasen des IS im Raum Mosul, einschließlich der Ölfelder, unbehelligt und schritt nicht ein, als der IS die letzten syrischen Verteidigungsbastionen in der Provinz Deir Ezzor schliff. Im Ergebnis steht die syrische Armee nicht nur in Aleppo auf verlorenem Posten, das im Norden und Westen von den türkischen Proxies bedrängt wird, im Osten vom IS, auch die Provinz Homs und die „Lebenslinie“ Damaskus‘, die Autobahn M5 nach Homs und weiter nach Tartus / Latakia, gerät wieder unter Druck. Deutliche Signale der Schwäche aus Damaskus, besonders hinsichtlich personeller Kampfstärke, deuten an, daß unter diesen Angriffen der Auszehrungskrieg gegen die Verteidiger seine abschließende Phase erreicht. Die Luftangriffe lenkten die irakischen Jihadis zu einem finalen Angriff gegen die syrische Armee.

Damit dürfte ich wenigen Lesern etwas Neues erzählen, aber ich wollte die Lage einigermaßen klar gestellt haben, bevor ich zu den Aktivitäten des Frederic C. Hof komme, dem das Atlantic Council ein Forum für seine Ausfälle gegen das Weiße Haus gibt, dessen Rolle im Ukrainekrieg ich im vergangenen Jahr wohl hinreichend beleuchtet habe (a, b, c). Hof wendet sich ganz unumwunden gegen die Angriffe auf den IS, mit dem unverfrorenen Argument, der Islamische Staat beziehe seine Bedeutung überwiegend, wenn nicht ausschließlich, aus der unbestreitbaren Rücksichtslosigkeit und Brutalität des Selbstbehauptungskampfes der syrischen Verteidiger. Die Argumentation ist nicht neu und entspricht der offiziellen Linie Erdogans und Davutoglus, wurde von ihnen jedoch m.W. offiziell nie in dieser herausfordernden Weise vorgetragen, die auf eine Rücknahme der Entscheidung Obamas von 2013 hinaus läuft, von einem flächigen Bombardement Syriens nach dem libyschen Muster Abstand zu nehmen.

Man könnte das unter eine persönliche Idiosynkrasie Hof’s abbuchen, wenn es nicht vom Atlantic Council promotet würde und wenn die Lage der Verteidiger in Damaskus, Homs und Latakia rosiger aussähe. Sie liegen aber in den letzten, zumindest vorletzten Zügen, und das erhellt, daß es Hof um Syrien nur am Rande geht, vielmehr um den Iran, um die Ukraine und damit den „Krieg über Bande“ mit der NATO-Hauptmacht gegen die EU, und also um das Gesamtkonzept des US-Imperialismus. Es fragt sich also, welches macht- und militärpolitische Gewicht Frederic Hof hinter sich weiß.

Diese Frage, behaupte ich, beantwortet die Strategie Erdogans im Kurdenkrieg.

Erdogans „Chance“

Doch bevor ich dazu komme, laßt uns noch einen Blick auf die Voraussetzungen werfen, welche die US-Militärstrategie zu erkennen erlaubt.
Der türkische „Deal“, von dem in den Links zu Hof die Rede ist, wurde maßgeblich mit dem Pentagon geschlossen. Dennoch klagten eine Reihe amerikanischer Kommandeure der Anti-IS Koalition nach den türkischen Angriffen auf die Verbindungslinien der westkurdischen PYD und YPG’s im Nordirak mit deutlichen Worten darüber, daß es keinerlei Absprachen und Koordination der türkischen Angriffe mit dem amerikanischen Luftwaffenkommando und der Leitung der Special Forces auf syrischem und irakischem Boden gegeben habe. Es sei mehr oder minder Zufall, daß die türkischen Angriffe keine Special Forces getroffen hätten, erklärten sie in der amerikanischen Presse.
Parallel dazu drängten kurdische Offizielle über die Presse ihre amerikanischen Kontaktleute, sie mögen offen ihren Einfluß geltend machen, den türkischen Furor zu stoppen. Der Sprecher des State Department leugnete jedoch kategorisch, daß es solche Kontakte gebe, obwohl in den Wochen zuvor zahlreiche Stimmen aus dem Pentagon die erfolgreiche Zusammenarbeit mit PYD und den YPG’s gerühmt hatten. Diese Zusammenarbeit wird also von den maßgeblichen Kräften im Pentagon und ihren Verbündeten im State Department in der Feldaufklärung der DIA gleichsam „eingehegt“. Folglich reicht der Fraktionskampf der US-Eliten auf dem mittelöstlichen Schauplatz bis in die Kommandoebene der Luftwaffe und Luftaufklärung hinein. Was die einen einrühren, sabotieren die anderen.

Kein Wunder, daß Erdogan sich mit seiner von der Mehrheit der Kommentatoren „riskant“, manchmal auch „abenteuerlich“ genannten Strategie sicher und bequem fühlt, zumindest auf internationaler Ebene. Er weiß die „Chaos-Fraktion“ auf dem mittelöstlichen Schlachtfeld in der Vorhand, weil sie die Schlüsselpositionen in der amerikanischen Kommandolinie der „Koalition gegen den IS“ hält. Die türkische Militäroffensive gegen die Versorgungslinien Westkurdistans und die aufgrund des „Deals“ unbehinderte Unterstützung der türkischen Proxies in den Provinzen Idleb, Aleppo und randständigen Gebieten Latakias, kann unter diesen Umständen gar nicht verfehlen, das Kräfteverhältnis weiter zu Ungunsten der Gegner der Chaos – Fraktion zu verändern. Deshalb haben Erdogan und Davutoglu es mit Eingriffen in Syrien derzeit auch nicht eilig. Ihre Priorität ist es, den Verbündeten in den USA mit einem konsolidierten türkischen Islamofaschismus eine mächtige und handlungsfähige Landstreitmacht an die Seite zu stellen, die Israel nicht liefern kann (3). Das erklärt auch den „gebremsten Blutschaum“ des laufenden Kurdenkrieges.

Szenen aus dem Kurdenkrieg
Ausgangssperren gelten außer in Cisre auch weiteren Bezirken, z.B. von Amed und Silvan. Nach einem Augenzeugenbericht von Markus Bernath für den „Standard“ schossen in Cizre halbuniformierte Banden, die in Syrien „Shabib“ geheißen würden, nach Lust und Laune auf alles, was ihnen in den Weg kam. Hürriyet berichtet das Beispiel einer Familie, die zu Tisch saß, als ihr Haus durch die Fenster hindurch unter Feuer genommen wurde. Mehrere Familienmitglieder erlitten Schußwunden, die unbehandelt bleiben, weil die Bewohner der Stadt von medizinischer Hilfe abgeschnitten sind. Cizre wurde vereinzelt auch unter Mörserfeuer genommen, zwei Frauen sollen ihm zum Opfer gefallen sein. Eşref Edim wurde in Cizre von auf den Dächern postierten Snipern angegriffen, seine 10-jährige Tocher, die mit erhobenen Händen um Hilfe schrie, wurde anschließend getroffen, beide verreckten auf offener Straße unter den Augen macht- und hilfloser Zuschauer. Als kurdische LKW-Fahrer aus Südkurdistan die Blockade der türkischen Grenze zu durchbrechen versuchten, wurden nicht die Fahrzeuge, sondern die Fahrer unter Feuer genommen; einer starb, sechs weitere erlitten Verletzungen. Polizeikräfte in Mersin beschossen, wie in Cizre, willkürlich Häuser und Geschäfte, mehrere Bewohner entgingen nur zufällig schweren Verletzungen oder dem Tod, als der Kugelhagel Fenster, Türen und selbst Hauswände durchschlug. Eine Gruppe von Demonstranten, die in Amed den Aufbau eines Armeeposten zu behindern versuchten, wurden mit Artillerie unter Feuer genommen, es gab sieben Verletzte. Zwei junge Frauen, die in Amed zusammen mit einem Dutzend weiterer Jugendlicher gegen die Polizeigewalt demonstrierten, wurden offenbar gezielt niedergeschossen, eine starb, das Schicksal der verwundeten zweiten Frau ist ungewiß.
Die Ähnlichkeit des Vorgehens der türkischen Soldateska mit den mörderischen Provokationen der ATO in der Ukraine ist frappierend und unübersehbar.Bundesregierung gibt ihre Zustimmung zum Kurdenkrieg:

Die Bundesregierung warnte angesichts der jüngsten Zusammenstöße die Türkei vor Überreaktionen. „Bei allem Verständnis für eine angemessene Reaktion auf terroristische Angriffe hoffe ich doch, dass die Regierung in Ankara sich darum bemüht, die Lage zu beruhigen und auf Überreaktionen verzichtet“, sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier … Mit Blick auf die vorgezogene Parlamentswahl am 1. November habe Deutschland habe ein Interesse an einem Gelingen der Wahl und an innerer Stabilität der Türkei.

Die mittelfristige Konsequenz kann man bei Hof nachlesen: Der Einmarsch türkischer Bodentruppen in Syrien sei der einzig gangbare Weg zur Beendigung des Krieges. Hof weiß so gut, wie jeder andere, daß die syrischen Kurden jeden Fußbreit Boden gegen türkische Angreifer zu verteidigen gewillt sind und türkische Eroberungen im Norden Syriens den Widerstand im Süden nur versteifen können.

Die Strategie des Kreml
Den Gegnern der Chaos-Fraktion in den USA bleiben unter den genannten Voraussetzungen nur Versuche zur Schadensbegrenzung, die im Optimum darauf hinaus liefe, daß sich die Verteidiger von Damaskus und Homs angesichts der unabwendbaren militärischen Drohungen einer vom Weißen Haus zertifizierten Satrapenregierung unterstellte. Auf solche Planspiele gründen offenbar die laufenden russischen „Vermittlungs“versuche, denn der Kreml ist die einzige Instanz im Imperium, in deren bedingte Garantien man in Damaskus wenigstens begrenztes Vertrauen haben könnte. Vorausgesetzt sind allerdings Lizenzen des Weißen Hauses für russisches Engagement in Syrien, die mit einer „Einbindung“ Russlands in die „Anti-IS-Koalition“ gegeben wären. Darauf arbeitet Putin hin, unter anderem, indem er das KSA und Qatar für diese Option wirbt. Israelische Stellen, State Department und NATO-Führung versuchen es zu vereiteln.
Außerhalb einer Koalition und ohne offiziellen Rückgriff auf die politischen und militärischen Ressourcen der CSTO kann der Kreml in Syrien nicht militärisch handeln, das verbietet nicht nur die russische Verfassung, sondern auch die innenpolitische Lage Russlands. Die radikale nationalistische und neofaschistische russische Opposition, im Szenario des Ukrainekrieges soeben mit Mühe gedeckelt, bekäme durch unilaterale russische Beteiligung am Syrienkrieg neuen Schub.
Vor diesen Hintergrund sind die nicht abreißenden Gerüchte über den Aufbau einer russischen Militärbasis in Latakia zu stellen. Eine Basis, die dort im Vorgriff auf eine künftige Beteiligung Russlands an einer „Koalition gegen den IS“ ausgestattet und besetzt würde, ohne in Kriegshandlungen verwickelt zu sein, wäre durchaus ein wirksames „Gegengift“ gegen radikale türkische Pläne, ein syrisches „Endgame“ mit Proxieangriffen auf die Provinz Latakia zu beschleunigen. Doch so wenig eilig es Erdogan für den Moment hat, so bedächtig geht, wie es scheint, auch der Kreml in seinen Plänen zu Werke.
Eines ist jedenfalls gewiß: Ohne einen neuerlichen und alles voran gegangene in den Schatten stellenden „Schub“ einer Bevölkerungstrennung mit entsprechender Kantonisierung Syriens wird auch die erfolgreichste amerikanisch-russische Schadensbegrenzungsstrategie nicht zu haben sein. Eine russische Luftwaffenbasis in Latakia erscheint derzeit als unverzichtbare Voraussetzung für eine halbwegs geordnete Abwicklung der Vertreibungs- und Umsiedlungsoperationen.

(1) vgl. z.B.
http://www.atlanticcouncil.org/blogs/menasource/syria-a-crossing-for-its-own-sake
http://www.atlanticcouncil.org/blogs/menasource/syria-the-allies-angle
http://www.atlanticcouncil.org/blogs/menasource/syria-the-congressional-angle

(2) Das heißt durchaus nicht, IS sei ein „Geschöpf“ derselben. Aber die Einigung vormals heterogener Kräfte im Nordirak, die sich teilweise blutig bekämpft hatten, ist schwer erklärlich, wenn man nicht davon ausgeht, daß die Führungsfiguren sich im Besitz einer „Lizenz“ von allerhöchster Stelle glaubten.

(3) Natürlich macht Erdogan damit, strategisch gesprochen, eine Konkurrenz zur israelischen Militäroligarchie auf. Doch auf der taktischen Ebene zeigt sich, daß es mit dieser Konkurrenz nicht weit her sein kann. Schon 2012/3 konnte Netanyahu einen Libanonkrieg nicht gegen die eigene Armeeführung durchsetzen, und der Widerstand des Weißen Hauses gab daher den Ausschlag. Käme es zu einem syrischen „Endgame“ einer Vertreibung der alevitischen und loyalen Bevölkerung aus Damaskus und Zentralsyrien in die Küstenprovinzen, würde die Hezbollah moralisch, politisch und militärisch auf eine Weise geschwächt, die Israel ermöglichte, den Südlibanon unter geringstmöglichen Opfern zu erobern.

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