Als ein NATO-Geheimdienst arbeitend, zeiht „OPCW“ deutsche Regierung der Lüge

In den Kommentaren zu „Navalny und die NATO“ sollte ich bereits alles Nötige zu den Voraussetzungen des Berichtes mitgeteilt haben, den das „Technische Sekretariat“ der OPCW am 6. Okt. zu ihrer Tätigkeit im Rahmen „Technischer Assistenz“ für die deutsche Regierung im „Fall Navalny“ veröffentlicht hat. Ich wiederhole das hier kursorisch.

Ein Ersuchen um „Technische Assistenz“ der OPCW hat die Regierung offiziell auf der Bundespressekonferenz am 14. Sept. bekannt gemacht, also frühestens am 13. Sept. gestellt. Jetzt wurde das Ersuchen lt. dem zitierten Bericht auf den 4. Sept. rückdatiert, was die Tätigkeiten und Leistungen des Sekretariats ab dem 5. Sept. gegenüber der deutschen Regierung formaljuristisch legalisiert, nicht aber gegenüber den anderen Mitgliedstaaten der OPCW. Da die Bundesregierung bereits auf der BPK vom 3. Sept. offiziell Anschuldigungen gegen die Russische Föderation erhoben hat, hatte die russische Regierung ein statutarisches Anrecht auf beobachtende Teilnahme an und Information über die Maßnahmen der OPCW in diesem Fall. Da ihr dies von Seiten der OPCW und Deutschland verweigert wurde, ist der Berichtsinhalt vertragsrechtlich irrelevant und illegal.

Das ist nicht bloß eine Formalie, da die berüchtigten „Chains of Custody“, die durch Siegel, Unterschriften und Zeugnisse beglaubigte und von dritter Seite in jeder Phase nachvollziehbare unbeschadete Identität der Beweismittel und Verfahren zu ihrer Sicherung nicht gewährleistet wurde. Da bewußt so verfahren wurde, gleichsam mit „krimineller“, besser geheimdienstlicher Energie, ist eine Fälschung der Blutproben Navalny’s bzw. der Analyseergebnisse mehr als wahrscheinlich.

Gleichwohl hat die OPCW nicht das von der Bundesregierung erwartete Ergebnis geliefert.

Die Ergebnisse der Analyse der biomedizinischen Proben durch die von der OPCW beauftragten Labors zeigen, dass Herr Nawalny einer toxischen Chemikalie ausgesetzt war, die als Cholinesterasehemmer wirkt. Die Biomarker des Cholinesterasehemmer, die in Herrn Nawalnys Blut und Urin gefunden wurden, besitzen ähnliche strukturelle Eigenschaften wie die toxischen Chemikalien 1.A.14 und 1.A.15, die im November 2019 dem Annex mit Chemikalien durch die 24. Sitzung der Konferenz der Mitgliedsstaaten hinzugefügt wurden. Dieser Cholinesterasehemmer ist in dem Annex mit Chemikalien des Abkommens nicht gelistet.

(OPCW-Bericht)

Die OPCW will weder ein „Novichok“ gefunden haben, noch überhaupt einen Kampfstoff.
Die „Biomarker“, von denen da die Rede ist, sind Metabolite und / oder sekundäre biochemische Verbindungen, die beim Abbau von Stoffen entstehen, bzw. entstehen können, die einem Organismus zugeführt wurden.

  • Für die unter dem Gattungs- oder Familiennamen „Novichok“ versammelten Gifte gibt es keine zivile forensische und wissenschaftliche Literatur über Abbauprodukte und zugehörige Halbwertszeiten im menschlichen Körper.
  • Für eventuelle militärische Literatur sind die beschreibenden Attribute „ähnlich“ und „strukturell“ nicht allein irrelevant, sondern ein semantisches und logisches Dementi der Behauptung, in Navalnys Blut sei „ein Novichok“ gefunden worden.

Allen „Novichoks“ ist gemein, daß sie die aktive Seite der Enzyme, die „Cholinesterase“ heißen, mittels covalenter Bindungsenergie phosphorylieren. Soweit mir bekannt, sollte solch eine irreversible Cholinesterasehemmung 16 Tage nach einer nennenswerten Vergiftung mit geeignet kalibrierten Instrumenten unbedingt noch nachweisbar sein. Offenbar war sie nicht nachweisbar, was eigentlich überhaupt keines Laborbeweises mehr bedarf, der Gesundheitszustand Navalnys ist ein zureichender Beweis, daß sein lebensbedrohlicher Zustand in den Folgetagen des 20. August nicht durch einen Cholinesterasehemmer der genannten Klasse verursacht wurde, zu denen übrigens auch einige Agrargifte zählen.

Über die technischen Details im geheimen Teil des Berichtes könnten Fachleute folglich allenfalls trefflich streiten.
Nicht strittig wird allerdings die nachträglich durch russische Stellen per DNA-Abgleich zu prüfende Identität der Blutproben sein, welche die OPCW an die Vertragslabore gesandt hat, und darin dürfen wir den Grund dafür vermuten, daß der OPCW – Bericht die offizielle Behauptung der deutschen und französischen Regierung, es sei ein „zweifelsfreier“ Nachweis erbracht, daß Navalny mit einem „Novichok“ angegriffen worden sei, unzweideutig widerlegt.

Doch aufgepasst: Diese Widerlegung ist so irrelevant, wie das OPCW-Verfahren in diesem Fall insgesamt! Das ist der diplomatische „Trick“ an der Sache: Die russische Föderation kann entweder die juristische und forensische Gültigkeit des Verfahrens bestreiten, oder das Resultat nach obigem Muster zurück weisen – nicht beides. Die Bundesregierung hat die Hoheit über die Weitergabe des geheimen, technischen Teils des Berichtes und hat sich öffentlich vorbehalten, ihn unter dem Vorwand der „Nichtweiterverbreitung“ militärischer Kompetenzen zu zensieren, ganz zurück zu halten oder nur ausgewählten Stellen zugänglich zu machen. Im Resultat liegt mit dem OPCW-Bericht ein geheimdienstlicher „Beweis“ für einen militärischen Angriff der russischen Regierung auf Herrn Navalny vor, den die NATO-Regierungen nach Gusto verwenden oder nicht verwenden werden, so wie jeden beliebigen anderen „Geheimdienstlichen Beweis“.

Das heißt im Klartext:
Das Inquisitionsverfahren ist offiziell auf die Ebene des internationalen Verkehrs befördert worden. Das ist ein Fortschritt und Gewinn gegenüber den Vorbildern der bisherigen OPCW-Verfahren im Fall Al Ghouta, Skripal und Douma. Von nun an wird nicht länger getrickst, es wird befunden, verurteilt und zur Exekution geschritten.

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5 Antworten zu Als ein NATO-Geheimdienst arbeitend, zeiht „OPCW“ deutsche Regierung der Lüge

  1. tgarner9 schreibt:

    Gemeinsames Kommuniqué der franz. und dtsch. Außenministerien (unübersetzt, nur zur Dokumentation)
    La France et l’Allemagne réitèrent leur ferme condamnation de l’empoisonnement de M. Alexeï Navalny intervenu sur le territoire russe, au moyen d’un agent neurotoxique militaire appartenant à la famille des « Novitchok » développé par la Russie. Hier, l’Organisation pour l’interdiction des armes chimiques (OIAC) a confirmé les résultats des analyses effectuées par nos deux pays.

    Comme nous avons eu l’occasion de le souligner dans un communiqué conjoint du 4 septembre, cette terrible tentative d’assassinat constitue une atteinte aux principes élémentaires de démocratie et de pluralisme politique. C’est aussi un nouvel emploi choquant d’une arme chimique, deux ans après l’utilisation par la Russie d’une telle arme sur le territoire britannique à Salisbury, le 4 mars 2018.

    Une tentative d’assassinat est intervenue sur le territoire russe, contre une figure de l’opposition russe, au moyen d’un agent neurotoxique militaire développé par la Russie.

    Dans ces circonstances, la France et l’Allemagne ont demandé à plusieurs reprises à la Russie de faire toute la lumière sur les circonstances de ce crime et sur ceux qui l’ont perpétré. Aucune explication crédible n’a pour le moment été apportée par la Russie. Nous considérons dans ce contexte qu’il n’existe pas d’autre explication plausible à l’empoisonnement de M. Navalny qu’une responsabilité et une implication russes.

    Tirant toutes les conclusions de ce constat, la France et l’Allemagne transmettront à leurs partenaires européens des propositions de sanctions additionnelles. Ces propositions viseront des personnes que nous considérons comme responsables de ce crime et de cette violation des normes internationales, en raison de leurs fonctions officielles, et une entité impliquée dans le programme Novitchok.

    La France et l’Allemagne restent en contact avec leurs partenaires s’agissant des suites à envisager pour répondre à cette violation de la Convention internationale sur l’interdiction des armes chimiques (CIAC).

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  2. tgarner9 schreibt:

    Dies sollte ich wohl noch anfügen.

    Zum geheimdienstlichen und somit illegalen Charakter des OPCW-Verfahrens hatte ich vor Wochen auf TP gemutmaßt, dies sei ein Trick der Bundesregierung gewesen, die Maßnahmen der NATO zu unterlaufen, indem nur die Souveräne der Mitgliedsstaaten die OPCW anrufen können. Zu dieser Erklärung stehe ich, auch wenn die o.zit. französische-deutsche Erklärung ihr zu widersprechen scheint. Ein erklärender Kommentar vom 28.9. mag verdeutlichen, warum ich das tue:

    „Der NATO In die Parade gefahren“ – ja, deren Beauftragte werden das so sehen.
    Andererseits hat Merkel zugunsten deutscher Interessen- und damit auch Großmachtpolitik die Navalny-Affäre nur abgeschwächt, nicht hintertrieben. Die EUP-Resolution steht. Vom praktischen Standpunkt bleibt zwar das Meiste davon Papier, aber die militärpolitische Demütigung der Europäer, namentlich Deutschlands und Frankreich, bleibt wirksam, wenn auch weniger wirksam, als vielleicht erhofft.

    Andererseits – ein großes andererseits. Von einem abstrakteren Standpunkt aus gesehen hat Merkel nichts anderes getan, als die NATO von ihr erwartet und erwarten kann. Sie will ja deutsche und französische Großmachtpolitik haben – aber als IHRE politische Basis und damit an der Seite des UK und der amerikanischen Atlantiker.

    Deshalb wäre es auch verwegen, wenn man kurz schließen wollte, ein NATO-Beauftragter habe Navalny vergiftet. Das ist gewiß nicht der Fall.
    Das ist der schwierigste Punkt an der Affäre, den ich an einem anderen Thema kürzlich angerissen habe. Es geht um dieses Posting: https://www.heise.de/forum/p-37481587/
    und meine Antwort auf das Unverständnis, das es fand: https://www.heise.de/forum/p-37483211/
    Zitiere mich:

    Ich habe mir die Arbeit gemacht, historisch zu umreißen auf welchem Wege und auf welche Weise ein (!) Imperium im Zusammenhang mit Assange ein Subjekt des Handelns ist, nämlich so, daß es als ein Subjekt nicht in Erscheinung tritt, und nicht „handelt“, sondern durch gegensätzliche und widersprüchliche Interessen der Subjekte, die da zu Werke gehen, hindurch wirkt.

    Das ist auch hier „das Ding“.

    Angenommen, Frau Navalny habe die diversen Eskapaden ihres Gatten nach jahrelangem Stillhalten nicht mehr aushalten wollen und habe sich der Gelegenheit eines Turfkampfes im Navalny-Clan bedient, der ausbrach, weil Navalny auf Initiative einer gewissen Ärztin, und weil sein Verein sowieso durch den verlorenen Prozess zerschlagen war, entschlossen hat, sich neu zu erfinden – nämlich als ein Vorkämpfer einer „liberalen“ russischen Gewerkschaftsbewegung – ihn endlich loszuwerden, wozu sie sich der weiblichen Solidarität von Kira Jarmysh bediente (alles reine Erfindung), dann wäre es ein „NATO-Anschlag“ geworden, sobald ein toter Navalny auf Moskauer Boden gelandet worden wäre. Und obwohl das Gift vielleicht aus Porton Down stammte, aber für einen völlig anderen Zweck ausgehändigt war, oder vielleicht aus einer Giftküche des GRU über kriminelle Umwege in die Hand des Attentäters. (Nochmal: reine Erfindung)
    Hätte Navalny mit der in der Vergangenheit in ähnlichen Fällen notorisch gewordenen unklaren Diagnose die Charité verlassen, wie der Kreml das möglicherweise gewünscht oder gar erwartet hat, wäre sozusagen „alles in der Ordnung“ gewesen – der Ordnung der propagandistischen Welt halt.
    Aber dann kam die NATO mit dem offenkundig, für jedermann ersichtlich gefälschten Analyseresultat daher, um zu demonstrieren, wie UNHINTERGEHBAR ihre militärische Macht ist, Kriege um und IN Europa anzuzetteln, wie es ihr beliebt. Es ist kein Staat. Sie hat keine ökonomischen Interessen, nichtmal ökonomische Rücksichten zu nehmen. Es ist, eine in den Kriegen seit 2010, v.a. mit dem Abschuß von MH17 entfesselte Soldateska, der nach dem Unfall der Wahl Donald Trumps der politische Anker verloren ging – zumindest hat ihre Führung das befürchtet und tritt das mit der „Lücke“ breit, welche die USA in der „Verteidigungspolitik“ Europas „gerissen“ hätte.

    Damit ist auch nur ein Teil der Geschichte gesagt – es ist nicht möglich, die ganze Geschichte mitzuteilen, ohne eine kleine Bibliothek zu schreiben. Denn der übergreifende Fakt ist, daß es sich um Geschichte handelt. Wie immer, wenn Krieger eine gesellschaftliche Dynamik zu ergreifen beginnen. Im Maße, wie das geschieht, verlieren Erkenntnisse über „gesellschaftliche Interessen“, über „politische Ökonomie“ ihren Stellenwert und daher ihre ordnende und komprimierende Rolle in der Darstellung dessen, was geschieht. Während andererseits das geopolitische Narrativ, das beispielsweise die Siloviki und ihre Beauftragten ihren Narrativen unterlegen, überallgemein ist und die bleibende Rolle von Interessen und politischer Ökonomie unterbügelt.

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  3. tgarner9 schreibt:

    Zur Abwesenheit sprechender Symptomatik einer Kampfstoffvergiftung bei Navalny ein gutes Posting von DJ Holzbank: https://www.heise.de/forum/p-37562414/

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  4. tgarner9 schreibt:

    Hinweise zum FOI-„nonsense“
    John Helmer verbreitet wieder fake news mit Hilfe seines anonymen „leading British organophosphate chemists“.

    „The statement from Dr Asa Scott is pure fantasy. LC-MS/MS is a very common technique, but it cannot do the job that Dr.Scott claims. It can certainly be used to determine amino acids. However, knowing what amino acids or their ratios were measured in Navalny’s blood does not assist chemical identification.

    Dazu dies https://edoc.hu-berlin.de/handle/18452/17230:

    Im Rahmen dieser Arbeit wurden die Proteine Period I und II mittels Flüssigkeitschromatographie und Tandemmassenspektrometrie (LC-MS/MS) auf Phosphorylierungsstellen untersucht. Hierbei lag der Fokus auf der Verbesserung bestehender Methoden, um eine bessere und umfassendere Identifizierung der Phosphorylierungsstellen, insbesondere in Bezug auf mehrfach phosphorylierte Peptide, zu erreichen.

    Das sagt dem technischen Laien zweierlei: LC-MS/MS ist grundsätzlich genauso gut, wie GC/MS (https://de.wikipedia.org/wiki/Gaschromatographie_mit_Massenspektrometrie-Kopplung) geeignet, Phosphorylierung von Esterasen zu ermitteln. Sie taugt aber besser zu quantitativer Analyse und daher im gegebenen Zusammenhang zur Ermittlung des Verhältnisses phosphorylierter und nicht-phosphorylierter Pseudocholinesterase (Butyrylcholinesterase)

    Das ist relevant für reversible Phosphorylierungen, die bei Signaltranstuktionen geschehen, aber auch durch die Verstoffwechselung einer Fülle von Nahrungsmitteln und relativ gering toxischen Medikamenten und Umwelt- bzw. Agrargiften zustandekommen. Oder bei Nervengiften i.e.S., die zur Klasse VX (darunter Tränengas) und anderen zählen.

    Abe darüber komme ich zum Hauptpunkt:

    Daß FOI Butyrylcholinesterase für die Analyse ausgewählt hat, ist kein „Fehler“, es ist ein Verstoß, eine absichtliche (Ver-) Fälschung der Untersuchung.
    Guckt ihr hier:
    https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/3527600418.bi900108d0010
    Sowohl Hexenkralle, also sogenannte „Novichoks“, wie VX et.al., reagieren spezifisch und spezifisch heftig mit „echter“, mit Acetylcholinesterase, die sich in den Erythrozytenmembranen, also im Serum findet.
    Im Unterschied zu VX (reversible Hemmung) bindet Hexenkralle kovalent an das Enzym und deshalb muß (das ist jetzt der Schluß eines Halbgebildeten, mit Sicherheit kann ich das nicht behaupten) die Gaschromatographie der „Goldstandard“ bei der Ermittlung einer irreversiblen Acetylcholinesterasehemmung durch Hexenkralle, oder ähnliche (Agrar-)Grifte sein, weil sie sensitiver ist.

    Wer sich darein tiefer versenken will, mag dies lesen:

    Klicke, um auf Dissertation_Christian_Hentschker_20170530.pdf zuzugreifen


    Ich habe dazu keine Zeit.

    Indem der „Experte“ am Schluß zusammen faßt:

    But these ratios and the individual concentrations (of peptides, TG) cannot lead to the identification of a specific chemical which has caused the change in concentration. It’s just not possible.

    hat er wieder recht, aber den Hauptpunkt verpaßt. Auch das BW-Labor hat ja nicht die Auffindung einer spezifischen Substanz bekannt gegeben (dazu unten mehr), sondern „zweifelsfreie“ Hinweise auf ein Gift aus der Gruppe der Hexenkrallen gemeldet. Die minimale Gemeinsamkeit dieser Gruppe, die dann allerdings auch zahlreiche nichtmilitärische Gifte einschlösse, ist die o.zit. kovalente Bindung. Eine engere Gemeinsamkeit ist eine Phosporgruppe, die Fluor enthält, das bei der Bindung an die Esterase abgespalten wird, aber – so heißt es allgemein in der beschreibenden Literatur – der verbleibende Rest der Gruppe könne ein spezifisches MS-Spektrum hinterlassen. Das mag sein oder nicht sein, die BW hat nichts veröffentlicht und FOI konnte mit der angegebenen Methode keine Bestätigung dieser Behauptung liefern.

    Mit all dem noch mal zurück zu „Hexenflasche“.
    ES GIBT KEINE HEXENFLASCHE
    Es handelt sich immer noch um ein vom Speigel in die Welt gesetztes GERÜCHT, das nicht dadurch greifbarer wird, daß ein Individuum, das „Maria „Matahari“ Pevchikh“ heißt, und von dem niemand weiß, wer es ist und wo es herkommt, der BBC gegenüber eine GESCHICHTE darum gesponnen hat.
    John Helmer machte aus „Hexenflasche“ narrativ ein regierungsamtliches Faktum, um jetzt zu behaupten, „man“ rücke von ihm ab – und Rötzer ließ sich verführen, sich dieser billigen Lügerei rhetorisch zu bedienen.
    Wollt ihr wirklich auf den Stand der bestialisierten römischen Bevölkerung der „dunklen Zeit“ sinken, die kaum mehr, als irres Gestammel zu überliefern imstande war??

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  5. tgarner9 schreibt:

    Eine dritte Partei bedroht die EU, wie hier ein Forent schein andeutete („Porton Down“)

    Da ich der Forent sein könnte, will ich ein paar Takte dazu sagen.

    Die britische Regierung hat Deutschland 2011, offenbar in Antwort auf die Weigerung der Bundesregierung, im UN-Sicherheitsrat für den Libyenkrieg zu stimmen – sie enthielt sich zusammen mit Russland und China – mit einer Biowaffe angegriffen, einer EaggEC Laborzüchtung, die nach einem sehr alten (50er-Jahre), aber mit unschädlichen Bakterien erprobten Plan, über der Nordsee in auflandige Winde abgesetzt worden ist **. Daß es auch in Dänemark und Schweden „Kollateralschäden“ gab, lag sicherlich im Plan und hat möglicherweise sein Teil zum Verhalten Schwedens in der Sache Assange beigetragen.

    Was war das militärische Ziel dieses Angriffs?
    Es gab so um die hundert Tote, sehr viel mehr Schwerbeschädigte und den Schaden am seinerzeit einzig wahren Gut, den Dollares und Euronen, schätzt man wahrscheinlich mit einer knapp zweistelligen Mrd.-Summe nicht zu hoch.
    Das Ziel ist jedoch in der plausible deniability des Angriffs zu suchen!
    Die deutsche Regierung, und mit ihr jede andere kontinentaleuropäische Regierung, sollte wissen, daß die britische Regierung in einem im Grunde seit 1990 andauernden Krieg zwischen den imperialen Metropolen die Eskalationsschwelle direkter militärischer Aktion – neben der indirekten, der Libyenkrieg war ein Angriff auf Deutschland – überschritten hat und überschreiten wollte, ohne die europäischen Autoritäten irgendwie zu nötigen, darauf zu reagieren.

    Normalerweise schreitet ein militärisch hoch überlegener Akteur zu solchen staatsterroristischen Akten und in diesem Sinne stand der „EHEC“-Angriff in der direkten Linie des US-Staatsterrorismus im Gefolge von 9/11.
    Doch zugleich brach die Aktion aus diesem Schema aus, denn der Angreifer war nicht USA, sondern „nur“ das State Department und seine Alliierten im Kampf um die Eindämmung des Strategiewechsels, den Obama angekündigt hatte und der später maßgeblich mit dem Libyienkrieg nebst seiner Erweiterung zum Syrienkrieg zum Scheitern gebracht wurde.
    Deshalb zerstörte der EHEC-Angriff bei denen, die ihn wahrnahmen, bzw. wahr nehmen wollten, allenfalls ein falsches, aber militärisch haltbar gemachtes Narrativ zum Imperiumskrieg seit 1990, nämlich das des „War on Terra“, des amerikanischen Krieges gegen „antiamerikanische Umtriebe“ weltweit.
    Zugleich hielt der Angriff das Angebot aufrecht, es unter Zerstörung dieses Narrativs bei der offiziellen und allgegenwärtigen Verleugnung des Kriegszustandes zwischen den Metropolen zu belassen.

    Diese Verleugnungsstrategie ist den maßgeblichen Akteuren, namentlich den NATO-Generälen und ihren Verbündeten in allen nationalen Nomenklaturen des Westens, seit der Amtsübernahme Trumps im Wege, weil die politische Einheit, auf die sie im Kampf um den Weltmarkt gegen China zielen, nicht (mehr) anders, als auf militärischem Wege herstellbar ist. Sie erfordert die Unterwerfung aller vergangenen politökonomischen Maßstäbe territorialer Hoheit unter das Kriegsziel, eine veritable, nationenübergreifende Kriegswirtschaft nach dem Vorbild der Kriegswirtschaften des WKII.

    An dem Punkt hat man konkret zu werden.

    Wie sollen denn Kontinentaleuropäer auf einen Novichok-Angriff auf eine Stadt militärisch reagieren?
    Sollen sie – was grundsätzlich sicherlich im Bereich des Möglichen läge – einen gleichartigen Angriff auf London androhen?
    Und was dann?
    Der „Witz“ an der entstandenen Lage liegt daran, daß die Opfer von „EHEC“ seinerzeit, im oben umrissenen Szenario, schwer gezählt haben, obwohl es „relativ wenige“ waren. Es war ein Phasenübergang. Im nächsten Phasenübergang werden sie kaum mehr zählen. Die Untertanen sind sowieso – politökonomisch – zu Abermillionen entbehrlich geworden. Sie werden noch entbehrlicher im Rahmen der künftigen Unterordnung der Ökonomien unter die Kriegsziele, sobald einmal die Fiktion verlassen ist, es herrsche kein Krieg im Imperium, sondern allenfalls ein paar Scharmützel und handelspolitische Reibereien.
    Was also.
    Sollen kontinentaleuropäische Marinen zur Blockade der britischen Insel schreiten?
    Sie würden versenkt. Was heißt, die nukleare Schwelle wäre geradezu blitzartig erreicht. Eine der Optionen, mit denen z.B. die Bundesregierung seit 2011 zu rechnen begonnen hat, ist ein britischer Angriff auf ein deutsches Atomkraftwerk. Das war der Hauptwitz an Merkels unerhörtem parteipolitischen Alleingang zum Auslaufprogramm für die zivile Atomkraftnutzung.
    Wenn andererseits Frankreich, das mit seinen Reaktoren auf dem Feld angreifbarer ist, denn je zuvor, präventiv London nukte, wäre der Spuk vorbei, aber der gesamte Spuk des Weltmarktes, bzw. des Krieges um ihn, gleich hinterher.

    Aber umgekehrt ist in alledem halt fest zu halten, daß die militärischen Zwangsmittel alternativlos werden. Sollte es der EU also einfallen, nach Ablauf der kommenden Woche „hart“ zu bleiben, und dem UK die Sonder- und Führungsrolle in der EU zu bestreiten, die es mit dem Nicht-Brexit anstrebt, dann wird möglicherweise „genovichockt“, falls den einschlägigen Leuten nicht Zwischenstufen militärischer Eskalation einfallen.

    Und noch ein wichtiger Disclaimer: Ich behaupte nicht, oben irgend etwas über die Navalny-Affäre im kriminalistischen Sinne gesagt zu haben. Der Fall i.e. S. ist in erster Instanz als ein Korollar des imperialen Krieges anzusehen.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Korollar
    Aber eben drum enthalten die ihm beigelagerten Vorgänge und Erscheinungsformen m.E. alle nötigen Hinweise auf den Zusammenhang, von dem ich oben nur ein paar Grundlinien hingeschmiert habe.

    ** Das kann ich zeigen – nämlich anhand der Epidemiologie und diverser Charakteristika des Erregers – doch natürlich nicht im juristischen Sinne beweisen.

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