Hear & see the other side

Nachbemerkung: Eine Paraphrasierung der wichtigsten Bestandteile des Videos wäre sehr zeitraubend, aber es sprechen auch andere Gründe dagegen. Eine zentrale Rolle darin spielen Videodokumente von einer kürzlichen Sitzung des United States House Homeland Security Subcommittee on Intelligence and Counterterrorism unter dem Vorsitz von Max Rose, deren zusätzliche Einkürzung – es handelt sich ja schon um Ausschnitte – ohne eine ziemlich weitgreifende Kommentierung des Kontextes, oder solche Kommentare, den dokumentarischen Charakter zerstören würden.
Ich denke, es reicht, etwa die ersten 50min zur Kenntnis zu nehmen.

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6 Antworten zu Hear & see the other side

  1. tgarner9 schreibt:

    Das Minimum, was ihr euch anhand des Materials klar machen könntet:

    Die vorgestellten Narrative zu „domestic terrorism“ und die Vorschläge zur Abhilfe etablieren per se einen Abriß der US-Föderation – wenn auch zunächst auf der Ebene der Narrative, der Ideologien bzw., durchgreifender ausgedrückt: Der politischen Wahrnehmung.
    Das ist die paradox erscheinende Kontinuität von den Trumpismen zu den Narrativen der Gegenseite: Die imperiale Nation wird gegen das imperiale Staatswesen mobilisiert und umgekehrt.
    Das ist die Bewegung, die ich seit 10 Jahren voraus gesagt und in Vorgängerphänomenen auch besprochen habe, wenngleich völlig unzureichend, weil das halt für einen Europäer weder besonders zugänglich, noch ein wesentlicher Gegenstand ist.

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  2. tgarner9 schreibt:

    Aus Gründen, über die ich mich auf diesem Blog oft verbreitet habe, stellen eine ganze Reihe zionistischer und „jüdischer“ Verbände, Institute und Medien auf dem Globus eine Art Sammellinse für die Bewegungen und Unterströmungen im Imperium dar. Insofern sind auch folgende Veröffentlichungen der ToI interessant.
    Werft zunächst einen Blick auf einen „Artikel“ der DailyMail
    https://www.dailymail.co.uk/news/article-9130375/Trump-raging-white-trash-mob-look-bad-says-White-House-insider.html
    und schaut, daß die ToI in aufnimmt – und wie sie das tut:
    https://www.timesofisrael.com/trump-was-angry-at-capitol-mob-only-because-they-looked-cheap-and-poor-report/
    In diesem „wie“ steckt ironischerweise keine ganz kleine Spur der Sprachlosigkeit, in der man ausgerechnet Whitney Webb im Video des Eintrages oft findet ;)
    Vergleicht das auch mit diesem:
    https://www.timesofisrael.com/there-was-no-violence-claims-israeli-trump-supporter-who-raided-us-capitol/

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  3. tgarner9 schreibt:

    WASHINGTON (Reuters) – U.S. Senate Democratic Leader Chuck Schumer said on Sunday that the threat from violent extremist groups remains high after the deadly storming of the U.S. Capitol on Wednesday by supporters of President Donald Trump.

    In a statement, Schumer said he had spoken on Saturday with FBI Director Christopher Wray to urge him to “relentlessly pursue” the attackers.

    “The threat of violent extremist groups remains high and the next few weeks are critical in our democratic process with the upcoming inauguration at the U.S. Capitol to swear in President-elect Joe Biden and Vice President-elect Kamala Harris,” Schumer said.

    Schaut, wie Jo Biden am Tag zuvor die Stichworte abgearbeitet hat, die man ihm gegeben hat und beachtet die Quelle.
    https://www.timesofisrael.com/biden-capitol-rioters-insurrectionists-and-anti-semites-should-be-prosecuted/
    US President-elect Joe Biden cited anti-Semitic expressions by rioters in the US Capitol this week in saying that his Justice Department should prosecute them.

    “Yes,” he said Friday when a reporter asked if his Justice Department should prosecute the marauders whose looting of the Capitol in hopes of stopping Congress’s affirmation of Biden as president-elect resulted in five deaths. “They should be treated as a bunch of thugs, insurrectionists, anti-Semites”.

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  4. tgarner9 schreibt:

    Auf TP hat der „Russische Hacker“ die „wertekonservative“, gewissermaßen „putinistische“ Sicht auf die Vorgänge zusammen gefaßt, die zahlreiche Berührungspunkte mit dem Konservativismus von Whitney Webb hat:
    https://www.heise.de/forum/p-38152485/

    In einer Antwort habe ich „parforce“ meine Zusammenfassung dagegen gestellt

    Du besprichst Symptome, keine Gründe und Ursachen
    Das „Amerikanische Jahrhundert“ zwischen 1945 und 1990 konnte nur schlecht und recht funktionieren und Bestand haben, weil die Konkurrenz der imperialen Metropolen in einem gemeinsamen Ziel, einer politischen Vollendung des Weltmarktes, befangen und auf diesem Wege durch den Krieg gegen den sowjetischen Konkurrenten gefesselt blieb. Die Entfesselung der innerimperialen Konkurrenz nach 1990 brachte die darunter liegende Wahrheit zu Tage, daß die Amerikanische Föderation nicht zugleich ökonomisch „Primus Inter Pares“ UND militärisches Zentrum, nicht zugleich politisches Zentrum eines Imperiums UND bürgerliche Nation sein kann. Die Bestandteile dieser Paarungen bergen unversöhnliche Gegensätze und Widersprüche jeweils zueinander, wie überkreuz.
    Übrigens fließen diese Widersprüche zusammen in den Grundwiderspruch, der im Begriff von „Hegemonialität“ steckt, er reflektiert abstrakt eine gewalttätige Vereinigung von auseinanderstrebenden Momenten, deshalb ähnelt die Imperiale Geschichte „Washingtons“ zunehmend der Geschichte Roms.
    Die Amerikanische Nation wurde im Grundsatz schon vor 20 Jahren, an 9/11 abgerissen, aber dieser Abriss zog keine Abwicklung nach sich, weil er im „War on Terra“ in die imperiale Peripherie exportiert wurde. Die anderen Metropolen bemühten sich, diesen Export räumlich und politisch von sich weg in äußere Ränder zu exilieren, aber spätestens im Libyenkrieg (der Georgienkrieg war eine vorgängige Episode) holte er sie ein, im Ukrainekrieg erreichte er die Europäischen Zentren.

    Die Eliten, die den dementen Jo Biden zur Front wählten – und das sind beileibe nicht nur amerikanische Eliten, deren Anteil ist vielmehr der einer Minderheit an exponierter Stelle – sind jetzt offenkundig sehr entschlossen, den Abriss der Amerikanischen Nation innenpolitisch nachzuholen, vorerst simpel durch Ausschluss eines satten Drittels, eher 2/5 der Bevölkerung und ihrer politischen tribes vom Konstrukt der föderalen – im Unterschied zur bundesstaatlichen – Demokratie.

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  5. tgarner9 schreibt:

    @ https://www.heise.de/forum/p-38153311/

    Ich hege eine gewisse Symphatie für Dein Pathos, mit dessen Hilfe Du die lächerlich trivialen, realen Inszenierungen durch eine eigene Inszenierung ersetzt, und den Gehalt Deiner Inszenierung teile ich in etlichen Einzelpunkten, der Wichtigste davon dieser:

    „Für die USA wird es nun unwiderruflich keinen Weg zurück auf den Thron des Imperiums geben.“

    Ja, eine simple Anknüpfung und Wiederkehr des gescheiterten „Obama’schen“ Versuches, „american exceptionalism“ zu halten und fassadenhaft zu zelebrieren, kann und soll es nicht geben, dafür haben die handler der Biden’schen Hülle gesorgt.
    Und Deine Inszenierung hat eine produktive, erhellende Bruchstelle:

    „Wir haben nichts weiter als eine große Geste gesehen. Eine große Symbolik“.

    Erstens ohrfeigt das Deine römischen Vergleiche. Die Begründung überlasse ich Deinen und der Leser Geschichtskenntnisse.
    Zweitens ist es banal falsch. Die Symbolik oder „Symbolik“ ist der Anknüpfungspunkt und Auftakt für einen „War on Domestic Terrorism“, der sich zweifellos „gewaschen“ haben wird, obgleich aktuell nicht abzusehen ist, wie weit die zuständigen Akteure gehen werden, wie blutig die Sache werden kann.
    Drittens ist es aber auch korrekt. Imperiumspolitik ist in den Metropolen zur Zeit in weitem Umfang Symbolpolitik. Das ist unvermeidlich, will man katatonische Zusammenbrüche vermeiden, die technokratischen Netzwerke, die man zu benutzen gedenkt, nicht zerreißen, die der 120 jährigen Geschichte des Imperialismus entwachsene kulturelle Identität globaler Eliten nicht vernichten. In dieser Bewegung beruht alles auf Verschwörungen der Protagonisten und zugleich gar nichts. Die aufgestauten politökonomischen und militärpolitischen Widersprüche bahnen sich ihren Weg durch die Individuen hindurch, welche sie nur moderieren.

    Und schließlich ist zu sagen, daß es für Dein Jubilieren keinen guten Grund gibt. Der jahrhundertelang verzögerte Zusammenbruch des Römischen Reiches und seine teilweise Neuentstehung aus den Trümmern war der gewaltigste Horror der schriftlich überlieferten Geschichte, was nicht zuletzt daran kenntlich, daß diese Überlieferung jahrhundertelang abbrach.

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  6. tgarner9 schreibt:

    Fiel mir erst heute wieder ein: Eine Blaupause für die föderale Machtergreifung, die hochsymbolische mit dem Impeachment-Verfahren „after the fact“ eingeleitet wird, erschien bereits im Juni letzten Jahres zunächst auf Defense.One – dort ist der Artikel jetzt gelöscht – dann im Atlantic:
    „History Will Judge the Complicit“
    https://www.theatlantic.com/magazine/archive/2020/07/trumps-collaborators/612250/

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