Covid – Studien, update

Die bisherigen Einträge sind hier gelistet.
Weiter geht es mit:

1. Dichte Publikationssperre über Krankheitsverläufe geimpfter Personen

Ein am 18. Jan. erschienener Artikel in der Japan Times war das Einzige, das ich über Google (!) auf die Schnelle dazu fand. Er kündigte an, es werde eine nationale Studie zum Thema vorbereitet. Japan ist eines der bislang relativ gering betroffenen Industrieländer, was allerdings teilweise auf die geringen Testkapazitäten und entsprechend hohen Dunkelziffern zurück geht. Entsprechend geringer wäre die Aussagekraft von Studien, die mit einem hohen Datenrauschen in den Ausgangsproportionen belastet wären.
Deutlich bessere Voraussetzungen, auch aufgrund der Impfdichte, hätten das UK und Israel. Wie ich berichtete, hat das zünftig organisierte Gesundheitssystem Israels Hinweise auf möglicherweise erschwerte Krankheitsverläufe bei Geimpften durchsickern lassen, doch seither herrscht Funkstille, wie auch im UK.

Das US-Gesundheitssystem erschwert dank der Vielzahl nichtöffentlicher Trägerschaften und der vergleichsweise breiten Datenbasis außerhalb des Zugriffes föderaler Datenhoheit Zensur und Nachrichtensperren, aber auch dort ist Funkstille, soweit ich sehen kann.
Einen Beitrag dazu mag die Internierung von Rebekah Jones geleistet haben, einer wissenschaftlichen Assistentin, die in der epidemiologischen Datenaufbereitung für den Bundesstaat Florida arbeitete, bevor sie enthüllte, daß die Behörde die Infektionszahlen geschönt hatte, um einen „Lockdown“ zu vermeiden, und entlassen wurde. Die Staatsanwaltschaft verfolgte sie zunächst unter dem Vorwurf des Datendiebstals, den sie unter anwaltlichen und öffentlichen Widerständen zugunsten anderer Verdächtigungen fallen ließ, die für „geheim“ erklärt wurden. Jones, die sich der Verhaftung zunächst entzogen hatte, ergab sich den Drohungen gegen ihre Kinder und lieferte sich aus.
Gleichzeitig wächst von interessierter Seite der Druck auf Öffentlichkeit wie wissenschaftliche und medizinische Zünfte, die Impfkampagnen ohne überwachende Begleitung und individuelle Rücksichtnahmen zu beschleunigen. Während sich die Hinweise mehren, daß Impfungen das Risiko von ADE – induzierten schweren Krankheitsverläufen erhöhen, und zugleich die aktuell verwendeten Impfstoffe gegen die neu aufgetretenen Mutationen vermindert wirksam sein könnten – dazu unten mehr – verkündet ein Einpeitscher der Impflobby namens F. Perry Wilson in einer Ärztezeitung: Coronavirus Variant Means We Have to Vaccinate Faster. Während zahlreiche Stimmen aus der Zunft öffentlich dafür werben, daß Gesundete zumindest vorerst auf eine Impfung verzichten sollten, trommelt die kanadische Staatspresse unter Berufung auf vorsichtshalber anonym bleibende „Experten“: Canadians who have had COVID-19 should still get the vaccine.

2. Mehrere Studien verdichteten vorläufige Erkenntnisse über einen hohen Anteil autoimmunen Geschehens an Krankheitsverläufen und Spätschäden

16 December — Self-sabotaging antibodies are linked to severe COVID

E. Y. Wang et al. Preprint at medRxiv https://doi.org/fnkt; 2020

Die Wissenschaftler der Yale School of Medicine in New Haven untersuchten die Aktivität von Autoantikörpern bei 194 Covid-Patienten und fanden eine deutliche Korrelation zur Schwere der Erkrankung.

Einige der Autoantikörper griffen die körpereigenen Immunzellen an und behinderten die Fähigkeit, Infektionen abzuwehren. Andere griffen das zentrale Nervensystem, das Herz, die Leber oder das Bindegewebe an.

Eine zusätzliche Komplikation für Patienten, Wissenschaftler und behandelndem Personal fanden sie im hohen Individualisierungsgrad autoimmuner Verläufe:

Kein einzelner Autoantikörper war häufig genug, um Menschen mit COVID-19 von nicht infizierten Menschen zu unterscheiden. Die Autoren sagen, die Vielfalt der Autoantikörper könnte die verschiedenen Krankheitszustände erklären, die auf COVID-19 folgen.

Nature

Zu einem analogen, aber spezielleren Ergebnis kamen Forscher aus New York, die 86 Erkrankte untersucht hatten:

11 January — Traitorous antibodies are linked to COVID death

Sie konzentrierten sich auf Autoantikörper gegen das Protein Annexin A2, das zur Stabilisierung der Zellmembranstruktur und der kleinsten Gefäße im Lungengewebe beiträgt, und fanden sie erhöht bei Fällen mit letalem Ausgang. Wird Annexin A2 blockiert, entstehen Lungenschäden, wie sie für COVID-19 typisch sind. Wegen der geringen Datenbasis erklärten die Forscher, die Signifikanz ihres Ergebnisses bedürfe der Bestätigung, aber die o.zit. Studie erübrigt das genau genommen. Was die New Yorker heraus fanden, gibt zumindest einen Ansatz der Erklärung zahlreicher Einzelfälle, in denen die jüngere und trainierte Betroffenen keine Lungenentzündung entwickelten, keine Beeinträchtigung ihrer Lungenfunktion bemerkten, und bei der „Long Covid“ – Diagnose mit CT-Bildern ausgedehnter Gewebeschäden auffielen, wie sie für schwer Erkrankte typisch sind.

12 January — Immune cells gone wild are tied to COVID lung damage

R. A. Grant et alNature https://doi.org/fqds; 2021

Einige der schweren respiratorischen Symptome von COVID-19 scheinen auf die Aktivität bestimmter Immunzellen zurückzuführen zu sein, die eine langfristige Entzündung der Lunge verursachen können.

Alexander Misharin und Kollegen von der Northwestern University in Evanston, Illinois, untersuchten Lungenflüssigkeit von 88 Personen mit schwerer, Covid-induzierter Lungenentzündung. In der Mehrzahl der Fälle fanden sie einen hohen Spiegel einer gewebsspezifischen Klasse von T-Zellen, die von CoV-2 befallen waren. Zusätzlich waren fast 70 % der Alveolarmakrophagen infiziert, eine Art von Immunzellen, die sich in den winzigen Luftsäcken der Lunge befinden. In beiden Zelltypen fanden sie die Genexpression für entzündungsfördernde Botenstoffe erhöht.
Die Ergebnisse zeigen, dass in Fällen mit hoher Lungenbeteiligung eine autoimmune Kaskade einsetzen kann, in der erst Makrophagen befallen werden, die darauf Entzündungsmoleküle produzieren, die T-Zellen anlocken. Die T-Zellen wiederum produzieren ein Protein, das die Makrophagen anregt, weitere Entzündungsmoleküle zu produzieren.

3. Immunität / Widerstandskraft gesundeter Patienten und geimpfter Personen dürfte spätestens nach fünf Monaten deutlich abnehmen

Die SARS-CoV-2 Immunity & Reinfection Evaluation (SIREN) – Studie der britischen Regierung ist ein hübsches Beispiel für die erfindungsreiche Nutzung von Datensplittern für propagandistische Farcen.

Der MSM-Titel dazu vom 14. Januar, dem Tag der Veröffentlichung der Studie, lautete: Covid infection provides some immunity for at least five months, UK study finds
Der Untertitel verkündet:

Vorläufige Ergebnisse der SIREN-Studie von Public Health England zeigen, dass Antikörper aus einer früheren Covid-Infektion zu 83 % vor einer erneuten Infektion schützen.

Die Datenbasis ist widersprüchlich vorgestellt. Im „Kleingedruckten“ des Textes warnt eine Beauftragte vor einer Übertragung des Ergebnisses auf die Schutzwirkung von Impfungen, was den Staatswillen gleich doppelt abdichtet: Naive Gemüter könnten es für möglich halten, daß eine Impfung länger „wirke“, als eine durchgemachte Infektion, die komplementäre Kohorte darf und soll die angegebene Schutzwirkung von der Infektion auf die Impfung übertragen.

Schaut man im Original nach, das im Artikel nicht verlinkt ist und auf eine Google – Suche ein wenig versteckt erscheint, findet man folgendes:

Between 18 June and 9 November 2020, 20 787 staff (84% female, 88% white, median age 45.9) were included in this analysis, of whom 6614 (32%) were assigned to the positive cohort and 14 173 (68%) to the negative cohort.
By 24 November 2020, 409 new infections were detected in the negative cohort, of whom 249 (79%) were symptomatic at infection. Meanwhile, 40 (12%) were asymptomatic and 28 (9%) did not complete a questionnaire at the time of their symptoms. The researchers detected 44 potential reinfections in the positive cohort, 15 (34%) of which were symptomatic.
Some 42 were defined as possible (two positive PCR samples 90 or more days apart, or a new PCR positive at least four weeks after an antibody positive result), and two were defined as probable (additionally required quantitative serological data or supportive viral genomic data). This compares with 318 new PCR positive infections (249 symptomatic) and 94 antibody seroconversions in the negative cohort.
The researchers calculated that adjusted odds ratio was 0.17 for all reinfections (95% confidence interval 0.13 to 0.24) compared with PCR confirmed primary infections, equating to 83% protection. The median interval between primary infection and reinfection was over 160 days.
When looking at only symptomatic cases supported by positive PCR results, previous infection reduced the odds of reinfection by at least 90% (adjusted odds ratio 0.06 with 95% CI 0.03 to 0.09).

https://www.bmj.com/content/bmj/372/bmj.n124.full.pdf

Ihr solltet über die genannten Testbedingungen und über Tricksereien mit Statistik inzwischen genug wissen, daß ich mir ersparen kann, im Detail zu begründen, warum es aberwitzig ist, die o.a. „Nachricht“ auf diese Daten zu gründen. Wenn nicht, ist es mir auch egal. Die einzige haltbare Aussage steht im letzten Satz, ich wiederhole:

Betrachtet man nur symptomatische Fälle … reduzierte eine frühere Infektion die Wahrscheinlichkeit einer Reinfektion um mindestens 90 % (bereinigtes Odds Ratio 0,06 mit 95 % CI 0,03 bis 0,09).

Bei Erstkontakt mit dem Virus liegt die Rate der symptomatischen Fälle, sehr unterschiedlich nach Populationen, bei 15 – 25%. Je höher das Medianalter, umso höher. bei der SIREN – Auswahl liegt das Median-Alter deutlich unter dem der Durchschnittspopulation, weil nur Werktätige berücksichtigt waren. Und jetzt soll der Leser glauben, daß im Falle von Reinfektionen die Rate symptomatischer Fälle dieser Kohorte auf rund 40% steigt? Was für ein Kackhaufen.

Nebenbei kann man sich fragen, warum die Datenerhebung im November abgebrochen wurde um das „Ergebnis“ dann doch erst Mitte Januar zu veröffentlichen. Dafür gibt es nicht den Hauch technischer Gründe, schon gar nicht bei einer Erhebung, die im Juni begonnen wurde, sodaß bis November Zeit war, die Auswertungssoftware zu schreiben und an die einkommenden Daten anzupassen. Die sogenannte „Studie“ ist ein schlagendes Beispiel für die Übernahme von Kriegspropaganda in die Epidemiebetreuung.

Meine Überschrift nennt das Ergebnis jedenfalls korrekter, und das bestätigt eine gestern erschienene Studie von C. Gaebler et alNature https://doi.org/fq6k; 2021.

Michel Nussenzweig und Kollegen von der Rockefeller University in New York City untersuchten Blutproben von 87 Personen etwa 1 Monat und 6 Monate nach ihrer Infektion mit Cov2 auf Antikörpertiter und Cov2-reaktive B-Gedächtniszellen, welche die Produktion spezifischer Antikörper im Falle einer Reinfektion anregen.
Das Team fand heraus, dass die Antikörper-Spiegel der Erkrankten über sechs Monate hinweg deutlich abnahmen, die Menge Cov2-spezifischen B-Zellen jedoch konstant blieb.

Für letzteren Befund hat man übrigens die Studie nicht gebraucht, so massiv kann ein Virus, das nicht zur Klasse der Retroviren gehört, wie HIV, das Immunsystem nicht „umprogrammieren“, daß die B-Zellen – Funktion nachhaltig gestört wird. Ich wollte den Befund jedoch nicht unterschlagen, weil er die Unverfrorenheit der britischen Coronakriegspropaganda noch akzentuiert …

4. Long Covid

Im Rahmen der letztgenannten Studie untersuchte man den Darminhalt von 14 Patienten und fand, daß bei der Hälfte von ihnen CoV-2 – Proteine und Virus-RNA noch vier Monate nach ihrer Infektion präsent blieben. Diese Patienten machten einen chronischen Krankheitsverlauf durch, was jetzt nichts darüber aussagt, wie schwerwiegend das war und welche Dauerschäden daraus unter Umständen zu erwarten sind. Es zeigt nur, daß die Tendenz zu chronischen Verläufen bei SARS-CoV-2 außerordentlich hoch ist.

5. Südafrikanische und brasilianische Mutationen reduzieren die Wirksamkeit bisher erworbener Antikörper in vitro um bis zu 50%

A. J. Greaney et al. Preprint at bioRxiv https://doi.org/ghr85d; 2021

Solche Experiment können – abermals – nur eine grobe Tendenz angeben, aber diese hier ist immerhin ein wenig durch die Befunde über die statistische Verbreitung der Mutationen gedeckt.
Trotzdem ist das Ergebnis von Belang. Denn wenn sich bei weiteren Untersuchungen heraus stellen sollte, daß die in der Studie genannte Einzelmutation die Virulenz erhöht, ohne zugleich die Pathogenität zu vermindern, dann ist die Host-Pathogen-Coevolution noch „voll“ auf dem aufsteigenden Ast, d.h. man hat noch mehr Grund zu befürchten, was der Kollege Drosten schon lange befürchtet, nämlich daß die Pandemie, Impfung hin oder her, in diesem Jahr erst richtig abhebt.

Dazu paßt auch eine Studie von J. M. Brauner et alScience https://doi.org/ghp2p7; 2020, die vielleicht viele von euch kennen werden. Sie erschien schon Mitte Dezember und befand:

Eine Analyse der COVID-19-Daten aus 41 Ländern hat drei Maßnahmen identifiziert, die jeweils die Virusübertragung erheblich reduzierten: Schließung von Schulen und Universitäten, Beschränkung von Versammlungen auf nicht mehr als 10 Personen und Schließung von Geschäften. Aber das Hinzufügen von Hausverboten zu diesen Maßnahmen brachte nur einen marginalen Nutzen.

Dieser Beitrag wurde unter Covid-19 abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Covid – Studien, update

  1. tgarner9 schreibt:

    Dok, falls auf TP gelöscht wird:

    Ideologiekritik verleiht keine Lizenz zu täuschen und zu lügen, Joachim
    (Vor allem anderen erstmal ein Dank für Deine Arbeiten zum Syrienkrieg 2011/12.)

    Patriarchale Kontroll- und Herrschaftsinstinkte; opportunistische, aber vermittels politischen Opportunismus zum institutionellen Selbstläufer institutionalisierte Konkurrenz um Ausweitung von Macht und Machtbefugnissen, das sind die leicht erkennbaren Triebkräfte politischer Emanzipation von sachgerechten Grundlagen zielorientiert pragmatischer Urteile und Entscheidungen, die der Autor in den ersten Abschnitten des Artikels geißelt.

    Dazu hebe ich das Beispiel Tübingens hervor, das Joachim zitiert:
    https://www.dw.com/de/wie-t%C3%BCbingen-seine-alten-vor-corona-sch%C3%BCtzt/a-55941233
    Dessen Oberbürgermeister hatte sich zu Beginn der Pandemie auf die lupenrein faschistische Position gestellt, die „Risikogruppe“ konsequent zu internieren und alle Arbeitsfähigen zum Erwerb der Herdenimmunität zusammen zu treiben. Er fing sich dafür Ohrfeigen ein, die, nach seinen eigenen Angaben, wirkten.
    Darauf machte er kehrt marsch und finanzierte ein Gegenprogramm: Erhaltung der Mobilität und der Kontaktgelegenheiten der Risikogruppe zu Lasten der kommunalen Kassen und unter Werbung der restlichen Bevölkerung für zielführende Rücksichtnahmen.

    Der Rest des Artikels allerdings ist … nun ja.

    Allgemein
    In zwei Artikeln auf Rubikon von Mitte Dezember lieferte Joachim den sogenannten Covidioten mit einem Haufen irrelevant abstrakter Wägungen das gewünschte Stichwort:
    „Die aufgebauschte Welle“
    Tenor: Covid-19 ist wohlmöglich harmloser, als manche Grippewelle.
    Nun wollen wir ihm dasselbe „Recht“ auf „Irrtum“ zugestehen, wie Oberbürgermeister Palmer, nicht? Doch davon ist nichts zu erkennen. Weiterhin besteht Joachim darauf, zu ignorieren, daß es außer Bestattungsfällen andere höchst unliebsame Folgen einer CoV-2 – Infektion gibt, unliebsam auch für eine Mehrzahl der am Durchprügeln von Herdenimmunität grundsätzlich interessierten „Wirtschaft“. Weiter verleugnet er, daß die eben keineswegs „aufgebauschte“ Welle nicht nur mit einem über 70-%igen Anteil der Altersgruppe 80+ an den explodierten Todesfällen in Erscheinung getreten ist, sondern mit einer massiven Zunahme klinischer Fälle in den Altersgruppen darunter, die zwar nicht bundesweit, aber in zahlreichen Regionen die Versorgung völlig überfordern, wie das im UK schon viel länger zu beobachten ist.

    Zu den Ländervergleichen
    Noch am 8. Januar hat Joachim auf seinem Blog getitelt:
    „Corona-Sterblichkeit: Unterschiede zwischen Ländern zum guten Teil Zufall“
    Hauptthese: Die Unterschiede seien im Wesentlichen als eine dynamische Fortschreibung der epidemischen Ausgangslagen zwischen Dez. und Feb. letzten Jahres anzusehen.
    Ich bitte zu beachten, daß ich nicht alles, was er da schreibt, für Bullshit erklären will, aber die Rede von „Zufall“ ist es ganz gewiß.
    An dieser Stelle geht es mir jedoch um die grundgütige Verlogenheit, mit der Joachim Vergleiche, die er gestern für irrelevant erklärt hat, heute zum Hauptstück seiner Argumentation macht, und das obendrein, wie andere Kommentatoren nachvollziehbar argumentieren, mit „Fake News“.

    Zur Kritik von „Lockdowns“
    Joachim ist ein Recherchemonster. Seine Verweise sind Legion und offenbar bestens geordnet. Wie immer in solchen Fällen geht das auf Kosten von Logik- und Plausibilitätsprüfungen der verwendeten Masse an Argumentationen.
    Aber folgendes kann ich unter den o.a. Voraussetzungen nicht als ein Übersehen gelten lassen:
    Inferring the effectiveness of government interventions against COVID-19
    https://science.sciencemag.org/content/early/2020/12/15/science.abd9338
    Das ist ein Mitte Dez. erschienenes Paper einer in Oxford konzentrierten Arbeitsgruppe von 19 Leuten aus ebensovielen Instituten, die prominentesten sind:

    Oxford Applied and Theoretical Machine Learning (OATML) Group, Department of Computer Science, University of Oxford, Oxford, UK.
    Future of Humanity Institute, University of Oxford, Oxford, UK.
    Department of Statistics, University of Oxford, Oxford, UK.
    Department of Engineering Science, University of Oxford, Oxford, UK.
    College of Engineering and Computer Science, Australian National University, Canberra, Australia.
    Quantified Uncertainty Research Institute, San Francisco, CA, USA.

    (Ich zitiere das, weil unter dem Link versteckt, man muß die Liste expandieren)
    Gist:

    We estimate the effectiveness of NPIs, ranging from limiting gathering sizes, business closures, and closure of educational institutions to stay-at-home orders. To do so, we used a Bayesian hierarchical model that links NPI implementation dates to national case and death counts and supported the results with extensive empirical validation. Closing all educational institutions, limiting gatherings to 10 people or less, and closing face-to-face businesses each reduced transmission considerably. The additional effect of stay-at-home orders was comparatively small.

    Die verwendeten Daten stammen aus Jan. – Mai ’19, was von großem Belang ist, denn bekanntlich haben außer Italien und kurz darauf Österreich alle europäischen Länder in der Anfangszeit auf die Zulassung von „Herdenimmunität“ gesetzt, sodaß die Wirkung der Restriktionen über die zitierte Zeit unter der Idealbedingung zu studieren war, daß sich zunächst relativ isolierte Cluster ungehindert in die Bevölkerungen verbreiten konnten. Das Faktum kompensiert über die 5 Monate hinweg erheblich für die zunächst völlig obskure Datenlage für Fälle mit leichter bis mittlerer Symptomatik und die Testfehler.
    Stattdessen promotet Joachim programmgemäß das Papier des notorischen Corona-Leugners, dessen „steile“ Thesen in der Anfangsphase der Epidemie ihn unterdessen eigentlich aus allen Diskursen gefeuert haben müßten.

    Beachtet bitte, daß das Resultat der Oxford-Studie Joachims nicht hier, aber im zit. Blogartikel vorgebrachten humanitären Absicht:

    Die Zahl der Corona-Toten ist jedoch nur ein Aspekt. Auch die Lockdown-Maßnahmen werden Todesopfer fordern, in vielen Ländern sogar eine wesentlich höhere Zahl. Einige, z.B. durch Suizid oder verschleppte Behandlungen gefährlicher Erkrankungen, können schon zeitnah auftreten, andere z.B. durch Alkoholismus, Drogensucht auch erst in Jahren. Millionen brachte der zeitweilige oder längerfristige Wegfall ihrer Einnahmemöglichkeiten in existentielle Nöte. Viele rutschten unter die Armutsschwelle. Mit steigender Armut sinkt jedoch auch die Lebenserwartung drastisch.

    … ein gutes Stück entgegen kommt. Eine verschärfte Unterbindung von Kontakten um die „Arbeitswelt“ herum – einschließlich öffentlichem Transport – wäre mit einer anderen Verteilung der Trillionen von Dollares, die geschaffen wurden, trivial zu kompensieren und je konsequenter eine Umsetzung in diesem Sektor, umso kürzer und schmerzloser könnten die Maßnahmen im Erziehungs-/ Bildungswesen ausfallen.

    Nein, es geht offenbar um anderes, und sei es nur – dies die These meines Threadtitels – um ein Mitmachen in der eingangs knapp umschriebenen patriarchal-politischen Konkurrenz, die Joachim „eigentlich“ anzugreifen scheint und anzugreifen vermeinen mag,

    Gefällt mir

  2. tgarner9 schreibt:

    Zur Nussenzweig – Studie (Punkt 3.2. im Eintrag) interessante Bemerkungen von Derek Lowe, https://blogs.sciencemag.org/pipeline/archives/2021/01/19/memory-b-cells-infection-and-vaccination:

    Der Rückgang der Antikörpertiter war nicht gleichmäßig verteilt über die verschiedenen Typen (Antikörper gegen die Spike-Rezeptor-bindende Domäne (RBD) oder das Nukleoprotein (N), und IgM für diese im Vergleich zu IgA), aber insgesamt war die neutralisierende Antikörperaktivität nach sechs Monaten um das Fünffache niedriger gegenüber der Kontrolle nach einem Monat. Aber das geschieht bei jeder Infektion. Das Immunsystem produziert nicht dauerhaft hohe Mengen an spezifischen Antikörpern. Es geht zurück in den Wach- und Wartemodus, und an der Stelle kommen die Gedächtnis-B-Zellen ins Spiel.

    Ein Blick auf diese B-Zellen zeigte in der Studie einige interessante Muster. Es gab eine Vielzahl von ihnen zu beiden Kontrollzeitpunkten, aber sie veränderten sich im Laufe der Zeit. Einige der klonalen Linien, die früher vorhanden waren, waren verschwunden, andere tauchten neu auf. Auch die Verteilung war unterschiedlich, der Anteil der häufigsten B-Zell-Klone sank über die 5 Monate. Dazu die Autoren:

    „Wir schlussfolgern, dass die Größe des RBD-spezifischen Gedächtnis-B-Zell-Kompartiments zwar zwischen 1,3 und 6,2 Monaten nach der SARS-CoV-2-Infektion konserviert ist, dass es aber eine signifikante klonale Fluktuation und Antikörper-Sequenz-Evolution gibt, die mit verlängerten Keimzentrumsreaktionen übereinstimmt.“

    Die gute Nachricht ist, dass die Antikörper aus der sechsmonatigen Untersuchung sowohl eine erhöhte Potenz als auch eine größere Bandbreite an Reaktionen gegen verschiedene Proteinmutationen zeigten. Dazu gehören viele der Mutationen, die derzeit in den Schlagzeilen sind, wie z. B. R346S, Q493R und E484K. Aber während die einmonatigen Antikörperproben nicht in der Lage waren, diese zu erkennen und an sie zu binden, waren es die sechsmonatigen.

    Wie macht das Immunsystem das? Es kommt auf die follikulären dendritischen Zellen (FDCs) an, eine spezialisierte Gruppe, die Antigene auf ihrer Zelloberfläche für eine längere Zeit in den „Keimzentren“ aufweist, wo sich B-Zellen replizieren. Man findet sie in Lymphknoten, Milz, Knochenmark und anderen Geweben. Die FDCs sondern Signalsekrete ab, die B-Zellen anlocken, so dass diese wiederholt und langfristig den Antigenen ausgesetzt werden können, die auf den FDC-Oberflächen präsent sind (technisch in Gestalt sog. „Immunkomplexe“)
    Bei schweren Autoimmunerkrankungen kann dieser Prozess offenbar schief gehen und dazu führen, dass sich FDCs und B-Zellen als Teil einer anhaltenden, unangemessenen Immunreaktion in ganz anderen Teilen des Körpers zusammenfinden. Wenn die Sache jedoch funktioniert, wie sie soll, ermöglicht das Antigenreservoir in den FDCs (…) die Erzeugung und Auswahl neuer und verbesserter Antikörper, wie in dieser Studie gesehen. (…)

    Was bedeutet das für Menschen, die geimpft sind, anstatt ihre Immunreaktion zu bekommen, indem sie wirklich mit dem Virus infiziert werden?
    Wie der letzte Link erwähnt, „sollte ein effizienter Impfstoff die Ablagerung von Immunkomplexen auf FDCs maximieren“. Man würde erwarten, dass das Spike-Protein, das im Körper über die mRNA oder virale Vektor-Impfstoffe produziert wird, genauso gehandhabt wird, wie die direkt eingebrachten Antigen-Proteine in einem Impfstoff, wie ihn Novavax entwickelt. Die neue Arbeit, die hier diskutiert wird, befasst sich auch mit der Möglichkeit der Persistenz viraler Antigene im Darmgewebe, die bei einigen (aber nicht allen) der untersuchten Patienten beobachtet wurde und von der man erwarten würde, dass sie die Entwicklung von Antikörpern vom IgA-Typ im Besonderen vorantreibt. Aber insgesamt würde der Schlüssel darin liegen, sicherzustellen, dass die FDCs das Spike-Antigen so darstellen, wie es sein sollte.

    Wie sieht es mit den Variationen des Coronavirus aus, die es im Moment gibt? Das hat mit einigen sehr aktuellen Daten aus dem Labor von Ravi Gupta in Cambridge zu tun. Es gibt ein Manuskript, das auf dem Weg zu MedrXiv ist, aber dieses Pre-Preprint-Zeug kann auf Twitter hier und hier gefunden werden. Sie untersuchen Antikörper aus dem Blut von Menschen, die vor drei Wochen geimpft wurden, und sehen, wie diese gegen die B.1.1.7 Variante wirken. Kurz gesagt, sie haben immer noch eine neutralisierende Aktivität, aber sie ist generell niedriger (zumindest bei zehn der fünfzehn untersuchten Patienten). Das bedeutet nicht, dass der Impfstoff bei diesen Menschen unwirksam ist – die Antikörper erfüllen immer noch ihren Zweck. Aber es bedeutet, dass das Entkommen einer solchen neuen Variante des Coronavirus nicht unmöglich ist, wenn sich die Mutationen weiter anhäufen.
    *** Überarbeitete Übersetzung mit http://www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version) ***

    Gefällt mir

  3. wolfsmilchblog schreibt:

    Britische Behörde: Arbeiter sterben am häufigsten an COVID-19

    15:37 Uhr: Männer in gering qualifizierten Berufen oder in Dienstleistungsbereichen haben ein höheres Risiko, an COVID-19 zu sterben. Das ist das Ergebnis einer Auswertung von im Zusammenhang mit COVID-19 gestorbenen Menschen in England und Wales, die das britische Statistikamt ONS am Montag veröffentlichte. Dazu zählen etwa Arbeiter in der Verarbeitenden Industrie, Sicherheitskräfte, Köche und Taxifahrer.

    So würden etwa unter den in die Analyse einbezogenen Fabrikarbeitern im Schnitt 143,2 von 100.000 Männern im Alter zwischen 20 und 64 Jahren sterben. Über alle Berufe liege die Quote bei 31,4. Insgesamt handelt es sich bei zwei Drittel der Corona-Toten in dieser Altersgruppe um Männer. Bei den Frauen wiesen Fließbandarbeiterinnen und Näherinnen sowie Pflegekräfte die höchsten Todesraten auf.

    Die Statistiker untersuchten den Beruf von 7.961 Menschen, die zwischen dem 9. März und dem 28. Dezember 2020 mit oder an COVID-19 starben. Demnach liegt die Sterblichkeit bei Berufsgruppen, in denen Menschen in unmittelbarer Nähe zueinander arbeiten und regelmäßig dem Virus ausgesetzt sind, im Vergleich zum Rest der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter höher.

    „Es gibt eine komplexe Kombination von Faktoren, die das Todesrisiko beeinflussen“, sagte der ONS-Analyst Ben Humberstone. „Es hängt von ihrem Alter und ihrer ethnischen Zugehörigkeit ab sowie davon, wo und mit wem sie leben, bis hin zu bereits bestehenden Gesundheitsproblemen.“

    Gefällt mir

  4. Pingback: Impfrisiken, update | Themen & Essays

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.