Parforceritt. Kapitalismus, Imperialismus, Verschwörungen, Zionismus, (Anti-) „Amerikanismus“ und mehr

(Heute unterschreibe ich nicht jedes Wort davon, aber es ist gut und weiterführend genug, es abzukippen)

TomGard, Rohdaten

Brief an „Deduschka“ von TomGard Pro @ 2014-02-23 – 11:57:13

Deduschka, Du hast gegenüber Johns Erfindung einer auf religiöser Grundlage errichteten Verschwörung einen schlechten Stand, weil Du eine falsche (Verschwörungs-) Theorie teilst, die Johns Erfindung ungesagt zugrundeliegt: „Stamokap
Kurzer Anriss einer Erklärung:

Die alte, Lenin’sche Stamokap-Verschwörungstheorie kam nicht besonders explizit mit konkreten Verschwörungen daher, sie benutzte die Engel’sche, ontologisch irrsinnig gewordene „Dialektik“ vom „Umschlag von Quantität in Qualität“, um den „ideellen Gesamtkapitalisten“ in den Busen der mächtigsten Industrie- und Finanzmagnaten entstehen zu sehen, die darob eine Art „Verein“ gegründet und mit Funktionärsposten besetzt haben sollen, der darauf als „Staat“ figuriert. In diesen Busen kann ein „ideeller Gesamtkapitalist“ aber buchstäblich beim besten Willen nicht wohnen, soll heißen, selbst dann nicht, wenn solche Magnaten sich alle Mühe geben, in ihrem Hirn sowas wie einen gesamtgesellschaftlichen Standort zu entwickeln.
Falls Du jetzt einwenden wolltest, „gesamtgesellschaftlich“ sei falsch, wenn, dann müsse es „gesamtkapitalistisch“ heißen, hättest Du den typischen Fehler leninistischer Epigonen gemacht, die durchstreichen, daß Lenin ein Bewunderer des Stamokap „als“ eines Stadiums der kapitalistischen Produktivkraftentwicklung war, ein „Kritiker“ des Stamokap war er vom politischen und ethischen Standpunkt aus.

Dieser Fehler passiert, wenn Epigonen zielbewußt „vergessen“, daß die Lohnarbeit = klein v = variables Kapital ist und die Einkommen und Ausrüstung der Kleinbürger „faux frais“ der Kapitale. D.h. = der Teil des Mehrprodukts, der für Aufwände der Warenzirkulation, Kosten einer Beschleunigung des Kapitalumschlags, der Kapitalzirkulation allgemein, für Herrschafts- und Konkurrenzkosten, in Summe für alle unproduktiven Verwerfungen innerhalb der Reproduktion des Kapitalverhältnisses als Ganzem ‚draufgeht. Ideell ist daher die ganze Gesellschaft „Kapital“ (Marx: „Gemeinwesen des Geldes“). Praktisch gesprochen heißt „ideell“ hier simpel: Alle Vorgänge, die Kapital unproduktiv vernichten, die nicht zur Akkumulation beitragen, lediglich Voraussetzungen schaffen, daß eine Akkumulation (=erweiterte Reproduktion der Kapitale) statthaben kann, werden dem gesellschaftlichen Verkehrsverhältnis des Kapitals zugeschlagen, obwohl sie stofflich gerade NICHT dazu zählen, also auch nicht dazu gehören!

Ich denke, Du siehst sofort, dies eigentümliche, weltliche Reich der Idealität, das sich aus dem Widerspruch des Kapitals selbst setzt, aus seinem individuellen Anspruch auf ein „Inkrement“, auf ein gesellschaftlich zu realisierendes G-G‘, dies ideelle Reich ist der Sitz einer Gewalt, die im Produktionsverhältnis namens KAPITAL einbeschlossen ist, aber ihm zugleich nicht angehört: Es ist jedem Vertrag, jeder Waren- und Kapitalzirkulation bloß voraus gesetzt! Es ist, mit historischen Worten gesprochen, die Tradierung der Sklaverei, die sich da im Verhältnis „freier Zirkulationsagenten“ durchsetzt, obwohl dies Verhältnis individuell, für sich betrachtet, nicht „sklavisch“ ist.

Nun kann, wie gesagt, der ideelle Standpunkt „des Kapitals“, der in letzter Instanz die nackte Gewalt, die Sklaverei des Produktionsverhältnisses repräsentiert, in jedem Kapitalistenhirn wohnen; ja er muß dort wohnen, aufgrund des Gewaltbedarfs, das jeder einzelnen Phase kapitalistischer Transaktionen sowohl voraus gesetzt ist, als auch aus jeder dieser Phasen neu entsteht und der die Form eines Interesses an der Gültigkeit von Vertragsverhältnissen hat. Doch in den Busen gelangt er nicht. Und das liegt daran, daß jeder Wertzirkulation eine stoffliche Zirkulation zugrundeliegt, die „moderne“ Kapitalismuskritiker über der Domäne des Kreditkapitals gern unter den Tisch fallen lassen. Diese stoffliche Zirkulation wird beherrscht von antagonistischen Gegensätzen.

Anerkannt werden diese Gegensätze zumeist noch in dem stofflichen Gegensatz zwischen klein v (Lohnarbeit) und Gesamtkapital im Produktionsprozess, aber nicht mehr anerkannt (oder nicht bekannt, da von Marx unglücklicherweis in den zweiten Band verschoben) in den antagonistischen Gegensätzen der Kapitalzirkulation, deren Vielfalt ich jetzt aus methodischen Gründen in einem einzigen Gegensatz symbolisiere, in den sie alle einfließen: Den Gegensatz zwischen Importeuren und Exporteuren. Die methodische Wahl habe ich auch deshalb getroffen, weil eine Erscheinungsform der Fehler der originalen Stamokap-Theorie Lenins heute für jedermann kenntlich ist: Er verkannte weitgehend, daß schon der seinerzeitige Stand der Kapitalkonzentration transnationale Konzernzusammenhänge hatte entstehen lassen, in denen die Idealität des Kapitalverhältnisses – also seine Gewaltseite, siehe oben – nicht mehr in einer, auch nicht mehr in zwei oder drei historisch verknüpften territorialen Herrschaften repräsentiert war, sondern in einem Weltmarkt, repräsentiert in einem Patchwork territorialer Herrschaft.
„Patchwork“ ist der entscheidende Punkt, denn daß die USA einen erst noch zu vollendenden Weltmarkt in ihrer Territorialmacht zu repräsentieren begonnen hatten, hat Lenin erkannt, er hat es nur leider seinem Histomat-Schema von „fortschrittlichen“ und „rückschrittlichen“ Bourgeoisien unterworfen.

Also: Der „ideelle Gesamtkapitalist“ und, politisch gesprochen, die „Agentur des Kapitals“, kann nur in einem Reich jenseits des kapitalistischen Produktionsverhältnisses wohnen, das zu jedem Agenten des Kapitalverhältnisses, jeder seiner Charaktermasken, in einem antagonistischen Gegensatz steht. „Geschäft“ und „Gewalt“ bleiben vollkommen getrennte Sphären, obwohl sie im prozessierenden Kapitalverhältnis zusammenwirken.

Die Erscheinungs- und v.a. Verlaufsform dieses Widerspruches ist die historische Formierung eines politischen Standes, dessen Konkurrenzverhältnis von den Konkurrenzverhältnissen der „bürgerlichen“ Gesellschaft – nach alter marx’scher Diktion: von der Konkurrenz der „bourgeois“ im Unterschied und Gegensatz zur Konkurrenz der „citoyen“ – getrennt wird, obwohl sie das Material ihrer eigentümlichen Zwecke selbstverständlich auch aus der Sphäre der Kapitalzirkulation erhält. Doch dies Verhältnis ist aktiv, nicht passiv. Der politische Stand und dessen konkurrierende Subjekte entnehmen der kommerziellen Konkurrenz dies Material. Das kann man gerade am vielgescholtenen Lobbyismus, der viel gescholtenen Korruption des politischen Standes sehen, anders, als völkische Kritiker behaupten, die u.a. die Augen davor verschließen, daß ein Politiker mit einer nennenswerten Machtbasis nicht erpressbar ist. Wenn er, sage, zwischen den Interessen der Importeure und Exporteure, zwischen den Interessen einer Gewerkschafts- oder einer Bankermafia die Seiten wechselt, braucht er nur auf der Gegenseite die Hand aufzuhalten, und nicht mal seine „politische Ehre“ leidet darunter so sehr, daß er sich ‚drum scheren müßt. Das ist nur anders in Gesellschaften, in denen das Staatswesen nicht über ein taugliches Gewaltmonopol verfügt, so daß der politische Stand von Mordkampagnen, Putschisten und Revolten / Revolutionären ernsthaft bedroht werden kann.

Nun haben wir zur Kenntnis zu nehmen, daß der eigenartig ideelle Standort der Gewaltausübung in der kapitalistischen Gesellschaft seit über hundert Jahren nur noch im Binnenverhältnis der Standeskonkurrenz territorial ist, und also in den Metropolen des Weltmarktes national (außerhalb der Metropolen ist es zu solcher Nationalität nie gekommen). Außerhalb des Gerangels um Posten und Einfluß in Regierungen ist dieser Standort global. „Global“ deshalb, weil das Produktionsverhältnis des Kapitals von allem Anfang an auf einen Weltmarkt zielt, und ihn schafft. Das liegt in der Eigenart (und Idealität) des zugrundeliegenden Wertverhältnisses, und zur Begründung kann ich an dieser Stelle nur auf die marxsche Kritik, ersatzweise auf die Arbeiten des „Gegenstandpunkt“ verweisen.

Der reale Standort der Gewaltausübung ist aber noch nicht einmal international, obwohl es einen fiktiven Ort dieser Internationalität gibt, den die USA fleißig zu monopolisieren bemüht sind: die UN.
Stattdessen ist er immer noch transnational.
Doch diese Transnationalität ist nach 9/11 so weit gediehen, Deduschka, daß nur noch außerhalb der größten Metropolen des Weltmarktes – und „Moskau“ liegt außerhalb! – von einem „nationalen Kapital“ zu reden ist. Im Binnenverhältnis dieser Metropolen (Washington, London, Paris, Berlin, Tokio, Singapur, allmählich auch Dehli ) ist nicht mal mehr von „nationalen Kapitalen“ zu reden. Deshalb hat die Fachsprache „nationale Kapitale“ längst durch „KMU“ ersetzt: „Kleine und mittelständische Unternehmen“, die sich in zig UN-, Weltbank- und IWF-Programmen transnationaler Betreuung erfreuen dürfen.

Dennoch – und erst jetzt komme ich zum Anlaß meiner Tirade – repräsentiert das Uneingelöste einer globalen Herrschaft DES Privateigentums und DES Kapitalverhältnisses einen Widerspruch, der einen ideellen, ja einen mythischen Ort gesamtgesellschaftlicher im Sinne von = globaler Gewalt fortbestehen läßt, und diesen Ort nehmen die „Himmel“ der Christen und des Islam und das Armaggedon des Juden ein.
An diesem Punkt kommt die Sonderstellung der jüdischen Diaspora hinein. Deshalb ist es völlig logisch, daß nicht nur Christen (bes. Katholiken) und Freimaurer, sondern auch und besonders jüdische Gemeinschaften, jüdische Seilschaften, zionistische Seilschaften und -Organisationen und besonders der Zionistenstaat gleichsam „Kristallisationspunkte“ der Konkurrenz um transnationale Herrschaftsausübung liefern und darstellen.

Nur: Das Verhältnis zwischen solchen Bünden und dem Imperialismus, in und von dem sie leben und zehren, ist genau anders herum, als Leute wie John das darstellen wollen. Wie alle anderen politischen Menschen erteilen diese Subjekte nur Befehle im Rahmen und im Maße, wie sie tatsächlich über militärische Macht gebieten. Und die Zwecke solcher Machtausübung bzw. -Gestaltung erfinden sie nicht aus irgend einer historischen Vorstellung von Zielen und Zwecken der Machtausübung, sondern, wie alle anderen auch, entnehmen sie diese Ziele und Zwecke dem Kapitalverhältnis, von dem sie sich nähren, in dem sie leben. Nur daß sie innerhalb dieses Kapitalverhältnisses sich mehr auf der Seite des transnationalen Geschäfts- und Gewaltverkehrs halten, als auf der Seite des territorialen, des nach wie vor nationalen Geschäfts- und Gewaltverkehrs, der als ein Patchwork die territoriale Grundlage der transnationalen Kapitale bildet.

Nicht „Juden“ haben sich zu 9/11 verschworen, sondern eine Fraktion des politischen Standes der USA, der Staatenföderation, die das Geschäft der transnationalen Gewaltausübung nicht nur an sich gezogen hat, sondern dies Geschäft im 3. Weltkrieg gegen das „Reich des Bösen“ von den politischen Ständen aller imperialistischen Metropolen übertragen bekamen, die hat sich dazu verschworen, aus Gründen, die ich hier offen lasse. Gleichwohl ist es kein Zufall, daß Zionisten sich proaktiv an dieser Verschwörung beteiligt haben, an der – seltener beachtet – christliche Fundamentalisten ebenfalls einen Anteil haben (sie teilen die Ideologie des „Armaggedon“!). Es ist geradezu umgekehrt: Die besondere Rolle Israels und seiner zionistischen Militäroligarchie im transnationalen Gewaltgeschäft der USA zwang überzeugte Zionisten gleichsam dazu, sich maßgeblich zu beteiligen, um zu verhindern, daß dieses Staatswesen und damit schnöde Interessen jüdischer und zionistischer Oligarchen, allzu schnell unter die Räder des amerikanischen Weltordnens kommen können.
Die Verschwörungen sind existent und sie sind wirksam. Aber sie sind und bleiben nachgeordnete Prozesse, so lange, wie das Kapitalverhältnis noch nicht in der neofeudalen Sklaverei einer Welt- und Kastenordnung aufgehoben worden ist. Und dahin ist es noch ein Stück des Weges.

So weit, so unzureichend. Aber vielleicht wenigstens anregend.
Gruß

Noch so ein Trumm:

TomGard, Rohdaten, Entwurf

Bei der EU-Zulassung für „Pioneer 1507“ (Genmais) ging es nicht um Lebensmittelprüfung von TomGard Pro @ 2014-02-12 – 14:16:46

Für die Rolle der Bundesregierung in dem Verfahren ergibt sich die Aussage der Überschrift schon aus einer vor wenigen Tagen erschienenen Stellungnahme der ZKBS zum wissenschaftlichen Kenntnisstand zur Wirkung von Bt-Toxinen im Körper von Säugetieren. Wie ich weiter unten genauer darstellen werde, strotzt sie vor Behauptungen, die im Lichte zahlreicher Forschungsergebnisse und nach wissenschaftlichen Gebräuchen wenigstens als stittig vorgestellt werden müßten – um nicht von Unhaltbarkeit zu reden.
Doch die Zentrale Kommission für die Biologische Sicherheit bietet den immensen Vorteil, keine wissenschaftliche, sondern eine politische Instanz zu sein. Die Mitglieder der für das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit tätigen ehrenamtlichen „Expertenkommission“ werden berufen, nicht von Fach- und / oder Interessenverbänden entsandt. Entsprechend ist die „Stellungnahme“ nicht namentlich unterzeichnt. Von Prof. Dr. Uwe Sonnewald, Prof. Dr. Jürgen Wienands, Dr. Patrick Schweizer oder Prof. Dr. Stefan Vidal kann bei diesem Konstrukt weder wissenschaftliche, noch juristische Rechenschaft für das Machwerk gefordert werden. Das ZKBS ist damit ein typischer Ort, an dem ein Amalgam politischen und akademischen Korpsgeistes geschaffen und genutzt wird. Es wird wohl niemand unter den Lesern so blauäugig sein, dies Konstrukt für ein Hindernis für oder taugliches Mittel gegen einschlägigen Lobbyismus zu halten, zumal die überwiegend als Institutsleiter tätigen Mitglieder auf Drittmittelbeschaffung und -forschung politisch verpflichtet sind. Mindestens zwei der Genannten haben denn auch im Verlauf ihrer Karriere direkt mit der Biotechnologiesparte der BASF zusammen gearbeitet (über das IPK Gatersleben und die kürzlich aufgelassene Fa. SunGene), aber das muß in der Tat noch nichts heißen. Allerdings – Experten, die für Umwelt- und Verbraucherschutzverbände tätig wurden, konnte ich unter den Berufenen nicht ausmachen …Doch das eher nebenbei. Entscheidend für die Beantwortung der Frage, ob es bei dem Zulassungsverfahren für Pioneer 1507 um Lebensmittelprüfung ging, oder nicht, ist die Tatsache, daß die Bundesregierung sich bei der Abstimmung über die Zulassung des Genmais der Stimme enthielt, obwohl ihre Expertenkommission ein uneingeschränktes Unbedenklichkeitszeugnis abgeliefert hatte, das sich allerdings listigerweise nicht auf die fragliche Genmais-Sorte, sondern „nur“ auf einen der von ihr exprimierten Wirkstoffe bezog. Die Stimmenthaltung war demnach politisch motiviert.
Es wäre nun eine verhältnismäßig leichte Übung, einen „Aufklärungs“-Artikel über die Korruptheit politökonomischer Konkurrenz, gemessen an Idealen des Verbraucherschutzes und der Lebensmittelprüfung, zu erstellen. Ich will aber in einer Serie von Einträgen etwas über die systemische Korruptheit, das heißt über den Wahn und das Irresein der zugrundeliegenden Konflikte und Maßstäbe schreiben. Und das dauert a weng länger.

I. Die (volks)gesundheitspolitischen Zulassungsverfahren sind eine Mystifikation sui generis
Ein Paradigma des gesundheitspolitischen Zulassungsverfahrens ist mit der Frage eröffnet:
Würdest Du diese/jene Droge von Deinem örtlichen Quacksalber annehmen?
Eine rationelle Antwort dürfte lauten:
Kommt darauf an, wie schlecht es mir geht / krank ich bin.

a) Du bist das Subjekt Deines Leibes und seiner Gesundheit, trotz und mit all den entgegenwirkenden Momenten, die den leiblichen Diensten einbegriffen sind, welche die bürgerliche Gesellschaft Dir auferlegt. Zu diesen Diensten zählt auch, daß Du zahlreichen Schad- und Giftstoffen ausgesetzt wirst, die zu kapitalistischen Zwecken angewandte Produktionstechnologie systematisch, und zugleich mehr oder minder kontrolliert in Deinen Stoffwechsel abkippt.
Dein Leib dient den Produzenten Deiner Lebensmittel – den Begriff Lebensmittel im weiten Sinne genommen – und daher Deiner selbst, die Dir in Gestalt mächtiger Eigentümer und Institute gegenüber treten, als eine Müllhalde , in die sie Nebenprodukte der Gebrauchswertherstellung entleeren, sofern das den Gebrauchszwecken ihrer Produkte nicht direkt entgegen steht.
Dies weißt Du. Du weißt, daß zwischen Dir und solch systematischer Vergiftung lediglich hygienische Kontrollinstanzen stehen, die den Interessen der Produzenten entgegen wirken, auch wenn in etlichen Fällen die Produzenten selbst aus übergeordneten Gründen oder Motiven eine Selbstkontrolle ausüben, die den möglichen Schaden begrenzt oder sogar minimiert.
Obwohl Du in solchen Umständen, und gerade ihretwegen, rationellerweise Gift meiden wirst, sofern es nicht um den Preis weitgreifenden Verlustes an Souveränität über Deinen Leib geschieht, wirst Du umgekehrt jedes Gift schlucken, das Dir als persönlich unvermeidliche Begleitkost des Lebensmittelerwerbes – abermals im weiten Sinne genommen – verabreicht wird.

Dies entspricht dem Paradigma, das ich oben setzte. Es besteht in der Kalkulation eines Kranken, der seinen aktuellen Zustand erstens gegen einen Schaden aufrechnet, den er zwar zu gewärtigen hat, der aber ausbleiben kann, und zweitens gegen einen Nutzen, der ausbleiben kann, von dem er aber annimmt, daß er möglicherweise unverzichtbar sei.
Es ist das Paradigma einer Katastrophe der leiblichen Existenz, die zum gesellschaftlichen Grund- und Dauerzustand wurde. Um diese Diagnose zu stellen, braucht man über die wirkenden Gründe und Motive nicht mehr zu wissen, als daß es sie gibt, also nur das Wissen über die Oberflächenerscheinungen kapitalistischer Produktionsweise.

b) ergänzen die gesundheitspolitischen Dienste die systematische Vergiftung eines Volkskörpers durch einen Teil seiner Angehörigen (von den auswärtigen Beiträgen will ich nicht erst anfangen) um Zwangsmedikation und Zwangsernährung
Das volksgesundheitliche Interesse einer territorialen Herrschaft entspricht daher in erster Instanz und allen wesentlichen Maßstäben dem Interesse eines Viehhalters an der Nutzbarkeit und Verkäuflichkeit seiner Nutztiere unter den Bedingungen eines unregulierten Nutztiermarktes. Ein Viehhalter hat reproduktionsmedizinische Interessen gegen die Marktanforderungen zu behaupten, andernfalls verliert er seine ökonomische Daseinsquelle.
Es dürfte kenntlich sein, daß dies Modell Überschneidungen mit den Voraussetzungen und Bedingungen der Sklavenhaltung i.e.S. aufweist, sofern, und so lange, es Zuflüsse an geeignetem Menschenmaterial aus Bereichen außerhalb ihrer Anwendungssphäre gibt. Zwar gilt die Analogie zur Sklavenhaltung nur bedingt, weil Euthanasie und tödlicher Verschleiß von Sklaven bzw. deren zunächst unbrauchbaren Nachwuchses (noch) kein militärisch durchgesetzter Bestandteil der Lohnsklaverei ist, aber weit her ist es mit dieser Einschränkung nicht.
Rücksichtslose Vernutzung von Sklaven war in historischen Sklavenhalterformationen eine Randerscheinung, zum Beispiel im Bergbau und bei herrschaftlichen Bauprojekten, für die eigene Menschenraubexpeditionen unternommen wurden (dazu zählt auch der neofeudale Landbau in den amerikanischen Staaten). Ansonsten verbot sich die mutwillige Vernutzung von Sklaven, die über Strafzwecke hinaus ging; sie hätte den Dienst der Sklaverei insgesamt, und damit die auf ihr ruhende gesellschaftliche Formation zerstört.

c) Indem Sklavenhaltung durch Privateigentümer bereits ein volksgesundheitliches Korrektiv zugunsten des politökonomischen Systems erzwingt, das Kriterien der Nutztierhaltung folgt, liefert es mindestens eine Schnittstelle für die Beteiligung sklavischer Subjekte an ihrer Unterwerfung und Vernutzung, sobald sie zu politischen Subjekten aufgewertet werden.
Dazu ein winziger Exkurs zu solcher politischen Subjektivität.
Schon die etymologische Doppelsinnigkeit weist „Subjekte“ als unterworfene Herren aus. Historisch wurden sie oft zugleich mit ihrer Unterwerfung zu Herren ernannt: Patriarchen, Kriegshäuptlinge, Stammes- und Dorfälteste, die für eine Tributpflicht in Dienst genommen wurden, oder für Aushebung von Soldaten und Kriegsdienste im Heer weiter ziehenden Eroberer.
Subjekte im modernen Sinn, Bürger, gibt es erst ab einem Stand der Produktivkräfte, die es einer Eigentümerklasse erlauben, eine urbane Herrschaft über Landstände auszuüben. Von da an ist die Stadt nicht mehr Ressource der (Klassen-)herrschaft neben anderen, sondern vermittels der Gesamtheit der arbeitsteiligen und ständischen Formierung in ihr ein Institut der Herrschaft, an dem jeder Einwohner gemäß seiner Subsistenz-, Erwerbs- oder Einkommensquelle funktionellen Anteil hat. Das versetzt den Stadtbewohner in den Stand eines Bürgers, den er unabhängig von seiner Stellung in der ständischen Hierarchie einnimmt. Im Verhältnis zu einem urbanen, politischen (polis- der Stadt zugehörigen) Herren werden die Stände vermittels ihrer funktionellen Partizipation an der Herrschaft der Städte über das Land gleichberechtigt.

Ich hole an dieser Stelle so weit aus, weil zur Klärung des Status von Subjekten die Kenntnis der politischen Ökonomie spätbürgerlicher warenproduzierender Gesellschaften zunächst nicht erforderlich ist. Frühbürgerliche Ständegesellschaften legten urbane Bürger schon ebenso auf das Privateigentum an ihren jeweiligen Revenuequellen fest, wie spätbürgerliche Gesellschaften es für die Insassen eines nationalen Territoriums tun. Und deshalb verdoppeln sie die Subjekte schon auf ganz ähnliche Weise in Konkurrenten um Revenuequellen und Konkurrenten um politischen Einfluß, um Partizipation an der Herrschaft; nach marx’scher Terminologie in „Bourgeois“ und „Citoyen“.
Die marx’sche Terminologie ist an der Stelle gewissermaßen „hegelianisch verschmutzt“: Marx nahm spekulativ vorweg, was erst historisches Resultat werden sollte und als historisches Resultat nie den ideellen, den „himmlischen“ Charakter verliert: Die Gleichheit eines Citoyen gegenüber jedem anderen fällt real in Voraussetzung und Resultat zusammen, es handelt sich einfach um die Vertragsfreiheit der Subjekte, die wiederum identisch ist mit der Durchsetzung eines Gewaltmonopols, das oberhalb der gesellschaftlichen Stände angesiedelt ist, und folglich identisch mit der Ermächtigung eines Souveräns, der sich auf nichts anderes stützt, als militärische Hoheit und militärisches Kommando. Der übliche Name für eine solche Militärherrschaft ist „Rechtsstaat“. Es gibt ihn nur als Resultat eines Bürgerkrieges, der erst endet, wenn die territoriale Souveränität eines Staatswesens zum Nationalstaat ausgebaut ist, d. h. die Unterwerfung der Bürger unter einen militärischen Stand und seine politischen Kommandeure in Form einer zivilgesellschaftlichen Unterwerfungskultur verfestigt ist. Am letzten Übergang sieht man, daß der Bürgerkrieg in einer Nation tatsächlich nie endet – er erhält vielmehr die nichtmilitärische Verlaufsform einer politischen Konkurrenz um den Stand administrativer Sachwalter ökonomischer Konkurrenzbedingungen auf der Basis der jeweiligen zivilgesellschaftlichen Unterwerfungskultur.

Spätestens an dieser Stelle sollte der Leser merken, daß in einem vollentwickelten Nationalstaat die weiter oben skizzierte patriarchale Zuständigkeit eines politischen (bedingt auch eines ökonomischen) Standes für volksgesundheitliche Korrektive, die den Motiven und Zwecken sowohl der Sklaven- und Nutztierhaltung entspringen, endet. Sie wird in die politische Konkurrenz aufgehoben und fungiert dort als ein Ideal der Kontrolle über hygienewirksame gesellschaftliche Instanzen.

d) Identität der Hygiene-Kultur mit Zerstörung und Selbstzerstörung
Tatsächlich liegt etwas anderes vor, wie am genannten Paradigma zu entziffern: Die volksgesundheitlichen Kontrollinstanzen der bürgerlichen Gesellschaft setzen ihre Mitglieder auf den Status unmündigen Nachwuches patriarchaler (oder matriarchaler, das macht hier keinen Unterschied) Funktionäre einer Herrschaft, welche die Lebensführung des Nachwuches einer unpersönlichen Schadenskontrolle unterwerfen.
Ein funktionell ähnliches Verfahren gibt es als mehr oder minder instinktgeleitete Strategie biotopischer Nischenbehauptung und -eroberung bei Ratten und anderen Nagern. Fallen ein oder mehrere Jungtiere neuen Ressourcen, die sie erkunden, zum Opfer, werden diese von der Population gemieden. Das Verfahren ist für menschliche Populationen ökologisch durchaus passend, man findet es bei allen generalistisch ausgerichteten Organismen. Doch der spät – vielleicht vor etwa viereinhalb Tausend Jahren – aufgekommene gesellschaftliche Zweck der Sklaverei gestaltete es zur Strategie von Herrenmenschen, die seit wenigen hundert Jahren abermals transformiert wurde.

Nun ist es die Herrschaft des abstrakten Menschen, die sich des Verfahrens bedient, um abstrakten Herrschafts- und Gewinnkalkulationen zu optimieren. Das ist der Grund, warum Karl Marx im „Kapital“ vor 150 Jahren diagnostizieren konnte, daß die kapitalistische Klassenherrschaft „die Natur“, also die außerleiblichen Bestandteile eines Menschenlebens, vernutzen und vernichten, und damit die Mehrzahl der Tierarten, möglicherweise auch die verursachende Tierart, ausrotten werde – falls sie nicht revolutioniert werde.
Sofern diese Diagnose richtig ist, können Verharmlosungen, wie die oben angeführten, gar nicht verfehlen, Bestandteil der Optimierungsstrategien zu werden, die sie anzugreifen wähnen. Unter dem Schlagwort „Ökofaschismus“ ist dieser Zusammenhang fast ein Gemeinplatz – allerdings in einem moralischen Gewand, in dem es in sein Gegenteil umschlägt, das Menetekel eines Verhängnisses, dem eine „menschliche Natur“ schwerlich entgehen werde, falls sie nicht dazu vergewaltigt werde.

2) Mancher Leser wird versucht sein, mein unter 1. angeführtes „Paradigma“ willkürlich, vielleicht auch kindisch zu nennen. Ob es kindisch ist, mag der Fortgang zeigen, willkürlich ist es nicht.
Die Mystifikation volksgesundheitlicher Zulassungsverfahren für Produktionstechnologien – einschließlich der Produktion von „Gesundheit“ – liegt allgemein in Verkennungen der Subjekte. Weder die Verantwortlichen noch ihr Publikum wissen, was Subjekte sind, obwohl das entgegen allgemeingültiger Narrative gewußt sein könnte, statt allenfalls Gegenstand philosophischer Betrachtungen und ethischer Erwägungen zu sein. Die folgenden Bemerkungen dazu können unmöglich systematisch sein, man sehe mir also bitte die flüchtige und stichprobenhafte Gliederung nach.

2a) „Leben“ ist biotische, stabilisierende Vergesellschaftung einer Sphäre fern des thermodynamischen Gleichgewichtes
Ich erlaube mir, abseits der Renaissance kreationistischer Glaubenslehren und Spekulationen über extraterrestrische Sporulationen, das Wissen voraus zu setzen, daß die irdische Biosphäre einem monophyletischen Entwicklungsgang entstammt. Was aber ist dann als Subjekt dieser Entwicklung anzusehen? Oder gibt es so etwas gar nicht?
2a1) Mit dem monophyletischen Entwicklungsgang ist theoretisch eine Phase unterstellt, in der es genau ein „Subjekt“ der Entwicklung gab, genau einen „Organismus“ oder Protoorganismus, aus dem die Biosphäre entstand (2).

(abgebrochen…)

(1) Jemandem, der sich hier an der Verwendung des Volksbegriffes stört, ist zu antworten, daß „Gesundheitspolitik“ wesentlicher Teil der herrschaftlichen Domänen ist, die ein „Volk“ ausheben und tatkräftig gestalten. Das liegt an der territorialen Natur von Gesundheitspolitik, die sie übrigens auch dann behält, wenn ein staatliches Territorium gesundheitspolitisch in „Sonderzonen“ aufgeteilt wird, zum Beispiel in Gestalt von Luftbelastungsschranken im urbanen Raum, oder von Baugenehmigungen für Kernkraftwerke.

(2) Unter interdisziplinären Wissenschaftlern dürfte es, schätze ich, keinen Widerspruch gegen den weiter gehenden Schluß geben, daß es zu solch einem Protoorganismus eine präbiotische Phase gegeben haben muß, die chemisch / physikalisch mit dem Modell einer dissipativen Struktur zu beschreiben ist.

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