Parmenides (Minifragment)

Die Antworten gefallen mir, aber …

Ist Mathematik nicht vielmehr Geisteswissenschaft im wörtlichen Sinne, nämlich menschliches Denken?

Nein. Mathematik ist die Ausbreitung eines Selbstbewußtseins in die außerleiblichen Bestandteile seines Daseins. Deshalb finden sich Grundelemente davon bei Tieren, die zu zählen, zu addieren und subtrahieren vermögen. Daß dies funzt, reflektiert einfach die dingliche Natur des Geistes.

Es käme darauf an, zu erklären, warum und wozu es eine doktrinäre Geistesgeschichte gibt, die seit 2500 Jahren die einfachen Wahrheiten des Parmenides zurück weist.
Wenn der Kosmos eine Eisenkugel ist, und er / es muß sowas ähnliches sein, weil eine kosmische Substanz unteilbar gesetzt ist, dann „sind“ folglich 20 Pfund Eisen nicht. „Sein“, Substanz, sind Attribute, die keinem „Ding“ zukommen, was Mensch z.B. daran erkennt, daß 20 Pfund Eisen ein anderes Ding ist, als 20 Tonnen, oder ein Eisenatom. Irgend ein als „Substanz“ gesetztes Trumm hat an Dinglichkeit keinen Teil.

Folgerichtig verwickelt sich Leute, die direkt oder mittelbar in der doktrinären Geistesgeschichte befangen sind, in die Aporie, jeden ihrer Gegenstände als „Ding plus Nicht-Ding“ aufzufassen, und das gilt für diejenigen, die sich „Materialisten“ nannten oder nennen, nicht weniger, als für die „Idealisten“, nur die Formen, welche die Aporie für sie annimmt, unterscheiden sich (sich!).

PS.: Der letzte Absatz trifft natürlich auch die Religioten. Zitiere dazu stets gern Thomas von Aquin, der die Frage, was Gott gemacht habe, bevor er die Welt erschuf, verschmitzt antwortete, da habe er die Hölle gemacht, für Leute, die solche Fragen stellen …

Re: Panpsychismus: Probleme & Perspektiven

Wenn Bewusstsein eine grundlegende Eigenschaft der Natur wäre, dann fiele es wohl in die Physik (eine Art Bewusstseins-Teilchen, -Welle oder was…?) und würde so der Gegensatz zwischen Physik und Psychologie aufgehoben.

Nö, die phantastische (ideelle) „Substanz“ wird verdoppelt.
Das war eine Konsequenz, die ein Teil der griechischen Atomisten gezogen haben – ich müßte nachschauen, wer das war. Auf eine gleichsam „fortgeschrittene“ Weise zählte auch Epikur dazu, er stattete die Atome mit etwas aus, was heute „vektoriell“ genannt wurde (hat übrigens der Jüngling Karl Marx in seiner Diss. vorgestellt) um Phänomene / Vorstellungen zu integrieren, die im Atomismus Demokrits über die Kante gerieten.

Womit die Aporie „Ding plus Nicht – Ding“ geschichtlich standesgemäß fortgeführt wurde, von der ich in meinem anderen Posting schrieb. Einer absolut unbestimmten Abstraktion, wie „Natur“ eine ist, können keine „Eigenschaften“ zugewiesen werden, sie sind darin als „nicht emergent“ gesetzt (1). Wer gegen diese elementare Logik verstößt, dichtet, oder (was dasselbe ist) ist nicht ganz dicht..

(1) was übrigens das Gerede von „Emergenz“ in toto zum Unfug stempelt, aber zur Ableitung gehören ein paar Schritte mehr.

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