Was der Schweinepriester Arno Kleinebeckel richtig hat … ohne es zu wissen, versteht sich.

https://www.heise.de/tp/features/Covid-19-und-das-Ende-der-Ratio-6270643.html

Die Redeweise von der „instrumentellen Vernunft“ entstammt dem kulturkritischen Strang der „Frankfurter Schule“ und ist so wenig der Befassung wert, wie Arnos Donnerstagspredigt. Aber.

Aber es ist halt auch „was ‚dran“, wie an allen Redeweisen von gesellschaftlicher Reichweite. Diesen rationellen Kern hat vor Urzeiten die Münchner Fraktion der „Roten Zellen“ /spätere MG gegen die „Frankfurter“ Fraktion ausgearbeitet und daraufhin den auf diese Weise gewonnenen Begriff von „Instrumenteller Vernunft“ pronto fallen lassen, zugunsten eines Begriffes „bürgerlicher Dummheit“, in dem es natürlich nicht um „Intelligenz“ geht, sondern um Befindlichkeit, Berechnung, Meinung, Einstellung, Welt– resp. Menschenbild. Das soll hier im Einzelnen nicht mein Thema sein, einen Harten Kern davon habe ich in Privateigentum, Individuum, Moral skizziert.
Vielmehr will ich nur einen schmalen Zusammenhang mit diesem Eintrag und der gestrigen Antwort an „Grünspan“ aufnehmen. Da schrieb ich:

Bin so frech zu fordern, jemand der etwas dazu sagen will, soll die Wiki – Definition entweder verteidigen oder angreifen, ich wiederhole sie nochmal:

Der Determinismus (von lateinisch determinare ‚festlegen‘, ‚Grenzen setzen‘, ‚begrenzen‘) ist die Auffassung, dass alle – insbesondere auch zukünftige – Ereignisse durch Vorbedingungen eindeutig festgelegt sind

…und zwar mit der Vorgabe, das Ereignis sei:

[Grünspan] fängt einen Dorsch

… weil mit Rücksicht auf das im Eintrag zu Definitionen, Klassifikationen, Kladistik Gesagte bzw. Verlinkte. Vielleicht mit ein paar Nachsätzen dazu, ob es einen Unterschied macht, wenn der Dorsch stattdessen von einem Hai gefressen wird.

Der Zusammenhang ist, ich wiederhole, ganz schmal. Der rationelle Kern eines Begriffes namens „Instrumentelle Vernunft“ liegt ziemlich präzise in dem quasi-religiösen Wahnwitz, der den Inhalt der Aussage

[Grünspan] fängt einen Dorsch

methodisch dem Inhalt der Aussage:

[Grünspan] fängt keinen Dorsch

gleich setzt. Das ist eine der Dummheiten der zitierten Definition.

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9 Antworten zu Was der Schweinepriester Arno Kleinebeckel richtig hat … ohne es zu wissen, versteht sich.

  1. tgarner9 schreibt:

    Ad hoc (und weil ich gerade bei Heise war) eine Bemerkung zu:
    https://www.heise.de/tp/features/Ungeimpfte-Wenn-irgendjemand-schuld-sein-muss-6270490.html

    Auch nicht der Befassung wert, aber das „Sündenbock“ Meme ist – natürlich – weit verbreitet, obgleich hart am Rande dessen, was dem inquisitorischen Bann des „Antisemitismus“ verfallen soll. Und abermals: Es ist was dran. Was, das kann eine saubere Analyse der jüngsten Brandrede von Lothar Wieler zutage fördern.
    https://www.tagesschau.de/inland/wieler-rki-coronavirus-lage-103.html
    Dazu sollte man allerdings wissen, daß Wieler vor Wochen die Impfquote der Erwachsenenbevölkerung bei bereits 80% mit Stand Ende September gesehen hat.

    Aber ich will das nicht tun, will nur auf einen Grundsatzfehler der „Sündenbock“ „Theorie“ deuten.
    Die setzt nämlich implizit „Staatsversagen“ und „individuelles Versagen“ gleich und diesen Unfug treiben halt just die Leute, die mit dem Vorwurf getroffen sein sollen, nicht. Denn nur wenn sie es nicht tun, arbeitet die Methode, das Staatswesen unter Berufung auf das Volksunwesen in Schutz zu nehmen.
    Der rationelle Kern der „Sündenbock-Theorie“ besteht deshalb umgekehrt darin, daß eine praktische Heiligung des Staatswesens völkische Opfer erzwingt.
    Und das geschieht halt trivial schon in der bürgerlichen Strafgesetzgebung und -praxis.

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  2. grünspan schreibt:

    Vielleicht solltest Du das nicht geläufige Spiel „fängt (keinen) Dorsch“ durch das in der Wahrscheinlichkeitsrechnung geläufige Spiel des Wurfes einer Münze mit Kopf und Zahl ersetzen. Oder durch einen Würfel, oder russisches Roulette.
    Die Wahrscheinlichkeitsrechnung setzt Kopf und Zahl insoweit gleich, dass beide Spielergebnisse den gleichen Möglichkeitsraum teilen (sie sind möglich) und dass sie ausserdem zu 50% wahrscheinlich sind (bei einem Würfel wäre die 1 zu 1/6 wahrscheinlich, 50% ist also keine heilige Kuh).
    Kopf oder Zahl stellen im Jargon der Wahrscheinlichkeitsrechnung Weltzustände dar („state of the world“), mit einem Erwartungswert („expectation value“) von jeweils 50%.
    Wenn ich jemandem einen Münzwurf-Spiel anbiete, bei Kopf 0 Euro, bei Zahl 1 Euro, dann ist der Erwartungswert des Spiels 0,5 Euro, schon bevor überhaupt gespielt wurde (Wahrscheinlichkeitsrechnung ist keine Statistik bereits stattgefundener Spiele).
    Bei einer genügend hohen Zahl von Spielen (ein Spieler spielt oft nacheinander) oder von Spielern (viele Spieler spielen gleichzeitig) nähert sich statistisch der Durchschnitt der tatsächlichen Spielergebnisse dem Erwartungswert (50%) an. Insoweit können die Zustände Kopf oder Zahl gleichzeitig auftreten, diese Aussage ist insoweit nicht dumm.

    An diesem wahrscheinlichkeitstheoretischen Kalkül über Kopf und Zahl ist NICHTS dumm, dafür wurden Nobelpreise in Finanzmathematik verliehen.
    Und wäre das Kalkül dumm, würde das keineswegs der Wikipedia Definition von Determinismus das Attribut der Dummheit bzw. Korruptheit verleihen. Der Grund ist, dass die Determinismus Definition keinerlei Aussagen macht über die statistische Determiniertheit von Ereignissen. Ich, nicht Wikipedia, und auch nicht Du, habe der korrupten Determinismus Definition den statistischen Determinismus gegenübergestellt und insoweit die von mir aufgedeckte Korruptheit aufgehoben, in der Weise wie Du in meinen von Dir nicht publizierten Kommentaren nachlesen kannst.

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    • tgarner9 schreibt:

      Ich antworte systematisch verteilt auf mehrere Kommentare, dies ist also mein 1. Punkt:

      Die Wahrscheinlichkeitsrechnung setzt Kopf und Zahl insoweit gleich, dass beide Spielergebnisse den gleichen Möglichkeitsraum teilen … und dass sie ausserdem zu 50% wahrscheinlich sind (…) Kopf oder Zahl stellen im Jargon der Wahrscheinlichkeitsrechnung Weltzustände dar („state of the world“), mit einem Erwartungswert („expectation value“) von jeweils 50%.

      Ich will jetzt keinen Monolog verfassen, sondern frage lieber noch mal nach: Auch beim zweiten Bedenken geht diese Definition für Dich in Ordnung, ist weder korrupt noch dumm?

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    • tgarner9 schreibt:

      Fundstück dazu:
      https://fr.sputniknews.com/20211124/covid-19-en-france-avec-15-on-na-jamais-atteint-le-veritable-seuil-de-pandemie-qui-est-de-3-1053557683.html?

      Okay, ich werde wohl oder übel kurz monologisieren – vielleicht heut abend.

      Ich hätte gern vermieden, das Fazit von Grünspan zu besprechen, das lautete:

      Bei einer genügend hohen Zahl von Spielen oder von Spielern nähert sich statistisch der Durchschnitt der tatsächlichen Spielergebnisse dem Erwartungswert (50%) an. Insoweit können die Zustände Kopf oder Zahl gleichzeitig auftreten.

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  3. grünspan schreibt:

    Die Wikipedia Definition Determinismus, bei der es gerade nicht um die Zufälligkeit von Ereignissen geht, ist nicht allein deshalb dumm oder korrupt weil sie nicht berücksichtigt, ob ein Ereignis (Fängt (k)einen Dorsch“ bzw. Kopf oder Zahl) zufällig eintritt oder nicht eintritt.

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    • tgarner9 schreibt:

      Diese Aussage / Behauptung motiviert, warum Du den nominellen Gegenstand verlassen wolltest / hast, okay. Aber hast Du ihn tatsächlich verlassen, bzw.: Wie sind die Themen verknüpft, sofern sie verknüpft sind? Um bessere (nicht-monologische) Ansatzpunkte für die Beantwortung dieser Fragen zu erhalten, hatte ich die Frage unter Deinem letzten Kommentar gestellt. Beabsichtigst Du darauf noch zu antworten, oder soll ich monologisieren?

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  4. tgarner9 schreibt:

    Die Wirklichkeit des Grünspan’schen „Möglichkeitsraumes“ heißt gewöhnlich „Casino“ oder auch „Spel-unke“. Er / sie führt vor, wie ein jahrtausende altes Verfahren geht, das in den Streitgesprächen der sogenannten Vorsokratiker mit den Platonikern traditionelle Spuren hinterlassen hat:
    Man rechne ein spezifisches menschliches Interesse, nämlich das an Herrschaft und Administration, zunächst in die Gegenstände des Denkens und Handelns hinein, um hernach den Beobachter und Urteilenden aus diesem selbst geschaffenen Zusammenhang wieder heraus zu werfen, bzw. ggf. heraus zu rechnen – unter Zurücklassung des dergestalt objektivierten Interesses.

    Anders, als angekündigt, habe ich keinen Nerv, dies an Grünsspans Sätzen im Einzelnen vorzuführen, denn wenn ich das unternähme, dann wollte ich das mit einem potentiell größeren Gewinn tun, der darin bestünde, den Zusammenhang mit den Determinismus-Ideologemen aufzufächern. Doch dazu fehlen mir, wie schon gesagt, die Adressaten. Immerhin will ich gesagt haben, worum es dabei zu gehen hätte, d.i. im Wesentlichen das Verhältnis der Konzepte „Grund“ und „Ursache“. Das „instrumentelle Denken“ – tatsächlich ist es der Kern theologischer Vorstellungen (der unbewegte Beweger!) – unterscheidet entweder gar nicht zwischen ihnen, oder er setzt Grund ODER Ursache arbiträr, gemäß einem Interesse an der Sache, in ein „Recht“.

    Bei Grünspan kann man sehen, was dies Verfahren mit den Gegenständen des Denkens und Handelns anstellt. Sie werden durch zweckmäßige Wahnvorstellungen ersetzt. Leider auch spielerische Wahnvorstellungen, das macht dies Verfahren eigens attraktiv, erfolgreich und haltbar. Was Grünspan bespricht, ist realiter eins der elementarsten Verhältnisse einer organischen Enervierung zum Organismus, den sie repräsentiert, und vermittels dieses Organismus zu den Gegenständen desselben. Deshalb denken an dieser Stelle Tauben experimentell nachweislich klarer, als Grünsspan. Die Essenz davon:
    Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. Deshalb gibt es im Falle eines Falles genau einen Fall: Ein bilateraler Körper mit einer dünnen oder gerundeten Kante kommt auf einer Ebene auf einer von zwei Seiten zur Ruhe. Diese Ruhelage ist eine Kopplung der Ebene mit dem geometrischen Körper und deshalb kann jede Kopplung zweier Gegenstände geometrisch beschrieben werden. (edit: dies „kann beschrieben werden“ heißt genauer und korrekter: Dies ist die Elementarform der Enervierung eines Organismus AN UND FÜR SICH – vorausgesetzt, dieser Organismus ist bilateral und verfügt über etwas wie „Geißeln“, also Organe, die gerichtete Bewegung erlauben.) Die Elementarform dieser Beschreibung ist die Proportion, dargestellt als Bruch, welche das Verhältnis einer „Seite“ eines Körpers zu allen seinen „Seiten“ numerisch codiert.

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    • tgarner9 schreibt:

      Zum Selberdenken für gewitzte 12-16-jährige
      Was ich oben über Geometrie und Proportionen schrieb, sind überaus starke Allaussagen. Sowas solltet ihr immer fraglich stellen.
      Einen großen Schritt zur Überprüfung könntet ihr machen, wenn ihr diese Aussagen gegen das sogenannte „Paradox“ von „Achill und der Schildkröte“ haltet. Ich behaupte, ihr könnt dann sehr einfach und klar den Irrtum benennen, der diesem Scheinproblem zugrunde liegt – und das wär kein schlechter Test, gelle?

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